Forum: Leben und Lernen
Kultusminister: Der Unsinn der Elitenförderung
DPA

Jetzt sollen mal die Besten dran sein: Schulpolitiker wollen die Begabtenförderung ausbauen - und damit die unterstützen, die es am wenigsten brauchen. Ein falscher Entschluss.

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kaffeepause9h30 16.06.2015, 13:47
420.

Zitat von rockwater
waren ja in den letzten Jahrzehnten fast ausschließlich rechtskonservative CDU-SPD Politiker in Deutschland an den Schaltstellen der Macht und Gesetzgebung und keine ominösen ´68er oder Linken.
Ich weiß ja nicht, ob Sie es schon immer wußten, aber Bildungspolitik ist nun mal Ländersache. In den Ländern, mit Ausnahme Bayerns, bestimmen überwiegend SPD und Grüne die Richtlinien der Schulpolitik.

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UndIchSagNoch 16.06.2015, 14:50
421. Fördert man den begabten elfjährigen

wird er einen guten Abschluss an einer deutschen Uni machen und ins Ausland gehen weil er hier eh nur für einen Hungerlohn verheizt wird. "Goodbye Germany!" Bildung fängt ganz unten an!

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codeacrobat 16.06.2015, 15:07
422. Begabten Förderung sinnvoll

Kein Zweifel, Schwache muss man fördern. Starke sollte man aber auch fördern. Einfaches Rechenbeispiel, jeder Hochbegabte, der intellektuell nicht in der Gleichmacherei verödet, kann später auch Normalos mitreißen. Begabtenförderung muss man halt richtig machen: Privileg verpflichtet, statt billiges amerikanisches Tickle Down Gehabe.

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nariu 16.06.2015, 15:08
423. Ist zwar was dran.

Zitat von steffen.ganzmann
... und behaupte ganz dreist, dass ein "Hochbegabter", der nicht in der Lage ist, sich nicht selbst zu fördern, unmöglich hochbegabt sein kann! Es gab niemals eine Zeit, in der man das gesamte Wissen der Welt via Internet frei Haus geliefert bekommen konnte, aber heute kann man das eben - laut Studien hat ja (fast) jeder Schüler einen Computer mit Internetzugang. Mit etwas Initiative kann man sein Allgemeinwissen fördern, "Inselbegabte" ihre "Inseln", man kann aber auch twittern und Computerspiele zocken - je nach Gusto. Mein Gott, was würde ich heute alles wissen, hätte ich zu meiner Zeit eine solche Möglichkeit gehabt und nicht nur die Schulbibliothek!
Aber die These ist dennoch falsch. Ehrgeiz und Zielstrebigkeit und Disziplin sind die entscheidenen Erfolgsaktoren, NICHT Hochbegabung.
Und genau diese Erfolgsfaktoren sind sowohl erlernbar, als auch verlernbar. Und hier müssten Schule und Erziehung einsetzten, ungeachtet der kognitiven Fähigkeiten.

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miraaline 16.06.2015, 16:18
424. ...

Bei diesem Artikel muss man sich doch fragen: Wer schreibt so einen Mist? Natürlich soll jeder gefördert werden, aber die 'Schlauen' sind es nunmal, die die uns weiterbringen. Soll man sie dafür bestrafen? Und was das ganze mit den Eltern zu tun haben soll, weiß ich auch nicht. Wenn ein Kind Hochbegabte ist, hat das nichts mit den Eltern zu tun, klar, sie fördern ihre Kinder, aber das tun auch viele 'normale' Eltern. Soll ein Kind bestraft werden nur, weil seine Eltern reich, Akademiker oder sonst was sind? Und es ist doch totaler Schrott, dass die meisten Gymnasiasten Eltern mit guten Abschlüssen haben, es gibt dort genügend Kinder mit Eltern, die einen 'niedrigen' Abschluss haben, aber das spielt alles keine Rolle, es geht um das Kind! Das mit den Pisa-Test ist auch so eine Sache, gute Schüler können sich eben schlechter verbessern als schlechte. Von einer 4 auf eine 3 ist nun mal leichter als von einer 2 auf eine 1 oder gar von einer 1 auf...genau was?

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Blaue Fee 16.06.2015, 17:01
425.

Zitat von bekkawei
Meine Jüngste ist von ihrer Grundschullehrerin damals auch als hochbegabt eingestuft worden und sollte eine Klasse überspringen (was sie nicht wollte, da sie eine Schulfreundin gefunden hatte, von der sie sich nicht trennen wollte). Ich hatte immer das Gefühl, dass mein Kind NICHT hochbegabt ist. Sie wollte weder vor der Einschulung lesen lernen - ich hatte es ihr angeboten, aber kein Interesse. Sie hat sich auch gar nichts selbst beigebracht. Tatsache war nur, dass sie alles sofort auf Anhieb verstanden hat und mit Bestnoten nur so durch Schule, Uni, Promotion gerauscht ist, ohne auch nur in irgendeiner Weise und zu keinem Zeitpunkt - altersentsprechend - Jungs, Mode und Party zu auszulassen. Und dieses letztere, da haben hochbegabte Kinder eher kein großes Interesse dran.
Aber Sie haben sie nie testen lassen?

Lebensfreude hat ja nichts mit Intelligenz zu tun.

