Forum: Leben und Lernen
Kultusminister: Der Unsinn der Elitenförderung
DPA

Jetzt sollen mal die Besten dran sein: Schulpolitiker wollen die Begabtenförderung ausbauen - und damit die unterstützen, die es am wenigsten brauchen. Ein falscher Entschluss.

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flowpower22 15.06.2015, 19:17
400.

Zitat von schattenrose
Wenn sich die Hochbegabten Kinder so sehr im Unterricht langweilen, dann machen Sie meiner Meinung nach etwas falsch. Es gibt immer etwas zu tun und sei es einem Mitschüler unter die Arme zu greifen. Das fördert die soziale Integration dieser Schüler. Später im Leben werden sie auch des Öfteren mit Menschen in Kontakt kommen, die nicht die gleiche Intelligenz aufweisen. Wäre schade, wenn unsere Überflieger einen Haufen wissen anhäufen, aber nicht in der Lage sind sich in der Gesellschaft anzupassen.
Der Gedanke wäre gar nicht so verkehrt, wenn wir über Wochen Wochen und nicht 13 Jahren reden würden.

Könnte Timo Boll mit einer Gurkentruppe trainieren und dann bei den Welttmeisterschaften bestehen? Sollte Boll nicht gefrustet sein?

Wir reden ja nicht von guten oder Sehr guten Schülern, sondern von Hochbegabten.

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dickebank 15.06.2015, 19:50
401. hahahaha

Zitat von Reziprozität
Das sehe ich soweit ganz genau so. Nur das mit der "Vorschulbildung" will mir nicht so leicht von den Lippen. Zwei obligatorische Kindergartenjahre vor der Einschulung, ok, dabei kann dann bspw. schon mal ermittelt werden, ob Förderbedarf im Fach Deutsche Sprache vonnöten sein könnte. Bessere Unterrichtsbedingungen kosten allerdings. Ich werde jedoch den Eindruck nicht los, dass in Deutschland in viele Dinge der Bildung investiert wird, nur nicht in ausreichend (Primar-)Lehrerstellen, um die Klassenfrequenzen tief zu halten und separate Förderung flächendeckend anbieten zu können.
Dann lassen sie einmal fünftklässler etwas ausschneiden oder ausmalen. Von Purzelbaum und rückwärts balancieren wollen wir noch gar nicht reden. Waren Sie einmal mit Sechstklässlern in der mensa zusammen essen?

Es gibt noch viel mehr, was auf eine gute vorschulische Unterweisung zurück schließen lässt. Sozialverhalten fällt da besonders ins Auge oder die Fähigkeit sich konzentreieren zu können.

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austenjane1776 15.06.2015, 20:00
402. Das müssen die Eltern im Einzelfall entscheiden

Zitat von flowpower22
Der Gedanke wäre gar nicht so verkehrt, wenn wir über Wochen Wochen und nicht 13 Jahren reden würden. Könnte Timo Boll mit einer Gurkentruppe trainieren und dann bei den Welttmeisterschaften bestehen? Sollte Boll nicht gefrustet sein? Wir reden ja nicht von guten oder Sehr guten Schülern, sondern von Hochbegabten.
Diese Kinde sind alle Individuen (Leben des Brian).
Erst brauchen die Eltern eine Diagnose - möglichst mit Begabungsprofil.
Manche sind gar ncht "hochbegabt". sondern anderweitig auffällig.
Aber das muß im Einzelfall von kompetenten Leuten getestet werden.
Dann finden die Eltern eine passende Schule.
Sowas gibt es nämlich.
Viele können auch auf "normale" Schulen gehen - und man macht ggf ein außerschulisches Programm - je nach Angebot und Kind.
Auch das "zertifiziert) hochbegabte Kind muss (wie alle anderen) das soziale Miteinander lernen.
"Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung (Landesverfassung NRW).
Man muss ein Gleichgewicht zwischen ICH (kriege, was ICH brauche) und WIR (die anderen sind auch noch da und mit denen komme ich auch klar) finden.
Sonst ist spätestens im Beruf Schluss.
Fazit:
Gerade in D ist die Verantwortung der Eltern riesengroß. Von Amts wegen passiert da gar nichts.
Wehe den Kinder mit dummen oder faulen Eltern.
Aber das ist immer so.

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rockwater 15.06.2015, 20:42
403. Hm

Zitat von dielektrikum
Ich muss sagen, dass ich immer Respekt für Leute habe, die einen Artikel, wo auch immer, schreiben. Doch in diesem Fall hat der Verfasser seine Zeit vertan, da das, was er geschrieben hat, in meinen Augen falsch ist. Er fragt, ob geförderte Schüler später mehr für das allgemein Wohl leisten als andere. Natürlich ist das so! Nicht alle Menschen haben den gleichen "Wert". (bitte nicht fehl interpretieren. Gemeint ist der Wert an der Leistung gemessen.) Man muss nur ein paar Bsp. aufzählen: Albert Einstein: Er hat durch das Aufstellen der Relativitätstheorie, eine, wenn nicht die, genialste Theorie aller Zeiten, mehr geleistet, als es 20.000.000 Menschen tun würden, wenn nicht mehr. Alan Turing: Er hat durch sein phänomenales mathematisches Können den zweiten Weltkrieg zu Gunsten der Alliierten entschieden. (Stichwort Enigma) Marie Curie und ihr Mann Pierre: Deren Leistung bedarf hoffentlich keiner weiteren Erklärung. Der springende Punkt ist, dass Eliteförderung sich immer lohnen wird, solange auch nur ein paar Leute in einem Land einen Bruchteil von dem leisten, was die oben genannten geleistet haben.
Einstein war genial, aber an praktischem Nährwert ist hinten leider auch die Atombombe bei rausgekommen.
Laser und Transistor wären dagegen sicher auch ohne den quantentheoretischen Überbau erfunden und entwickelt worden.

