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Ländervergleich in Mathe und Naturwissenschaften: Was die Ost-Schulen stark macht
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cognaq 12.10.2013, 16:03
300. Mitnichten dämlich ...

Zitat von braman
Die Frage "Wann kocht Wasser auf dem Mount Everest" ist zweifellos eine ausgesprochen dämliche Fragestellung. Als Antwort könnte ich ja sagen. um 14 Uhr Dreißig. "Bei wie viel Grad Celsius kocht Wasser auf dem ME?" wäre wohl etwas eindeutiger. Wenn Sie sich die Fragestellung (z.B. die Benzinpreis Frage) mal ansehen, muss eher gesagt werden, das die Leute, die den Test ausgearbeitet haben, ein ernsthaftes Bildungsproblem haben, nicht die Schüler. MfG: M.B.
Na ja, zuallererst siedet Wasser. Erbsen kochen, oder Eier, Wasser siedet!
(Es ist doch immer wieder schön, sich an all die Ironie der Physiklehrer zu erinnern.)
Darüber hinaus wurde die Frage so nicht gestellt und ist nicht dämlich sondern eine sehr gute Antwort auf die Frage: Wozu soll ich das alles lernen?
Die Fragestellung (also die korrekte Aufgabenstellung) verbindet dabei zwei Effekte:
1. Verhalten des Siedepunktes zu Umgebungsdruck.
2. Was ist der Luftdruck?

An sich eine sehr gute Frage und Möglichkeit, gelerntes Wissen praktisch anzuwenden.
Der Brüller auf Parties ist immer wieder das Turbokühlen von Sektflaschen mit Eis und Salz. Im Übrigen Effekte aus Physik und Chemie ...

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cognaq 12.10.2013, 16:26
301. Klasse Nickname

Zitat von gojko
Danke! Ich oute mich hiermit auch mal als Depp. Und möchte die Frage wiederholen :"Wie kann die Biomasse aus dem Boden kommen, wenn sich an dessen Masse nichts ändert" ?!! Bitte um Antwort..
In der neunten Klasse den Komplex Hypothese - Antithese - Beweisführung zu diskutieren finde ich sehr anspruchsvoll!
Klar, das wird nicht vordergründig in der Bilogie gemacht, wobei da die Grundlagen bereits mit den Aspekten Evoution/ Aufgabendifferenzierung und Vergleich gelegt werden.
Bei der Aufgabestellung geht es lediglich darum, welchen Beweis kann ich führen?
Das Einzige, was ich hier ermitteln kann ist, dass die Pflanze keine Erde "verbraucht" um Biomasse aufzubauen.
Das diese Ausgangsfrage ursprünglich dazu diente, die Photosynthese zu untersuchen und schlussendlich zu beschreiben ist dabei ein zusätzlicher Schwierigkeitsgrad. Genau hier werden einige der Schüler, die ungefähr wissen, worum es geht reinfallen. :-)

Beweisführung an sich ist nun mal zuerst Philosophie und da die Logik, die häufig stark vernachlässigt wird.
Mein Deutsch-/ Stabi-/ Geschichtslehrer an der Penne hatte mir häufiger logisches Denken abgesprochen, worauf mein Mathe-/Physiklehrer im beipflichtete. Darüber war ich damals schwer entrüstet, da ich in Mathe und Physik den Lehrer vor mir hergetrieben habe und beides mit 1 abschloß. Tatsächlich aber hatten sie nicht ganz unrecht, das ging mir aber erst Jahre später auf, als ich den in Mathe bis zum Erbrechen geübten Beweis der vollständigen Induktion richtig begriffen hatte.
Aber ich glaube, das gibt es heute leider auch nicht mehr. :-)

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betonklotz 12.10.2013, 16:29
302. Da steckte eine kleine Falle in der Formulierung der Frage.

