Forum: Leben und Lernen
Kultusminister: Der Unsinn der Elitenförderung
DPA

Jetzt sollen mal die Besten dran sein: Schulpolitiker wollen die Begabtenförderung ausbauen - und damit die unterstützen, die es am wenigsten brauchen. Ein falscher Entschluss.

Seite 14 von 50
Rubyconacer 12.06.2015, 09:08
130. Reaktionär und hinterwäldlerisch

Ich bin schockiert über den Tenor des Artikels. Logische Zusammenhänge und auf der Hand liegende Umstände werden hier so in Frage gestellt, als wäre das die allgemeine Auffassung. Dass ungebildete Menschen ihren Kindern nur wenig auf den Weg geben können, sollte genau dazu führen, diese Nicht doppelt und dreifach zu fördern. Ein hochbegabter Schüler ist nicht automatisch ein Spitzen Schüler, sondern wird eher beim Fördern niedriger Niveaus übersehen und sein Potential verschenkt. Wenn ich mir deutsches Management ansehe, weiß ich, dass dort keine Hochbegabte, sondern nur Maulhelden tätig sind.

Beitrag melden
NoUse4aName 12.06.2015, 09:08
131. Zitat:

"Eine gewagte Verknüpfung: Woher weiß man, dass ein elfjähriger Schüler eines Tages so viel für das Land zu leisten vermag, dass eine Extra-Förderung gerechtfertigt ist, die anderen vorenthalten wird?"

Bei einzelnen Schülern weiß man das natürlich nie - im Durchschnitt werden solche Schüler aber durchaus mehr "für das Land" zu leisten verstehen.

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Warum die Sonderförderung für Geringbegabte, wenn man gerade bei dieser Investition doch viel weniger "Rendite" erwarten kann?

Beitrag melden
somosseln68 12.06.2015, 09:09
132. Unsinn ?

Zunächst einmal:Ich schreibe keine Leserbriefe,ich antworte nicht auf Kommentare.Ich finde es gibt schon genügend Unsinn im Internet.Ihr Kommentar, Herr Kramer lässt mich jedoch mit dieser Regel brechen.Meine Tochter ist hochbegabt.Sie hat um dieses Etikett nicht gebeten.Sie hat sich nie besonders unter ihren Mitschülern hervorgetan.Allerdings ließ ihr Verhalten, ihr steter Drang nach Wissen und Verstehen,ein Übersehen nicht zu.Nun was bedeutet das?Bedeutet das,dass wir, Ihre Eltern privilegiert sind? Bedeutet es dass meine Tochter "teuren Geigenunterricht und Sprachreisen" von uns bezahlt bekommt ?Wo sehen Sie diesen Zusammenhang genau? Meine Ex-Frau und ich sind mit unserer Tochter für einen Jahresbeitrag von 75 € in der DGhK organisiert und machten hier und da eine Ferienveranstaltung für Kinder mit.Dort waren Kinder aus allen sozialen Schichten zu treffen.Aber die von Ihnen zitierten "Eliten" waren dort nicht.Dort waren Familien, die Hilfe und Förderung dringend nötig hatten aber nicht erhielten. Eltern und Kinder, die verzweifelt waren, weil sie am Schubladendenken in den Schulen täglich scheiterten. Kinder, die nicht mehr in die Schule wollten nachdem sie aufgrund der Tatsache, dass sie auf jede Frage eine Antwort wussten, ausgegrenzt wurden. Kurz - Kinder wie meine Tochter. Die Kinder in ihrer Klasse, die verhaltensauffällig sind und Durchschnittliches leisten erhalten Förderung. Teilweise sogar durch einen persönlichen Betreuer, der mit in den Unterricht kommt. Meine Tochter erhält - nichts. Ein Freund von mir besuchte als Kind eine Privatschule. Tatsächlich weil seine Eltern sich das leisten konnten. Ich kann das nicht und die Eltern die ich im Ferienlager der DghK traf konnten das auch nicht. Vor einiger Zeit besuchte ich mit meinem Freund ein Ehemaligentreffen. Dort waren sie die Eliten. Söhne aus Wirtschaft und Politik und Geldadel. Eine Gesellschaft, die gerne unter sich blieb und die für Ihre Kinder sicher keine Förderung nötig hat. Diese Menschen bezahlen 24.000€ und mehr im Jahr dafür dass der Sohn unter allen Umständen zum Abitur geführt wird.Vielleicht sind dort auch einige Schüler hochbegabt. Sicher nicht mehr als an Regelschulen. Von diesen Kindern und Eltern reden wir aber nicht. Wir reden von den ungesehenen, überangepassten, die im Unterricht nicht mehr reden und ihr breites Wissen für sich behalten. Und das tun sie, weil sie ohne jede Rechtfertigung von Mitschülern und teilweise auch von Lehrern ausgegrenzt und kritisch beäugt werden. Artikel wie der Ihre zementieren ein Bild von hochbegabten Eliten die völlig zu Unrecht gefördert werden. Artikel wie der Ihre sind eine der Ursachen, warum meine Tochter sich mit Anfeindungen auseinandersetzen muss.Weil dieser Artikel nicht von gutem Journalismus zeugt, sondern nur die Meinung eines Einzelnen wiedergibt. Eines Einzelnen, der privilegiert ist. Eines Einzelnen, der das Privileg hat seine Meinung einer breiten Öffentlichkeit anzubieten. Eine Öffentlichkeit, die Klischees und Einfaches liebt. Ich denke aber das jedes Privileg auch mit Verantwortung verbunden sein sollte. Zumindest verantwortliche Recherche sollte meiner Meinung nach dazugehören.

