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Lehrer-Umfrage: Zu wenig Demokratie in der Schule
DPA

Schüler sollen demokratische Werte lernen, so steht's in den Schulgesetzen. Doch das Fach Demokratie findet sich nicht auf dem Stundenplan. Eine neue Studie zeigt, wie vernachlässigt das Thema im Schulalltag ist.

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elizar 15.11.2018, 06:41
1. Mehr Fächer braucht das Land

Als nächstes als Allheilmittellösung für die Jugend im Angebot:

Wie binde ich meine Schuhe zu Teil 1: Der Klettverschluss
Wie binde ich meine Schuhe zu Teil 2: Der Schnürsenkel
Wie schminke ich mich richtig.

Mal ernsthaft: Warum glauben immer alle, das alle Probleme auf die Schule abgewälzt werden sollen? Als ob Schüler nicht jetzt schon in diversen Schularten 4mal die Woche von 9 Stunden Unterricht hätten.

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vogtnuernberg 15.11.2018, 06:47
2.

... übrigens: Der demokratische Umgang mit Eltern findet keine einzige Erwähnung.

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vogtnuernberg 15.11.2018, 06:48
3.

Das fängt schon im strukturellen Bereich an:
Kinder erleben keine Demokratie, Eltern auch nicht, weil Entscheidungen von oben herab weitergereicht werden oder beschlossen.
Beispiel Klassenfahrt: Es wird keine geben - aus welchen Gründen auch immer. Beschlossen, vor den Eltern verkündet, danach: Schweigen.
Das Problem ist nicht der Lehrplan, dass Problem ist die Leere mit der Lehrer Demokratie leben.
Demokratie ist mehr als "Respekt, Fairness und Gleichbehandlung". Demokratie ist Entscheidungen des Lehrers in Frage zu stellen und zu diskutieren. Doch das wünschen die wenigsten Lehrer. Respekt, Fairness und Gleichbehandlung sind Buzzwords, die mit Demokratie erstmal wenig zu tun haben. Scheinbar liegt der Mangel schon im Verständnis von Demokratie der Lehrer begründet.
Es lebe die Kommunikation und Demokratie - doch was ist das eigentlich? Nie erlebt seit unsere Kinder in der Schule sind.
Der Lehrer, der Lehrer hat immer Recht. Und wenn man ihm mal nachweißt, dass er Unrecht hat und den Rechtsstaat in Stellung bringt, dann reagiert er verärgert.
Solange man als Eltern mit Schleimen mehr erreicht als mit Diskussion und Demokratie, so lange wird sich wenig ändern.
Volksschullehrer leben ihre Macht aus, gerade auch gegenüber Eltern, mit denen sie sonst im sozialen Umfeld wenig zu tun hätten.

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touri 15.11.2018, 07:05
4.

Punkt 1, ein Lehrer ist nicht gewählter oberster Chef seiner Klasse und damit im großen und ganzen ein Diktator (manchmal im wörtlichen Sinn), was notwendig ist (alles andere wäre einfach nur chaotisch) aber mit Demokratie wenig zu tun hat.

Punkt 2, im Unterricht wird Demokratie insbesondere in den Fächern Geschichte, Deutsch und im Fremdsprachenunterricht behandelt.

Punkt 3, Demokratie an der Schule findet bei Wahlen zu Klassen- und Schülersprechern statt und ggf. bei Schülerprojekten.

Wenn ich mich noch an meine Schulzeit erinnere wurde im übrigen in der Regel derjenige Klassensprechern der an dem Tag krank war, da er/sie sich dadurch nicht wehren konnte, denn Bock hatte auf den Job niemand. Für den Schülersprecher fanden sich ab und zu ein paar motivierte Leute aus den Oberstufen.

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Edgard 15.11.2018, 07:15
5. Aber Hauptsache...

... der Religionsunterricht ist sichergestellt.
Soll man von einer Gesellschaft die weder einen Feiertag für ihre Verfassung noch für das Kriegsende hat, dafür aber neben mehreren Himmelfahrten einem Antidemokraten und -semiten sowie Frauenhäuser auch einen Feiertag gönnt wirklich erwarten so etwas Nebensächlichem wie Demokratie, Ethik und Menschenrechte Raum und wertvolle Unterrichtszeit zu geben?

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so-long 15.11.2018, 07:19
6. Eltern

Zitat von vogtnuernberg
... übrigens: Der demokratische Umgang mit Eltern findet keine einzige Erwähnung.
sind im System nicht mehr vorgesehen. Die sind auf der Arbeit zu flexiblen Tag- und Nachtzeiten, damit der Laden irgendwie weiterläuft. Kinder werden in staatlichen Ganztagsschulen verwahrt.

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uswusw 15.11.2018, 07:20
7. Mangelndes Demokratieverständnis des Autors

Der Betrag zeigt leider, dass es schon dem Autor an dem nötigen Demokratieverständnis fehlt. Er verwechselt wohl Demokratie mit Rechtstaatlichkeit.

Offensichtlich setzt sein Begriffsverständnis Demokratie naiv mit "irgendwie gut und fair, kurz: so wie ich bin und mir die Welt so wünsche" gleich. Demokratie als Volksherrschaft ist für sich aber nur so gut/schlecht, wie das Volk. Wenn die Mehrheit in einem Land Politiker wählt, die für die Beleidigung des Propheten die Todesstrafe verhängen wollen, ist auch das demokratisch. Demokratie für sich macht das Land noch nicht schön. Für das, was dem Autor wohl vorschwebt, bedarf die Demokratie als Korrektiv und Komplement der Rechtstaatlichkeit. Letztere bindet auch den Staat an Gesetze, garantiert das Verhältnismäßigkeitsprinzip etc. Kurz: wegen der Demokratie herrscht das Volk aber wegen der Rechtstaatlichkeit weiß sich diese Herrschaft zu benehmen (Beispiel: Grundrechte sind in erster Linie Abwehrrechte gegen den Staat. Wenn die demokratische Mehrheit "Der Staat ist", folgt daraus zwanglos, dass Grundrechte die Minderheit gegen den demokratischen Mehrheitswillen schützen).

