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Lehrergeständnis: Wie sich meine Schule gegen den digitalen Wandel sperrt
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Ein Grundschullehrer hat in seiner Klasse Tablets und Beamer eingesetzt. Eltern und Schüler waren begeistert. Doch die Schulleitung hat das Engagement untersagt - mit kurioser Begründung.

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Nania 14.12.2018, 12:59
10.

Zitat von Leser161
Also früher wurde bei einem lernschwachen Schüler ein Förderhefter angelegt und gehofft das die Aufgaben gemacht werden. Heute bekommt der lernschwache Schüler einen Lernpass und es kann in der Cloud gesehen werden ob die Aufgaben gemacht wurden? Wo genau ist da jetzt der Unterschied ausser das die Wörter anders sind? Ich hoffe, wenn so jemand an der Schule meiner Tochter auftaucht, dass er auch von der Schulleitung gestoppt bevor er anfängt, Geld von mir für das zu verlangen was er ganz privat für das Wohl meines Wohl meines Kindes hält. Es gibt genau deshalb Vorschriften damit Kinder gleichmässig ausgebildet werden und nicht jeder seine ganz persönliche Meinung von Pädagogik versuchen kann (diese ganz persönliche Meinung kann nämlich auch falsch sein) Lehrer sollen lehren und nicht mein Geld für tolle neue Worte ausgeben.
Ganz einfach:
es ist direkter. Der Schüler bekommt sofort (!) ein Feedback, lernt sofort, kann sich sofort korrigieren und nicht erst ein paar Tage später.
Es ist viel sinnvoller, z.B in Mathe, sofort gezeigt zu bekommen, dass man eine Aufgabe falsch gerechnet hat, als diesen Fehler in den 20 Aufgaben, die man noch vor sich hat, zu wiederholen, um dann Tage später gesagt zu bekommen, dass alles falsch ist. Manchmal hat man dann sogar wieder vergessen, warum man einen Aufgabe A gelöst hat wie man sie gelöst hat.

Zudem kann der Lehrer bequem von der heimischen Couch aus sehen, ob der Schüler/Schülerin seine/ihre Aufgaben gemacht. Wir haben es im Zweifel auch mit einer ansprechenderen, interaktiven Gestaltung zu tun und nicht mit einem (schlecht) zusammenkopierten DinA-4-Blatt in schwarz-weiß.

Kinder sollten im Übrigen nicht "gleichmäßig" ausgebildet werden, sondern individuell. Denn nur so ist garantiert, dass jeder/jede die Förderung bekommt, die er/sie benötigt. Das kann den guten SchülerInnen wie auch den schlechten nur zugute kommen.

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schnabelnase 14.12.2018, 12:59
11. Möglicherweise lag es auch an etwas anderem...

An einer Grundschule ist ein Lehrer in den allermeisten Fällen fast ausschließlich von Lehrerinnen umgeben. Diese halten alle zusammen, wenn es gegen einen Kollegen geht, klüngeln und tratschen was das Zeug hält. Nachdem Frau Ministerin Barley vor kurzem im Bundestag gemeint hat, dass Frauen immer den Unfug aufräumen müssten, den die Männer angerichtet haben, muss ich in diesem Zusammenhang kein Blatt mehr vor den Mund nehmen. Es gibt an einer Grundschule nicht Schlimmeres als die Einführung neuer Methoden, die den gewohnten Schulalltag stören und eventuell aufgrund fehlender (aber eigentlich beruflich zwingend notwendiger) Sachkenntnis für etwas Mehrarbeit sorgen. Vorsichtshalber weise ich schon einmal darauf hin, dass der genannte Schuljustitiar, der den Einsatz aufgrund gesetzlicher Vorschriften verboten hat, wohl eher nicht Teil der Grundschule ist, sondern in der zuständigen Aufsichtsbehörde sitzt. In der Schulleitung der betreffenden Grundschule sitzt dagegen aber garantiert eine Dame. Den einen Mann, den es normalerweise an einer Grundschule gibt, stellt der Verfasser ja bereits selbst.

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misterknowitall2 14.12.2018, 13:01
12.

