Forum: Leben und Lernen
Ländervergleich in Mathe und Naturwissenschaften: Was die Ost-Schulen stark macht
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grauwolf1949 12.10.2013, 17:27
310. Leider auch wahr

Zitat von blackwildcat
. So wurde jemand mit einem Durchschnitt von 1,0 nicht zum Abitur zugelassen, da ein Elternteil privater Kleinunternehmer war, dafür aber ein anderer der gleichen Schulklasse mit einem Durchschnitt von 2,3, da sich dieser für zehn Jahre zum Dienst in der NVA verpflichtet hatte. "Kleinkapitalistenkinder" zum Abitur zuzulassen, das passte nicht in das Dogma eines "Arbeiter- und Bauernstaates". Soweit zum Normalfall.
Ich bestreite die von Ihnen aufgezeigte Tatsache nicht.
Diese Vorgehensweise war aber auch der Tatsache geschuldet, dass die NVA viel zu wenig gute Bewerber für die Laufbahnen bis Stabsfeldwebel hatte. Im technischen Bereich wurden aber halbwegs intelligente Menschen gebraucht, also hat man mit allen Mitteln gelockt.

Einfach ausgedrückt : Unterschreibe und studiere, früher gab es nur Werberwein.

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Psycho Dad 12.10.2013, 17:38
311. Es gibt Haupt- und Nebenursachen

Zitat von Ingmar E.
Ah, ok, und warum steht dann Sachsen soviel besser da als Meckpomm, trotz deutlich höherer Migrantenquote? Sind vllt. die Mecklenburger wie Sarrazin schreibt, doch genetisch benachteiligt gegenüber Mitteldeutschen, und vllt. sogar gegenüber mitteldeutschen Migranten? Warum steht Bayern so gut da, obwohl es vergleichbare Migrantenquoten hat, wie westdeutsche Bundesländer die eher unten zu finden sind? Sie machen es sich zu einfach, das spart vllt. Zeit beim Denken, aber den wahren Ursachen der Probleme, warum Migranten in dem einen Bundesland benachteiligt sind durchs Elternhaus, und in anderen Bundesländern nicht, kommen sie damit nicht auf die Spur. Zumal, nur das Problem zu benennen, ist nicht genug. Was sind ihre Lösungen dafür, dass Migranten noch einen Rückstand haben? Ich meine die sind ja auch oft eingebürgert, sie können ja keinen ausbürgern wegen schlechter Schulleistungen. Also Butter bei die Fische: Was ist ihre Lösung? Ich hab schon Vorschläge hier gebracht. Und über das Problem wird ehrlich geredet, wenn sie hier mal im Thread querlesen, handelt jeder dritte Beitrag von dem Problem. Leider bringen die wenigsten Lösungsvorschläge. Und ohne Lösungsvorschläge macht das immer den Eindruck von reiner Stimmungsmache.
Jetzt nicht ablenken! Das der schulische Erfolg nicht ALLEINE vom Migrationshintergrund abhängt, bestreitet NIEMAND. So sind z.B. besonders Ostasiaten oft Grund für ein höheres Niveau.
Auch die Schulausstattung etc. bedingt Unterschiede. Und Bayern war bzgl. schulischer Ansprüche schon immer vorn.

Der Hauptgrund für die Ergebnisunterschiede, gegen den alle anderen verblassen, das ist der spezifische "kulturelle" Hintergrund. Tja, und da gibt es zwei Möglichkeiten: Diesen ändern oder akzeptieren.

Ändern kann man einen kulturellen Background nicht von heute auf morgen und sowieso nicht "par ordre de mufti", das muss selbst gewollt sein. Man kann niemanden zum Jagen tragen. Also bleibt einem in einer freien, pluralistischen Gesellschaft nichts anderes übrig, als es hinzunehmen.

Es gibt für dieses Problem keine gesellschaftlich akzeptierte staatliche bzw. externe Lösung. Aber es wäre schon hilfreich, wenn man nicht immer um den heißen Brei redet und Stellvertreterkriege inszeniert um vom wahren Problem abzulenken. Das würde vielleicht einen Prozess der Selbstreflektion in Gang setzen und die eigene Opferrolle erschweren.

