Forum: Leben und Lernen
Latein: Auferstanden von den Toten
REUTERS

Ich geh mal eben an den computator im nexus retialis chatten. Die Sprache Latein gilt als moribund, aber ihre Liebhaber kämpfen mit neuen Vokabeln gegen ihr Siechtum an - offenbar erfolgreich: mehr Schüler als zu Beginn der Neunziger deklinieren wieder "rex, regis, regi, regem, rege". Warum nur?

Seite 1 von 20
Diskutierender 17.08.2012, 08:59
1. Sinn von Lateinunterricht

Aus eigener Erfahrung - hatte sogar Latein-Leistungskurs - kann ich noch auf zwei Vorteile verweisen:

Im Lateinunterricht lernt man wirklich Grammatik, auch in der Deutschen Sprache. Hier hatte der Deutschunterricht nach meiner Ansicht ein klares Defizit, was dann der Lateinunterricht ausgeglichen hat.

Zudem fällt Latein als eine sehr logisch aufgebaute Sprache gerade Schülern, die eher mathematisch-naturwissenschaftlich begabt sind und häufig weniger Sprachgefühl haben, viel leichter als z.B. Englisch und Französisch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
anders_denker 17.08.2012, 09:30
2. eine tote sprache noch toter machen

nein, nichts gegen latein, aber etwas gegen das besonders in deutschland verbreitete "man muss die gramatik lernen". wunderbar wenn jeder ansatz einer äußerung mit korrekturen verbessert wird, jede unterhaltung dadurch im ansatz abgewürgt wird. aber besonders in de ist eben ein großer allgemeinwortschatz unwichtig, form vor inhalt. absoluter perfektionismus eben, einfach gefühle und wünsche kommunizieren dürfen, und trotz fehler verstehen und verstanden werden darf nicht sein. nein niemals nimmer nicht!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
skroete 17.08.2012, 09:39
3.

Zitat von Diskutierender
Zudem fällt Latein als eine sehr logisch aufgebaute Sprache gerade Schülern, die eher mathematisch-naturwissenschaftlich begabt sind und häufig weniger Sprachgefühl haben, viel leichter als z.B. Englisch und Französisch.
Das ist meiner Meinung nach der Grund warum viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden und Probleme haben später im Leben zurecht zu kommen. Es wird nur gelernt, was einem liegt und Spaß macht, die anderen Fächer werden soweit es geht abgewählt. Die Eltern sollten doch in erster Linie darauf achten, dass das Kind Fremdsprachen lernt die es später brauchen wird. Und das ist nun mal Englisch + eine weitere häufig gesprochene Sprache (Französisch, Spanisch) als Latein.

Im Übrigen kann ich mich erinnern, dass wir damals im Deutschunterricht (in Grundschule und später auch noch im Gymnasium) sehr viel Grammatik gelernt haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TimmThaler 17.08.2012, 09:46
4.

Autsch, über Latein schwadronieren, aber an der deutschen Sprache haperts: "im Vergleich zu einer mehr als 2000 Jahre altes Sprache?"

Immerhin: Das kleine Latrinum hat mir insoweit geholfen, dass ich meinen Zivichef mit der korrekten Endung der lateinischen Pflanzennamen beeindrucken konnte. Und es hat mich vor der Alternative Russisch gerettet. Aber wenn es Latein nicht gäbe, würde ich es wohl auch nicht vermissen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
escar 17.08.2012, 09:49
5. Ich habe Latein geliebt

An keinem Fach hatte ich mehr Spass in der Schule als an Latein. Deutsch und Englisch schön und gut, aber irgendwie wars dann doch immer Interpretationssache, wie man etwas verstehen sollte/muss/kann.

Latein war einfach ein reines Fleißfach, und ich sehe bis heute noch, dass ich mir viele Fremdbegriffe davon ableiten kann und auf die Bedeutung komme.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wusson 17.08.2012, 09:59
6.

Zitat von skroete
... Die Eltern sollten doch in erster Linie darauf achten, dass das Kind Fremdsprachen lernt die es später brauchen wird. Und das ist nun mal Englisch + eine weitere häufig gesprochene Sprache (Französisch, Spanisch) als Latein. Im Übrigen kann ich mich erinnern, dass wir damals im Deutschunterricht (in Grundschule und später auch noch im Gymnasium) sehr viel Grammatik gelernt haben.
Latein vereinfacht aber das Lernen der anderen Sprachen immens, da viele Wortbedeutungen unmittelbar klar sind. Und ist auch nicht so schwierig zu lernen wie eine lebendige Sprache.

