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Lehrergeständnisse: Eltern, warum vertraut ihr uns nicht?
DPA

Was würden Lehrer ändern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten? Jan-Martin Klinge, 32, wünscht sich vor allem eins: Eltern sollten ihm und seinen Kollegen endlich wieder mehr vertrauen.

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Großbär 19.05.2014, 11:26
10. Früher ...

... gab es ja noch die Stunde Arrest, wenn man sich danebenbenommen hatte. Eine eher harmlose Strafe, die an unserem Gymnasium zuweilen auch etwas von "Feuerzangenbowle" hatte. Das Schlimmste war der amtliche Bescheid an die Eltern (mit Dienstsiegel der Schule), mit dem diese Strafe ausgesprochen wurde. Der zog dann daheim eine Tracht Prügel mit dem Rohrstock nach sich.

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volkmar10 19.05.2014, 11:26
11. So nicht

Wenn ein Kind zu spät nach Hause kommt, machen sich die Eltern naturgemäß Sorgen. Das sollte auch ein Lehrer wissen. Wenn der Lehrer meint, einen Schüler durch Nachsitzen disziplinieren zu wollen, kann man das diskutieren. Allerdings fällt dem Lehrer kein Zacken aus der Krone, die Eltern darüber zu informieren. Die Telefonnummern sind im Schulsekretariat vorhanden. Ein Telefon gibt es dort vermutlich auch.

Hätte ein Lehrer oder eine Lehrerin bei einem meiner Kinder ohne Mitteilung dafür gesorgt, dass meine Frau einen Panikanfall bekommt, wäre ein unfreundlicher Anruf noch das Geringste gewesen, was er oder sie zu erwarten gehabt hätte.

Respekt muss man sich verdienen. Wer von Eltern Respekt erwartet, sollte Eltern entsprechend behandelt. Respektvoll wäre der Griff zum Telefon gewesen. Ansonsten könnte die elterliche Reaktion durchaus unerfreulich ausfallen. Wobei sich der Lehrer oder die Lehrerin natürlich keiner Schuld bewusst ist und nicht mal ansatzweise auf die Idee kommt, dass er oder sie die Ursache für die harsche Reaktion der Eltern gesetzt hatte.

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genugistgenug 19.05.2014, 11:39
12. Vertrauen oder Freibrief?

Zitat von sysop
Was würden Lehrer ändern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten? Jan-Martin Klinge, 32, wünscht sich vor allem eins: Eltern sollten ihm und seinen Kollegen endlich wieder mehr vertrauen.
so wie sich das liest, will der nur seinen Anspruch auf Vertauen verlangen, den er durch seine Position (nicht Qualifikation) als Lehrer verliehen bekommen hat - sozusagen ein Freibrief für alles.
Wie wäre es mit einem Sticker
Habt Vertrauen - ich bin Lehrer - ich weiß alles besser - ich kann alles besser!

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terry_stark 19.05.2014, 11:39
13. Schlüsselbegriff: Kommunikation

Zunächst erst einmal möchte ich die Artikel der Lehrergeständnisse loben, die jedes mal wieder wichtige Problembereiche im Schulalltag ansprechen.
Des Weiteren stellt dieser Artikel für mich, als angehende Lehrerin, genau das in den Vordergrund, was ich in meinem 5-monatigen Praxissemester schon bemerkt habe: nämlich ein nicht überall funktionierendes Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern. Natürlich wollen Eltern das Beste für ihr Kind, und bestimmt gibt es auch Lehrer die in vielen Situationen nicht gerecht handeln können oder wollen. Dennoch ist es mehr als kritisch, wenn Eltern ständig versuchen ihre Kinder "rauszuboxen". Wo ist da der pädagogische Mehrwert? Schließlich sind Lehrer meist auch bemüht, das maximale aus den Schüleren herauszuholen, sie zu fördern und zu fordern etc. Der Schlüsselbegriff lautet also Kommunikation. Es muss einfach so viel wie möglich seitens der Eltern und Lehrer kommuniziert werden. Nur so können Entscheidungen nachvollziehbar gemacht werden.

