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Lehrergeständnis zum neuen Schuljahr: Warum einige Lehrer so lasch benoten
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Viele Lehrer scheuen sich davor, schlechte Noten zu geben - und das liegt nicht an den guten Schülern. Sondern daran, dass sie beliebt sein wollen, keinen Ärger mögen und sich gern wenig Arbeit machen.

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sbv-wml 01.09.2017, 11:17
110. So ist es

Zitat von elvira.arbogast
....................... Früher hatten ca 16-20 % Abitur, heute hat dieser Prozentsatz keins...da stimmt doch was nicht.
Und das ist mehr als bedenklich.

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womo88 01.09.2017, 11:17
111. Gespräch mit dem Papa einer verhaltensoriginellen Tochter

Die Tochter fehlt häufig im Unterricht wegen Bauchschmerzen, ist dann zuhause aber in der Lage, Traktor zu fahren, Kühe zu treiben, in der Landwirtschaft mitzuarbeiten. Der Papa findet das in Ordnung und hat mich darauf hingewiesen, dass seine fast 14 jährige Tochter jetzt in der 6. Klasse Förderstufe wäre und seit kurzem auch schon alleine einkaufen könne. Das könnten viele 14 Jährige heutzutage nicht mehr. Und wenn sie dann aus der Förderstufe in die Hauptschule komme, könne sie ja auch Abitur machen ....

Gespräch mit der Personalleiterin eines größeren Hotels in Frankfurt zu ihren Einstellungskriterien:
1. Wir haben genügend Bewerbungen. Also sortiere ich zuerst alle Bewerbungen aus, wo in den Zeugnissen Fehlzeiten sind. Wer in der Schule fehlt, fehlt auch im Betrieb.
2. Als nächstes sortieren wir nach Zeugnisleistungen und laden die Bewerber zu einem einwöchigen Praktikum ein. Wer während dieses Praktikums ein Mal zu spät kommt, für den ist das Praktikum beendet.

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g_bec 01.09.2017, 11:20
112. Genau.

Zitat von kenterziege
in meinem "zweiten Leben" bin ich mit einer Managerin aus der Industrie verheiratet. Das gestattete mir einen Seitenblick in zwei Hochschulen, weil meine Frau nebenamtlich, so quasi als Hobby, einen Lehrauftrag angenommen hatte. Die Hälfte der Studenten gehört nicht an eine Hochschule. Die sind zwar nett - aber im 5. Semester z.T. sehr inkompetent. Auch der äußere Rahmen ist fragwürdig: Kappen auf dem Kopf, essen während der Vorlesung. Und immer öfter: Ich muss mal auf die Toilette. In Klausuren wird seitenweise kaum lesbarer "Mist" abgegeben. Und nachträglich wird bei der Klausureinsicht um jeden Punkt gefeilscht, wie auf dem Basar. Das hat seinen Grund unter anderem darin, dass inzwischen viele Studenten aus dem orientalischen Kulturraum kommen. Die Männer nehmen Frauen als Professoeren/Dozenten nicht ernst. Offensichtlich gibt es in Deutschland auch hier Unterschiede. In bayerischen Hochschulen werden die Faxen, die man sich in NRW erlauben kann, nicht zugelassen. Das Thema Plagiate bei Bachelorarbeiten ist ein spezielles. Und dann wundert sich dieses Klientel, wenn die Wirtschaft oft erstmal nur befristete Verträge anbietet!
Besonders die Hochschule des Freiherrn vuzG in Bayreuth (?) ist ein Vorkämpfer gegen Plagiate, die alles total ernst nimmt und nur streng nach Leistung benotet.

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dirk.resuehr 01.09.2017, 11:20
113. Die Entwicklung

der Schule begann in den 60igern. Da fing die Demokratisierung an, wie die Sozis es verstanden. Den Unmündigen, also Schülern und Studenten wurden "Rechte" zugesprochen, WEG VON DEN ALTEN AUTORITÄTEN; natürlich wollten da die Eltern nicht abseits stehen. Folge: Von ca. 5% Abiturienten in den 50igern stieg der Anteil bis heute auf ca. 50%: DIE fOLGE DAVON WIEDERUM SIND MASSENHAFT STUDIENABBRECHER UND DURCHFALLER; WEIL SIE DAS INTELLEKTUELLE RÜSTZEUG NICHT HABEN kEINE ANGST; KÖNNEN IMMER NOCH kARRIERE MACHEN; ALS ABGEORDNETER DER GRÜNEN.
Wieso sollte der Lehrer sich Ärger einhandeln? Das Leben erzieht die Schüler schon, die Lehren sind bitter!

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bafibo 01.09.2017, 11:26
114. Vorsicht

