Forum: Leben und Lernen
Lehrergeständnisse: Eltern, warum vertraut ihr uns nicht?
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Was würden Lehrer ändern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten? Jan-Martin Klinge, 32, wünscht sich vor allem eins: Eltern sollten ihm und seinen Kollegen endlich wieder mehr vertrauen.

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mark_traurig 19.05.2014, 14:14
120. Sündenböcke

Liebe Lehrer. Ich traue euch schon. Euer Problem ist das ihr halt naturgemäß an vorderster Front steht. Und damit seit ihr, auch für die Eltern, direkt greifbar und angreifbar. Und ich bin Vater eines Schulkinds und finde die Schullandschaft einfach nur noch zum K..... konkret gesagt, lasst die Hauptschule in Ruhe, die Realschule und das Gymansium. Hört auf mit dem Englischunterricht in der Grundschule, bringt den Kindern erstmal richtig Deutsch bei. Oder erklärt endlich mal warum es so ein Durcheinander gibt. Jedes Dorf macht doch mittlerweile seine eigene Schulpolitik. Sekundarschule, Gesamtschule, keine Hauptschule mehr. Noten und Zeugnisse sind eh nur Druckmittel aus der Kaiserzeit. Wir müssen modern und international werden. Es soll sich dem intern. Standard angepasst werden. Mal ein Beispiel aus dem Leben. In den 4.Klassen der Grundschule, meines Sohnes, wurden in der verg. Woche Diktate geschrieben. Wörter die in dem Diktat vorkamen wurden teilweise bis zu einer Woche vorher geübt. EINE Woche. Und dennoch gabs es auch 4ren. Komisch oder? Die Kinder sind nicht dümmer geworden. Ich bin in den 70gern zur Schule gegangen. Zu meiner Zeit war das noch eine Frage von Fleiss und Intelligenz. Mal mehr mal weniger. Heute ist es eine Frage von künstlicher Verdummung und politischer Unterforderung. Um dem internationalen Standart gerecht zu werden. Und um poltisch kranken Ideen zur modernen Bildungslandschaft mit aller Macht am Leben zu erhalten. Auch wenn sie nichts bringen.
Also liebe Lehrer. Ihr solltet nicht denken das die Eltern euer Feind sind. Ihr könnt auch nichts dazu. Dreht euch um dann seht ihr wo euere Feinde sitzen. In den Ministerien, den Parteien usw.

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juriswiss 19.05.2014, 14:14
121. vertrauen in was genau?

kids lernen heute mit wissenschaftlichen rechnern komplexe rechenaufgaben zu lösen, toll! nur leider brauchen nur die allerwenigsten diese Fähigkeit im späteren Leben.
wenn dann die Verkäuferin für 2 Liter Milch 7euro sechzig verlangt, dann kommt niemand auf die Idee daß da was falsch sein könnte. .... nennt man das schulische lebensvorbereitung? Lehrer sind wie outgesourcte wissensvermittler, die nach dem klingeln nachause gehen. vertrauen kann man nicht einfordern, das muss man sich erst mal durch eine gute Leistung erarbeiten.

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WernerS 19.05.2014, 14:15
122. Noten

Man gewinnt ja auch immer mehr den Eindruck, das abfragen von Wissen sei wichtiger als das vermitteln. Es ist auf jeden Fall für den Lehrer einfacher.

Irgendwann muß man seine Kinder aufklären: Der Lehrer sei so, damit sie sich schon mal an die Ungerechtigkeiten des Arbeitslebens gewöhnen.

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nordschaf 19.05.2014, 14:16
123.

Zitat von sysop
Was würden Lehrer ändern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten? Jan-Martin Klinge, 32, wünscht sich vor allem eins: Eltern sollten ihm und seinen Kollegen endlich wieder mehr vertrauen.
Sicherlich ist es Zeichen eines respektvollen Umgangs zwischen Eltern und Schule, den Lehrerinnen und Lehrern einen Vertrauensvorschuss entgegen zu bringen. Einerseits sind Lehrer Fachleute, andererseits muss man sich wohl darüber im Klaren sein, dass nach mehrfach gestiegenem Lehrdeputat und geringer gewordener Personaldecke offenbar eine gewisse Dauerüberforderung herrscht. Schade, wenn sich dies zum Nachteil der Kinder auswirkt, die ja letztlich nichts für die Arbeitsverhältnisse an Schulen können.

