Forum: Leben und Lernen
Ländervergleich in Mathe und Naturwissenschaften: Was die Ost-Schulen stark macht
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hjm 12.10.2013, 22:43
320.

Zitat von Andr.e
"Wann kocht Wasser auf dem Mount Everest?"
Zwanzig Minuten, nachdem die japanische Tourengruppe oben angekommen ist.

Zitat von
"Wie entsteht eine Gänsehaut?"
Zitternd.

Zitat von
Das sind Fragen, die ein neugieriger Mensch ruhig beantwortet haben darf - gern von einem neugierigen Lehrer.
Nein, es sind typische dumme Lehrerfragen. Denn die Art der Formulierung zeigt, dass der Fragesteller selbst gar nicht naturwissenschaftlich denkt und die Neugierde des Befragten anspricht, sondern dessen assoziatives Gedächtnis, sprich das Eingebimste abfragt. Der soll nämlich die Worte "Wasser", "kochen" und "Everest" hören und reflexartig wiederholen, was er dazu im Unterricht gelernt hat. Dass das Fragepronomen "wann" in diesem Zusammenhang gar keinen Sinn ergibt, soll er ignorieren. Bzw. er soll „wissen“, dass der Lehrer mit „wann“ natürlich die Temperatur meint. Was denn sonst? Mit anderen Worten, der Schüler soll halt wissen, was der Lehrer hören will, und das soll er sagen.

Mathematisch-naturwissenschaftliches Denken wäre genau das Gegenteil. Aber das ist eben genau das, was nicht bei Jauch abgefragt wird, und was in jeder Talkshow Bäh ist, egal ob politisch oder esoterisch. Wer mathematisch-naturwissenschaftlich denkt, ist bei uns nicht gesellschaftsfähig. Man kokettiert damit, es nicht zu tun, und kommt damit an.

Auch die hier diskutierte Frage mit den Pflanzen ist ein typisches Beispiel. Dahinter steht ein offenbar aus den USA übernommenes naives Klischeebild von Naturwissenschaft in der Schule („the scientific method“ googeln). Ich konnte diese Frage „richtig“ beantworten, aber nicht, weil ich mich als Naturwissenschaftler in die Situation der Kinder versetzt habe, sondern weil ich die Diskussion darüber kenne und die naive, aber falsche Vorstellung von naturwissenschaftlichem Arbeiten in der Fragestellung sofort wiedererkannt habe. Ich kam also genau wie oben beschrieben zur „richtigen“ Antwort, indem ich nicht sachlich die Situation analysiert habe, sondern mich gefragt habe, was der Lehrer hören will.

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tipatino 13.10.2013, 01:26
321. das haben ja jetzt alle verstanden...

Zitat von rahelsu
Wahrscheinlich nicht, aber was die ganzen Hobbybiologen hier nicht verstehen, ist, dass es überhaupt nicht darum ging. Aufgabe war, aus der Versuchsanordnung auf die Hypothese zu schließen. Die Messergebnisse sind eine Zusatzinformation, die mit der Lösung der Aufgabe nichts zu tun haben.
... trotzdem hat die Aufgabe damit Scherzfragencharakter. Eine Antwort mit ähnlichem Niveau wäre gewesen: Keins von allem - wir können schliesslich gar nicht wissen was die beiden tatsächlich testen wollten...

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dickebank 13.10.2013, 08:07
322. NW-Unterricht

Zitat von leonardo01
Frau Löhrmann, Sie fragen sich enrsthaft, wie das schlechte Abschneiden von NRW zustande kommt??? Schauen Sie in die Curricala anderer Bundesländer, und lernen Sie daraus! Ersetzen Sie Kompetenzgelaber durch wirkliche Inhalte. Die Kompetenz, die die Schüler erwerben sollen, ist, diese Lehrinhalte verinnerlicht zu haben und anwenden zu können..
Die kernrichtlinien für das integrierte Fach Naturwissenschaften stammen doch aus BaWü. Die Implementation dieser Kernrichtlinie ist doch zu Zeiten von Rüttgers Club daran gescheitert, dass die CDU/FDP-Regierung das Verbundfach NW nicht verabschieden wollte.

