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Lehrergeständnisse: Eltern, warum vertraut ihr uns nicht?
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Was würden Lehrer ändern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten? Jan-Martin Klinge, 32, wünscht sich vor allem eins: Eltern sollten ihm und seinen Kollegen endlich wieder mehr vertrauen.

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Handschlag 19.05.2014, 11:58
30. Lehrer brauchen Respekt, das Nachsitzend könnte man professinalisieren

Alltägliche Disziplinar-Entscheidungen und alltägliche bewertungen von Lehrern sollten ebensowenig justiziabel sein, wie Weisungen des Arbeitgebers. Die Transaktionskosten sind zu hoch und soviel Vertrauen habe Lehrer schon verdient.

Schwerwigende Disziplinarmaßnahmen dürfen eh nur von der Schulkonferenz verhängt werden und die sollen auch justiziabel sein, genauso wie die Kündigung des Arbeitgebers. Das gleiche gilt bei wichtigen Prüfungsentscheidungen.
Lehrer haben sehr viele Freiräume bei der Gestaltung Ihres Unterrichts und der Art ihrer Disziplinarmaßnahmen. Das ist an sich sehr gut, denn schnelle und passende Strafen sind eine gute Sache.

Das NAchsitzen sollte als Standardstrafe für Lehrer leichter zu verteilen sein, und zwar ohne, dass der Lehrer ebenfalls nachsitzen muss. Der soll lieber seinen unterricht vorbereiten.
Es sollte pro Schule einen Nachsitzraum geben, in dem die Strafe abzusitzen ist. Jemand überwacht das, das muss kein Lehrer machen das ist ein guter Studentenjob. Da sitzt dann jemand 2 Stunden und gibt irgendeine echt ätzende intellektuelle Aufgabe. Z.B. Gedichte auswendig lernen oder sonst irgendetwas Nützliches.

Alle die Nachsitzen müssen werden per App eingetragen, automatische E-Mail an die Eltern, fertig.

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ekosch 19.05.2014, 11:58
31. Vertrauen verspielt!

Nachdem unsere Tochter in der Grundschule Lesen und Schreiben nach dem System "Schreiben nach Gehör" gelernt hat, wobei die damalige Klassenlehrerin bei uns Eltern um Vertrauen warb und uns bat nicht korrigierend einzugreifen, kann ich nur sagen, dass es mein schlimmster Fehler dieser Lehrerin zu vertrauen.
Das einzige, was unsere Tochter durch diese pädagogische Fehlleistung verinnerlicht hat, ist, dass Rechtschreibung unwichtig ist!
Was lernen wir Eltern daraus: Traue keinem Lehrer!

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austromir 19.05.2014, 12:00
32. Vertrauen muss man sich verdienen

Zitat von sysop
Was würden Lehrer ändern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten? Jan-Martin Klinge, 32, wünscht sich vor allem eins: Eltern sollten ihm und seinen Kollegen endlich wieder mehr vertrauen.
Vertrauen muss verdient werden. Gute Lehrer sprechen von sich aus mit Eltern und signalisieren dadurch Bereitschaft zur Kooperation. Zu viel Lehrer sehen nur sich und das Kind. Wenn man aber wesentliche Teile des Ökosystems so konsequent ignoriert wie deutsche Schulen gibt es eben schlechte Kommunikation.

Beispiel: Vater fragt bei einer Vorstellung von Gymnasien "wie werden Eltern eingebunden?" Antwort: einhelliges schallendes Gelächter der fünf Direktoren. Danach Ratlosigkeit, weil die Frage ernst gemeint war und niemand das erwartet hat.
Deutsche Schulen wollen von Eltern verschont bleiben. Das geht selten gut. Wer keine Möglichkeit zum Gespräch hat, greift dann leider oft zum Rechtsanwalt.
Dass man 18-jährige nicht mehr wie Kinder behandeln kann ist klar. Aber das Gymnasium geht eben von 10 bis 18.

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sportimtv-fan 19.05.2014, 12:01
33. Also Lehrer

möchte ich nicht sein. Ich habe viel Respekt vor Lehrern, und meine Jungs bekommen von mir was erzählt, wenn sie mal 'ne schlechte Note heimbringen. Mein Vater hat erzählt, dass er, wenn er vom Lehrer mal eine geklatscht bekam, gab's daheim nochmal eine Backpfeife. Nicht dass ich mir solche Zeiten zurück wünsche - nie im Leben!!!- , aber was heute so "abgeht"... Die Eltern, die wegen jedem Sch...beim Lehrer auf der Matte stehen, tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft immer egoistischer und respektloser wird.

