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Lehrer-Umfrage zur Inklusion: Behinderte Schüler? Bitte nicht in meiner Klasse
DPA

Eine neue Umfrage zeigt: 41 Prozent der Lehrer lehnen den gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung ab. Vor allem die Gymnasiallehrer möchten mit Förderschülern nichts zu tun haben.

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seikor 20.05.2015, 09:46
30. behindert ist nicht gleich behindert!

Es gibt behinderte Kinder, die sehr wohl dem Unterricht am Gymnasium folgen können - hier ist Inklusion sinnvoll und machbar.

Wenn aber geistig behinderte Kinder den zielstrebigen Unterricht am Gymnasium stören oder verlangsamen, dann läuft Inklusion schief und hat am Gymnasium nichts verloren.

Also: Muskelschwäche ja, Aspergersyndrom nein. (plakativ!)

Wir müssen auch an die nicht-behinderten Kinder denken - diese dürfen keinesfalls benachteiligt werden. Sonst können wir das Gymnasium gleich abschaffen. Und damit auch die einzige Ressource, die Deutschland hat: die Super-Ausbildung unserer Top-Ingenieure.

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marcw 20.05.2015, 09:49
31.

Zitat von pfzt
Dieser völlig deplatzierter Standesdünkel von allem was mit Gymnasium zu tun hat wird Deutschland wie schon öfter in der Geschichte irgendwann mal das Genick brechen. Inklusion ist extrem wichtig um Menschen mit Behinderung zur Normalität im Leben aller zu machen. Und außerdem lolmao, als ob auch nur einer der Kommentatoren hier jemals ein Gymnasium von innen gesehen hätte.
Die staatsideologisch verordnete Gleichmacherei führt dagegen zum Erfolg? Scheint mir irgendwie nicht der Fall gewesen zu sein.

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Leser161 20.05.2015, 09:51
32. Interessant!

Zitat von JamesJaffa
... Die Vorstellung, man könnte durch Inklusion deren Arbeit einfach so auf die anderen Schularten verteilen, wo alles dann so nebenher läuft, ist entweder absurd und eine grobe Entwertung ...
Ein interessanter Hinweis.

Bisher dachte ich diese ganze Inklusionsdebatte würde allein von überzeugten Inklusionisten entfacht.

Es scheint jedoch das sich da eine 5. Kolonne eingeschlichen hat,die unter dem Deckmantel der Inklusion die bisherige Sonderbetreuung für behinderte Kindern zurückfahren möchte.

Das finde ich unmenschlich. Wir hatten in der Grundschule 2 nicht ganz so leistungsfähige Kinder. Wie diese von manchen gequält und gehänselt wurden war grausam. Ich weiss nicht wie es ihnen später auf der Sonderschule erging, aber eigentlich kann es da nur besser geworden sein.

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kratzdistel 20.05.2015, 09:55
33. die falschen lehrer oder ?

3.5. 2008 trat die un-konvention für rechte der behinderten in kraft. bereits 30. märz 2007 mit als erstes land unterschrieb Deutschland die Konvention. wenn lehrer diese nicht kennen und danach handeln, sind sie fehl am platz.
neurobiologisch ist bewiesen, das behinderte durch die inklusion vielmehr lernen. die Isolation hat sie von der teilhabe am leben oft ausgeschlossen. auch wenn die Eltern immer ihr Kind wohl behütet und isoliert groß gezogen haben, war das schädlich für die Entwicklung zur selbständigkeit.viele Gymnasiallehrer haben sowieso ein Problem mit der wissensvermittlung und sind pädagogisch ungebildet.die Exklusion von behinderten beruht auf einem vorurteil auch gab es bis 1980 bestimmte vorurteile gegenüber Frauen sie seien technisch nicht so begabt, können keine anstrengende berufe ausüben usw.die Feuerwehr wollte sie nicht haben, heute werden sie händeringend gesucht. verabschieden wir uns von den alten vorurteilen. auch behinderte verdienen volle teilhabe, wenn sie die hürden nicht schaffen,müssen sie auch gleich behandelt werden.