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leonardo01 12.10.2013, 17:56
312. Take-Home-Message für Frau Löhrmann

Frau Löhrmann, Sie fragen sich enrsthaft, wie das schlechte Abschneiden von NRW zustande kommt???

Schauen Sie in die Curricala anderer Bundesländer, und lernen Sie daraus! Ersetzen Sie Kompetenzgelaber durch wirkliche Inhalte. Die Kompetenz, die die Schüler erwerben sollen, ist, diese Lehrinhalte verinnerlicht zu haben und anwenden zu können.

Gestatten Sie nur noch wissenschaftliche Taschenrechner, auch in der Oberstufe. Und auch diese sollten sparsam eingesetzt werden. Weg mit graphikfähigen Taschenrechnern und CAS-Rechnern. Die dürfen auf den Unis sowieso nicht benutzt werden.

„Modellieren“ mit Hilfe mathematischer Methoden gibt es z.B. in der Theoretischen Physik oder Chemie. Sicherlich aber nicht dazu gehören stumpfe Anpassungsrechnungen, bei denen Schüler nur noch lernen, Tastenkombinationen zu drücken.

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caliper 12.10.2013, 18:57
313.

Zitat von Ingmar E.
Ah, ok, und warum steht dann Sachsen soviel besser da als Meckpomm, trotz deutlich höherer Migrantenquote? Sind vllt. die Mecklenburger wie Sarrazin schreibt, doch genetisch benachteiligt gegenüber Mitteldeutschen, und vllt. sogar gegenüber mitteldeutschen Migranten? Warum steht Bayern so gut da, obwohl es vergleichbare Migrantenquoten hat, wie westdeutsche Bundesländer die eher unten zu finden sind? Sie machen es sich zu einfach, das spart vllt. Zeit beim Denken, aber den wahren Ursachen der Probleme, warum Migranten in dem einen Bundesland benachteiligt sind durchs Elternhaus, und in anderen Bundesländern nicht, kommen sie damit nicht auf die Spur. Zumal, nur das Problem zu benennen, ist nicht genug. Was sind ihre Lösungen dafür, dass Migranten noch einen Rückstand haben? Ich meine die sind ja auch oft eingebürgert, sie können ja keinen ausbürgern wegen schlechter Schulleistungen. Also Butter bei die Fische: Was ist ihre Lösung? Ich hab schon Vorschläge hier gebracht. Und über das Problem wird ehrlich geredet, wenn sie hier mal im Thread querlesen, handelt jeder dritte Beitrag von dem Problem. Leider bringen die wenigsten Lösungsvorschläge. Und ohne Lösungsvorschläge macht das immer den Eindruck von reiner Stimmungsmache.
Guter Beitrag. Die doch erheblichen Unterschiede müssen analysiert werden. Weder die Behauptung, das ostdeutsche Schulsystem sei dem westdeutschen überlegen noch die Behauptung es läge nur an den unterschiedlichen Migrantenquoten bringen uns weiter.

Was wir benötigen ist eine eingehende Untersuchung, am besten im Rahmen einer Meta-Studie oder wenigstens in einer detaillierteren Auswertung der hoffentlich erfassten Begleitdaten. Dann könnte man, zum Beispiel über eine Korrelationsrechnung, den Einfluss von hohen Migrantenanteilen auf die Leistungsfähigkeit der Mitschüler herausrechnen.

Für statistisch abgesicherte Aussagen muss es nur genügend Schüler im Westen geben, die in kleinen, migrantenfreien Klassen unterrichtet werden. Wenn das nicht der Fall ist kann man immerhin tendenzielle Aussagen ableiten.

Wenn sich dann herausstellt, dass einzelne Bundesländer auch nach dem Herausrechnen dieser unveränderlichen Einflussfaktoren, schlechter sind als andere, dann müssen eben diese Bundesländer zu entsprechenden Massnahmen gezwungen werden. Es ist dann durchaus auch möglich, dass es sowohl unter ostdeutschen als auch bei einzelnen westdeutschen Bundesländer Handlungsbedarf gibt.