Zitat von Frank N. Stein
entweder gehöre ich zu den ungebildeten Erwachsenen, oder hier ist ein Problem ... Aufgabe Meine Antwort war: Pflanzen wachsen mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid. Die Antwort ist mit folgender Begründung falsch: Jetzt meine Fragen: Wie kann die Biomasse aus dem Boden kommen, wenn sich an dessen Masse nichts ändert. Klar die Pflanze erzeugt aus CO2 den Sauerstoff. Und wo bleibt das "C"? Hä???????
Eine Hypothese zu testen, heisst nicht unbedingt, sie zu bestätigen, sie kann auch widerlegt werden. Die drei anderen angebotenen Hypothesen liessen sich mit diesem Versuch nicht überprüfen, also weder bestätigen noch widerlegen.
Wohl aber die vierte, sie wurde widerlegt.

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Psycho Dad 12.10.2013, 16:55
303. Richtig!

Zitat von wzvb
Im Osten reden wir von Ausländerquoten unter 2.5%. Im Westen sind wir bei über 10% bis 15%. Unter Schülern wohl eher mehr. Absoluter Schwachsinn solche Studien.
Unglaublich wie man versucht durch einen anachronistischen Systemvergleich "Ost vs. West" das wahre Problem heterogener BHildungsergebnisse zu verschleiern.
Sokann man jahrelang pädagogische Ansätze diskutieren ohne auch nur einen Schritt weiterzukommen. Man fixiert den Argumentationsraum und wundert sich, dass man zu keiner Lösung kommt.

Was ich besonders witzig finde, ist die Kombination von
1) Ost Schulen sind besser als West Schulen
2) Der Bildungsstand hängt von der sozialen Herkunft ab

Hhhhhmmm mal kurz überlegen, wie das zusammenpasst...war mir gar nicht bewußt dass der Osten dem Westen gegenüber finanziell privilegiert war / ist. Müsste er aber nach diesen Erkenntnissen sein.

Dabei liegt die Antwort wirklich auf der Hand..und wenn man bereit ist offen zu reden, machen auch die Ergebisse der Studie zu 100% Sinn.

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spiegelleser987 12.10.2013, 16:57
304. wenn ich mich richtig erinnere ....

Zitat von otto_der_normale
....dass der Schwerpunkt eindeutig auf den Naturwissenschaften lag – und natürlich auf den Marxismus-Leninismus.
So richtig lag der Scchwerpunkt nicht beim Marxismus-Leninismus, ideologisch schon, aber nicht mit der Stundenzahl. Wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir pro Woche nur 1 Stunde Staatsbürgerkunde. Geschichte gab es pro Woche auch nur eine Stunde. Dagegen gab es 3 Stunden Physik, 2 Stunden Chemie, 2 Stunde Biologie und an 4 Tagen jeweils 1 Stunde Mathe. Dienstags gab es in der 10. Klasse noch eine Stunde Astronomie.

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Ingmar E. 12.10.2013, 17:04
305.

Im übrigen ist auch die Frage mit den Wasserfiltern verwirrend. Es werden von den Verkäufern zwei Aussagen getätigt, 1.tens: es befinden sich Schadstoffe im Leitungswasser. 2tens, diese werden vom Filter entfernt.
Die Frage ist "Mit welchen Untersuchungen lassen sich diese Behauptungen widerlegen". Auch mit dem Nachweis, dass es keine Schadstoffe im Leitungswasser gibt, ließen sich beide Aussagen rein theoretisch widerlegen. Dafür brauchts keinen Vergleich, sondern man muss nur die Prämisse widerlegen.

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spiegelleser987 12.10.2013, 17:11
306. Glück gehabt ....

Zitat von Reifendruck
.... Beispiele aus dem Naturwissenschaftlichen Schulalltag: Fallbeschleunigung ist für die Kleinen zu kompliziert - statt mit 9,81m/s² rechnet man in der Schule erst mal mit 10m/s². .....
Glück gehabt. In den USA wollten Politiker mal vor 100 Jahren Pi auf 3 oder 4 gesetzlich festlegen.