Zitat von Leser161
Also früher wurde bei einem lernschwachen Schüler ein Förderhefter angelegt und gehofft das die Aufgaben gemacht werden. Heute bekommt der lernschwache Schüler einen Lernpass und es kann in der Cloud gesehen werden ob die Aufgaben gemacht wurden? Wo genau ist da jetzt der Unterschied ausser das die Wörter anders sind? Ich hoffe, wenn so jemand an der Schule meiner Tochter auftaucht, dass er auch von der Schulleitung gestoppt bevor er anfängt, Geld von mir für das zu verlangen was er ganz privat für das Wohl meines Wohl meines Kindes hält. Es gibt genau deshalb Vorschriften damit Kinder gleichmässig ausgebildet werden und nicht jeder seine ganz persönliche Meinung von Pädagogik versuchen kann (diese ganz persönliche Meinung kann nämlich auch falsch sein) Lehrer sollen lehren und nicht mein Geld für tolle neue Worte ausgeben.
Was haben sie denn für Sorgen? Da hilft eine Lehrerin mit modernen Mittel einem Schüler, was auch anschlägt und Sie beschweren sich, dass das Geld kostet und "nur" die persönliche Meinung einer Lehrerin ist? Wenn sie das schon besser wissen, melden sie ihr Kind besser nicht in einer Schule an. Da gibt es jede Menge Lehrer, die ein pädagogisches Konzept verfolgen, von dem sie überzeugt sind.

Ihr letzter Satz zeigt, dass nicht mal im Ansatz verstanden haben, worum es eigentlich geht. Kennen sie die tollen neuen Worte eigentlich? Wissen sie was eine Cloud ist, was ein Laptop, ein Tablet ? Sie haben kein Verständnis oder Angst und ihr Kind soll darunter leiden? Tolle Einstellung

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mlarsen 14.12.2018, 13:01
13.

Zitat von neurobi
Geräte eines Herstellers? Geht garnicht. Da wäre ich als Elternteil strikt dagegen. Privat gibt es in meinem Haushalt kein Apple-Gerät und es kann nicht sein, dass die Schule sich dann darauf konzentriert. Es gibt in der Regel die gleiche App auch für Android und die sind heute nicht mehr schlechter als die bei Apple. Das kann natürlich auch umgekehrt sein, daher sollte die Schule beides ermöglichen, den Einsatz von Android und Apple-Geräten. Von daher nur Apps, die auf beiden OS laufen.
Vielleicht wäre es der Sache dienlich eben NICHT so ideologisch zu argumentieren. Wenn der Lehrer doch sagt, es gibt dort die besseren Programme, warum dann zwanghaft ausweichen ? Offenbar kümmert sich ja sonst niemand darum. Die Nutzerfreundlichkeit bei Apple ist eben enorm hoch. Schüler und Lehrer können sich auf Inhalte konzentrieren und nicht um das Drumherum. Als nächstes sollen die Kinder nicht mit einem Mercedes-Bus zur Klassenfahrt...

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qwertreiber 14.12.2018, 13:02
14. Toll gedacht, mittelmäßig gemacht

Dem Lob für das Engagement muss leider die Kritik an der Umsetzung folgen. Der Autor hat im Schwung der Begeisterung scheinbar fast alle Hürden auf einmal gerissen: Das Thema Betriebssystem taugt leider für die völlige Aufregung ebenso wie das vermeintliche Infragestellen pädagogischer Ansätze. Mein Rat: Schule suchen, die so etwas will, aber keinen findet, der Dinge probieren will oder kann. Und dann noch einmal von vorn mit der Lernkurve aus dem ersten Versuch.

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gedankenblitz 14.12.2018, 13:02
15. Computerkurs am Nachmittag

vor zwei Jahren habe ich angefangen einen Computerkurs für die Grundschule zu planen. Die Schule war erfreut über das Engagement, verschob die Ankündigung des Kurses von Ferien zu Ferien um nach einem dreiviertel Jahr festzustellen, dass Freitagsnachmittag kein Schüler Lust auf einen Computerkurs hat. Weder Eltern noch Kinder wurden gefragt.
Jetzt habe ich mit Unterstützung durch das Bezirksamt und einen privaten Träger immerhin 12 Kinder (einige aus Grundschule andere aus Gymnasien) in einem Kurs welcher einen e-Learning Kurs von openhpi.de absolviert.
Die zwei Jüngsten haben sogar eine Art Zertifikat erhalten und basteln jetzt (10 Jahre) mit eine Raspberry Pi eigene Programme. Dafür nehmen alle Kinder in Kauf, dass sie teilweise mit dem Auto gebracht werden müssen und Freitags ab 16:00 Uhr im Kurs sitzen. Meist bleibt es nicht bei 1,5 Stunden sondern es werden schnell mal 3.