Eine meiner besten Freundinnen hat nie irgendeine Party ausgelassen, aber ist trotzdem hochbegabt. Sie wurde, während sie noch studierte, von Microsoft angeworben und stieg dort auch recht schnell auf. Momentan arbeitet sie an spezieller Software für eine texanische Firma. Ihre Geschwister und Eltern sind ebenfalls hochbegabt (und in ihrem Gebiet auch bekannt) und ebenfalls Genussmenschen. Ich denke da an die Begebenheit als die Mutter mit uns auf einen Baum kletterte und Gedichte über Baumarten und dazu passende Sektmarken erfand, während wir eine Flasche erlegten. :-)

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flowpower22 16.06.2015, 17:32
426. Über- und Unterforderung

Zitat von Reziprozität
"Gut möglich übrigens, dass Begabtenklassen eher schaden als nutzen - und zwar denen, die nicht das Glück haben, in sie aufgenommen zu werden. In den ganz normalen Klassen fehlen den Zurückbleibenden dann nämlich die Mitschüler, von denen sie am meisten lernen können."
Ehrlich gesagt bezweifele ich, dass den Zurückgebliebenen die Überflieger sonderlich fehlen würden. Lehrer tendieren dazu über ihre Klasse einen so genannten Notenspiegel zu spannen. Die Noten gingen für die Minderbegabten nach unten. Die Schule hat in unserer "modernen" Gesellschaft leider immer noch die Funktion eines Platzanweisers in Bezug auf Stellung und Berufschancen. Kann man es da jemandem verdenken, wenn er so ein kleines Genie in den Papierkorb stopft?

Zum Schluß sei mir eine Binse erlaubt. Die kids lernen doch am besten, wenn sie auch ein wenig Enthusiasmus entwickeln können. Über- und Unterforderung sind jedenfalls Gift hierfür.

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hjm 16.06.2015, 18:02
427.

Zitat von flowpower22
Die Schule hat in unserer "modernen" Gesellschaft leider immer noch die Funktion eines Platzanweisers in Bezug auf Stellung und Berufschancen.
Wer sollte den Ihrer Meinung nach diese Funktion übernehmen?

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hjm 16.06.2015, 18:09
428.

Zitat von Reziprozität
Ich teile auch nicht den Tenor des Artikels, bis, ja bis auf den letzten Absatz: "Gut möglich übrigens, dass Begabtenklassen eher schaden als nutzen - und zwar denen, die nicht das Glück haben, in sie aufgenommen zu werden. In den ganz normalen Klassen fehlen den Zurückbleibenden dann nämlich die Mitschüler, von denen sie am meisten lernen können."
Der Autor ist hier noch etwas hinter dem aktuellen Stand der pädagogischen Erkenntnis zurück. In einer heterogenen Klasse lernen alle von allen. Am meisten schadet man daher den Hochbegabten, wenn man sie aus den Klassen entfernt, denn sie haben dann nicht mehr die Chance, von den Schwächeren zu lernen.

Fragen Sie mich jetzt nicht, was sie von den Schwächeren lernen können. So genau kenne ich die einschlägige Literatur auch nicht. Ich glaube, irgendwas mit sozialen Kompetenzen oder so. Oder das war irgendwas mit Lernen durch Lehren oder so. Also der Hochbegabte lernt die Integralrechnung noch schneller und versteht sie besser, wenn er dem Schwachen dreimal am Tag die Bruchrechnung erklärt, oder so ähnlich. Lesen Sie's halt nach.

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mac4me 16.06.2015, 18:10
429. Praxis

Zitat von schattenrose
Wenn sich die Hochbegabten Kinder so sehr im Unterricht langweilen, dann machen Sie meiner Meinung nach etwas falsch. Es gibt immer etwas zu tun und sei es einem Mitschüler unter die Arme zu greifen. Das fördert die soziale Integration dieser Schüler. Später im Leben werden sie auch des Öfteren mit Menschen in Kontakt kommen, die nicht die gleiche Intelligenz aufweisen. Wäre schade, wenn unsere Überflieger einen Haufen wissen anhäufen, aber nicht in der Lage sind sich in der Gesellschaft anzupassen.
In der Praxis haben sie diese Chance nicht, denn sie werden oft gemobbt: und zwar von den Minderbegabten. Die sind oft körperlich akzeleriert, skrupelloser und auf der "Straße" kampferfahrener und nutzen diesen Vorteil gnadenlos aus.

Die Integration gelingt nicht, weil Neid und Kokurrenzdenken die Schulen schon immer beherrschten: Auch in der DDR zu meiner Schulzeit in den 50er/60er Jahren waren die schlechtesten und brutalsten Schüler die "Coolen" (nannte man damals noch anders). Denn die reale Hackrangordnung der Peergroups in den Klassen hat mit dem Leistungsstand nichts zu tun.

Die Hochbegabten werden ausgegrenzt, sie selbst wissen gar nicht, was das ist, denn sie sind immer in der Minderheit. Und dieses soziale Manko tragen sie ein Leben lang mit sich herum, denn außerhalb ihrer Hochbegabung sind sie ganz normale Menschen, werden aber, wenn ihre Begabung offenbar wird, angefeindet. Deshalb lernen sie, sich zu tarnen...

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