Forum: Leben und Lernen
Lehrergeständnis zum neuen Schuljahr: Warum einige Lehrer so lasch benoten
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Viele Lehrer scheuen sich davor, schlechte Noten zu geben - und das liegt nicht an den guten Schülern. Sondern daran, dass sie beliebt sein wollen, keinen Ärger mögen und sich gern wenig Arbeit machen.

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tullrich 01.09.2017, 10:54
90.

Wie geht das Sprichwort: Wer alle lobt, lobt keinen. Aber das ist dann wieder totaaal soziaaal ungerecht.

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womo88 01.09.2017, 10:55
91. Gespräch mit einem Klassenlehrer

Nachdem 2 Schüler (Berufsschule) sehr häufig bei mir fehlten, nahm ich Kontakt mit dem Klasenlehrer auf, der äußerte, dies liege wohl an der schlechten Qualität meines Unterrichts. Ich ging dann zu Schulleiter, der eine Klassenkonferenz einberief und siehe da, diese beiden Schüler fehlten bei jedem Kollegen, auch beim Klassenlehrer. Sie bekamen ein Abgangszeugnis, kein Abschlusszeugnis, und mussten nicht mehr in die Schule kommen.
Während der Projekttage fiel mir ein vietnamesischer Schüler auf, der die 10. Klasse Berufsfachschule besuchte. Er sprach kein Wort Deutsch, hatte aber in Deutsch eine 4. Bei Klassenarbeiten wie z. B. Rechnungswesen, schrieb er immer das Aufgabenblatt ab und das so lange und so oft bis die Klassenarbeit zu Ende war. So hatte er Hauptschulabschluss geschafft und war sogar dann noch in die 10. Klasse BFS versetzt worden, die damals mit Klasse 9 begann.
Einmal saßen 3 erboste Mütter vor mir, weil ich ihren 3 Sprößlingen für eine Halbjahresarbeit in der 12. Klasse Gymnasium 0 Punkte gegeben hatte, weil die Halbjahresarbeit für diese 3 Schüler zu gut war. Die Mütter gaben zu, dass ihre Sprößlinge per Zeitungsinserat und per Aushang an der UNI eine Studentin der Philosophie engagiert hatten um sich von ihr die Arbeit schreiben zu lassen. Allein diese Idee müsse mind. 5 Punkte Wert sein, meinten die drei Mütter.

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FXRichter 01.09.2017, 10:57
92. Bewertung von Menschen

So führt sich eine Gesellschaft ad absurdum, die auf Bewertung beruht. Vielleicht kommt ja bald eine Gesellschaft, die auf Glauben und Vertrauen beruht? Mehr dazu in der Bergpredigt oder in der Bhagavad-Gita.

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Zoroaster1981 01.09.2017, 11:01
93.

Zitat von doppelpost123
Jaja, immer dieses Pseudo-Bashing gegen die "Laberfächer/Laberberufen". Schicken Sie mal ein paar Ingenieure in analytische Philosophie-Kurse, Sie werden ihr blaues Wunder erleben. Im Übrigen haben es scheinbar immer mehr Ingenieure nötig, andere abzuurteilen, um sich selbst aufzuwerten.. Ja, es gibt auf allen Seiten Ausnahmen. Aber dieses gehäufte Geschwätz in Foren, Bussen und Bahnen von Ingenieuren und MINTlern, die sie sich als die Elite und ach so schlau begreifen, nervt. Eines sind nämliche viele von ihnen nicht: gebildet. P.S. Alle Fächer haben ihre Daseinsberechtigung. Und von Missgunst geprägte Menschen sind das Letzte, was die Gesellschaft braucht. P.P.S. Beim Thema Bildung wissen es immer alle besser. Und jeder schimpft auf die faulen Lehrer. Dazu kann ich nur sagen: Wenn es so einfach ist, werdet doch selbst Lehrer und macht es besser. Oder anders gesagt: Wie dumm muss man sein, dass man sich "so viel Freizeit und Faulheit" entgehen lässt? (Nein, ich bin kein Lehrer).
Gerade "analytische Philosophie", die u. a. mathematische bzw. formale Logiken auf die Sprache anwendet, liegt Ingenieuren normalerweise eher, als bspw. existenziale Philosophie o. ä.
Ich habe selber in meiner Diplomarbeit formale (temporale) Logiken anwenden müssen und da kam es sehr wohl auf eine sprachlich exakte Formulierung an.
So gesehen haben Sie mit ihrem Beispiel ein Eigentor geschossen.

Und sonst: ja, es gibt in meiner Zunft viele sog. Fachidioten, denen vielleicht etwas Allgemeinbildung fehlt, die aber hochintelligent sind. Oft durchschauen selbige gesellschaftliche Zusammenhänge trotzdem besser als sog. Geisteswissenschaftler, weil sie besser und logischer kombinieren können, vielleicht auch aufgrund eines Pragmatismus, der anderen Akademikern oft fehlt.

Daher: ich halte Bildung in Form von Wissen für wesentlich weniger entscheidend als Intelligenz und gerade in Zeiten, in denen man jegliche Information sofort abrufen kann, ist die Fähigkeit zum komplexen Denken wichtiger als Wissen.

Ansonsten sehe ich im Gegensatz zu Ihnen MINTler und Ings eher als bescheiden und als schlechte Selbstvermarkter. Da schwurbeln sich manch andere leider mehr "nach oben" und durchaus erfolgreicher.