Beitrag melden
salamicus 12.06.2015, 09:09
133.

Zitat von frank57
Standesdünkel.....Die Verwerfungen in diesem System spllen auch noch gefördert werden!!! Einfach unfassbar! Die sogenannten Eliten würden verhungern oder unter der Brücke schlafen....
Ihre Interpunktion spricht Bände...
Begabte und Hochbegabte wollen nur eines: ungestört und ungebremst lernen und studieren. Und das heißt, sie müssen unter sich sein dürfen. Ob tatsächlich so viele und teure Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen, wage ich zu bezweifeln. Ein normales Schulgebäude mit normalen Einrichtungen, dazu eine gut ausgestattete Bibliothek, Laptops (haben heute auch "Arme") und einen schnellen Internetanschluss. Den Rest erledigen die Lernenden.

Beitrag melden
bert1966 12.06.2015, 09:10
134. Ein hochbegabtes Kind ...

... aus einer sozial schwachen Familie könnte bei entsprechender Förderung erfolgreich sein. In Deutschland wird es aber in aller Regel nicht entdeckt werden, nicht gefördert werden, bestenfalls als Klassenclown oder Leistungsverweigerer fehlinterpretiert und untergebuttert werden.

Wenn mehr Kinder reicherer Eltern als hochbegabt identifiziert werden, dann liegt das doch wohl daran, dass diese Eltern sich mehr um diese speziellen Probleme ihrer Kinder kümmern und die Hochbegabung nicht für verdächtig sondern erfreulich halten und nichts anderes!

Begabtenförderung ist damit eine Chance, auch Kindern aus sozial schwachem Milieu die Chance zu geben, die sie verdienen. Allerdings wird das weiter nicht passieren, so lange Menschen wie der Artikelautor mit ihren mentalen Scheuklappen ihre dogmatischen Unwahrheiten und Fehlinterpretationen verbreiten.

Die normative Kraft des Sozialismus: Norm = Durchschnitt, wie unmenschlich und verbiestert!