Den Kompetenz-Quark finden sie in anderen Bundesländern auch, das ist eine Folge externer Beratung durch wirtschaftsnahe Consultingunternehmen.

Das Hauptptoblem der Schülerschaft bei der Bearbeitung naturwissenschaftlicher und mathematischer Aufgabenstellungen liegt im mangelnden Sprachverständnis. Man muss sich nur die Bremer Ergebnisse mit Migranten und ohne Migranten ansehen.

Fakt ist, in den Ballungszentren lassen sich Migranten auf Grund ihrer hohen Zahl schlecht integrieren. Das ist in den bayrischen Ballungszentren oder auch kommunalen Problembezirken (Haselberg etc.) nicht anders als in Neukölln oder Marxloh. Anders sieht das auf dem "flachen Land " aus, da gelingt die Integration wesentlich einfacher.

Der gravierende Unterschied im MINT-Unterricht Ost und West liegt zum einen in der Ausstattung der Sammlungen und zum anderen in den Lehrbefähigungen der Grundschullehrkräfte. Wie viele der im Westen ausgebildeten Grundschullehrkräfte verfügen über eine Mathe-Fakultas? Prozentual haben etwa 65% der an der GS eingesetzten Lehrkräftinnen Deutsch als Hauptfach und lediglich 35 % Mathe als Hauptfach studiert. Statt Sachaufgaben und Geometrie kommen dann häufig andere Inhalte auf den Stundenplan.

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daten.waesche@gmail.com 13.10.2013, 08:29
323. In den USA 1,5 Mio Fernschüler

Begabungen können sich entwickeln, Eltern finanziell entlastet. Eltern werden wieder Vorbilder und verhalten sich besser. In Fernschulen können Kinder endlich in Blocks Fächer lernen und endlich Zusammenhänge erkennen Lernen wird spielerisch. Minimaler Zeitaufwand...
www.theschools.com in den USA verlangen nur 600€ im Jahr

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monotrom 13.10.2013, 10:04
324.

Das Hessen so niedrig hängt wundert mich nicht. Mit 3 Jahren "studierte" mein Sohn ein medizinisches Fachbuch für Krankenschwestern. 2 Wochen vor seinem 11. Geburtstag habe ich die jeweils 10 Arten von 4 Tiergruppen begutachten dürfen, die er in der 5. Klasse als Bio-Hausaufgabe erledigen musste. Highlight der bisherigen Schullaufbahn: Ein Vermerk im HA-Heft, dass mein ansonsten recht umgängliches Kind, den Unterricht verweigern würde. Hintergrund: er hatte im Religionsunterricht ein Ausmalbild lieblos beschmiert. Wer erwartet denn wirklich von Viertklässlern, dass sie Osterbildlichen eifrig ausmalen? Nun darf man als Eltern nicht sagen, was man davon hält, das "Hast du gut gemacht, mein Sohn." habe ich mir also nur gedacht. Seit 4 Jahren führe ich also den Kampf, mein Kind nicht total verblöden zu lassen, Geschichte, Physik, Chemie, EDV; wenn es uns im Alltag auf die Füße fällt, wird es erklärt und er hört mit großen Augen zu, hinterfragt, diskutiert. Aber wie gegen 6h tägliche, einschläfernde Unterrichtsstunden ankämpfen, als berufstätige Alleinerziehende? Am Ende dürfte sich damit wieder 1-2 Klischees bestätigen, dann wenn Kind, jegliche Hirntätigkeit eingestellt hat... Nein, so gruselig dumm, war Schule zu meinen Zeiten nicht.

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Vasco_da Gama 13.10.2013, 11:44
325. Es sind die Lehrer...

... und nicht die Schüler. Ist das so schwierig zu verstehen?

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caliper 13.10.2013, 11:53
326.

Zitat von spiegelleser987
Bitte nicht schon wieder Geld für irgendwelche Studien aus dem fenster werfen. Es gibt schon viele Studien. Es redet nur kaum jemand darüber. Googeln Sie mal nach zdm034a2.pdf Als erstes hinden Sie z.B.: "Lehrplan und Lehrplanerarbeitung, Schulbuchentwicklung und -verwendung in der DDR" Der Google-Link ist hier zu lang. Man muss auch nicht immer alles nur auf statistische untersuchungen beschränken, wenn man schon ein Gefühl dafür entwickelt hat. Dann kann man sich auf die Untersuchung der Hintergründe beschränken. Und das wurde schon mehrfach gemacht.
Mit meiner Forderung nach einer eingehenden Untersuchung oder nach einer Meta-Studie meine ich ja auch keine neue Datenerhebungen.

