Forum: Leben und Lernen
Länder kämpfen um Lehrer: Für 300 Euro mehr in die Pampa
brandenburg.de

Manche Lehrer sind begehrt - so sehr, dass die Bundesländer sich um sie streiten. Brandenburg lockt mit einer "Buschprämie", andere werben mit Verbeamtung oder machen den anderen die fertigen Referendare abspenstig.

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Diskutierender 13.03.2015, 09:23
1. Marktwirtschaft

Interessant, dass selbst staatliche Stellen mehr von Marktwirtschaft verstehen als die versammelte Deutsche Unternehmerschaft. Wo ein Mangel ist, steigen die Preise, und das haben diese Politiker und Beamten erkannt bzw. dass man für Jobs mit unattraktiven Randbedingungen den Leuten an anderer Stelle z.B. bei der Bezahlung einen Ausgleich geben muss.

Dagegen kommt aus der Wirtschaft immer nur das dreiste Dauergejammer vom Fachkräftemangel statt konstruktiv die Mängel in den betreffenden Branchen zu beheben bzw. auszugleichen - schlimmstes Beispiel ist die Gastronomie, wo schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen und -zeiten zusammen treffen.

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bartholomew_simpson 13.03.2015, 09:24
2.

So schlecht ist das Leben in der sog. Provinz nun auch wieder nicht. Für das Geld, das man in einer angesagten Großstadt für das Dasein in einer Mietskaserne aufwenden muß, kann man dort ein schönes Eigenheim finanzieren.

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Phil2302 13.03.2015, 09:32
3.

Ist mir ja ein Rätsel. Hier im Forum schwärmen doch alle davon, dass Lehrer überbezahlt sind, nie arbeiten müssen und machen können was sie wollen. Warum gibt es dann einen Mangel? Ich habe es richtig gemacht: Mir angeschaut, welche Fächer Mangelware sind, und die dann studiert. Mathematik und Physik für Gymnasien und Gesamtschulen. Aber ich hoffe doch (und rechne auch fest damit), dass ich hier in NRW verbeamtet werde. Denn in den Osten möchte ich nicht.

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spon-facebook-10000747070 13.03.2015, 09:34
4. Verbeamtung ?

Bitte um Aufklärung:
Wenn ein heute 25 jähriger Lehrer verbeamtet wird bedeutet dies eine Zahlungsverpflichtung des Staates für 40 Jahre !
Die Schülerzahlen sind aber stark rückläufig - in 10 Jahren wird ein Rückgang von 1,6 Millionen Schüler erwartet (Kultusministerkonferenz). D.h. um eine kurzfristige Lücke zu schließen stellt der Staat Beamte ein von diesen viele in einigen Jahren überflüssig sein werden - aber weiter bezahlt werden müssen ? !

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OskarVernon 13.03.2015, 09:38
5.

Zitat von Diskutierender
Wo ein Mangel ist, steigen die Preise, und das haben diese Politiker und Beamten erkannt
Die haben zunächst mal, genau wie die Wirtschaft, den Mangel selber herbeigeführt, den sie jetzt beklagen - allerdings im Gegensatz zu jener weder Konkurrenz noch wegbleibende Kundschaft zu fürchten.

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muctr 13.03.2015, 09:43
6.

Da können die Lehrer- und Beamtenbasher mal sehen, dass der Staat doch auch nicht immun ist gegen die Gesetze des Marktes: Offenbar sind der Beamtenstatus und sonstige "Privilegien" der Lehrer gerechtfertigt, weil man sonst die qualifizierten Leute einfach nicht auf die Stellen bekommt.

Wäre es nicht der Beamtenstatus, wäre es mehr Gehalt, Dienstwagen o.ä. - so sind eben die Gesetze von Angebot und Nachfrage, und jedem Lehrer-Basher steht es frei, die Ausbildung zu durchlaufen und sich dann (angeblich so "bequem") verbeamten zu lassen...

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Lankoron 13.03.2015, 09:43
7. Wenn sie

richtig gelesen hätten, wüssten sie, dass auch die Lehrerzahlen einbrechen, und zwar massiv. Und wenn sie die Schüler auf alle Schulen verteilen, brechen zwar Gesamtzahlen ein, aber nicht mal ein Viertel der derzeitigen Klassen. Also wird man immer noch lehrer brauchen. Es ist nämlich für eine Schule eigentlich egal, ob sie 35 oder 50 Schüler in einer jahrgangsstufe hat....2 Klassen sind 2 Klassen.
Und SPon und alle Beamtenhasser: Die Beamten zahlen seit über 30 Jahren eigentlich in versorgungskassen und Pensionsrücklagen ein. Allerdings haben Politiker aller Coleur diese Pensionskassen als Selbstbedienung angesehen und sie schamlos geplündert. Man braucht sich also nicht über Griechenland aufregen, unsere Politiker sind genauso!

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konnichiwa 13.03.2015, 09:55
8. Beamtenstellen als Buschgeld, das gabs schon mal...

Der Verödung unattraktiver Wohnlagen vor allem auf dem Lande und vor allem im Osten mangels Ärzten, Lehrern usw entgegen zu steuern ist eigentlich erste Pflicht der Bundesregierung. Es kann doch nicht sein, dass da nach und nach alle wegziehen. Mit Buschgeld zu winken ist wie mit Bananen Affen vom Baum zu locken. Was in diesen Gegenden eindeutig fehlt sind verstärkte Anreize um Industrie und Gewerbe anzulocken einhergehend mit Förderung von attraktiven Siedlungsideen und interessanten Kulturangeboten! Und zwar bald, bevor der Rest der jungen, sprich noch arbeitsfähigen Bevölkerung auch noch wegläuft. Allein Beamtenstellen zu schaffen zu langfristiger Belastung der arbeitenden Bevölkerung wie auch der Rentenkassen, das wäre der falsche Weg!

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Charlie Brown II 13.03.2015, 09:56
9. Verwöhnt

Gezeigt wird wieder einmal nur eins: Wie verwöhnt das gesamte Schul- und Verwaltungspersonal, sowohl finanziell wie von der (staatlichen) Zuwendung her ist.

Wenn ein beliebiges Unternehmen einer beliebigen Branche einen Standort in die ostgermanische Pampa verlegt oder einen Neuen dort eröffnet, fragen sie doch mal ob sie mehr Geld bekommen weil die Umgebung alles andere als urban ist. Ob man sie bei der Wohnungssuche unterstützt oder ihnen eine Prämie zahlt weil sie dort hingehen.

Vorsicht, die Reaktion könnte irgendwo zwischen auslachen und entlassen liegen.

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