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Lehrer unter Dauerbeobachtung: Wie gut sind unsere Pädagogen?
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Was machen Pädagogen richtig, was läuft schief? Für eine Dokumentation filmte Gesine Müller zwei Schulklassen über sechs Monate mit fest installierten Kameras. Im Interview erzählt sie, was dran ist an Lehrer-Vorurteilen.

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elizar 23.09.2014, 21:21
40.

Zitat von TS_Alien
Der Film ist interessant. Wobei wieder einmal Hattie erwähnt wird, dessen Buch bzw. Ergebnisse man durchaus kritisch sehen kann. Als Lehrer kann man mittlerweile kaum einen dieser Bildungs"experten" mehr ernst nehmen, der nicht selbst jahrelang den Lehrerberuf ausgeübt hat. Denn die Wahrheit ist auf dem Platz bzw. im Klassenzimmer.
Also ich fands klasse, als er sagte "Wir brauchen es auch wie Finnland, dass von 10 Bewerbern nur der Beste den Job bekommt".
Ich weiß ja nicht wo Precht lebt, aber mit der Logik hätten wir dann einen wesentlich größeren Lehrermangel, als der sowieso schon da ist.

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tl-hd 23.09.2014, 21:28
41.

Zitat von mali123
Es gab mal eine Studie zur Kompetenz von Leherern. Dabei zeigte sich, dass z.B. Ingenieure besser in Mathe sind als Matheleherer oder bspw. Biologen besser als Biolehrer usw. Warum verdienen Lehrer dann soviel?
Das ist ja ein extrem überraschendes Ergebnis dieser Studie. Wer hat die eigentlich in Auftrag gegeben, bzw. wer hat die interpretiert?

Ich bin selbst Biologe und müsste mich in Grund und Boden schämen, wenn ich nicht mehr Ahnung von Biologie hätte als ein Biologielehrer. Schließlich konnte ich mich in meinem Studium voll auf Biologie konzentrieren, während Lehrer normalerweise zwei Fächer unterrichten, also z.B. Biologie und Mathe (um bei Ihren Beispielen zu bleiben) auf Lehramt studieren. Neben den Fachvorlesungen, Praktika und Übungen in den beiden Fächern kommen noch Lehrveranstaltungen in Pädagogik dazu. Wie soll es ein Lehrer dabei schaffen, in beiden Fächern jeweils so gut zu sein wie jemand, der sich auf ein Fach konzentrieren kann?

--

Mit einem Mastertitel sollte man eigentlich in der Lage sein, selbst so weit zu denken und auch nicht von einem Einzelfall auf die Allgemeinheit zu schließen. Daher ist Ihr Beitrag eigentlich nicht ernst zu nehmen. Der einzige Grund, trotzdem darauf zu antworten, ist für mich, dass solche Beiträge nicht unwidersprochen stehen bleiben können, damit sich die darin transportierten Meinungen nicht bei Lesern (insb. solchen ohne entsprechendes Hintergrundwissen) festsetzen.

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zwuck 23.09.2014, 21:31
42.

Zitat von pfzt
Toller Traum, das knallharte preußische Zentral-Abi auf dem züchtigen Kasernenhof, da lacht das konservative Herz! Wann werden Leute wie sie begreifen das der Föderalismus eine klare Antwort auf das vorherige System ist, welches unaufhaltsam im Nationalsozialismus mündete? Übrigens mit einem Volk welches per von ihnen so herbei gesehnter Knüppel auf den Kopf Schule zu genau den willfährigen Befehlsempfängern wurde, die nachher ohne Fragen zu stellen im Osten Millionen von Leute ermordet haben. Die Gründungsväter der BRD haben ziemlich sorgfältig darüber nachgedacht wie sie das Land aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit gestalten und ich würde sie bitten das einfach so zu respektieren, das hat schon alles seinen Sinn auch wenn er ihnen vielleicht nicht einleuchten mag.
... genau.
Das war der geschichtliche Background, warum man den Bildungssektor förderalistisch geregelt hat.

Und?
Weil der Förderalismuswahnsinn schon seit anno Schnuck weniger als mittelprächtig funktioniert, halten wir auch die nächsten Jahrzehnte daran fest? Im Gedenken an die Väter des Grundgesetzes?
Was für ein Unsinn.
Geschichte ist ein tolles Fach aber wohl kaum dazu gedacht, innovatives Denken zu verhindern: das Gegenteil ist sogar der Fall!

Deutschland wir nicht gleich Naziland, nur weil wir in diesem Punkt Alternativen suchen sollten.
(wird wegen der 2/3 Mehrheit ohnehin nicht passieren)

Im Übrigen hat Deutschland schon vor Jahren (!) von EU-Präsident Barroso verbal auf die Mütze bekommen und wurde ermahnt, den Förderalismus in diesem Punkt nicht ausufern zu lassen!

Schauen Sie sich doch mal in den Ländern um, die in PISA vor uns liegen: sind die ebenso konfus förderalistisch geprägt?

Wenn es in einem Land mit geografisch sehr überschaubaren Dimensionen wie unserem nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist, sein schulpflichtiges Kind nahtlos von einem Bundesland zum Anderen zu "transferieren", muss man sich doch mal ein paar Fragen stellen, oder ???