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VeeRie 19.05.2014, 12:02
34. Haben Medaillen nicht zwei Seiten?

Nun, warum gibt es wohl kein Vertrauen (mehr)? Kann man sich die Frage nicht selbst beantworten? Zudem kann man das nicht einfach (durch einen Artikel, der im Mitleidsstil geschrieben ist) erzwingen, das verdient man sich - oder eben auch nicht. Letzteres ist wohl häufiger der Fall, wie man meinen könnte. Wenn Eltern nicht mehr hinter dem Kind stehen, sind sie verloren. Mir als Elternteil wäre es schnuppe, ob der jammernden Lehrerschaft das nicht passt, mir wäre das Wohl meines Kindes wichtig(er). Denken wir auch bitte mal an Lehrer, die bestimmte Schüler und/oder Geschlechter bevorzugen und die dadurch maßgebliche Beeinflussung der Notengebung. (Wer kann sich hier denn nicht an die eigene Schulzeit erinnern?) „...aber die Schüler dürfen nie das Gefühl bekommen, sie könnten ihre Eltern gegen mich ausspielen.“ Ausspielen? Wie wär's mit Wehren? Ich wusste nicht, dass alle Lehrer Immunität besitzen. Ist mir bisher entgangen, 'zeihung. Die Zeiten sind vorbei, Freunde. ;) Aber wirklich interessant, dass man zu faul oder zu unehrlich (?) ist, beide Seiten der Medaille zu behandeln.

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StefanXX 19.05.2014, 12:02
35. Nana ...

Zitat von volkmar10
Wenn ein Kind zu spät nach Hause kommt, machen sich die Eltern naturgemäß Sorgen. Das sollte auch ein Lehrer wissen. Wenn der Lehrer meint, einen Schüler durch Nachsitzen disziplinieren zu wollen, kann man das diskutieren. Allerdings fällt dem Lehrer kein Zacken aus der Krone, die Eltern darüber zu informieren. Die Telefonnummern sind im Schulsekretariat vorhanden. Ein .....
Jetzt putzen Sie sich mal den Schaum vom Mund, was es genau war steht im Artikel doch gar nicht. Vielleicht hat er ja zuhause angerufen. Vielleicht war niemand zuhause oder abgenommen hat, oder oder ... die Details dazu im Artikel fehlen. Grundsätzzlich gebe Ich Ihnen aber Recht, wenn dann sollte man die Eltern diesbezüglich benachrichtigen. Grundsätzlich muss ich aber auch sagen, dass es immer mehr überambitionierte Eltern gibt, die glauben mit Rechtsanwälten Ihr Kind nach vorne pushen zu können oder die glauben der Lehrere wäre für Ihre Versäumnisse in der Erziehung verantwortlich. Die Stories die ich von meinen Kumpels die jetzt Lehrere sind so höre, sind manchmal haarsträubend.

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Charlie Brown II 19.05.2014, 12:04
36. ...

Zitat von sysop
Was würden Lehrer ändern, wenn Sie einen Wunsch frei hätten? Jan-Martin Klinge, 32, wünscht sich vor allem eins: Eltern sollten ihm und seinen Kollegen endlich wieder mehr vertrauen.
Intellektuelle Totalausfälle gibt es auf beiden Seiten. Eltern und Lehrer.

Meiner Erfahrung nach gibt es Lehrer die ihrer Verpflichtung Wissen und Bildung zu vermitteln (keineswegs immer das Selbe) auf bewundernswerte Weise nach kommen. Gleichzeitig gibt es diese Art Lehrer denen mehr an der Pflege ihres Ego liegt als an den ihnen anvertrauten Kindern und solche die besser keine Lehrer geworden wären, weil sie vollkommen überfordert sind.

Ebenso gibt es Eltern die die besten Voraussetzungen für ihr Kind wollen. Sorge tragen, dass das Kind eine, seinen Möglichkeiten angemessene, Schule erfolgreich besucht. Es gibt aber auch reichlichst Eltern die ihr eigenes Ego über ihr Kind aufbauen, es auf Schulformen zwingen die nicht für das Kind geeignet sind, egal warum. Es gibt Eltern denen alles schlicht egal ist und solche die den eigenen Bildungsnotstand über ihr Kind zwanghaft kompensieren.

Wo liegt die Lösung? Im Zweifel in der realistischen Betrachtung von Möglichkeiten und Talenten und dem Handeln nach der gewonnen Erkenntnis. Dafür muss man sich zu hören. Dafür muss man dem Gegenüber ehrlich sagen was man denkt und wie was ist. Und auch dies gilt für Beide...

