Forum: Leben und Lernen
Lehrergeständnis zum neuen Schuljahr: Warum einige Lehrer so lasch benoten
Getty Images/fStop

Viele Lehrer scheuen sich davor, schlechte Noten zu geben - und das liegt nicht an den guten Schülern. Sondern daran, dass sie beliebt sein wollen, keinen Ärger mögen und sich gern wenig Arbeit machen.

Seite 4 von 24
der_gärtner13 01.09.2017, 09:28
30. Merkte es in Gespräch mit Profs!

Ich kam über den zweiten Bildungsweg an die Uni (ing.) und war auch schon etwas älter als der Schnitt ! Ich war aber auf einem Gymnasium mit sehr konservativer Notengebung!

Während des Studiums in Gruppenarbeiten habe ich schon gemerkt, dass da etwas nicht stimmt. Gegen Ende des Studiums, wenn man etwas wärmer mit den Profs war, hat sich das ganze dann weiter bestätigt!

Da erwähnen Profs im 7. Semester (!!) positiv bei einer Rücksprache, dass meine Ausführungstexte fehlerlos und gut zu lesen sind von der Struktur.

Und da fragte ich sinngemäß : Wie, Sie erwähnen jetzt im 7. Semester, dass sich meine Arbeit u.a deswegen positiv abhebt, weil ich unsere Sprache halbwegs korrekt beherrsche?

Da sagte er ja, ich wolle gar nicht wissen was er alles lesen muss.


Auch Gespräche mit Professoren über Thema Brückenkurse vor Studienbeginn waren sehr aufschlussreich.

Ursprünglich gedacht für Quereinsteiger aus der Berufswelt, die seit einem Jahrzehnt keine Schulbank mehr gedrückt haben und sich etwas auffrischen müssen, wird mittlerweile darüber nachgedacht, die verpflichtend abzuhalten. Denn selbst die wenigsten Abiturienten bekommen eine einfache Integralrechnung oder Ableitung hin!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
euv 01.09.2017, 09:29
31. Das anderer Problem

Ich habe grade mein Abitur hinter mich gebracht und kenne deshalb auch diese Lehrer. Aber ich finde, dass man das Gegenstück zu diesen Lehrern nicht übersehen sollte: Lehrer die von Anfang an keine guten Noten vergeben. Von denen hatte ich nämlich nicht wenige in meiner Abiturphase. Und nein, ich denke nicht, dass sie keine guten Noten verteilen, sie haben dies laut ausgesprochen. "Bei mir bekommt keiner 15 Punkte."; "Eine Eins bedeutet Muttersprachler." (Englischlehrerin, die manchmal he, she, it, das S muss mit vergaß)
Ich finde diese Gut-Noten-Lehrer auch nicht gut, da man sich nie wirklich selbst einschätzen kann, aber wenn man auf der anderen Seite Lehrer hat, die die Schüler von Anfang an demotivieren kann das auch nicht sein. Objektivität kann schwer sein, auch bei Lehrern, aber jeder sollte es versuchen, um faire Noten vergeben zu können!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knugu 01.09.2017, 09:31
32. Akademisches Proletariat !!!

das politisch gewollte föderale System ist erschreckend !
Kein Wunder dass wir ein ein inflationäres akademisches Proletariät schaffen, welches nicht
in der Lage ist korrektes Deutsch zu beherrschen, geschweige einen doppelten Dreisatz
zu lösen !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tobias78 01.09.2017, 09:31
33. Abgerechnet wird zum Schluss

Und zwar dann, wenn es auf den Arbeitsmarkt geht.
Dann ist plötzich die Verwunderung groß, warum man trotz guter Schulnoten und tollem Studienergebnis nach einhundert Bewerbungen immer noch keine Anstellung gefunden hat.
Beim Geld/ Gehalt hört die Freundschaft bzw. der Kuschelkurs dann eben auf.
Schuld sind dann natürlich wie immer die anderen ... die Politik, die Ausbeuter-Arbeitgeber, ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ernstmoritzarndt 01.09.2017, 09:32
34. Was sind das nur für Pädagogen?

Sie gaukeln aus Faulheit ihren Schülern eine heile Welt vor. Die jungen Menschen werden dann in der praktischen Ausbildung oder an der Universität umso härter auf vorhandene Defizite hingewiesen - mit häufig drastischen Folgen des Ausbildungs- oder Studienabbruches nach Verlauf mehrerer vertaner Jahre. Es ist ungerecht und unangemessen, immer auf die "ungebildete Jugend" zu schimpfen und an den jungen Menschen herumzumäkeln. Feststellen muß man allerdings, gerade im geisteswissenschaftlichen Bereich, daß häufig grundlegende Bildungsdefizite vorhanden sind. Vielfach sind die jungen Menschen (weil man es ihnen weder zuhause, noch in der Schule beigebracht hat) auch nicht in der Lage eine ernsthafte Sachdiskussion zu führen. Man soll nicht unreflektiert auf "den Schulen und den Lehrern" herumklopfen - aber Schulen, Schulaufsicht und die Verbände der Lehrer sollten versuchen, Standards zu finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CancunMM 01.09.2017, 09:32
35.