Wenn die Begleitdaten erfasst wurden, genügt es ja diese auszuwerten, um Korrelationen zwischen Kompetenzen und veränderlichen oder auch unveränderlichen Merkmalen zu quantifizieren.

Möglich ist auch die Ergebnisse verschiedener Studien zusammenfassend in einer Meta-Studie auszuwerten. Damit lassen sich aussagekräftigere Ergebnisse erzielen als bei isolierter Auswertung.

Die Aussagen müssen dann aber auch so deutlich sein, dass es den in Bildungsfragen zuständigen Ländern möglichst schwer fallen sollte mit eigenen Interpretationen die Ergebnisse in ihrem Sinne umzuinterpretieren.

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Ingmar E. 13.10.2013, 11:56
327.

Zitat von dickebank
Fakt ist, in den Ballungszentren lassen sich Migranten auf Grund ihrer hohen Zahl schlecht integrieren
Und das wars jetzt für sie? Problem benannt und damit ist Schluss? Wo ist die Lösung?
Oder sagen Sie: "das müssen die Grundschulkinder schon irgendwie selbst hinbekommen mit der Integration", oder wahlweise "da sind sie halt selbst dran schuld, wenn sie sich solche Eltern gewählt haben"?

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Psycho Dad 13.10.2013, 11:56
328. Das ist leider nicht ganz richtig

Zitat von Ingmar E.
Hätte man Studenten aus Ankara einwandern lassen und keine Bauern aus Anatolien, und hätte man aus Ostasien Bauern einwandern lassen und nicht Akademiker, dann hätten wir die Probleme heute mit den asiatischen Einwanderern. Hat nichts mit der Kultur zu tun, sondern nur mit der Frage welche Bevölkerungsschichten wir einwandern ließen. In den 50ern wollte aber auch keiner Studenten aus Ankara einwandern lassen, deshalb ist es nicht gerecht, diese bäuerlichen Einwanderer mit asiatischen Einwanderern zu vergleichen. Dass die Iraner hier so erfolgreich sind, liegt auch daran, dass da hauptsächlich Akademiker kamen und keine Bauern, und sicher nicht am Islam. Ihre Behauptung, dass es an der Kultur liegt, können Sie nicht belegen.

Die in Deutschland lebenden Vietnamesen kommen in den seltensten Fällen aus "höheren" Bevölkerungskreisen...trotzdem sind sie erfolgreich. Weil diese Kultur in ihren Grundzügen kompatibler ist (auch wenn sie "weiter weg" ist).
Und die iranischen Akademiker sind deswegen erfolgreich, weil der islamische Hintergrund eben eine wesentliche geringe (bzw. keine) Rolle spielt als bei einem anatolischen Bauern.
Von daher liegen Sie leider falsch: Je höher der Einfluss der eigenen Kultur und je geringer diese mit den hiesigen Bräuchen kompatibler ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns in unserer Gesellschaft.

Das ist eigentlich zutiefst logisch und empirisch beweisbar, es kann auch gar nicht anders sein. Denn wir haben die Regeln gemacht, nach denen hier "gespielt" wird...ob man das jetzt gut oder schlecht findet, steht auf einem anderen Blatt.

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conseiller2 13.10.2013, 12:07
329. Bundesländer mit niedrigem Ausländeranteil liegen an der Spitze

Laut Statistischem Bundesamt lag der Ausländeranteil im Jahr 2011 in Ostdeutschland (ohne Berlin) bei lediglich 2,5 %, in Westdeutschland dagegen bei 9,9 % und in den Stadtstaaten gar bei 13,8 %. Ist nicht auffallend, dass alle Ostländer mit unter 3% Ausländeranteil bei dem Schulleistungstest an der Spitze liegen, während Länder im Westen und Stadtstaaten mit z.T vierfachem Ausländeranteil schlechte Ergebnisse zeigen?

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