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ni_maitre_ni_dieu 20.05.2015, 09:59
34. Auch nach der Rechtschreibreform

Zitat von experiencedsailor
immer weiter - was mal mit der unsäglichen Rechtsschreibreform begann, über Stadtteilschulen und G8 führte, endet noch lang nicht mit der Inklusion - was für ein blödes Wort allein. Die Gewinner sind: Privatschulen, die zukünftigen Inklusionbeauftragten an jeder Schule, die Fachkräftmangelmaximierer. Die Verlierer: Die Kinder aus Ottonormalverbaucher´s Familie, die sich ein Schulleben lang mit dem geballten Schwachsinn deutscher Bildungspolitik herumärgern müssen.
Das Deppen-S gibt es immer noch nicht in der deutschen Orthografie; es heißt immer noch Ottonormalverbrauchers oder sogar eigentlich Otto Normalverbrauchers
Oder waren Sie vielleicht auch schon auf einem lernreduzierten Gymnasium?

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Brutella 20.05.2015, 10:00
35. Inklusion im Bundestag

Wieder mal ein Beispiel von linker Meinungsmanipulation und ideologischem Wunschdenken: Die UN Resolution fordert "nur" das Recht an der Möglichkeit zur Teilnahme an unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder am Besuch weiterführender Schulen.

Da steht nichts davon dass man dies nur mit gemischten Klassen erreichen kann. Diese Konvention bezieht sich auf Länder die gar keinen Schulunterricht für Behinderte anbieten. Diese Konvention kann sehr wohl mit den derzeitigen speziell auf Behinderte zugeschnittenen Schulen erreicht werden.

Sollen geistig Behinderte auch noch in Hörsälen der Unis zur Dekoration sitzen, und körperlich Behinderte Lukas Podolski in der Nationalmannschaft ersetzen? Und irgendwann werden die auch noch einen gleichwertigen Diskurs der Tübinger Versuchsaffen mit ihren Professoren fordern. Und was ist mit dem Bundestag? Warum sitzen dort nicht geistig Behinderte. Ja, hm...

Irgendwann muss auch noch dem letzen linken Träumer aufgefallen sein, dass diese Welt aus Individuen besteht. Und diese sind nicht gleich, können nicht gleich gemacht werden und wollen auch nicht gleich gemacht werden.

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EmilSonnemann 20.05.2015, 10:02
36. Es geht um Menschenrechte

Die bisherigen Beiträge zeigen in erster Linie, dass sich nur wenige Menschen wirklich mit dem Thema beschäftigt haben.
Allem anderen vorangestellt: Es geht nicht um Ideologien, sondern um ein in einer UN-Konvention verbrieftes Menschenrecht.

Im Kern geht es darum, dass Behinderten der Zugang zu Bildung nicht erschwert werden darf. In Deutschland ist das noch der Fall. Kinder mit mehr oder weniger leichten Einschränkungen bleiben deshalb weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Das nehmen wir so selbstverständlich hin, weil wir es nicht anders kennen. Wir sind es gewohnt, dass separiert und nach unten aussortiert wird. So wurden Behinderte in der Vergangenheit auch gern auf Internate gesandt. In der Folge haben wir verlernt vernünftig mit ihnen umzugehen. Sie liefen uns ja nicht mehr über den Weg, weil sie an wenigen Orten kaserniert wurden. Genau daraus entstehen auch die Probleme bei der Inklusion. Kinder die mit behinderten Menschen aufwachsen haben genau NULL Probleme damit. Sie lernen vielmehr früh, dass Menschen eben sehr unterschiedlich sein können.

Die Angst, Kinder ohne Behinderung würden in ihrer Entwicklung gehemmt, ist unbegründet. Ich kenne Beispiele, in denen sich Klassenverbände unglaublich verantwortungsvoll um ihre behinderten Mitschüler gekümmert haben. In diesen Fällen würde ich sogar sagen, dass die Mitschüler davon weit mehr profitiert haben, als die Behinderten selbst. Aber da geht es um Softskills wie Verantwortung und Empathie. In Noten drückt sich das nicht aus, auch wenn die Schüler dieser Klassen das angestrebte Bildungsniveau natürlich erreicht haben.

Was die Lehrer angeht, so sind sie natürlich auch ein Opfer ihrer Ausbildung, die auf Homogenität ausgerichtet ist. Wer dem nicht gewachsen ist, wird nach unten wegsortiert. Das ist einfach für die Lehrkräfte, aber zum Teil verheerend für die Schüler, bei denen schon vorübergehende, familiäre Probleme dazu führen, dass sie unter ihren Möglichkeiten bleiben, denn durchlässig ist unser Schulsystem nur nach unten. Das ist traurig, aber eine gesellschaftlich akzeptierte Selektion.
Der Philologenverband nimmt in der ganzen Geschichte noch eine Sonderrolle ein, weil er in seinem Selbstbild für die Elitenförderung zuständig ist und sich selbst als Elite sieht.