Beitrag melden
inver 12.06.2015, 09:10
135. Als Mutter von mehreren Hochbegabten kann ich nur schreiben,

dass ich die Bildungspolitik nicht verstehen kann. Mein Ältester ist auf einer sehr teuren Privatschule, weil sich die Grundschullehrer über sein Redebedürfnis beschwerten, und er leider keine gleichaltrigen Freunde fand. Er ist jetzt sehr glücklich und er wird ein super Abi machen und will Medizin studieren. Mein jüngere Sohn könnte schon vor der Grundschule dividieren, wir haben aber nicht das Geld für einen weiteren Privatschulbesuch. Obwohl er ständig alle Mathewettbewerbe gewinnt, gibt es keine weitere Förderung. Ständig muss ich mir anhören, wie langweilig die Schule ist, etc. Ich bin irritiert, dass die Talente nicht adäquat gefördert werden, und nicht gesehen wird, dass auch eine Hochbegabung eine Art Behinderung ist. Zum Glück ist mein Jüngster sehr ein- und nachsichtig, wenn ich ihm dann sage, dass es in der Oberstufe wahrscheinlich interessanter wird. Für eine führende Industrienation ist das Ganze ein Trauerspiel...

Beitrag melden
flowpower22 12.06.2015, 09:11
136. oh no

Falscher kann man die Situation nun wirklich nicht einschätzen - Kompliment! Nichts wirkt so unmotivierend als immer Letzter zu sein.

Und sollen denn "gute" Schüler besonders gefördert werden, oder Schüler mit "anomler" Begabung? Und wie sieht die "Ungerechtikgkeit" denn aus? Möglicherweise wird die Ausstattung der Schule aufwendiger sein, aber vor allem der Lehrplan wird sich doch wohl unterscheiden.

Weer sagt denn, dass die Normalos und darunter nicht gefördert werden sollen? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Erkenntnisse aus der Begabtenförderung auch für andere relevant sein könnten.

Dieses ewige über einen Kamm schären ist doch für alle Beteiligten eine einzige Katastrophe. Jeder Schüler ist ein Individuum und die Schule sollte dies endlich einmal zur Kenntnis nehmen.

Beitrag melden
exHotelmanager 12.06.2015, 09:11
137.

Der Trend geht in Deutschland zum Mittelmaß - von unten. Darüber lacht die ganze Welt - aber SPON merkt es nicht.

In USA versuchen die Kreationisten uns die Welt zu erklären, Deutschland hingegen manipuliert Darwins Gesetze.

Beitrag melden
Sixpack, Joe 12.06.2015, 09:11
138. Gymnasium?

Und dann kommen die Gymnasiasten auf eine sogennante Exzellenzuniversität (gibt es die in Deutschland überhaupt?) und haben nicht mal Abitur geschrieben in English und Physik. Wann schaut Ihr jetzt endlich mal über die Grenzen hinweg und lernt etwas von Ländern wo das Gymnasium nur 6 Jahre dauert aber viel besser ausbildet?

Beitrag melden
spon_2999637 12.06.2015, 09:13
139. Sportvergleich

Nehmen wir mal den Sport - auch hier gibt es eine Förderung sowohl der Begabten (Leistungssport) wie der Schwachen (Kranke, körperlich oder geistig Behinderte). Auch hier ist es so, dass ein Großteil der geförderten Leistungssportler sportliche Eltern (teils ebenfalls aus dem Sportsektor) hat. Auch hier ist es so, dass eine erfolgreiche Förderung dem wirtschaftlichen Erfolg förderlich ist.

Da scheint es niemanden zu stören. Auch im musikalischen Bereich sieht es nicht anders aus.

Was auffällt - ein anderer Forist hat das auch bemängelt - ist die fehlende Förderung der breiten Masse in der Mitte. All diejenigen, die ohne spezielle Begabung bzw. ohne Handicap leben können/dürfen/müssen, fallen durch das Raster. Das ist schade.

Ich sehe das in jedem Sportverein. Du willst Handball spielen? Fein! Ach, du willst nicht jedes Wochenende auf Turniere fahren? Pech gehabt, dann sitzt du auch im Training auf der Bank.

Beitrag melden
Seite 14 von 50
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!