Nicht wahr liebe Lehrer? Nicht das Kind nach dem Auftreten seiner Eltern beurteilen oder nach der Berufsgruppe des Vaters oder nach den eigenen restriktiven Unterrichtsvorstellungen. Bei letzterem Torpedieren euch nämlich schon die "Disziplin? iiiihhhhhhbaaaaaaahhh"- Kolleginnenschrullen auf den Grundschulen, die noch nicht gemerkt haben, dass der Kindergarten vorbei ist!

Nicht wahr liebe Eltern? Nicht jedes Kind ist für das Gymnasium geeignet. Und dies ist keine Wertung. Ein zukünftiger Schreiner oder Einzelhandelskaufmann benötigt kein Abitur um glücklich zu werden. Es geht nämlich um eure Kinder, nicht um euer Ego beim Dummpalaver mit den Eltern des Geistesgenies von nebenan. Die erzählen Euch nämlich auch nicht, dass sie den Geistesdom zwei mal die Woche zum Psychotherapeuten fahren, weil er keine Freunde hat und sein soziales Verhalten nur mit dem vergleichbar ist, das sonst die Klospülung beseitigt!

Also: Beide Seiten runter kommen und reden. Auch wenns anstrengend ist. Und dabei nicht vergessen: Es geht um EURE Kinder, nicht um EUER Ego.

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michal101 19.05.2014, 12:05
37. optional

„Vertrauen verdienen“, „Hort des Absolutismus“, „Rechtsstaat“ – vollkommen überzogene Kommentare! Ich war bis vor kurzem Servicekraft in der Wirtschaft und habe die zu nicht unerheblichen Teilen rabiate Forderungsmentalität vom „König Kunde“ jeden Tag hautnah mitbekommen. Respekt- und Taktlosigkeit war vollkommen normal, genauso wie sich im Ton vergreifen und die fast schon obligatorische Drohung mit Rechtsanwalt. Deshalb habe ich vollstes Verständnis für Lehrer, Polizisten und Jobcenter-Mitarbeiter, die sich jeden Tag angreifen lassen müssen und sich oft nicht mal wehren dürfen.

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upmagic 19.05.2014, 12:06
38. Vertrauen?

Viele Kommentare schreiben über Vertrauen, dass man sich verdienen muss. Im nächsten Satz heißt es dann, dass die vielen Lehrer von früher dieses Vertrauen zerstört hätten. Wäre es vielleicht auch möglich, zu akzeptieren, dass inzwischen größtenteils eine neue Generation Lehrer ihrer Arbeit nachgeht, die mit den alten Methoden nicht mehr einverstanden ist und entsprechend anders handelt? Ich möchte nicht den Kopf für Fehler und Verfehlungen der Vorgängergeneration hinhalten, sondern lieber für meine eigenen... :-)

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pecos 19.05.2014, 12:07
39. Vertrauen...

... ist das was fehlt, nicht nur im Verhältnis Lehrer-Eltern. Das Problem ist viel grösser und wird leider durch das Denunziantentum und das Spitzelsystemdenken beflügelt, das sich in unsere Gesellschaft eingenistet hat und sich hinter so auf den ersten Blick unverdächtigen Schlagworten wie Transparenz, Ranking und Qualitätsmanagement verbirgt: alles muss immer geprüft und sichtbar gemacht werden, man lässt niemanden nur einfach seinen Job machen sondern misstraut von vorneherein immer jedem, der sich eine Autoritätspoition erarbeitet hat: dem Arzt, der Politikerin, dem Journalisten, der Polizistin, dem Lehrer, der Professorin, kurzum: Jedem, der etwas gelernt hat und von seinem Beruf etwas verstehen sollte. Stattdessen spielt sich jeder Laienschauspieler (und v.a. jede Laienschauspielerin)
als ExpertIn auf, die immer alles besser weiss, sich in erster Linie aber an egoistischen Gefühlen orientiert: mein Kind wird benachteiligt, das muss falsch sein, weil es mein Kind ist. Es wird von solchen Leuten immer gefordert, dass die Autoritäten Respekt ihnen gegenüber haben, aber es kommt ihnen nicht in den Sinn, dass sie selber Respekt vor denen haben könnten, die tatsächlich etwas gelernt haben; und dass sie selber falsch liegen könnten: denn das eigene Ego ist unfehlbar. Jede Autorität von aussen kommt diesen Leuten vor wie ein Angriff auf ihr eigees Selbst. Klar, es gibt Autoritäten, die missbrauchen ihre Autorität - und es ist gut, dass mehr kontrolliert wird, denn es gibt schreckliche Lehrer und schreckliche Politikerinnen; aber der Umkehrschluss ist auch falsch: jeder Autorität per se immer zu misstrauen.

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