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Lehrergeständnis zum neuen Schuljahr: Warum einige Lehrer so lasch benoten
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Viele Lehrer scheuen sich davor, schlechte Noten zu geben - und das liegt nicht an den guten Schülern. Sondern daran, dass sie beliebt sein wollen, keinen Ärger mögen und sich gern wenig Arbeit machen.

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harald441 12.09.2017, 19:04
230. Eine ehrliche Bewertung

kann man immer daran erkennen, daß die Notenverteilung einer x-beliebigen Klassenarbeit, deren Anforderung dem Gelernten zu entsprechen hat, näherungsweise einer GAUß'schen Glockenkurve zu folgen hat. Das heißt überschlägig, daß Zweidrittel der Zensuren im Bereich zwischen schlechter als Zwei und besser als Fünf zu liegen haben, und das eine Sechstel ist besser als Zwei und das letzte Sechstel ist schlechter als Fünf.
Ist diese natürliche Glockenkurve verbogen, dann war die Klassenarbeit zu leicht oder zu schwer oder der Lehrer hat willkürlich die Noten aufgebessert, was dem Tatbestand einer Urkundenfälschung gleichkommt.
Im übrigen würde ich als Lehrer den etwaig lamentierenden Eltern folgendes sagen: "Die Noten gebe ICH und kein Anderer. Wenn sie die Benotung Ihres Kindes als schlecht empfinden, dann soll es sich auf den Hosenboden setzen und mehr lernen anstatt mit dem Handy oder vor dem Computer zu spielen!" Und würden die Eltern mit dem Anwalt drohen, dann wäre mein Antwort: "Wenn Ihr Anwalt besser weiß, welche Note Ihres Kindes die richtige ist, dann nehmen Sie Ihr Kind von der Schule und lassen Sie es bei besagtem Anwalt lernen."
Und wenn ein Lehrer diese Zivilcourage nicht hat, dann ist er als Versager fehl am Platze, dann sollte er lieber kündigen und seinen Lebensunterhalt im Kohlenflöz verdienen.

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