Forum: Leben und Lernen
Lehrer über Inklusion: "Ich konnte das nicht mehr aushalten"
DPA

Sie gilt an Schulen derzeit als größte Herausforderung: die Inklusion, das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf. Riesenchance oder riesige Überforderung? Lehrer berichten aus der Praxis.

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x+n 05.01.2017, 00:19
170.

Zitat von dickebank
Warum werden hier in erster Linie nur die Erfahrungen aus dem Grundschulbereich widergegeben. Die Inklusion ist längst an den weiterführenden schulen angekommen. - Und da sind die Voraussetzungen aufgrund des Fachlehrerprinzips noch wesentlich schlechter.
Njein.
An der Grundschule leiden noch alle darunter. Danach wird getrennt. Wer eben nicht so gut lernt kommt nicht ans Gymnasium. Dort können dann die anderen lernen.

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x+n 05.01.2017, 00:54
171.

Zitat von kellner0815
Ich würde mir wünschen, wenn das Schulsystem in D nicht mehr Ländersache, sondern eine Angelegenheit des Bundes wäre. Viele Köche verderben den Brei! Wenn nur einer den Hut aufhätte, würde mit Sicherheit mehr Qualität enstehen.
Ein anderes Argument dafür:
Wir sollen alle flexibel sein. Und Kinder haben. Familie und Beruf sollten vereinbar sein.
Ziehen Sie mal mit Kindern im Schulalter von einem Bundesland in ein Anderes. Horror.

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DreiFragezeichen??? 05.01.2017, 01:22
172. Viele richtige Beiträge,

in denen die Problematik gut beschrieben wird. Darauf möchte ich also nicht näher eingehen. Ich sehe es genauso und ich halte es für Diskriminierung der normal begabten Kinder, wenn ein Unterricht veranstaltet wird, der sich notwendigerweise an den zu inklusionierenden Kindern orientiert.
Die Frage ist doch viel eher warum man diesen Fehler begeht, obwohl er relativ offensichtlich ist? Wenn ich kürzlich wieder die Jahresendansprachen unserer Staatsspitzen gesehen habe und in welchem Duktus da zu mir gesprochen wird wie zu einem kleinen Kind, dann werde ich den Verdacht nicht los, dass Politik ein Interesse daran hat, dass die Mehrheit der Leute in ihrer schulischen Laufbahn nicht soooo viel lernen soll. Und wer es sich leisten kann, klinkt sich mittels Privatschule aus.

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Tr1umph 05.01.2017, 02:09
173. Dumme Gleichmacherei

Es gibt leider immer wieder ideologisch Verblendete, die unter Gleichberechtigung verstehen, dass alle gleich zu behandeln seien. Das Problem an der Sache ist, die Menschen sind nicht alle gleich.

Um beim Thema Bildung zu bleiben: Die einen lernen schneller, die anderen weniger schnell und wieder anderen fällt es verdammt schwer. Dann gibt es einige die sind besonders gut in Sprachen, andere in Naturwissenschaften oder Kust. Wenn es wirklich um die Bildung gehen würde, dann müsste man individuell auf die verschiedenen Bedürfnisse eingehen. Da es im einzelnen aufgrund fehlender Resourcen nicht geht, hat man mal versucht das über Schulen mit verschiedenem Niveau, Leistungskurzen, Wahlfächern, etc. zu lösen.

Jetzt kommen ein paar Politiker daher die überall nur Rassissmus und Diskriminierung sehen und wollen alle Schüler gleich behandeln. Für die Schüler tut es mir leid.

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eo no 05.01.2017, 05:52
174.

Wir leben seit Anfang der 90er wie in den Nachkriegsjahren - es sieht nur verschieden aus.
Mal will Jemand wieder die Schiefertafel einführen - während Andere nur auf Tablet setzen.
Erst waren "die Seelen der Menschen zerbombt wie die Häuser nach dem Krieg!" dann wurden eben alle "windig"
"Durchlässig" zu Viele süchtig und gewalttätig usw.
Die Klassen nach dem Krieg 1-4 oder 1-8 im selben Raum - unterscheiden sich zu heute durch Ruhe im Raum.
Der Lehrkraft war es damals möglich den jeweiligen Lerngruppen den Unterrichtsstoff leise zu erklären und zur
Stillarbeit - lesen - schreiben - über zu gehen und sich der nächsten Lerngrupe zuzuwenden.
Das ist heute ausgeschlossen.
Seit den 80ern schon erwarteten Schüler/innen in den Schulen wie Erwachsene in den Deutschkursen
die Lehrkraft möge doch bitte Kaninchen aus dem Hut zaubern können. NRW.
In Bayern war es noch anders.
Inclusion ist in dem Fall nur ein anderes Wort für "global!"
Hat man es mit vielen Allen Weltweit zu tun - oder will man die Unterschiede aufheben ...
dann: Kann das Tempo nur "das langsamste Schiff" bestimmen bzw. "um das schwächste Glied in der Kette!" gehen.
Bringt den Leuten lesen, schreiben und die Grundrechenarten bei ...***
Vermittelt ihnen einige Werte wie sehen können und die Dinge einigermassen richtig benennen können.
Zwischen ich und Du und Mein und Dein unterscheiden können ...
den Rest holen sie sich sowieso aus dem Internet - das nämlich was sie interessiert.
Versuchen Sie wirklich gegenseitige Achtung zu vermitteln und ein Minimum an sprachlicher Kompetenz.
*** Das ist kein Witz. Das wäre schon mehr, als das was Viele in Amt und Behörden seit den 90ern leisten können.