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caliper 12.10.2013, 19:12
314.

Zitat von spiegelleser987
Bisher fehlt noch immer etwas: Man sollte endlich mal den Teil positiver Erfahrungen aus dem Osten zur Lösung gesellschaftlicher Probleme nutzen. Beginnen wir beim Bildungswesen.
Grundsätzlich ist das richtig. Nicht alles was aus dem Osten kommt ist schlecht. Bei der Bild erst recht nicht. Ich habe eine kleine Exkursion nach Berlin und Ost-Berlin zu Beginn meines Studiums genutzt günstige und gute ostdeutsche Mathematik und andere technische Bücher zu kaufen. Der Bronstein steht immer noch da.

Aber bevor man hier die hundertste Reform anschiebt sollte man sich einmal die Mühe machen die Ergebnisse detailliert zu untersuchen.

Nehmen wir als Beispiel den Anbau von Kartoffeln. Landwirt A legt seine Kartoffeln im Abstand von 20 cm in einen tropischen und wenig fruchtbaren Lateritboden während Landwirt B seine Saatkartoffeln im 30 cm Abstand in einen mineralhaltigen Mollisol Boden eingräbt. Wenn die Ernte des Landwirt B besser ausfällt kann man doch nicht einfach ungeprüft dem anderen Landwirt seine Methoden auferlegen.

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Ingmar E. 12.10.2013, 19:31
315.

Zitat von Psycho Dad
J Ändern kann man einen kulturellen Background nicht von heute auf morgen und sowieso nicht "par ordre de mufti", das muss selbst gewollt sein. Man kann niemanden zum Jagen tragen.
Konkret: Sie machen jetzt 5-6jährige Kinder dafür verantwortlich, dass ihre Eltern ihren kulturellen Background nicht ändern und sind der Meinung, dass ist gerechtfertigt, dass die in der Schule solche Probleme haben, wegen der Fehler der Eltern?

Oder erwarten Sie sogar von 6jährigen Kindern, dass sie ihren kulturellen Background ändern und sind der Meinung, dass sie selbst verantwortlich sind, wenn sie die Sprache nicht lernen?

Wo ist denn nun ihre Lösung für das Problem der nicht-deutsch-sprechenden Elternhäuser? Wollen sie einfach Generationen von Kindern abschreiben und sagen: sorry liebe Kinder, ihr seid ja selbst dran schuld, weil eure Eltern so einen kulturellen Background haben?

Sie reden doch drumherum. Sie benennen ein Problem, können aber keine Lösung formulieren. Anstatt sagen Sie: ja das müssen die schon irgendwie selbst lösen. Wie lächerlich wenn es um Grundschulkinder geht, als ob die die Tragweite erkennen können. Wer Menschen ein Leben lang für ihre Fehler büßen lässt, die sie als Kind begangen haben, ist mMn nicht ernst zu nehmen. Bitte bringen Sie echte Lösungsvorschläge und benennen Sie nicht nur Probleme!

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Ingmar E. 12.10.2013, 19:48
316.

Zitat von Psycho Dad
So sind z.B. besonders Ostasiaten oft Grund für ein höheres Niveau.
Hätte man Studenten aus Ankara einwandern lassen und keine Bauern aus Anatolien, und hätte man aus Ostasien Bauern einwandern lassen und nicht Akademiker, dann hätten wir die Probleme heute mit den asiatischen Einwanderern.

Hat nichts mit der Kultur zu tun, sondern nur mit der Frage welche Bevölkerungsschichten wir einwandern ließen. In den 50ern wollte aber auch keiner Studenten aus Ankara einwandern lassen, deshalb ist es nicht gerecht, diese bäuerlichen Einwanderer mit asiatischen Einwanderern zu vergleichen.

Dass die Iraner hier so erfolgreich sind, liegt auch daran, dass da hauptsächlich Akademiker kamen und keine Bauern, und sicher nicht am Islam. Ihre Behauptung, dass es an der Kultur liegt, können Sie nicht belegen.