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w.kamrath 23.09.2014, 21:39
43. 30 Jahre Schulerfahrung

Ich habe 4 Kinder 3 mit Abi . Was ich dabei erlebt habe ist ganz unterschiedlich. 1 Kind Realschule mit Quali Nach der Grundschule Hauptschule. 2tes Hauptschule , Nein geht zur Realschule danach Gymnasium Abi durchschnitt 2,5. 3 Kind der Absolute Hammer des Schulversagens zurück zur Vorschule weil Langweilig . Aber nicht erkannt. Danach Kind Psychisch misshandelt. Empfehlung Hauptschule vielleicht Realschule . Realschule zu gut Wechsel zum Gymnasium. Dort 1 Jahr Verlust weil die Realschule ihn nicht gehen lassen will. Abi 2.6 . Im Studium durch die Grundschule nachgewiesen 4 Semester Pychologische Behandlung jetzt Abschluss gut. 4 Kind Grundschule empfohlen Hauptschule nein der Geht zum Gymnasium . Während der Zeit Lebensbedrohend Krank 1 Schuljahr geschenkt . Danach Medizinstudium in Sollzeit . Was soll man bei solchen Kindern noch vom Schulsystem halten? . Es gibt Lehrer die sind Vorbildlich und es gibt absolute Nieten. Nur wenn sich keiner um die Nieten kümmert werden die immer mehr. Es muss eine laufende Qualitätskontrolle erfolgen wie in jedem anderen Beruf . Aber da wir in einen Sozialismus leben in dem jede Leistung verpönt ist geht das nicht.

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opinion13 23.09.2014, 21:45
44. Bildungsexperte?

Habe gerade mal R.D. Precht gegoogelt. Was den Mann als Bildungsexperten qualifiziert, hat sich mir nicht erschlossen. Aber das Geld vom ZDF nimmt er wohl gern mit.
Ansonsten viele Dinge, die nur für HH gelten. Externe Evaluation der Lehrer z.B. gibt es in vielen Ländern längst, und zwar regelmäßig.
Insgesamt schwache Sendung ohne viel Neues. Eher auf dem Niveau der Privaten.

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elizar 23.09.2014, 21:47
45.

Die Konferenzen sind natürlich nicht immer. Aber wenn Sie glauben, dass auch nur eine Woche in den nächsten Monat(en?) ohne Konferenz auskommt, nunja, dann sind Sie zumindest nicht an meiner Schule. Ob mir diese Tatsache nun Sympathien einbringt weiß ich nicht. Ändert aber auch nichts daran, dass es nunmal Fakt und keine "ewige Mär" ist.

Ach ja, ich komme tatsächlich so gut wie immer nach 16:00 Uhr nach Hause. Das liegt aber daran, dass ich bis 15:35 Unterricht habe und dann habe ich das Gebäude ja noch nicht verlassen bzw. bin sofort daheim. Aber das Beste: Wenn ich dann endlich daheim bin, dann hab ich natürlich frei! *ZONK* Nö, dann geht die Arbeit weiter. Glauben Sie mir, ich fand die Arbeit an der Uni von früh um 8:00 bis abends um 17:00 irgendwie entspannter.

Und wie sich die Vorbereitung in den nächsten Jahren vom Aufwand bei mir ändert bleibt abzuwarten. Sie nimmt bestimmt ab. Da gebe ich Ihnen Recht. Bis der nächste Kultusminister wieder alles besser machen will natürlich.

Ach und wenn Ihnen Ihre Lehrerkollegen nicht mehr erzählen, wie busy die sind, dann ist der Grund vielleicht auch der von meinen Kollegen: Sie wissen einfach, dass es nichts bringt es anderen zu erzählen. Wer weiß? Vielleicht raff ich das eines Tages auch noch und höre dann auf hier zu posten.

In diesem Sinne: Gute Nacht! Die Nacht ist kurz.

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elizar 23.09.2014, 21:48
46.

Zitat von zwuck
Nunja, die ewige Mär von ständigen, nie enden wollendenen Konferenzen und arbeitslebenslang gleichbleibend aufwendiger Unterrichtsvorbereitung zu erzählen, bringt den Lehrern in Deutschland auch nicht mehr Sympathien entgegen. Ich glaube, Sie haben einen schweren Stand, wenn Sie dem durchschnittlichen Arbeitnehmer hierzulande stolz erzählen, dass Sie mal wieder bis nach 16 Uhr im Job waren ... Was Vor- und Nachbereitung betrifft, so ist diese sehr abhängig von den gewählten Fächern. Auch das ist kein Geheimnis. Ich bin schon fast froh, daß ich Lehrer kenne, mit denen ich wirklich gut und lang befreundet bin und die mir dennoch nicht versuchen zu erzählen, wie busy sie die ganze Zeit sind. Die sind regelmässig ab Freitagmittag über´s Wochenende unterwegs und haben auch die Sommerferien ganz ungeniert die kompletten (!) 6 Wochen in der Sonne genossen, während Andere gleich wieder dem Rechtfertigungszwang unterliegen. [...]
Die Konferenzen sind natürlich nicht immer. Aber wenn Sie glauben, dass auch nur eine Woche in den nächsten Monat(en?) ohne Konferenz auskommt, nunja, dann sind Sie zumindest nicht an meiner Schule. Ob mir diese Tatsache nun Sympathien einbringt weiß ich nicht. Ändert aber auch nichts daran, dass es nunmal Fakt und keine "ewige Mär" ist.

