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Lehrergeständnisse: Eure Gier nach guten Noten nervt
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Arne Ulbricht ist gerne Lehrer - aber ihn nerven Eltern, die für die Kinder per Brief gute Noten einfordern, ihn nerven Schüler, die wegen Noten heulen und pöbeln. Ein Lehrergeständnis über quälende Debatten.

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Andr.e 25.09.2014, 07:45
1. fakultativ

Teilnoten für eine PowerPoint? Ahahahaha, wie dümmlich muss ich als Elternteil sein, dass auch noch einzufordern? Dem Herrn Papa hätte ich einen Brief zurückgeschrieben und mich höflich für seinen, sicher gut gemeinten Ratschlag, bedankt, ihm aber unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass er sich bitte herauszuhalten habe. Dem Schüler hätte ich gesagt: "Weil es mehr als 12 Punkte nicht waren."

Aber, lieber Herr Ulbricht, das Problem liegt ganz woanders. Sie schreiben hier darüber? Kleiner Tipp: Wäre ich Ihr Schüler, würde ich Sie ganz sicher nicht mehr Ernst nehmen können. Nichts für ungut.

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jockel37 25.09.2014, 07:51
2.

Das Verhalten hat den Schülern ihre Vorgängergeneration auferlegt. Maximaler Leistungsdruck, um in der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt mithalten zu können. Auswüchse wie chinesisch im Kindergarten werden zunehmen. Ach und danke auch für Bologna und G8. Maschinell erstellte Kreaturen die möglichst mit 21 und Hochschulabschluss für die Konzerne zur Verfügung stehen.

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kaihawaii2000 25.09.2014, 07:53
3. Wenn mir....

... ein Schüler gegen den Tisch tritt und mich auffordert nochmal seine Arbeit zu kontrollieren, dann tritt er beim nächsten Mal gegen mich...

Wer auf so ein Verhalten eingeht ist selbst Schuld wenn die Diskussionsspirale sich immer weiter dreht.

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parsimony 25.09.2014, 07:54
4. Ist das den Schülern vorzuwerfen?

Berufskolleg, Geschichte und Französisch...
Ich könnte mir leider vorstellen, dass die Geschichts- und Französischkenntnisse der Schüler_innen nur im Ausnahmefall für den weiteren Lebensweg (um nicht Karriere zu sagen) von Interesse sind. Läge es nicht vielleicht auch am Lehrer die Bedeutung aufzuzeigen? Dass jemand in seinem Bewerbungsgespräch nach seinen Geschichtskenntnissen gefragt worden wäre, habe ich zumindest noch nie gehört. Ob jemand wirklich etwas kann, tritt leider auch in vielen Fällen hinter die Noten zurück. Dass dieser Trend nicht unbedingt zu begrüßen ist, ist hingegen wohl unstrittig.
Wenn ein Schüler sich ungerecht behandelt fühlt, könnte es auch sein, dass er ungerecht behandelt wurde oder dass ihm die gut begründete Notenvergabe nicht ausreichend vermittelt werden konnte.

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marthaimschnee 25.09.2014, 07:57
5.

Nur was will man denn anderes tun, wenn man nur noch auf Zahlen reduziert wird? Wenn man bei einer Bewerbung nur dann bis zu einem Punkt kommt, wo man als fähige Person erkannt wird, nachdem man per Zeugnis aussortiert wurde? Dann ist die Note eben entscheidend! Pradoxerweise sind die fähigsten Personen, die ich kenne, ausnahmslos keine Superschüler gewesen, sondern bestenfalls im Mittelfeld zu finden gewesen. In dem Sinne muß man schon fast zynisch behaupten: Ein Einstein würde auch heute noch auf dem Patentamt Dokumente stempeln - wenn überhaupt, denn inzwischen könnte er mit seinen schulischen Leistungen selbst dafür zu schlecht sein!

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HalfPastNein 25.09.2014, 07:58
6. Völlig Sinnfrei

Nun, dass Schüler mit allen Mitteln gute Noten wollen ist verständlich, immerhin hängt ihre komplette Zukunft, über die sie sich sowieso noch unsicher sind, von diesen Noten ab.
Und dann nörgelt da noch jemand.

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Zitrone! 25.09.2014, 07:59
7.

Ich finde Benotung grundsätzlich gut und richtig, weil der Schüler schon wissen sollte, wo er mit seiner Leistung steht - oder wo er vom Lehrer gesehen wird. Wenn der Lehrer zusätzlich noch klarmacht, an welchen Einzelpunkten er eine Note festmacht, dann kann das sehr hilfreich sein.

Man darf aber Noten nicht für die letzte, absolute Wahrheit halten. Das geben sie nicht her. Wenn zuviel von den Noten abhängt, z.B. der gewünschte Studienplatz und damit letztlich die gesamte Lebensplanung, dann muss das zu solch verzweifeltem Verhalten führen.

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spiegel-kommentar 25.09.2014, 08:01
8. Noteninflation

Noten haben sich in den letzten Jahrzehnten inflationär nach oben entwickelt, nicht nur in der Schule, auch im Hochschulbereich. Das liegt an gestiegenen Erwartungen, denen keine gestiegenen Leistungen gegenüberstehen und an der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung, dass jeder "studierfähig" sein soll. Eigentlich würde nur helfen, einen Notendurchschnitt festzulegen.

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Flying Rain 25.09.2014, 08:05
9. Nur Noten wollen...

Ja, mag an sich nicht das beste sein, aber da draußen interresiert es Personaler usw. einen feuchten wieviel du kannst und wie gut du bist....die schauen nur auf die Noten/ den Schnitt, ....

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