Die Differenzierung ist wichtig. Wenn Demokratie nur ein naives "finde ich gut" meint, ist der Begriff entwertet. Denn nicht jeder findet dasselbe gut, wie der Autor. So sind die Kommentare der SPON-Autoren zum Ausgang der Wahlen in den USA, Türkei, Russland etc ("Sieg/Niederlage für die Demokratie...") nur peinlich. Aus der Enttäuschung über den Ausgang vob Wahlen z.B. in der Türkei zu behaupten, das sei undemokratisch ist schlicht falsch. Ob das Staatshandeln dort unserem Verständnis von Rechtstaatlichkeit entspricht, ist eine andere Frage..

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robert.rosen 15.11.2018, 07:38
8. Zuwenig Demokratie? in der Schule...

Nach meinem Wissensstand lautet die Definition für DEMOKRATIE schlicht und einfach "die Herrschaft des Volkes".

Die im Artikel beschriebenen Themen betreffen also genau genommen die "PRINZIPIEN der Demokratie" wie "den Respekt vor unterschiedlichen Lebensweisen (Kultur) oder den Schutz von Minderheiten".

Diese und andere Prinzipien (Selbstverständlichkeiten) der Demokratie wurden vor noch nicht allzu langer Zeit von den Eltern im Rahmen der Erziehung den Kindern vermittelt.

Wenn heute die demokratischen PRINZIPIEN in der Schule den Kindern näher gebracht werden müssen, so deutet das nach meiner Meinung nicht nur darauf hin das die "alten weißen" Frauen und Männern in der Kindererziehung ihre Aufgabe GUT gemacht haben, sondern wirft auch die Frage auf, in wieweit und welche ANDERE Einflüsse dazu geführt haben, das unserer Gesellschaft offensichtlich die Prinzipien der Demokratie mehr und mehr ABHANDEN kommen!

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erzengel1987 15.11.2018, 07:57
9. dafür ist die Schule nicht da...

In der Schule soll man elementare Naturwissenschaftliche zusammenhänge verstehen. Das ist mit das wichtigste. Anschließend sollen Sprachkenntnisse vermittelt werden.

Sozialer Umgang wird automatisch durch die verschiedenen Situationen einer allgemeinen Klasse gelehrt. Respekt und Anstand werden irgendwie vermittelt.

Aber Dank der G8 Situation sitzen Schüler schon heute fast 8 Stunden täglich in der Schule... jetzt noch ein neues Fach für Demokratie einführen... was soll das bringen?
Im übrigen in Schulen gibt es genügend Demokratie.
Es wird ein Klassensprecher gewählt. Dieser ist das Sprachrohr, falls die Klasse ein Problem mit einem gewissen Lehrer hat. Aber auch umgekehrt, ist der Klassensprecher meist der erste Ansprechpartner für den jeweiligen Lehrer. Zumindest theoretisch aber auch praktisch aus eigener Erfahrung als Klassensprecher.
Zudem bei Klassenfahrten sprechen die Eltern nur in der Grundschule mit. Ab der 7. Klasse ist es eine reine Schülerentscheidung und ich glaube und hoffe da hat sich wohl nichts geändert. Das ist auch meist ein demokratischer Prozess, wobei meist dann das Geld den entscheidenden Faktor ausmacht.

Ein Lehrer ist ein angestellter der dem späteren Chef gleichkommt. Die gesamte Schulstruktur gleicht einer gut geführten Unternehmensführung.
Achja die Klassensprecher wählen im übrigen noch einen Schulsprecher. Gut ein Schulsprecher hat eigentlich keine befugnise und keine Macht. Aber es bleibt ein demokratischer Prozess.

Also ganz im ernst aktuell gibt es eher Probleme die Klassen irgendwie zu befrieden. Lehrer haben so gut wie keine Sanktionsmöglichkeiten. Eltern mischen sich vermehrt ein.
Der wichtigste Schritt wäre wirklich. Eltern haben auf dem Schulgelände niemals etwas zu suchen. Außer es findet ein Elternsprechabend statt. Allerdings das bedrängen erpressen oder sonst eine beeinflussung des Lehrers sollte unter einer besonders hohen Strafe stehen. Lehrer sollten ebenfalls die möglichkeit haben Bußgelder zu verteilen, für gewisse Verhaltensauffälligkeiten. 1 bis 5 Euro würden reichen der Geldbeutel tut auch Schülern weh, oder Eltern die sich nicht benehmen können^^. Das Geld kann in die Klassenkasse fließen.

Vor allem man muss Lehrer vor der Politik schützen. Lehrer sollten eine Immunität erhalten wie Abgeordnete. Erst ein Lehrerrat, darf eine solche Immunität aufheben. Da die AFD derzeit Schüler zusätzlich gegen Lehrer aufhetzt. Der Lehrer muss endlich wieder zu einer gewissen Respektsperson werden. Das ginge mit meinen Vorschlägen komplett ohne Gewalt.

Demokratie hingegen die gibt es wirklich mehr als genug an Schulen. in Sozialkunde, Politik, Geschichte wird die Demokratie im übrigen sehr gut behandelt. 3 Fächer...

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