Ach ja, ich komme tatsächlich so gut wie immer nach 16:00 Uhr nach Hause. Das liegt aber daran, dass ich bis 15:35 Unterricht habe und dann habe ich das Gebäude ja noch nicht verlassen bzw. bin sofort daheim. Aber das Beste: Wenn ich dann endlich daheim bin, dann hab ich natürlich frei! *ZONK* Nö, dann geht die Arbeit weiter. Glauben Sie mir, ich fand die Arbeit an der Uni von früh um 8:00 bis abends um 17:00 irgendwie entspannter.

Und wie sich die Vorbereitung in den nächsten Jahren vom Aufwand bei mir ändert bleibt abzuwarten. Sie nimmt bestimmt ab. Da gebe ich Ihnen Recht. Bis der nächste Kultusminister wieder alles besser machen will natürlich.

Ach und wenn Ihnen Ihre Lehrerkollegen nicht mehr erzählen, wie busy die sind, dann ist der Grund vielleicht auch der von meinen Kollegen: Sie wissen einfach, dass es nichts bringt es anderen zu erzählen. Wer weiß? Vielleicht raff ich das eines Tages auch noch und höre dann auf hier zu posten.

In diesem Sinne: Gute Nacht! Die Nacht ist kurz.

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danzermartin 23.09.2014, 21:54
47.

Ich, selbst Lehrer, habe großes Verständnis für Schüler und auch Eltern, egal was diese tun. Schlimm wird es nur dann, wenn Schulleiter glauben, ihr Institut wie ein Unternehmen führen zu müssen. Den natürlichen Rückhalt zu verlieren ist schlimmer, als jedes noch so schlimme Kind.

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speeceburger 23.09.2014, 21:59
48. Deutschlehrer(in)

Zitat von montecristo
(1) Das wäre schön... Wäre ja fast wie Urlaub. Leider würde ich nie im Leben innerhalb dieser Zeit sämtliche Vokabeltest, sonstige Hausaufgabenüberprüfungen, Klassenarbeiten/Klausuren etc korrigiert bekommen. Deutschlehrer wohl ebenfalls nicht. Für eine Klassenarbeit mit ca 30 Schülern (ja, solche Klassen haben ich!) brauche ich einen ganzen Tag, 8 Stunden Minimal. (2) Lesen Sie sich mal an was für das Land günstiger trotz der Pensionen ist. Der Beamte oder der Angestellte? Sie wären überrascht! Ich habe einige Jahre in der "freien Wirtschaft" gearbeitet, bevor ich in die Berufsschule gegangen bin. Ich bin über 3 Dinge am meisten erschrocken. 1. Die Lehrerausbildung ist erbärmlich. Die Unis bilden für die Uni aus und nicht für die Schule. Die meisten Lehrer lernen 4 1/2 Jahre in der Uni NICHTS für den späteren Beruf. Verlorene Zeit. 2. In sehr vielen Fächern und Regionen herrscht Lehrermangel. Da wird alles eingestellt was zwei Beine hat. Und ja, da sind so einige dabei welche ich auch nicht vor meinen Kindern wissen möchte. Für einen Mathematiker ist das Lehrergehalt gegenüber der freien Wirtschaft nunmal unattraktiv. Ich würde z.B. nur allzu gern einen Kollegen für Wirtschaftinformatik vor die Tür stellen (da der Angestellter ist ginge das sogar!), aber es wäre kein Ersatz da! 3. Jeder Politiker welcher behauptet man täte unheimlich viel für die Bildung, sollte sich in Grund und Boden schämen! Es werden teilweise sehr gut ausgebildete Lehrer nicht eingestellt, einfach weil keine Planstelle da ist. Ich habe jedes Jahr Klassen, welche einen Wochentag komplett frei haben, weil nicht genug Lehrer eingestellt wurden. Das Gebäude zerfällt, die technische Ausstattung ist abenteuerlich. Die Maschinen in der Werkstatt sind 40 Jahre alt. Unser Kollegium von 70 Lehrern hat zusammen 2 Pc's, wovon manchmal einer geht. Ja, genau hier möchte ich Unterricht vorbereiten... Es wird gespart bis zum äußersten. Und dann darf man hören dass einem ja die Bildung am Herzen liegen würde... dann investiert was!
sind Sie nicht, das kann man nur hoffen!

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antonio.b 23.09.2014, 21:59
49. Bildungsexperte Precht

Sclimmer geht's nimmer. Da hat jemand ohne irgendeine Qualifikation, außer vielleicht den eigenen Schulabschluss, das Schulwesen als Thema ausgemacht, mit dem polarisieren und dann auch Kasse machen kann. Mehr Selbstüberschätzung geht kaum noch.

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