Gerade bei Deutschaufsätzen war schon früher eine Notengebung "nach Nase" eher üblich, da wäre ich vorsichtig mit der Behauptung "bei einer 1 alles richtig gemacht". Ähnliches gilt für die Notengebung in Geschichte/Gemeinschaftskunde und Religion, alle zusammen gemeinhin als "Laberfächer" bezeichnet (nicht zuletzt deshalb habe ich mich damals aus Religion abgemeldet; das ging damals noch, ohne daß es ein Ersatzfach gab).
Und es ist zu fragen, inwieweit das Kurssystem zur Noteninflationierung beigetragen hat. Ich habe vor genau 40 Jahren im letzten Jahrgang des alten Systems Abitur gemacht (altsprachliches Gmnasium BaWü) - in meiner Klasse mit zuletzt 25 Schülern hat meines Wissens keiner einen Einser-Schnitt hingelegt, und auch in den beiden Parallelklassen, die im Gegensatz zu uns Französisch statt Altgriechisch hatten, hat das keiner geschafft (eine 1 vor dem Komma in der Durchschnittsnote gab es ein paarmal). Der entscheidende Unterschied zum heutigen System war dabei, daß in allen Fächern nur die Note des letzten darin absolvierten Schuljahres in die Abiturnote einging und zusätzlich in den geprüften Fächern (Mathematik, Deutsch, zwei Fremdsprachen schriftlich, zwei weitere Fächer mündlich, wobei dies auch Fächer sein konnten, die zuvor schriftlich geprüft worden waren, falls die Note auf der Kippe stand) die Prüfungsnote hinzukam.
Bedauert habe ich in dem alten System allerdings, daß von den drei naturwissenschaftlichen Fächern nur eines bis zum Abitur durchgezogen werden durfte - und daß der Lehrplan für die Schüler in der Oberstufe ein geringeres Stundendeputat vorsah als in der Mittelstufe. Umgekehrt wäre es entschieden besser gewesen. Ich hatte (und habe) den Eindruck, daß man in dieser Hinsicht noch im 19. Jahrhundert stehengeblieben war (ist?), wo die damals auschließlich männlichen Schüler erst im Oberstufenalter in die Pubertät kamen und ihnen deshalb weniger zugemutet werden sollte. Glauben Sie nicht? Es gibt zwei Indizien, die genau in diese Richtung weisen:
1. Kaspar Hauser. Wie immer man seine über seine Vergangenheit urteilt: Als er fast sprachlos in Nürnberg aufgegriffen wurde, wurde er relativ schnell von einem erfahrenen Arzt untersucht, der ihn aufgrund der Entwicklung von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen auf ca. 16 Jahre schätzte. Dabei hatte der Stimmbruch noch nicht eingesetzt, und die Schambehaarung war offenbar auch noch eher rudimentär. Wie alt würde man einen solchen Halbwüchsigen heute einschätzen - 13-14?
2. Die Feuerzangenbowle - Buch oder Film, egal. Angesichts heutiger Abiturfeier-Streiche könnte man meinen, da hat sich nicht viel geändert. Mein Eindruck während der Schulzeit war ein ganz anderer: Wer in der Mittelstufe zu einem wilden Haufen gehörte, war in der Oberstufe dann doch zunehmend ernsthaft um gute Noten bemüht.

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Berliner42 01.09.2017, 11:29
115.

Zitat von UnitedEurope
Die Ernüchterung kommt dann auf der Uni, dass sie eben doch nur Durchschnitt sind, und dass ein gutes Abi kein Freifahrt Schein ist.
Vor allem wundert man sich nicht mehr über das Deppen Leer Zeichen. Klar, der Trend geht in vielen Sprachen zu einsilbigen Wörtern. Im Chinesischen ist das so, im Englischen immer mehr, aber im Deutschen sieht es immer noch häßlich aus.

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Waudel 01.09.2017, 11:29
116. Zum Studium reicht es noch

Heute habe ich in der Zeitng gelesen, dass Lehrherren die mangelnden Fähigkeiten der Schulabgänger beklagen. Diese seien nicht ausbildungsfähig. Von diesen unfähigen Bewerbern schreibt die Zeitung weiter, dass sie, wenn sie keinen Ausbildungsplatz bekommen, eine schulische Weiterbildung beginnen. Heißt das, dass wer zum Elektriker und Installateur nicht fähig ist, weil er eine Montageanweisung nicht versteht, kann immer noch Soziologie, Politologie, Philosophie oder BWL studieren und dann mit oder ohne Abschluss in die Politik gehen?

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imo27 01.09.2017, 11:29
117.

Das trifft sicherlich vielfach so zu.
Daneben gibt es auch möglichen Druck der Politik, die viele gute Abschlüsse will.Dann ändert man die Vorschriften für die Notenfestsetzung, damit schriftliche Arbeiten mit nachvollziehbaren Noten unterbewertet werden. Es gibt evtl. die Regelung, dass bei einem bestimmten Anteil nicht ausreichender Arbeiten der Schulleiter zustimmen muss. Der Druck wird an den Schulleiter weitergegeben.
Der will darüber hinaus viele Anmeldungen für seine Schule und verspricht den Eltern, die Kinder maximal zu fördern, was sich natürlich in guten Noten niederschlagen muss ...
In Zeiten des harten NC will kein Lehrer einem Schüler einen Studienplatz in Medizin rauben, indem er in einem Laberfach eine 1+ verweigert.
Ich denke, gerechte Noten können nur bei Prüfung durch Externe herauskommen. Oder man muss die Bedeutung der Noten reduzieren, z.B. durch Aufnahmeprüfungen an der Uni

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Nobody X 01.09.2017, 11:30
118. @ Nr. 6 territrades

Wenn Sie bei Ihrer Rechtschreibung tatsächlich das Abitur haben sollten, dann war das vermutlich wirklich nur durch Verklagen des Lehrers zu erreichen.

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g_bec 01.09.2017, 11:32
119. Nö.

Zitat von nadennmallos
... einen neuen Job suchen.
Nö. Nur neue Klassen-Eltern.
Lehrer sind NICHT verantwortlich für Wohlstandsverwahrlosung, desinteressierte "Erziehungsberechtigte" und Helikoptertum.

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