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sammilch 05.01.2017, 06:52
175. Beschulbar

Säßen meine Töchter im Rollstuhl wären sie wahrscheinlich damals auch auf eine Sonderschule gekommen.
Und hätten nie etwas ordentliches lernen können.
Einfach so.
Weil sie im Rollstuhl sitzen.
Stattdessen haben sie einen ganz normalen Schulabschluss machen "dürfen", weil sie das Glück hatten, keinen Unfall zu haben und danach im Rollstuhl sitzen zu müssen.

Als Vater bin ich für die Inklusion beschulbarer Kinder - ausnehmen möchte ich hierbei wirklich nicht beschulbare Kinder mit großen geistigen Einschränkungen. Aber das sehen andere Eltern sicher genauso. Hier ist eine Sonderschule absolut richtig, denn die kann (aus meiner Sicht) dem Lernniveau der Kinder gerecht werden.

Aber einfach nur ausschließen, weil die Kinder nicht laufen, sehen oder hören können?
Das ist nicht richtig. Das fühlt sich falsch an.

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sammilch 05.01.2017, 06:56
176.

Zitat von christiewarwel
Nobelpreise werden nämlich nicht mit Mittelmaß, sozialer Kompetenz oder Wissensreproduktion gewonnen.
Nein, wir haben wahrlich nicht mehr "den längsten".
Aber wollen wir das überhaupt?

Eine Gesellschaft die sozial warm ist ist mir (und vielen anderen sicher auch) tausend mal lieber als eine Gesellschaft die immer kälter wird (so wie wir es grade hier bei dem Thema im Forum sehen) und dafür Preise gewinnt.

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Reissack 05.01.2017, 06:57
177. jetzt brauchen wir nur noch ein EU-Gesetz

welches zum friedlichen MIteinander aller Völker und Religionen verpflichtet, schon ist Frieden. Wäre das nicht wunderbar? Man muss also nur ein Gesetz machen, schon funktioniert alles wie von selbst, das ist doch DIE Lösung.

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0forearth 05.01.2017, 07:41
178.

Wenn man die Berichte dieser Lehrer liest, fragt man sich nur, wie überhaupt jemand auf die Idee kommen konnte, dass das funktionieren soll. Zwei Lehrer zur selben Zeit in der Klasse, die sich gegenseitig beim Unterrichten stören? Überforderte Kinder, die sich aus Langeweile und Suche nach Anerkennung zu Störenfrieden entwickeln? Wem ist denn damit geholfen?

Es gibt ein paar Fächer, in denen konzentriertes Lernen nur eine untergeordnete Rolle spielt und man die Kinder gut zusammen lassen kann: Zum Beisiel Sport, Kunst oder Musik und je nach Jahrgangsstufe noch ein paar andere. In den Hauptfächern ist aber der Unterschied in der Lernfähigkeit bei geistig eingeschränkten Kindern zu hoch. In der Grundschule mag das noch nicht so sehr auffallen, aber wie soll es erst bei weiterführenden Schulen sein?

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dickebank 05.01.2017, 07:49
179. 40% Übertrittsquote

Zitat von x+n
Njein. An der Grundschule leiden noch alle darunter. Danach wird getrennt. Wer eben nicht so gut lernt kommt nicht ans Gymnasium. Dort können dann die anderen lernen.
Nur gehen eben an die GY allenfalls 40% eines GS-Abschlussjahrganges. Die anderen 60% gehen in allgemeinbildende weiterführende Schulen der sekundarstufe I, um auf den Hauptschulabschluss (HA nach Klasse 9), den erweiterten Hauptschulabschluss (HSA nach Klasse 10), den Mittleren Schulabschluss einschließlich Fachoberschulreife oder den Mittleren Schulabschluss einschließlich Fachoberschulreife und der Berechtigung zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe vorbereitet zu werden.
Welche formalen Schulabschlüsse sollen Schüler z.B. mit Förderschwerpunkt Lernen - also u.a. die zieldifferent unterrichteten Schüler, die ja keine Ziffernzeugnisse erhalten - bekommen? Die APO-SI macht hierzu keinerlei Angaben. Folglich bleibt nichts anders übrig als "keinen Schulabschluss" auf dem Abgangszeugnis per Beschluss der Zeugniskonferenz zu testieren. da nicht einmal die formalen Voraussetzungen zum Erteilen des HA vorliegen..

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