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ops123 15.06.2015, 22:03
404. Jawohl

Danke für diesen Artikel! Und jetzt gleich noch einen Kommentar zur unsinnigen Förderung des Leistungssports an Sportschulen. Alle Kinder und Jugendliche sollten gleichermaßen nach ihren Fähigkeiten gefördert werden (geistig und körperlich). Solche Konzepte kann man nachlesen ... Aber wenn die Herren Minister bildungsresistent sind, weil sie sich als Elite verstehen und deshalb alles besser wissen ...

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jofilibuster 15.06.2015, 22:18
405. Eliten oder Nieten?

Erstere sind nötig, damit letztere wie Phönix aus der Asche aufsteigen.

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mayazi 15.06.2015, 23:02
406. Noten und IQ

Das Marburger Hochbegabtenprojekt hat Hochbegabte und Hochleister untersucht. Exemplarisch dazu nur zwei Befunde: der durchschnittliche IQ bei Hochleistern liegt bei 117. Zweitens ein Zitat aus dem Wikipedia-Atrikel: " „Zusammenfassend können damit die Hochbegabten als im Schulsystem gut integriert und schulisch erfolgreich sowie sozial unauffällig, psychisch besonders stabil und selbstbewußt charakterisiert werden. Berücksichtigt man dazu noch die vergleichbaren Befunde des Marburger Hochbegabtenprojekts im Grundschulalter, lassen sich die in der (vorwiegend nicht empirischen) Literatur immer wieder herausgestellten besonderen psychosozialen Probleme Hochbegabter als schlichte Vorurteile entlarven.“" Detlef Rost, 2000.

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mayazi 15.06.2015, 23:25
407.

Zitat von awoth
einen einzigen der so genannten Hochbegabten, die "gefördert" worden sind und aus denen dann wirklich etwas geworden ist! Die meisten sind mittlerweile gebrochene und gestörte Persönlichkeiten mit sozialen Defiziten und grössten Schwierigkeiten im normalen Leben. Da bleibt dann höchstens noch eine Mitgliedschaft bei MENSA... Weiter so, Deutschland!
Wenn Sie vielleicht präzisieren könnten, was Sie unter "wirklich etwas geworden" verstehen? Außerdem gibt es zwei Einflüsse auf Ihre Meinungsbildung, die Sie nicht unterschätzen sollten. Erstens die Auswahl Ihrer Bekanntschaften: wenn Sie nur wenige erfolgreiche Menschen kennen, dafür aber viele Leute, denen es nicht so gut geht, werden Sie auch wenige erfolgreiche Hochbegabte kennen, dafür aber mehr Hochbegabte, denen es nicht so gut geht. Zweitens fliegt auch Hochbegabten der Erfolg nicht zu, sondern wird erarbeitet. Ein erfolgreicher Hochbegabter wird also - zurecht! - seine Leistungsbereitschaft als Grund für seinen Erfolg angeben.

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Reziprozität 15.06.2015, 23:27
408.

Zitat von dickebank
Dann lassen sie einmal fünftklässler etwas ausschneiden oder ausmalen. Von Purzelbaum und rückwärts balancieren wollen wir noch gar nicht reden. Waren Sie einmal mit Sechstklässlern in der mensa zusammen essen? Es gibt noch viel mehr, was auf eine gute vorschulische Unterweisung zurück schließen lässt. Sozialverhalten fällt da besonders ins Auge oder die Fähigkeit sich konzentreieren zu können.
Ich war noch nie mit Sechstklässlern in der Mensa gemeinsam Essen. Ich habe allerdings zweimal am Tag einen Sechtsklässler am Familientisch zugange, und ich ahne worauf Sie hinauswollen. Eine gute vorschulische Unterweisung weiss ich durchaus zu schätzen, Ihre Auffassung betreffs Sozialverhalten teile ich.

Ich reflektierte jedoch darauf, dass es m.E. nicht unbedingt einer separaten Hochbegabten- oder Elitenförderung bedarf, sondern dass alle Seiten vielmehr davon profitieren, wenn die ganz Schlauen sich im Klassenverband weiterentwickeln, ihre Zusatzaufgaben und Projekte selbständig im Unterricht bearbeiten können, wenn der allg. Schulstoff jeweils resorbiert wurde. Das hochbegabte Kind gewinnt, da es eng im Kontext Wissensweitergabe "produziert", sich so bspw. Recherche- und Präsentationstechniken vorzeitig aneignet und den eigenen Neigungen nachspüren kann. Das Lehrpersonal profitiert davon, dass es den Unterricht auflockern und um Aha-Erlebnisse bereichern kann. Die übrigen Schüler bekommen so Einblick in spannende Geschichten und Ereignisse, für die so normalerweise vielleicht kein Platz im Unterricht gewesen wäre, und vielleicht wird ja bei einigen Schülern die Neugierde geweckt?

Das ist alles möglich und funktioniert auch, allerdings nicht bei 30 Schülern pro Klasse und nur einer Lehrperson ...

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KarinBleckmann 15.06.2015, 23:46
409. handy weg und nicht mehr Auto fahren

Wir wissen jetzt, dass Kommentatoren im Spiegel nicht hochbegabt sein müssen und nicht einmal etwas davon verstehen müssen.
Wer Begabungen nicht einmal achtet, sollte sein handy ablegen und nicht mehr Auto fahren und zum Urkorn zurückkehren; ohne die Begabung anderer säße er wahrscheinlich nicht einmal am Feuer.
Deutschland wird ohne die Förderung der geistigen Elite chancenlos werden.

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