Forum: Leben und Lernen
Lehrergeständnis: Digitale Schule? Lasst uns die grüne Tafel!
Getty Images/Westend61

Die Bildungspolitiker diskutieren über den Digitalpakt: mehr Computer für die Schulen, mehr digital gestützter Unterricht. Unsinn, findet Lehrer Arne Ulbricht. Er will weiter mit Kreide auf grünen Tafeln schreiben.

Seite 1 von 15
Humboldt 12.12.2018, 15:21
1. Das Eine tun - ohne das andere zu lassen!

Selbstverständlich stelle ich mir vor, dass es weiterhin die grüne Tafel mit ausklappbaren Flügeln geben soll, und dazu natürlich auch ein digitales Whiteboard! Tafel nach unten, Whiteboard noch oben - und umgekehrt! So einfach ginge das!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
samhall 12.12.2018, 15:23
2. Visualisierung

Digitalisierung ist nicht allein seligmachend. Das gesprochene Wort, das erarbeitete Ergebnis muss visuell verstärkt werden. Das kann auch klassisch mit Tafel und Kreide geschehen.
Das mit der Hand geschriebene prägt sich nach meiner Erfahrung auch stärker ein als gemarkerte Texte.
Der schlaue Medienmix und die Wiederholung als Mutter der Pädagogik sind der Schlüssel; und das immerwährende Wecken der Neugier.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
patricia.steinkirchner 12.12.2018, 15:25
3. Genau!

Ganz meine Meinung! Auch ich gehöre zu den Kreidezeitlehrern - mit Vergnügen. Alles wirklich Wichtige lässt sich mit der Tafel erarbeiten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ice945 12.12.2018, 15:26
4. Sie haben das falsche Smartboard...

Ich kann Ihnen in genau einem Punkt zustimmen: Technik ist leider nicht immer verlässlich und die Tafel hochfahren kann gerade in der ersten Stunde schon mal etwas länger dauern.

Unsere gesamte Schule ist mit digitalen Tafeln ausgestattet. Ich muss vielleicht zweimal im Schuljahr die Tafel neu kalibrieren (dauert 10 Sekunden), ich kann ganz normal in meiner eigenen Handschrift darauf schreiben (ohne Worterkennung des Programms) und habe mehr als einen Stift zur Verfügung.
Zudem haben wir "klassische" Seiten an den Tafeln, auf denen ganz normal mit Marker geschrieben werden kann und die genau so umzuklappen sind wie bei den althergebrachten Tafeln.

So habe ich bei unseren Tafeln neue Möglichkeiten, ohne auf Bewährtes verzichten zu müssen.

Am besten mag ich allerdings, dass meine alten Tafelbilder nicht verloren gehen. Die klassische Schüleraussage "Das stand so nie an der Tafel!" ist damit recht schnell entkräftet. Zu dem kann ich das Tafelbild der letzten Stunde noch einmal aufrufen, falls meine Schüler Schwierigkeiten haben, sich zu Stundenbeginn zu verorten.

Und: War ein Schüler einmal länger krank, kann ich ihm die Tafelbilder zur Verfügung stellen. Das entbindet ihn nicht vom nacharbeiten, aber es erleichtert das ganze erheblich.

Denn egal, ob analoge oder digitale Tafel: Es wird immer Schüler geben, die es schaffen Sachen von der Tafel abzuschreiben und solche, die das auch in der Sek II noch nicht können...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
treinisch 12.12.2018, 15:27
5. Es gibt also doch intelligentes Leben auf der Erde

so lange die Grundprobleme nicht gelöst sind und Schüler auf hohem Niveau lesen, schreiben und rechnen können und mindestens 95% des vorgeschriebenen Unterrichts auch stattfinden, gibt es einfach wichtigere Probleme als die Digitalisierung des Mangels.
Was ich bisher an digitalen Lösungen gesehen habe sind nette Spielereien, die den ganzen Lärm einfach nicht wert sind.
Interessant wird digitaler Unterricht, wenn Schüler dadurch stark differenziert unterrichtet werden können, aber das geht im Moment nicht.

Warum also nicht Tafel? Intuitiv bedienbar, funktioniert auch ohne WLAN, kann nicht gehackt werden, brummt nicht, braucht keine Ersatzbirne, alle 20 Jahre mal ein Update, hat keine Datenschutzproblematik und die Schule macht sich auch nicht zur Edelnutte für Digitalkonzerne.

Computer sind natürlich auch nötig und Beamer auch, aber nicht unbedingt als zentrales Medium des Unterrichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Untergangsprophet 12.12.2018, 15:32
6.

Klassisch deutsche Lösung. Einfach so viel gegen ein Problem werfen, bis man es nicht mehr zu sehen meint. Mehr Whiteboards in Schulen sind sicher sinnvoll, jeder Klassenraum mit Board ist dagegen eine zweifelhafte Ausstattung, aber immrehin kann man so tun, als hätte man viel für die Digitalisierung getan. Dann doch lieber mit dem Geld weniger Boards, mehr Funktionsräume und kleinere Klassengrößen finanzieren.
Wobei ich mich frage, ob es nicht auch die passenden "Versteck-" und Umsortierfunktionen einer regulären Tafel als Programm geben könnte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Untergangsprophet 12.12.2018, 15:33
7.

Klassisch deutsche Lösung. Einfach so viel Geld gegen ein Problem werfen, bis man es nicht mehr zu sehen meint. Mehr Whiteboards in Schulen sind sicher sinnvoll, jeder Klassenraum mit Board ist dagegen eine zweifelhafte Ausstattung, aber immrehin kann man so tun, als hätte man viel für die Digitalisierung getan. Dann doch lieber mit dem Geld weniger Boards, mehr Funktionsräume und kleinere Klassengrößen finanzieren.
Wobei ich mich frage, ob es nicht auch die passenden "Versteck-" und Umsortierfunktionen einer regulären Tafel als Programm geben könnte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
optikus68 12.12.2018, 15:34
8. Recht hat er

Mit so einer Tafel kann ich sogar ohne Strom arbeiten Wie sich eine komplette Geselschaft deart in eine Zwangslage begibt von Elektrizität abhängig zu werden ist mir schleierhaft. Ich kaufe meinem Kind noch lange kein Tablett. Kinder lernen mit eigenem Tun und anfassen und nicht mit Wischbewegung

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wasistlosnix 12.12.2018, 15:41
9. 5G an jeder Milchkanne

Es ist ja nicht die Frage mit welchem Medium man Digitalisierung vermittelt. Wenn ich ein Tablet einschalten und bedienen kann, verstehe ich noch nicht wie das funktioniert. Das kann ich auch an einer grünen Tafel erklären.
Dann versteht man auch das mit 5G an jeder Milchkanne vieles möglich wäre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 15