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rjsedv 01.09.2017, 11:01
94. Noten sind nichts wert

Im Grunde sind die gesamten Noten während der Schulzeit nichts wert. Erstens zählen sowieso nur die Noten zum Abschluss und zudem Zweiten spiegeln auch diese Noten nur rudimentär die Fähigkeiten der Kidds wieder, die wirklich gebraucht werden. Vielleicht sollte man konsequent sein und Noten komplett abschaffen, wenn die vergebenen Noten sowieso so falsch sind. Nur irgendwann muss festgestellt werden, wie fit die Kidds wirklich sind und was sie in ihrer Ausbildungszeit mitbekommen haben. Wobei auch hier die Schule eigentlich nur eine Randfassette der wirklichen Ausbildung für das Leben einnimmt.

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talk24 01.09.2017, 11:01
95. Leistung

Noten waren noch nie gerecht. Ich weiß nicht warum hier im Forum die strengen Noten von "Damals" so bejubelt werden. Das Problem ist doch nicht, dass die Noten keine "echte Qualifikation" widerspiegeln- das haben Sie noch nie! Es gab immer gute und schlechte Lehrer, Gerechte und Ungerechte. Bloß weil vor dreißig Jahren strenger bewertet wurde waren doch die Noten nicht gerechter. Man sollte sich lieger überlegen, wie man das Lernniveau insgesamt wieder anheben kann. Das läuft nicht über Noten, sondern über die Lehrer. Und ich glaube auch, dass die Eltern hier eine große Rolle spielen. In unserer Gesellschaft sind gute Noten immer noch relevant, sonst würden sich die Eltern nicht so fürchterlich (für ihre Kinder) dahinterklemmen. Teamfähigkeit und der Wille zum Lernen und Weiterlernen sind aber meiner Ansicht nach das was später einen Guten Kollegen oder Mitarbeiter ausmacht. Und klar sollte ein Schüler eine realistische Einschätzung seiner Möglichkeiten in der Schule mitbekommen, damit er weiß, wohin er sich später entwickeln will- aber über Noten läuft das eigentlich nie wirklich gut. Und den Biss entwickelt man ganz natürlich, wenn man sein Ziel kennt. Das muss den Schülern beigebracht werden- nicht wie man sich gute Noten "heranholt".

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Freifrau von Hase 01.09.2017, 11:03
96. @28

Noten bringen nichts
... außer, dass unter den Schülern (und ihren Eltern) Konkurrenzdruck aufgebaut wird


Das nennt man Leben. Ein Jahrgang konkurriert immer. Um die besten Noten. Um die besten Jobs. Um die besten Ehepartner. Kurz: Um das (vermeintlich) beste Leben.

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RavenousBugbladderBeast 01.09.2017, 11:04
97. Ist doch alles in Ordnung!

Natürlich müssen die Noten immer besser werden. Ist doch klar, weil ja unser Schulsystem immer besser wird, denn daran arbeitet ja eine ganze Bildungsindustrie eifrig zusammen wird wirklich fähigen Menschen, die in der Politik immer die richtigen Weichen stellen. Das unvermeidliche Ergebnis: Die Lehrer werden immer besser, die Wissensvermittlung wird immer besser, die Methoden werden immer besser, die Leistungsmessung wird immer besser und die Leistungen werden immer vergleichbarer (PISA). Also werden auch die Schüler immer besser. Alles gut.

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g_bec 01.09.2017, 11:04
98. Quatsch.

Zitat von c00
liegt vielleicht auch daran, dass in Berlin, Bremen und NRW die Abiturientenquote um die 50% höher ist als in Bayern. Stark überspitzt formuliert: in Bayern darf nur die "Creme de la creme" aufs Gynmasium. Deswegen auch die besseren Noten. Interessant wird es, wenn man die Lehrpläne (und Abituraufgaben) vergleicht, vor allem in Fächern, bei denen das gut geht, etwa Mathe oder Physik. Da haben Abiturienten aus Bayern teils ein Jahr "Vorsprung" vor manchen anderen Bundesländern. Und das ist die Benachteiligung.
Das ist Quatsch. In Bayern gibt es nur immer noch zu viele Eltern, die glauben, was ihnen die Obrigkeit, hier: die Lehrer, erzählen. "Ihr Kind ist nur für die Realschule geeignet." wird oftmals gar nicht hinterfragt. Zudem ist die "Legende" des superschwierigen bayerischen Abiturs noch so stark, dass viele Angst vor der eigenen Courage haben. Weil der Herr/Frau Lehrer das so sagt. Auch bayerische Gymnasien kochen nur mit Wasser. Darüber hinaus nutzen Lehrer dort immer noch nahezu willkürliche Notenvergaben zum "Drücken" des Schnitts in der Grundschule, um ihr Urteil zu untermauern.
Vor einigen Jahren (

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Currie Wurst 01.09.2017, 11:04
99. Interessanter Beitrag

Zitat von territrades
Alle Noten die in während der Oberstufe gegeben werden gehen in einigen Bundesländern in den Abischnitt ein, gleichzeitig werden manchmal Noten extrem ungerecht vergeben - wir hatten damals bis zu 2 Notenpunkte Unterschied je nach persönlichen Vorlieben des Lehrers beobachtet, noch schlimmer war nur der Eine welcher schlecht bewertete weil sich der Schüler besser auskannte als sein Lehrer. Da die Abinote für Fächer wie Medizin oder Internationale Beziehungen essentiell ist halte ich in solchen Fällen den Gang zum Anwalt für angebracht, schließlich hat der Schüler einen potentiellen Schaden von vielen Tausend Euro zu befürchten.
Darf ich daraus schließen, dass Sie "damals" Ihren Deutschlehrer verklagen mussten, um Ihren potenziellen Schaden zu minimieren? Oder wie meinten Sie das?

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