Förderschulen haben weiterhin ihre Berechtigung. Es gibt Fälle in denen man vor allem den Behinderten keinen Gefallen tut.

Berechtigt ist die Sorge, dass die Inklussion von den Ländern zur Kostenreduzierung genutzt wird. Da muss gegengesteuert werden!

In der Summe: Es geht um ein Menschenrecht, dass an mangelnder gesellschaftlicher Toleranz, einer schlechten Ausbildung der Lehrkräfte und am Sparwillen/-zwang der Länder zu scheitern droht.
Es geht also um gesellschaftliche Probleme, nicht um körperliche, oder geistige.
Ich finde das beschämend.

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spon-facebook-10000024332 20.05.2015, 10:05
37. Inklusion? So nicht!

Leider wird es in der Presse oft so dargestellt, als ob unsere Lehrkräfte nicht genug Willen aufweisen. Was nicht deutlich genug gemacht wird: die Regierung hat dies in blindem Aktionismus einfach über alle hinweg beschlossen und eine Inklusion unter den aktuellen Bedingungen ist für Behinderte und Pädagogen (meistens) eine Zumutung, da Zeit, Raum und Personal den Anfordungen nicht gerecht werden können. So nicht!

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humpalumpa 20.05.2015, 10:06
38.

Da wurden jetzt immerhin mal die Richtigen befragt! Vielleicht sollte man seinen Fokus weniger darauf richten, den Schockierten zu spielen, sondern vielmehr sich die Ergebnisse der Umfrage mal zu Herzen nehmen. Keiner kann zu dem Thema ein besseres Feedback abgeben, als die Lehrer. Und wenn die das kritisch betrachten, wird das schon seinen Grund haben. Inklusion ist ja im Grunde eine gute Idee, muss aber sauber aufgesetzt werden und nicht einfach diletantisch durchgeprügelt werden, ohne jeglichen Plan, oder größeren Investitionen. Und ganz ehrlich, der Philologenverband hat völlig recht. Kinder, die von vornherein nicht das Abschlussziel eines Gymnasiums schaffen werden, aufgrund einer Behinderung oder nicht, haben auf einem Gymnasium nix verloren. Dafür sind die Lehrer in der Tat nicht ausgebildet und müssen sie auch nicht sein. Der gymnasiale Lehrplan ist eh schon straff und sehr vollgestopft. Für unterschiedliche Lehrpläne und massiv unterschiedliches Lerntempo ist da einfach kein Platz. Das ist eben keine Gesamtschule, wo Jeder den Abschluss macht, den er kann, sondern das Ziel ist das Abi und nix Anderes. Zudem empfinde ich diese Regelung in BW eigentlich schon als Diskriminierung nicht behinderter Kinder. Und das hat mit Inklusion nix mehr zu tun, sondern ist geistfreie Bevorzugung. Denn die nicht behinderten Kinder müssen einen gewissen Notenschnitt erfüllen, oder sich eine andere Schule suchen. Dann soll der Schnitt bitte auch für behinderte Kinder gelten!

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fritz p. 20.05.2015, 10:07
39. Inklusion aller Behinderten ist nicht zielführend

Ich bin selbst körperbehindert und habe selbst die normale Schule besucht. Dies hat aber nur funktioniert,weil ich ansonsten dem Unterricht folgen konnte. Das klappt aber nicht mehr wenn der betreffende Schüler dem Unterricht geistig nicht folgen kann. Oder aber wenn versucht wird, wie ich es in einer Parallelklasse gesehen habe, den körplich behinderten überall zu inkludieren. Das ging soweit, dass von den Mitschülern verlangt wurde, mit dem Kind (Rollstuhlgebunden) zu spielen und natürlich ihre Aktivitäten so anzupassen das er überall mitmachen kann. Ende vom Lied war dann, dass der Schüler auf massiven Druck der Eltern der Mitschüler und der Mitschüler selbst die Klasse verlassen hat. Also Inklusion Ja aber nicht um jeden Preis. Das bringt nichts und reißt Klassengemeinschaften auseinander.

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