Das Leben ist die Schule.

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mlarsen 14.12.2018, 13:04
16.

Zitat von saanka
Genau diese Erfahrungen habe ich bei der Einführung digitaler Medien als Waldorflehrer gemacht. Mit dem Erfolg am Ende aus der Gemeinschaft gemobbt zu worden zu sein.
Naja, Sie sehen ja an den Kommentaren hier, dass es weniger um den Erfolg geht. Die würden den schwächeren Schülern die Leistungssteigerung verweigern, weil diese mit den "falschen" Geräten erzielt wird.

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jla.owl 14.12.2018, 13:04
17. Lizenzen...

Eines bleibt mir schleierhaft... warum kann Schule nicht mit Freeware arbeiten? Da wird vielfach mit Microsoft-Produkten gearbeitet (Word, Excel, Powerpoint), da werden in NRW ZAP- Aufgaben zu Excel gestellt. Also entweder müssen Schüler/Eltern die Software kaufen oder es wird mit illegalen Kopien gearbeitet (vor 5 Jahren bei meinem Sohn ca. 80% der Klasseit Raubkopien...). Lerntechnisch geht das ganze aber auch mit Freeware! Lizenzfreies Lernen!

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m.m.s. 14.12.2018, 13:06
18. Schlimme Themenverschränkung

Technik alleine hat noch nie die Unterrichtsqualität verbessert, das wird auch ein Beamer, ein iPad oder ein Tablet nicht verändern können auf denen (technische) Software läuft. Das einzige was die Unterrichtsqualität verändert ist die Qualität der Lehrerausbildung und die Anzahl der Lehrer (Lehrer-Schüler-Ratio). -- Hier hat eine engagierte Lehrerin A ihre Klasse so gestaltet wie sie es am Besten fand, das hat funktioniert (mit Technikaufrüstung). Dann darf die Lehrerin B auch ihre Klasse mit Sitzkissen und halbhohen Bänken ausstatten, wenn es funktioniert! Da liegt aber das Problem im staatlichen Schulwesen, das eben Flexibilität, Individualität und Fortschritt verhindert. Die Idee jetzt staatlich allen Schulen eine Technikaufrüstung zu verordnen ist eben grauenhaft falsch, weil eben der User vor der Technik das entscheidende ist (sagen selbst die Computer-Nerds). Jetzt um Milliardensummen "Bricks" anzuschaffen, ist total sinnlos, totalitär und am Thema der Verbesserung der Schulbildung schlichtweg ganz vorbeigeschrammt.

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Gleichstrom 14.12.2018, 13:07
19.

Nr. 2., das Reinpassen - ja, kenn ich persönlich. Ich kann mich noch gut daran erinnern, mich regelmäßig zu langweilen, weil wir so dummes Zeug machen sollten, oder an Sätze wie "Wir wissen ja, daß Du intelligent bist, aber Du zeigst uns das ja nicht..." - und woher wißt Ihr das dann? Irgendwann kam ich drauf, das zu fragen. Da hab ich den Spaß daran entdeckt, Lehrer zu überfordern, das Herumlavieren um die Antwort war einfach zu komisch...

... generell haben wir aber eher ein Problem in der Vereinheitlichung, in den Zielsetzungen der Schulbildung. Digitalisierung, Handschrift etc sind nur Randprobleme, das gesamte Konzept ist darauf ausgerichtet, ökonomisch verwertbare Nutzmenschen zu schaffen. Um Kreativität, Verstand, das Nutzen desselben - geht es im deutschen Schulsystem nicht. Reinpassen, einfügen, Schnauze halten - sind die primären Ziele. Vormittags Recht, Nachmittags frei zu haben ist sicher nicht jedes Lehrers Motivation, aber es ist normal genug, als daß es niemand falsch zu finden scheint... Ich hab genug Lehrer gehabt, sowas wissen zu können.

Wie auch immer, elektronische Geräte sind sinnvoll und sinnlos, Fluch, Segen, alles dazwischen, weil ersteinmal ein sinnvolles pädagogisches Konzept hermüßte - evtl kann dieses damit sinnvoller umgesetzt werden.

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