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Landwirtschaft, Klimaschutz, Ernährung : Neues Schulfach "Alltagswissen" in Bayern ge
DPA/Armin Weigel

Bayern plant ein neues Schulfach: Darin soll es um praktisches Alltagswissen gehen. Über die Inhalte wird noch diskutiert - Schüler und Lehrer sind trotzdem schon skeptisch.

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hrboedefeld 26.06.2019, 20:02
10. einfach unwichtiges dafür streichen

da müssen gar keine neuen Stunden zusätzlich her.
Einfach Gedichtanalysen und ähnlichen Nonsens streichen und dafür der jungen Generation vermitteln wie man mit Behörden klarkommt und ähnliches. Ist doch nun wirklich nicht schwer...

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chiemseecorsar 26.06.2019, 20:11
11. Wie wahr!

Zitat von fahrgast07
Schafft erst mal den Religionsunterricht ab - das gehört wahrlich ins Elternhaus.
Der Religionsunterricht hat wirklich nichts mehr in der Schule verloren.
Man sollte generell eher den Ethik-Unterricht verpflichtend ausweiten, die Hintergründe der Entstehung unserer moralisch-ethischen Werte vermitteln.
Damit Schüler lernt, daß unsre GG keine Bagatellkladde ist und Pegida irrt.
OneWorldNoBorder.

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bartnelke 26.06.2019, 20:18
12. Gute Idee, aber wer soll lehren?

meine Eltern waren beide im ÖD. Wir Kinder sollten ein sog. "besseres Leben" haben. Mit 20 hatte ich keine Ahnung vom Unterschied Selbstständigkeit/angestellten Dasein, als Städter vom Landleben. Da hätte ich mir mehr Bildung gewünscht. Deswegen halte ich Eltern wie Lehrer für ungeeignet. Aus allen Sparten (auch ehemalige) Berufstätige wie Handwerker, Schauspieler, Kellner, Banker, Verwaltungsleute, aber auch Lebenskünstler, Nur-Hausfrauen und Ärzte könnten in einer einzigen Doppelstunde irre viel Wissen ohne extra Einarbeitung vermitteln. Externe Lehrkräfte wecken auch bestimmt mehr Interesse.

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awoth 26.06.2019, 20:38
13. Mit Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen

werden die Kids bloss gestresst und nicht auf das Leben vorbereitet. Mathe, Physik und Chemie, von Biologie ganz zu schweigen ist Gedöns, dass in Bayern nicht gilt. Hier gibt es das Reinheitsgebot und den Katechismus. Das reicht. Fremdsprachen brauchen wir nicht, weil bald eh keine Ausländer mehr kommen und Urlaub in Bayern eh der Beste ist. Mit Alltagswissen "Wo kauft man Brot?", "Woher kommt die Milch?", "Wen wählt man am Sonntag?" ist den Jugendlichen VIEL mehr gedient!

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cranberry 26.06.2019, 20:49
14. Endlich was Vernünftiges an deutschen Schulen

Junge Menschen auf den Alltag vorbereiten anstatt realitätsfremd durchs Leben zu chillen oder sollte ich sagen datteln? Längst haben Eltern kaum noch Einfluss, der Gruppendruck ist einfach stärker und somit ist es erfolgsversprechender, wenn Schulen derart wichtige Themen übernehmen. Wertschätzung und Höflichkeit müssen wieder vermittelt werden, einfache Regeln oder wie bereite ich eine einfache Mahlzeit zu? Wie decke ich einen Tisch? Wie eröffne ich ein Konto oder was mache ich mit Aktien? Wie setze ich mich für die Gemeinschaft ein? Was ist soziale Kompetenz? ... Super Bayern, gut gemacht! Da kann ich nur hoffen, dass die anderen Länder nachziehen, befindet sich unser Land doch schon längst in der Phase der späten Dekadenz.

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mightypudel 26.06.2019, 21:18
15. Man sollte.

Zitate: "Wer definiert Alltagswissen?" – "Einfach Gedichtanalysen und ähnlichen Nonsens streichen" – "Der Religionsunterricht hat wirklich nichts mehr in der Schule verloren" ...
Man sollte.
Ein anderer Ansatz könnte sein: "Kinder müssen lernen, sich zu äussern. Versuche zu machen, und zu wachsen an selbstbestimmten, praxisorientierten Phasen des Ausprobierens."
Kinder lernen (auch wenn sie mit schlechten Voraussetzungen starten) erstaunlich, verblüffend schnell, wenn sie ein konkretes Interesse an einer Aufgabenstellung entwickeln (ist oft bewiesen, nie eingelöst worden).
Haptisch-intellektuelles Handlungsvermögen aufbauen (Musik, Schreiben, Handwerk, Programmieren) motiviert die "ungebildeten Kleinen" zu Höchstleistungen in kürzester Zeit – Sie eignen sich dann auch alle diejenigen Fähigkeiten innert kurzer Zeit an, die ihnen direkt "nicht so liegen": Durch den Aufbau von selbst-angeeigneten Sets von praktischen Abläufen.
Für mich als Kind war die Schule pure Zeitverschwendung. Ich habe alles was ich gut kann im praktischen Alltag gelernt (einige ganz wenige gute Lehrer haben die Schule zur Praxis umgebaut). Das ganze Stillsitzen-und-Durchstehen-Schulmodell war und ist einfach nur Scheisse, Schule als Lerngulag, um aus kleinen, aufsässigen Monstern funktionierende "Gesellschaftsmitglieder" zu zimmern, sei es im links- oder rechtsideologischen Sinne (ohne dass ein arbeitender, gelernter Zimmermann in diesem Vorgang je etwas beitragen dürfte).
Die ganze Diskussion ist zum Heulen für jeden, der Kinder als vollwertige Wesen ansieht und sie ebenso behandeln möchte. Schule ist, grösstenteils, und für die meisten "Verurteilten" einfach nur eine Scheissphase, ein auferlegtes Gefangensein in sinnlosen Ritualen des Pseudolernens, auf dem Weg zur Selbständigkeit als "erwachsene" Persönlichkeit.
Die man sich dann später, vielfach unter Beihilfe von Therapeuten oder artverwandten "Sinngebern", Coaches und sonstigen Seelenschmarotzern, teuer erkaufen muss, ohne Erfolgsgarantie, natürlich.
...
Natürlich sind die Schüler skeptisch. Sie erfahren ja täglich, dass sie im Schulprozess ”geformt” werden müssen.

