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Lehrergeständnis: Digitale Schule? Lasst uns die grüne Tafel!
Getty Images/Westend61

Die Bildungspolitiker diskutieren über den Digitalpakt: mehr Computer für die Schulen, mehr digital gestützter Unterricht. Unsinn, findet Lehrer Arne Ulbricht. Er will weiter mit Kreide auf grünen Tafeln schreiben.

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domino3116 12.12.2018, 16:18
20. Tolle Einsicht.

Zitat von Scriptmaster
Dieser Artikel zeigt das ganze Dilemma. Digitalbildungsfernes Lehrpersonal will in der Steinzeit verharren und erklärt dieses peinliche Scheitern zum erstrebenswerten Zustand. Zum Vergleich: Es gibt bestimmt Leute, die mit einer Schreibmaschine und dem guten alten Büroboten, der die Hauspost brachte, zufriedener waren. Unternehmen, die so arbeiten gehen zu Recht zugrunde. Aber Typen, die diese Einstellung leben, sollen die Kinder für das Leben fit machen. Genau mein Humor.
Ja, ja, ich verstehe Sie bestimmt richtig, nicht wahr? 1969 landeten die USA auf dem Mond unter Nutzung einer Saturn V. Und unsere Schulkinder fahren immer noch mit dem Schulbus zur Schule. Mensch, sind wir hinterher.
Lesen Sie bitte den ersten Beitrag in dieser Runde, der trifft's besser als Ihrer!

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kanotus54 12.12.2018, 16:18
21. Mehrere Ebenen...

Wer sich tatsächlich einmal sachlich mit der digitalen Tafel befasst hat, wird sie freiwillig nicht mehr hergeben. Punkt!
Kleiner Tipp: Es muss ja kein interaktives Whiteboard oder 85" Touchscreen sein. "Meine" Tafel ist weiß, lässt sich mit Trockenfilzern beschreiben, hat Seitenflügel und magnetische Flächen. Mehr braucht eine Grundschulklasse nicht. Aber eben auch nicht weniger! Wer selbst das negiert, sollte jetzt seinen Papyrus wütend in die Ecke werfen und schmollen...

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Sleeper_in_Metropolis 12.12.2018, 16:24
22.

Zitat : "Und last, but not least: Die Schiefertafel ist sofort einsatzbereit. Okay, manchmal muss sie gewischt werden (dauert eine Minute). Und wenn Kreide fehlt, schickt man einen Schüler in die Parallelklasse (dauert dreißig Sekunden). Das digitale Whiteboard muss erst hochgefahren und der (teure) Stift 'kalibriert' werden, damit er dort seine Linien zieht, wo man ihn aufsetzt."

Oh ja. Und leider ist das mit allen elektronischen Geräten so, die eine Prozessorsteuerung mit gewissem Umfang besitzen. Früher gab es Röhrenfernseher, Plattenspieler, Stereoanlagen - die schaltete man ein, und sie waren Einsatzbereit. Heute muss alles immer erst mal booten, initialisieren, connecten, updaten, etc. - das nervt mich immer ungemein.
Selbst bei LKWs läßt sich der Motor erst nach einem mehr oder weniger Umfangreichen Systemcheck starten.

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misterknowitall2 12.12.2018, 16:25
23. Verstehe...

Zitat von CancunMM
wenn ich immer Berichte im Fernsehen über Schulen sehe, die schon ,,digitalisiert'' sind, sehe ich immer nur Schüler die über Tablets wischen und an Whiteboards schreiben. Was soll daran Fortschritt sein. Kein Schüler wird dadurch mit Excel, Powerpoint und Informatik vertraut. Er wird Spezialist in Drag and Drop und Copy and Paste. Wow. das hat uns noch gefehlt. Nachdem die Schüler nicht nur nicht mehr lesen und schreiben können. Wissen sie dann bald nicht mehr wie überhaupt ein Buchstabe geschrieben wird. Lauter kleine Zombies. Echt gruselig. Für das Geld sollte man lieber die maroden Schulen sanieren und genug Lehrer einstellen, damit die Klassen kleiner werden.
für Excel, PowerPoint und die komplette Informatik braucht man keine Computer oder Tablets. Da muss man mit Hand schreiben können. (???)

Und in Zeiten, wo uns mit der Spracheingabe und VR ein ganz neues Informatikzeitalter vor der Tür steht, wollen wir noch das Kreischen der Kreide auf der entsprechenden Tafel hören. Nicht, dass ich glaube, dass man Wissen nicht auch auf diese Weise vermitteln kann; bin ja selber so groß geworden, aber man muss auch die gängigen Mittel der Gegenwart nutzen. Es gilt nicht entweder oder, sondern beides einsetzen.