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goomer 19.05.2014, 11:40
14. DIE Klientel

vielleicht sollte der Autor auch nochmal die Schulbank drücken...
Klientel ist feminin, also heißt es DIE Klientel und nicht DAS... Wer's nicht glaubt... gibt da so n schlaues Buch, das heißt Duden.

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a_moert 19.05.2014, 11:40
15.

Wenn ALLE Lehrer nach folgendem Prinzip denken, handeln und sich ihres sehr oft ausgeübten Machtmissbrauchs bewusst werden.

Die Würde des Schülers ist antastbar (Prof. Dr. Kurt Singer):
http://www.prof-kurt-singer.de/leitgedanken2.htm

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viera 19.05.2014, 11:41
16. Tja...

... die derzeitigen Eltern sind eben nunmal die erste Generation von Schülern, die unter ihren Lehrern gelitten haben und sich wehren können. Allen vorherigen Elterngenerationen wurde eben noch mit dem Schlagstock eindiszipliniert, dass die Allmacht des Lehrers quasi unantastbar ist.
Dass das nun auch die falschen trifft, und in falschen Situationen geschieht, ist halt leider so.
Ich werde den Lehrern meiner ungeborenen Kinder bestimmt nicht durchgehen lassen, was meine Eltern meinen Lehrern habe durchgehen lassen, dafür habe ich zu sehr gelitten. (Alkoholiker als Lehrer, offene Drohungen, Niedermachen, Notenwürfeln, Festmachen der Notenverteilung an der Punktezahl eines einzigen Schülers (der über 3 Jahre immer einen Punkt unter der nächstbessere Note war, niemand kann mir erzählen, dass das Zufall ist), und ähnliches.)
Und wenn ich dabei ein bisschen über's Ziel hinausschieße, ist mir das lieber, als dass mein Kind ebenfalls leidet.

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kamii 19.05.2014, 11:41
17. Die Lehrer der letzten Generation...

...haben vermutlich ihr bestes gegeben, um so ein Misstrauen herzustellen. Irgendeinen gemeinsamen Nenner wird dieses scheinbare Massenphänomen bei heutigen Eltern ja haben.

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thodie 19.05.2014, 11:42
18. Vertrauen

Vertrauen gibt es nicht einfach so. Vertrauen muss erworben werden und da haben manche Lehrer so einiges kaputt gemacht. Wo soll das Vertrauen herkommen, wenn Lehrer das dritte Kind mit den Worten "Nicht schon wieder ein <Familienname>" aufnehmen? Wenn Lehrer manche Kinder direkt mit den Worten "dumm" beschreiben? So mancher meiner ehemaligen Klassenkameraden, die es in den Lehrerberuf gezogen hat, sagen wir ehrlich ins Gesicht, dass Ihnen ihr Beruf kein Spaß macht und sie sich auch nicht motivieren können. Sie nutzen die Annehmlichkeiten ohne die Herausforderungen anzunehmen. Wie soll man so den Lehrern vertrauen?

Ich bin der Erste, der auf der Seite eines motivierten, gerechten und kompetenten Lehrers ist. Das Ziel ist die Bildung meines Kindes. Wenn ich merke, dass der Lehrer das auch so sieht, ist er in dieser Sache mein bester Freund. Leider trifft man viel zu selten auf diese Voraussetzung.

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Krakz 19.05.2014, 11:48
19. Verrechtlichung alles Lebensverhältnisse

Natürlich kann ich den Lehrer verstehen. Aber: Der Staat überzieht den inneren Raum der Familie mit Interventionen und Rechtsbegriffen, da kann man sich also nicht wundern, dass das Lehrer-Schüler-Verhältnis auch nicht mehr als irgendwie organisch oder natürlich begriffen wird, sondern als ein fortwährender Verwaltungsakt - der eben auch ebenso fortwährend angefochten werden kann

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