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Lehren aus dem Schavan-Urteil: Verleiht den Doktor auf Zeit
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Annette Schavan hat den Kampf um ihre akademische Ehre vor Gericht verloren. Die Plagiatsaffäre offenbart die Schwächen des Promotionswesens. Höchste Zeit, dass die Unis Konsequenzen ziehen - und den Doktor nur noch auf Zeit verleihen.

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Thorsten_Barcelona 20.03.2014, 17:12
10. Und wie ...

... wird dann zwischen "Belegen" und "Verleumdungen" unterschieden, wenn es kein Verwaltungsakt/Prüfung mehr nötig ist?

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raber 20.03.2014, 17:12
11. Plagiatin soll Botschafterin werden

Immer noch "designierte Botschafterin im Vatikan". Das ist dreist, auch von der Bundeskanzlerin und dem Auswärtigen Amt.

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Isildur 20.03.2014, 17:14
12. Gute Ideen - aber bitte kein Aktionismus

In dem Kommentar stecken einige gute Ideen. Aber man muss das Ganze auch sehr viel differenzierter sehen und vor allem fächerspezifisch. In naturwissenschaftlichen Fächern beispielsweise ist der Doktortitel sicher kein bloßes Durchwinken. Und dass 90% der Promovierten die Wissenschaft (zumindest die staatlich/institutionelle) verlassen, ist zwar auch dort richtig, aber ein Großteil der modernen Forschung basiert auf der Arbeit dieser Doktoranden, selbst derjenigen, die dann - auch zum Teil extrem unterschiedlichen Gründen - der Wissenschaftskarriere den Rücken kehren. Ohne deren Beiträge könnten viele Bahn brechende Entdeckungen und Forschungsergebnisse gar nicht geleistet werden. Eine Verleihung auf Zeit wird dem nicht gerecht, und außerdem erzeugte die Überprüfung der Verlängerungen wieder einen gigantischen Overhead für die akademischen Gremien.

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Miguelito 20.03.2014, 17:14
13. Das ist nicht der pragmatischste Ansatz

Herr Trenkamp,
ich teile Ihre Meinung nicht. Wenn jemand seinen Titel gemacht hat, soll er ihn ruhig für immer behalten ... das Problem ist doch ein ganz anderes: Daß es bekloppte Typen gibt, die meinen, der Titel im Namen wäre wichtig, weil er was hermacht. Damit meine ich nicht nur die Doktorträger selbst, sondern auch diejenigen, die nix besseres zu tun haben, als diesen Doktorträgern den Titel auch immer wieder ins Gesicht zu sagen.

Nein, der Doktortitel als Namensbestandteil und Anrede gehört gänzlich abgeschafft. Wenn mann einen Arzt mit Doktor anredet ist das schön und gut, aber niemand sonst sollte sich auf dieser Anrede ausruhen dürfen.

Diese Titelitis ist doch der Grund, weshalb die Leute überhaupt einen Doktor machen, die gar nicht beabsichtigen, in der Wissenschaft zu arbeiten.

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Kontra 20.03.2014, 17:15
14. Ist doch gut bedient.....

Zitat von sysop
Annette Schavan hat den Kampf um ihre akademische Ehre vor Gericht verloren. Die Plagiatsaffäre offenbart die Schwächen des Promotionswesens. Höchste Zeit, dass die Unis Konsequenzen ziehen - und den Doktor nur noch auf Zeit verleihen.
Das die "Dame" gegen den Entzug des Doktortitels geklagt hat macht sie noch unsymphatischer als sie ohnehin schon war.

Aber als Vatikandiplomatin hat sie ja ein lukratives Nischenpöstchen besetzt das eigentlich nur Existenz erfordert,und die göttliche Gabe Märchen zu erzählen ohne rot zu werden.

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horst.eidenmueller 20.03.2014, 17:16
15. Schavan

Der Aufmacher-Vorschlag (Titel auf Zeit) ist bemerkenswert unsinnig. Das Problem liegt doch nicht in der überbordenden Zahl von Plagiats-Dissertationen. Das Problem liegt in der überbordenden Zahl von gehaltlosen Dissertationen. Dem ist beizukommen durch eine massive Reduktion der Zahl der Promotionen. Das gelingt insbesondere durch flächendeckende strukturierte Promotionsprogramme über drei Jahre. Damit fallen paktisch alle raus, die keine Wissenschaftskarriere anstreben. Und nur für diese braucht man eine Promotion.

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Strangelove 20.03.2014, 17:17
16. von wegen Wissenschaftlerkarriere

"Annette Schavan, Ex-Bildungsministerin und designierte Botschafterin im Vatikan, erwog als junge Frau, eine Wissenschaftlerkarriere anzutreten. Sie stürzte sich in ihre Doktorarbeit mit dem Titel "Person und Gewissen" und machte keinen anderen Uni-Abschluss. Ein Teil ihres Selbstbildes speist sich seitdem aus der Überzeugung, zur Wissenschaftscommunity zu gehören, auch wenn sie als Politikerin Karriere machte."

Wer wirklich in der Wissenschaft bleiben will bohrt dicke Bretter und macht erst einen normalen Abschluß und dann die Promotion. ICh würde behaupten Frau Schavan hatte es ganz besonders auf den Dr. Titel abgesehen und weniger auf die Wissenschaft.

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wolfi58 20.03.2014, 17:18
17. Seltsame Idee

Wieso denn Doktor-Titel auf Zeit? Das nächste wären dann Master- / Bachelor-Titel auf Zeit - oder was? Es reicht doch schlicht und ergreifend wenn eine Arbeit korrekt angefertigt wird. Das Argument, dass damals andere Regeln gegolten haben ist doch weitestgehend eine Ausrede! Die Uni hat evtl. abweichende Regeln sicher bewertet.

Und die Frage warum so viele Politiker, Mediziner, ... eine Doktortitel haben ist ganz einfach: Dort sind die Anforderungen so tief, dass es bald jeder und vor allem in akzeptabler Zeit schafft der das macht. Dr.-Ing. sieht man komischerweise seltener.

Es geht einfach um eine Inflation von Doktor-Titeln in etlichen Fächern.

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zursachet 20.03.2014, 17:18
18. Der Neid der Besitzlosen?

Zitat von sysop
..Höchste Zeit, dass die Unis Konsequenzen ziehen - und den Doktor nur noch auf Zeit verleihen.
Klingt mir persönlich zu sehr nach dem Neid der Besitzlosen und wenig nach einem objektiven und wirklich konstruktiven Vorschlag. Wäre auch kaum international harmonisierbar. Falls man sich dem Vorschlag doch öffnen sollte, dann bitte aber für Alle gleich:
Meister im Handwerksbetrieb - Nur noch auf Zeit
Approbationen - Nur noch auf Zeit
Anwaltliche Zulassung - Nur noch auf Zeit
etc.

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

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jorgos 20.03.2014, 17:19
19. Doktor der Eitelkeit

Da es offenbar nicht wenigen eher um den Titel als um wissenschaftliches Arbeiten geht, könnte man vielleicht neben dem Doktor ehrenhalber einen Doktor der Eitelkeit vergeben - gegen Honorar. Da kann dann jeder sich den "Schmuck" abholen und die Unis verdienen noch daran.

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