Vor ein paar Wochen war bei Lanz Herr Yigit Muk, der ein Buch über sein Leben erst in einer Jugendgang und dann als Einserabiturient geschrieben hat. Als Erstes muss ich diesem jungen Mann Respekt zollen, dass er überhaupt einen Schulabschluss geschafft hat und dann auch noch Abi. Aber als Herr Muk anfing bei Lanz zu sprechen, dachte ich spontan: So sprachen in den 80er Jahren bei mir auf dem Gymnasium selbst die schlechtesten Schüler nicht. Klar ändert sich Sprache, aber man merkt doch ob jemand sich mit fast Ende 20 gewählt ausdrückt und viele verschiedene Wörter benutzt oder eben doch einen eher einfachen Wortschatz hat. Und ich bezweifle ganz stark, dass viele 1er Abi heutzutage damals überhaupt zum Abi gereicht hätten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der_gärtner13 01.09.2017, 09:33
36. Formative Rückmeldung !

Zitat von ruebenkatze
ist längst hinlänglich wissenschaftlich erwiesen und mittlerweile auch im Alltag angekommen. Die Bedeutung ist theoretisch vollkommen überfrachtet und widersprüchlich. In der Praxis steht die Selektions- und Allokationsfunktion viel zu sehr im Mittelpunkt, und das bei erwiesenermassen ungenügender Validität, von Objektivität und Reliabilität schon ganz zu schweigen. Daher wird sie auch zu Recht in Frage gestellt. Es ehrt den Autor ja, dass er zu retten versucht, was nicht zu retten ist, aber die strukturelle Verlogenheit kann er damit auch nicht ausser Kraft setzen. Es wäre viel Elend erspart, würde man die Noten in der jetzigen Form komplett abschaffen und durch formative Rückmeldungen einerseits und summative Qualifikationen (die dann nicht von den Unterrichtenden selbst vergeben werden dürfen) andererseits ersetzen. Geht nicht? Welche Note haben Sie eigentlich in Ihrem Führerschein?
So haben das einige Lehrer in der direkten Nachkriegszeit schon geregelt!

Da gabs ein Zeugnis und unten drunter ein Kommentar mit "Fritz ist sau dumm und blödsinnig" !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
freakacid 01.09.2017, 09:33
37. Was ist denn so schlimm?

Begriffe wie "1er Schwemme" dramatisiseren doch nur rhetorisch. Was ist denn so schlimm an den guten Noten? VIelleicht werden die Schüler einfach auch nur besser? Ja, jetzt kommen wieder die Besserwisser und sagen dass sie diese oder jene Gleichung damals besser gelöst hätten, aber sind Sie vor 50 Jahren schon mit dem Internet klargekommen? Mit der ungemein gewachsenen Bandbreite der (internationalen) Kultur? Junge Menschen von heute haben viel mehr zu verarbeiten, das Leben ist schneller, urbaner, fordernder.

Damit werden auch die Geister dementsprechend angepasst (Siehe bereits Simmel im "Großstadtleben", bzw. seiner Traödie der Kultur). Wie sich das in irgendwelche Meßverfahren niederschlägt ist doch einerlei.

Warum müssen wir unseren Nachwuchs denn eigentlich kateogorisieren und vermessen?

Der einzige Grund ist, damit der "Wirtschaft" die Arbeit abgenommen wird, bei der Einstellung Leute weiterzubilden oder ihnen entsprechende Positionen zuzuordnen. Ist das eine Staatsaufgabe? Warum eigentlich?

Ihr mit eurem Fetisch den Unterschieds. Pah.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wahrscheinlichwahr3 01.09.2017, 09:34
38. Gute Kritik

Nicht zuletzt ist die Vergabe zu guter Noten ungerecht gegenüber den wirklich guten Schülern. Ich bin der Auffassung, dass diese das ganz genau merken, wenn z.B. ihr Freund in Fach X eigentlich viel weniger drauf hat, als sie selbst und dann z.B. mündlich gleich bewertet werden. Außerdem ist es auch den eigentlich schlechteren Schülern ungerecht gegenüber, denn sie denken, dass sie viel besser sind, als sie es wirklich sind und fallen später auf die Nase (z.B. Uni). Lehrer sollten es sich nicht zu einfach machen, denn auch eine schlechte Kritik ist hilfreich, wenn sie angebracht ist hilfreicher als eine gute Kritik. Dadurch wissen die Schüler, was sie verbessern müssten. Sonst können wir auch gleich zu "bestanden" und "nicht bestanden" übergehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lobivia 01.09.2017, 09:34
39. Die Natur des Lehrers

Zitat von ralle58
hat besagter Erdkundelehrer aber auch mehr Arbeit mit einem großen Kurs. Der ehrlich benotende Kollege darf es mit einem kleineren Ensemble entspannter angehen. Besonders in der Kursstufe ein klarer Vorteil.
Vor allem ist er der Anführer einer gefestigten Seilschaft, sonst hätte er nicht seit Jahren "seinen" Kurs. Was unterscheidet eine Fachgruppe von einer Schimpansenhorde? Ganz einfach: Schimpansen praktizieren reziproken Altruismus!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 24