Im Englischunterricht sollte viel mehr gesprochen und die Sprachverwendung auch wirklich geübt werden, da fliessendes Englisch immens wichtig geworden ist. Ist mittlerweile in den meisten größeren Unternehmen Konzernsprache, ohne geht es nicht mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bigbubby 17.08.2012, 10:00
7. optional

Englisch wird ja immer gelernt als erste Fremdsprache.
Aber Latein als zweite Fremdsprache ist vollkommen in Ordnung. Französisch habe ich nie gebraucht, genau wie Spanisch. Der Vorteil bei Latein ist auch, dass man viele Wörter in anderen Sprachen leichter lernen kann, da häufig Wörter aus dem lateinischen Entstammen. Ich habe Latein gehasst wie die Pest, aber schlecht war es nicht für mich.

@anders_denker
Die deutsche Sprache lebt von ihrer Präzision, weshalb sie lange Jahre die Hauptsprache der Wissenschaft war (Bis da so zwei Kriege kamen ;-) )
Deutsch ist im Verhältnis zu anderen Sprachen eine sehr kalte und harte Sprache, dafür aber ebene eine sehr genaue. Gerade wenn man auch mal mit komplett anderen Sprachbäumen vergleicht.
Ich wundere mich aber sehr mit wem Sie Unterhaltungen führen. Ich wurde und habe auch noch nie bei jemanden die Grammatik korrigiert (Ausnahme ist eine Person, die danach fragte, da sie Deutsch lernen wollte). Vielleicht sollten Sie einfach ihren Umgang ändern und dann werden Sie auch gefallen an der deutschen Sprache finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Diskutierender 17.08.2012, 10:06
8. Solche Idioten gibt es leider überall

Zitat von anders_denker
nein, nichts gegen latein, aber etwas gegen das besonders in deutschland verbreitete "man muss die gramatik lernen". wunderbar wenn jeder ansatz einer äußerung mit korrekturen verbessert wird, jede unterhaltung dadurch im ansatz abgewürgt wird. aber besonders in de ist eben ein großer allgemeinwortschatz unwichtig, form vor inhalt. absoluter perfektionismus eben, einfach gefühle und wünsche kommunizieren dürfen, und trotz fehler verstehen und verstanden werden darf nicht sein. nein niemals nimmer nicht!!!
Ich halte es dennoch für sinnvoll, die Grammatik vernünftig zu lernen. Das ist jedenfalls wichtiger als so manches Gedicht oder mancher Klassiker im Deutschunterricht.

Wichtigtuer und Oberlehrer, wie Sie hier erwähnen, finde ich persönlich übrigens ebenfalls abstossend. In meiner Schulzeit gab es auch solche Besserwisser, die sich ereiferten, wenn jemand "wegen dem" statt "wegen des" sagte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markus_wienken 17.08.2012, 10:08
9. .

Zitat von skroete
Das ist meiner Meinung nach der Grund warum viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden und Probleme haben später im Leben zurecht zu kommen. Es wird nur gelernt, was einem liegt und Spaß macht, die anderen Fächer werden soweit es geht abgewählt. Die Eltern sollten doch in erster Linie darauf achten, dass das Kind Fremdsprachen lernt die es später brauchen wird. Und das ist nun mal Englisch + eine weitere häufig gesprochene Sprache (Französisch, Spanisch) als Latein. Im Übrigen kann ich mich erinnern, dass wir damals im Deutschunterricht (in Grundschule und später auch noch im Gymnasium) sehr viel Grammatik gelernt haben.
Prinzipiell Zustimmung
Nur was Französisch angeht bin ich eher skeptisch, hier sehe ich mehr historische Gründe warum das in Deutschland so intensiv gelehrt wird. neben Englisch würde ich mich (wäre ich noch Schüler und würde es angeboten) als Zweitsprache für Spanisch (haben Sie schon erwähnt), Russisch, Chinesisch oder evtl. Arabisch entscheiden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 20