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Ingmar E. 12.10.2013, 17:14
307.

Zitat von Psycho Dad
Dabei liegt die Antwort wirklich auf der Hand..und wenn man bereit ist offen zu reden, machen auch die Ergebisse der Studie zu 100% Sinn.
Ah, ok, und warum steht dann Sachsen soviel besser da als Meckpomm, trotz deutlich höherer Migrantenquote? Sind vllt. die Mecklenburger wie Sarrazin schreibt, doch genetisch benachteiligt gegenüber Mitteldeutschen, und vllt. sogar gegenüber mitteldeutschen Migranten?
Warum steht Bayern so gut da, obwohl es vergleichbare Migrantenquoten hat, wie westdeutsche Bundesländer die eher unten zu finden sind?

Sie machen es sich zu einfach, das spart vllt. Zeit beim Denken, aber den wahren Ursachen der Probleme, warum Migranten in dem einen Bundesland benachteiligt sind durchs Elternhaus, und in anderen Bundesländern nicht, kommen sie damit nicht auf die Spur.

Zumal, nur das Problem zu benennen, ist nicht genug. Was sind ihre Lösungen dafür, dass Migranten noch einen Rückstand haben? Ich meine die sind ja auch oft eingebürgert, sie können ja keinen ausbürgern wegen schlechter Schulleistungen. Also Butter bei die Fische: Was ist ihre Lösung?

Ich hab schon Vorschläge hier gebracht. Und über das Problem wird ehrlich geredet, wenn sie hier mal im Thread querlesen, handelt jeder dritte Beitrag von dem Problem. Leider bringen die wenigsten Lösungsvorschläge. Und ohne Lösungsvorschläge macht das immer den Eindruck von reiner Stimmungsmache.

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spiegelleser987 12.10.2013, 17:21
308. Bei uns gab es ....

Zitat von Ingmar E.
.... In der 7ten Klasse durfte man zu einer Nachmittags-AG (deren Betreuung für die Lehrer sowas wie eine inoffizielle Pflicht war, weil sie vom Herzen her Lehrer sind) ein schrottiges Moped mitbringen. Das wurde auseinander gebaut, restauriert, wieder zusammengebaut, und der betreuende Physik-Lehrer brachte einem dabei Grundlagen der Fahrzeug-Physik/ des Maschinenbau bei. Meine Lieblings-AG war allerdings Bumerang-Bau......
Bei uns gab es noch die "Station junger Techniker und Naturforscher". Dort konnte man nachmittags nach Schulschluss hin.

Wir haben damals Roboterautos gebaut, die auf dem Mond landen sollten. Zumindest sahen sie so aus. Ein Jahr später haben wir Rundfunkempfänger mit Transistoren auf einer Holzplatte aufgebaut.

Schade ... diese Zeiten sind vorbei. Vollständig selbst gebaute Technik interessiert heute nur noch wenige.

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spiegelleser987 12.10.2013, 17:27
309. Bisher fehlt ....

Zitat von sysop

Im Osten die Gewinner, im Westen die Verlierer: Schüler in den neuen Bundesländern sind in Mathe und Naturwissenschaften viel stärker als die in den alten. Experten versuchen das mit der Schul-Historie der DDR zu erklären. Und greifen viel zu kurz.

Die Liebe zur Naturwissenschaft im Osten ist groß, so erklären sowohl West-Verlierer als auch Ost-Gewinner den Vergleich der Schülerleistungen in Mathematik und Naturwissenschaften. Das stimmt - und ist doch zu einfach.

Bisher fehlt noch immer etwas: Man sollte endlich mal den Teil positiver Erfahrungen aus dem Osten zur Lösung gesellschaftlicher Probleme nutzen. Beginnen wir beim Bildungswesen.

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