Ich kann jedoch nicht verhehlen, vom derzeitigen Lern- und Umgangsklima an (vielen, sicher nicht allen) Schulen enttäuscht zu sein. Meine ältere Tochter, die sich jetzt auf das Abitur vorbereitet, war in der dritten Klasse bereits auf der Strasse der Schulversager einsortiert worden, als wir nach Beratung mit einem Kinderpsychologen die Notbremse zogen. Wir hatten immer auf die Zusammenarbeit mit der (mehrfach wechselnden) Klassenlehrerin vertraut, uns abgestimmt und uns redlich bemüht, unseren Teil als Eltern durch von der Schule vorgeschlagene, tägliche Sonderlerneinheiten beizutragen. Diese sollten die Defizite unseres Kindes ausgleichen helfen, erwiesen sich rückblickend jedoch als dramatische Fehleinschätzung. Ich möchte hier weniger auf Unwillen oder Unfähigkeit schließen, sondern vermute im Nachhinein eher eine Überforderung bei ständigem Lehrerwechsel und Unterrichtsausfall. Schade, dass unsere Tochter noch jahrelang daran zu tragen hatte und sich nach dem Schulwechsel zunächst auf einer Schule für Lernbehinderte glaubte. Schliesslich hatte man ihr das offenbar prophezeit.

Glücklicherweise waren wir in der Lage, die Flucht in eine personell besser ausgestattete private Ganztagsschule antreten zu können, wo unsere Tochter in enger und produktiver Zusammenarbeit aus der Frustrationsecke herausgeholt werden konnte und endlich Zutrauen in ihre Fähigkeiten fasste. Jämmerlich finde ich es hingegen, dass wir gezwungen sind, einen Haufen Geld jeden Monat für die Form von Schule auszugeben, die wir als Eltern noch selbst erlebt haben. Eine Schule, die Interesse am Lernstoff wach hält, Disziplin vermittelt und die Schülerinnen und Schüler als Individuen betrachtet. Banal aber offenbar keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ich wünsche allen Lehrerinnen und Lehrern die Unterstützung der Elternschaft und faire Arbeitsbedingungen. Aber als Elternteil muss ich auch auf das Wohl meiner Kinder achten, die nicht Kollateralschäden der Arbeitsbedingungen an Schulen werden dürfen. In diesen Grenzen kann die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern stattfinden.

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henryb_de 19.05.2014, 14:16
124. Medien ...

oder das was als solches bezeichnet wird ist zu mehr al 99% Unterhaltung (dazu zählt auch SPON) oder Spielzeug. Und von daher gehört das in die Freizeit oder in den Kindergarten, nicht aber in der Schule. Ich möchte nicht, dass meine Kinder mit sowas ihre Zeit vergeuden etwas zu lernen. Oder glauben Sie Kinder brauchen zum Erlernen der Bedienung von Kommunikationsprogrammen/Apps die Schule?

Und wenn man in der Schule und im richtigen Leben ordentlich gelernt hat, dann kann man auch mit "breiter Brust" den "Medien" gegenübertreten und diese richtig einordnen.

Was das Vertrauen angeht, gilt auch hier ein altes Sprichwort: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

In der Regel kennen Eltern Ihre Kinder im "ausserschulischen Bereich" sehr gut, Lehrer hingegen kennen Ihre Schüler und ihr Lern- und Sozialverhalten besser als die Eltern. Idealerweise gleicht man sich ab, bringt alles zusammen und findet so einen optimalen Weg mit Kind, Eltern und Lehrern gemeinsam.

In der Realität aber gibt es Lehrer, die überlastet sind oder desinteressiert, Eltern die keine Zeit für ihre Kinder haben oder sich zu nehmen bereit sind oder ebenfalls kein Intersse (mehr) an Erziehungsfragen etc. haben. Und wenn dann ein solches Elternteil oder ein solcher Lehrer "verhandeln", dann kann nur Mist rauskommen ... und das schlimmste: das Kind bleibt irgendwie auf der Strecke.

Viele Grüße

Zitat von nadennmallos
Ja, den Mann hat recht, ohne Vertrauen lässt sich so eine wichtige Arbeit nicht erfolgreich erledigen. Und ein Lehrer ist nun mal, was die schulische Ausbildung angeht, kompetenter als die Eltern. Vertrauen will jedoch verdient werden und nun kommen wir zur anderen Seite der Medaille. Wie sehen die Bemühungen der Lehrer aus, sich neben dem Lernstoff auch mit anderen Gegebenheiten auseinander zu setzen? Zum Beispiel dem sinnvollen Einsatz neuer Medienß Schließlich gehen die Kinder damit tagtäglich um!

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