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Lehrergeständnis: Wie sich meine Schule gegen den digitalen Wandel sperrt
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Ein Grundschullehrer hat in seiner Klasse Tablets und Beamer eingesetzt. Eltern und Schüler waren begeistert. Doch die Schulleitung hat das Engagement untersagt - mit kurioser Begründung.

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Leser161 14.12.2018, 12:29
1.

Also früher wurde bei einem lernschwachen Schüler ein Förderhefter angelegt und gehofft das die Aufgaben gemacht werden. Heute bekommt der lernschwache Schüler einen Lernpass und es kann in der Cloud gesehen werden ob die Aufgaben gemacht wurden?

Wo genau ist da jetzt der Unterschied ausser das die Wörter anders sind?

Ich hoffe, wenn so jemand an der Schule meiner Tochter auftaucht, dass er auch von der Schulleitung gestoppt bevor er anfängt, Geld von mir für das zu verlangen was er ganz privat für das Wohl meines Wohl meines Kindes hält. Es gibt genau deshalb Vorschriften damit Kinder gleichmässig ausgebildet werden und nicht jeder seine ganz persönliche Meinung von Pädagogik versuchen kann (diese ganz persönliche Meinung kann nämlich auch falsch sein)

Lehrer sollen lehren und nicht mein Geld für tolle neue Worte ausgeben.

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MannAusmNorden 14.12.2018, 12:37
2. Laaaaangsame Mühlen

gaaaanz langsam! Das merkt man bei unserer Bildungspolitik leider viel zu stark. Da wird an Konzepten festgehalten, und wenn Schüler da nicht so gut rein passen (meine Große ist Hochbegabt, ich weiß wovon ich rede) dann hat man ein Problem. Wenn da dann jemand mit einer durchaus guten Idee kommt, dann wird das erstmal tot diskutiert. An meiner Grundschule ist es zum Glück so, dass Medien auch angeboten werden. Ab der 3. Klasse regelmäßig Computerstunden, und für gute Schüler auch schon davor. Aber: Handschrift und Kopfrechnen wird genau so gelehrt und gefordert. Ich finde aber gerade den Ansatz aus dem Artikel gut: Schüler, die Schwierigkeiten haben, bekommen die Aufgaben anders vorgesetzt. So ein Tablet hat nunmal ein unglaublich schnelles Feedback. Dadurch lernen Schüler besser, weil Kinder schneller Feedback brauchen. Das sehe ich bei meinen Kids auch. Das Problem wird aber immer sein: es müssen bei unserem Pädagogenbürokratiewahnsinn immer unglaubliche Hürden genommen werden, damit Tablets und Computer sinnvoll eingesetzt werden können. Bis dahin sind die Teile dann aber 3 bis 8 Jahre zu alt. Hab ich in den 90ern an meiner Schule gesehen, wo wir als 13 Jährige Schüler der Informatik-Lehrerin erklärt haben wie ein Computer funktioniert...

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neurobi 14.12.2018, 12:39
3. Geräte eines Herstellers

Geräte eines Herstellers? Geht garnicht.
Da wäre ich als Elternteil strikt dagegen.

Privat gibt es in meinem Haushalt kein Apple-Gerät und es kann nicht sein, dass die Schule sich dann darauf konzentriert.

Es gibt in der Regel die gleiche App auch für Android und die sind heute nicht mehr schlechter als die bei Apple.

Das kann natürlich auch umgekehrt sein, daher sollte die Schule beides ermöglichen, den Einsatz von Android und Apple-Geräten.
Von daher nur Apps, die auf beiden OS laufen.

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saanka 14.12.2018, 12:40
4.

Genau diese Erfahrungen habe ich bei der Einführung digitaler Medien als Waldorflehrer gemacht. Mit dem Erfolg am Ende aus der Gemeinschaft gemobbt zu worden zu sein.

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jla.owl 14.12.2018, 12:43
5. klingt erstmal gut...

...ist es in der Form wohl auch... liegt irgendwo in der Mitte aller Forderungen... auf der einen Seite die völlige Ablehnung, auf der anderen Seite die Forderung, Kinder sollten schon in der Grundschule Programmieren lernen (das aber wohl von Leuten, die selbst von Prograieren keine Ahnung haben und ein einfaches Parametrieren eines Fernsehers als Programmieren bezeichnen). Es geht nicht um Autokorrektur, es geht um Rechtschreibprüfung, es geht um Rechnergestütztes Lernen. Damit kann wesentlich besser auf individuelle Fähigkeiten eingegangen werden.

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wo_st 14.12.2018, 12:45
6.

Das beschriebene Vorgehen ist in Deutschland so nicht erlaubt. "Zuerst mal tagelange Diskussion, dann eventuell Gesetze, Vorschriften, etc ändern und danach verläuft es sich im Sande. Deshalb die Forderung, den Lehrer abmahnen und eventuell entlassen. Dafür aber mehr Vorgesetzte einstellen, die besser überwachen."
Gute Nacht Deutschland.

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anders_denker 14.12.2018, 12:46
7. insofern ok

Allerdings ist die Android Bevorzugung korrekt. Auf ein in sich geschlossenes System vom Hard- und Software zu setzen ist im Umgang mit Steuergeldern schlichtweg kriminell. Android Apps laufen auf Geräten diverse Hersteller, in Emulatoren unter Widows, Linux und selbst auf dem Apple Mac. Zudem noch auf Cromebooks etc.

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orca20095 14.12.2018, 12:51
8. Seien Sie weiter kreativ

und entwickeln Sie Ideen, wie Sie die Verwaltung an die Grenzen bringen. Eine Behörde müssen Sie lahmlegen durch fortwährenden Beschuss mit Anträgen, in der Zeit können Sie weiterarbeiten. Gerade bei diesen Themen ist der Innovationszyklus kürzer als die Antragsbearbeitungsdauer. Aus meinem Berufsleben kann ich Ihnen sagen, binden Sie nur die ein, von denen Sie wissen, dass sie bereit sind, Finge ernsthaft zu verändern. Alle anderen werden Sie nie gewinnen und die halten Sie nur auf, es kostet Zeit, Geld und Nerven. Viel Erfolg!

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alkib 14.12.2018, 12:52
9.

Als alter Rentner, der in seinem Berufsleben die langsame heranführung an die IT kennenlernen konnte, finde ich die Einführung dieses Lehrers sehr gut.
Wer mal z. B. BEI KARSTADT IN DER Computer Abteilung gesehen hat, wie fünfjährige mit der Nase auf der Tischplatte spielend schnell die Tastatur bedienen, der ahnt, dass der weg dieses Lehrers richtig ist und statt Knüppeln zwischen die Beine Unterstützung und Förderung braucht. Die Zukunft würde es ihm danken.

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