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spiegelleser987 12.10.2013, 21:58
317. Das Taschenbuch der ....

Zitat von caliper
Grundsätzlich ist das richtig. Nicht alles was aus dem Osten kommt ist schlecht. Bei der Bild erst recht nicht. Ich habe eine kleine Exkursion nach Berlin und Ost-Berlin zu Beginn meines Studiums genutzt günstige und gute ostdeutsche Mathematik und andere technische Bücher zu kaufen. Der Bronstein steht immer noch da. ....
Das Taschenbuch der Mathematik von Bronstein/Semendjajew ist eigentlich ein Buch aus der Sowjetunion, gab es aber auch in der deutschen Version. Ich habe noch beide Bände (der Ergänzungsband ist aber dünner). Falls Sie jedoch Mathematik für Kinder und Jugendliche wollen, ist die "Kleine Enzyklopädie Mathematik" (ein umfangreiches Lexikon von verschiedenen Autoren) etwas geeigneter. Es enthält mehr für Jugendliche verständlichere Beispiele. Das gibt es auch noch für die Physik. Bei den Versionen nach 1990 hat man aber einige Abstriche gemacht.

Genauso perfekt sind Bücher aus den Bereichen Physik, Chemie, Technik und Elektronik. Leider habe ich nicht mehr alle. Ich habe ab 1990 immer wieder welche verliehen. Die Leute waren begeistert und sind das noch heute. Ich habe mir aber nicht immer gemerkt, wer welches ausgeliehen hat. Jetzt habe ich weniger.

Es gab auch in den 1980er Jahren Bücher, die hießen "xyz selbst erlebt" (xyz ersetzen durch Physik, Chemie, Elektrotechnik, Radio und Fernsehen, Steuern und Regeln usw.). Die enthielten eine Menge Bauanleitungenn und Experimente. Allerdings wäre das Buc "Chemie selbst erlebt" heute wohl kaum noch zulässig, zumindest, wenn ich sehe, was heute noch an Chemie zulässig ist. Ich erinnere mich da noch an mein (im Alter von 10 oder 11 Jahren hergestelltes) beliebtes ....(diese Stelle lasse ich mal weg) ........ lagen rum, zumindest bis ich es probiert habe. Da hätte man heute eine Jugendschutzbehörde und einen Anwalt nach dem anderen vor der Tür.

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spiegelleser987 12.10.2013, 22:06
318. Bitte nicht schon wieder Geld....

Zitat von caliper
Guter Beitrag. Die doch erheblichen Unterschiede müssen analysiert werden. Weder die Behauptung, das ostdeutsche Schulsystem sei dem westdeutschen überlegen noch die Behauptung es läge nur an den unterschiedlichen Migrantenquoten bringen uns weiter. Was wir benötigen ist eine eingehende Untersuchung, am besten im Rahmen einer Meta-Studie oder wenigstens in einer detaillierteren Auswertung der hoffentlich erfassten Begleitdaten. .....
Bitte nicht schon wieder Geld für irgendwelche Studien aus dem fenster werfen. Es gibt schon viele Studien. Es redet nur kaum jemand darüber.

Googeln Sie mal nach
zdm034a2.pdf
Als erstes hinden Sie z.B.:
"Lehrplan und Lehrplanerarbeitung, Schulbuchentwicklung und
-verwendung in der DDR"

Der Google-Link ist hier zu lang.

Man muss auch nicht immer alles nur auf statistische untersuchungen beschränken, wenn man schon ein Gefühl dafür entwickelt hat. Dann kann man sich auf die Untersuchung der Hintergründe beschränken. Und das wurde schon mehrfach gemacht.

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karend 12.10.2013, 22:26
319. Moment...

Zitat von leidenfeuer
In Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg werden offenbar die Leistungen der Ost-Schulen annähernd erreicht. Die anderen Bundesländer und vor allem auch Berlin haben das Klassenziel verfehlt und sind mit ihren Schülern weit hinten oder ganz am Ende.
Also bitte, wo vermuten Sie eigentlich Schleswig-Holstein? Schauen Sie doch noch einmal auf die Tabelle.

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