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DianaSimon 26.06.2019, 21:31
16. Nutzlich

Mir scheint, daß die jungen Leute zu wenig vom Rechtssystem wissen. Mietvertrag, Kündigung von Verträgen, was tun bei Unstimmigkeiten? Was tun bei Problemen, z.B. Wohnung ausgebrannt, keine Versicherung. Überhaupt - welche Versicherungen braucht man, welche nicht. Welcher Rechtsweg ist gegeben, welches Gericht zuständig? Braucht man immer einen Anwalt? Wie stellt man einen Haushaltssplan auf? Ein wenig Grundsätzliches zum BGB. Was ist eine Bürgschaft usw. Wie schreibt man einen Brief an eine Behörde? Umgangsformen, wenn nötig. Überlegungen zum Kauf. Was ist sinnvoller: teuer und langlebig oder kurzlebig und billig? Überhaupt, wie geht freundliches und höfliches Verhandeln? Beispiel: meine Katze war in einem fremden Haus eingeschlossen, ich habe die Polizei um Rat und Hilfe gebeten. Mit Pampigkeit kann man da gar nichts erreichen. Vor allem sollte man die Schülerinnen und Schüler fragen, was sie wissen wollen, wo sie sich unsicher fühlen usw. Dann kann der Lehrer auch entsprechende Fachleute, z.B. von der Verbraucherzentrale einladen.

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wolflangecker 26.06.2019, 21:59
17. Alltagswissen?

Wer soll das bestimmen?

Für mich gehört z.B. dazu, dass man:

1) Weiß, warum man bei Hitze warme Getränke konsumieren sollte und erklären kann, warum das so ist (muss man in der Schule mal in Bio und Physik aufpassen),
2) Gesetzestexte lesen und verstehen können (macht man im Deutschunterricht und in Politik, wenn Zeit ist)

3) Die Sozialversicherungen, deren Unterschiede, Funktionen und Berechnungen (wird in der Schule gemacht, muss man halt mal aufpassen)

4) den kategorischen Imperativ kennen und halbwegs verstehen

5) Steuererklärung (Lesen, Textverständnis, Lesekompetenz und etwas Rechnen ist dafür nötig , wird alles in der Schule gelehrt, so dass man die Programme nutzen können sollte)

6) Wenn Kinder am Nebentisch sitzen, dann geht man ein paar Meter weg, möglichst in die andere Windrichtung, wenn man rauchen will.

7) Die Politik macht nicht das, was man will, außer man ist der Diktator in einer Diktatur ( Wird in der Schule behandelt)

8) Instagram = echtes Leben => f.a.

9) Verkehrsregeln sind mehr als nur Empfehlungen und gelten für alle aus guten Gründen.

Usw usw.
Wie man sieht, wird vieles in der Schule schon gemacht, was nötig ist, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Wer nicht aufpasst, dem hilft auch ein neues Schulfach nicht, aber zum Glück gibts ja heutzutage das Internet, aber dafür muss man halt lesen und das Gelesene auch verstehen können.

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sailor ron 27.06.2019, 00:01
18. ....noch weiß man nichts, aber man ist schon mal dagegen!

Bitte nicht schon wieder alles zerreden
Ja, das ist Thema ist wichtig und wurde im vergangenen Jahr von Gymnasiasten gefordert: „Ich kann Trigonometrie, aber wie ich ein Girokonto eröffne, weiß ich nicht!“
Schule soll Bildung vermitteln und auf das Leben vorbereiten! Was denn sonst! Natürlich sollten die Eltern das auch leisten, aber bei „bildungsfernen“ Eltern, funktioniert das einfach nicht. Sollten Schüler nun ein- und zweikeimblättrige Pflanzen unterscheiden können oder eine Ahnung haben, was der Unterschied zwischen einer Unfall- und Krankenversicherung ist? Gerne beides, aber im Zweifelsfall plädiere ich für das lebensnahe Thema.

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sabine1969 27.06.2019, 02:33
19.

Ach wie süß. Weil die, die da unterrichten, auch soviel ahnung haben von ernährung, landwirtschaft und klimaschutz. Zusätzliche ausbildungen zahlt dann sicher die fleischlobby (alternativ der jahdverband). Nicht, dass die kinder noch auf die idee kommen, dass die produktion von tierischen lebensmitteln (hallo? Tiere sind LEBEWESEN, keine lebensmittel) ursächlich mit klimawandel zu tun hat.... und noch dazu hesundheitsschädlivh ist und schuld an regenwandabhzung, gülleproblem, meerrssterben etc.

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