PS: Drag und Drop funktioniert nur, wenn der Lehrer das zulässt.

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Mistkaefer 12.12.2018, 16:25
24. Diesem Lehrer kann ich nur recht geben!

Der Glaube daran, dass alle Schüler schneller schlau werden, wenn man nur digitale Technik im Klassenraum installiert, ist umwerfend falsch! Das allein kann es nicht bringen. Es kommt schon noch darauf an, dass man diese Technik richtig im Unterricht einsetzt. Damit soll nicht gemeint sein, das Whiteboard zu kalibrieren oder die Laptops hochzufahren, sondern dass es hier um Lerninhalte geht und den Einsatz der Technik als Mittel zum Zweck. Da kann die grüne Tafel weiter sinnvoll sein, auch das Verteilen von Papierumdrucken. Aber als Unterstützung beim Sprachunterricht kann ich mir den Bildschirm als sehr vorteilhaft vorstellen. Es kommt wohl auf den Mix der Hilfsmittel an und dabei sollte dem Lehrer freie Hand gelassen werden.

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scgtef 12.12.2018, 16:29
25.

An meiner Schule würden in einigen Klassenzimmern Whiteboards installiert. Leider wurden dort alle "Kreidetafeln" entfernt und entsorgt. Das ist wirklich schade. Geht doch beides. Im übrigen ist an der Grundschule die Digitalisierung nicht so wichtig wie an den weiterführenden Schulen. Müssen hier doch echte grundlegende sprachliche Fähigkeiten gelernt werden. Vom genauen Zuhören, über das deutliche Sprechen, bis hin zum Leseverständnis bei längeren Texten und Schreiben eigener zusammenhängender Texte Am besten immer wieder in genau der Reihenfolge und von Mensch zu Mensch. Mit Herz und Hand, nicht alleine auf dem Bildschirm herum wischend.

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Olaf 12.12.2018, 16:29
26.

Mitte der neunziger war ich für die EDV Ausstattung von 10 weiterführenden Schulen mit verantwortlich.

Die Technik von damals ist natürlich längst überholt, aber die Diskussionen sind immer noch die gleichen wie damals. Es ist unklar wie die Rechner zum lehren genutzt werden sollen und es hängt immer noch davon ab, ob es an einer Schule Lehrer mit IT Kenntnissen gibt oder nicht, wenn man einen guten IT Unterricht haben will.

Fast ein Vierteljahrhundert in dem Deutschland auf der Stelle getreten ist bei solch einem wichtigen Thema.

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kanotus54 12.12.2018, 16:34
27. Es geht übrigens nicht darum...

Es geht übrigens nicht darum, dieselben Lehrinhalte (Deutsch, Mathe, Sachunterricht) wie vor 10 Jahren jetzt in "Modern" rüberzubringen. Die digitale Tafel soll ja gerade ANDERES LERNEN ermöglichen. Nämlich die Arbeit mit digitalen Mitteln. Dazu gehört natürlich ein Klassensatz Tablets. Dazu gehört ein FACHKUNDIGER und motivierter Pädagoge. Dazu gehört viel Kenntnis über moderne Kommunikationsmittel und technische Neuerungen. Aber wer von "Kollaborativem Arbeiten", "Flipped Classroom" oder dem "Medienkompetenzrahmen NRW" noch nie etwas gehört hat, sollte das mal bitte googeln. Der Artikel zeugt leider an der ein oder anderen Stelle auch von Unwissenheit. Bitte fortbilden!

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diestimmevomdach 12.12.2018, 16:35
28.

100 % Zustimmung! Die Bildungspolitiker müssen an dieser Stelle sehr gut zuhören. Digitalisierung ist wichtig, aber lasst uns Lehrern die grünen Tafeln. Die sind kostengünstig, bedürfen keiner Wartung, sind umweltfreundlich, flexibel und immer SOFORT einsetzbar. Ich meine das ernst! Die Tafel ist nach wie vor ein hochaktuelles Unterrichtsmedium! Um die Digitalisierung voranzutreiben, sollte die Verantwortlichen besser mehr Geld in die WLAN- und Beamerausstattung der Schulen investieren. Das ist der Best-of-both-worlds-Ansatz und er funktioniert! Just listen!

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Actionscript 12.12.2018, 16:35
29. @treinisch Heute, 15:27

Sehr guter Kommentar. Und falls es wirklich Wichtiges gibt, was an die Tafel geschrieben wurde, kann man mit dem Smartphone noch schnell ein Photo machen.

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