Forum: Leben und Lernen
Lehrergeständnisse: Eure Gier nach guten Noten nervt
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Arne Ulbricht ist gerne Lehrer - aber ihn nerven Eltern, die für die Kinder per Brief gute Noten einfordern, ihn nerven Schüler, die wegen Noten heulen und pöbeln. Ein Lehrergeständnis über quälende Debatten.

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crigs 25.09.2014, 09:50
70. Belohnung & willenskraft

Unser Gehirn versucht sein Belohnungsystem zu stimulieren. Dies hindert uns daran, komplexere Zusammenhänge verstehen zu können. Wir müssen bewusst mit Willenskraft versuchen, dieses Belohnungssystem auszuschalten, um Verstehen anpeilen zu können. Lernen ist ein langsamer Prozess. Keinem fällt die flüssige Intelligenz in den Schoss. Es ist nur die kristalline Intelligenz, die mit Gedächtnistraining gefördert werden kann. Das Arbeitsgedächtnis (flüssige Intelligenz) zu trainieren ist viel umfangreicher. Es braucht sehr viele Wiederholungen bis zum AHA-Effekt.
Verdeutlichung: Faktenwissen, Auswendiglernen uam ist mit der kristallinen Intelligenz möglich. Was im Cortex des Grosshirns gespeichert ist, kann schlicht abgerufen werden.
Reagieren auf Unvorhergesehenes verlangt nach flüssiger Intelligenz. Sie können kaum nachdenken, was zu tun ist sondern, Sie müssen unmittelbar reagieren. Diese Reaktionen basieren auf der flüssigen Intelligenz. Es sind keine Reflexe sondern, einstudierte Verhaltensweisen. Das vorausgegangene langsame Lernen hat dieses Verhalten möglich gemacht.
NACHTRAG: Schüler, die nach guten Noten streben, werden im späteren Leben sehr unglücklich sein. Ihr Wissen ist für die Katz ! Wer aber das Reagieren auf ... sich angeeignet hat, der wird die auftretenden Schwierigkeiten mit Ruhe angehen, Sie überwinden und weiter glücklich sein.

FAZIT: Lehrer müssen sofort die Gier nach guten Noten an den Pranger stellen. Tun Sie's nicht, dann sind sie keine Pädagogen, sondern schlicht unfähige "Lehrer", sogenannte "Leerer".

RATSCHLAG: Mit der kostenlosen PDF-Datei, "How To Develop A Super Power Memory" von Harry Lorayne, können Sie Ihre kristalline Intelligenz auf Hochtouren bringen. Das Peg -System (Seite 48) funktioniert unglaublich gut. Das Buch gibt es bei Amazon. Schonen Sie aber den Geldbeutel.
Die flüssige Intelligenz kann man tatsächlich trainieren. Dies haben Susanne Jaeggi und Walter Perrig aus Bern tatsächlich aufgedeckt. Die flüssige Intelligenz lässt sich trainieren. Es gibt im Internet bereits viele Trainingsmethoden. Christiane Stenger schreibt auf Seite 201 bis 203 in ihrem Buch "Lassen Sie Ihr Gehirn Nicht Unbeaufsichtigt" darüber.
Das Wunderkind aus Deutschland hat eine weitere Hürde genommen. Was wird Christiane Stenger nun unternehmen ? Ich warte gespannt und geduldig auf neue Mitteilungen.
«« Achtsamkeit ist nicht schwer. Schwer ist nur, stets
daran zu denken, achtsam zu sein. »»
(John Teasdale, Achtsamkeitsforscher)

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women_1900 25.09.2014, 09:53
71. und mich nerven Lehrkräfte

die es schaffen, Schulanfängern innerhalb eine Woche die Freude am Lernen, an der Schule zu vermiesen und alles auf die Eltern, die Gesellschaft schieben.
Schaut Euch doch einfach einmal an, mit welcher Vorfreude, welchem Wissensbegehr die Erstklässler in die Schule kommen und was nach 1-2 Wochen davon noch übrig ist.

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Oberlausitzerin 25.09.2014, 09:54
72. Das ist noch lange kein Grund,

für schlechte Leistungen gute Noten zu geben. Wenn ich Ihre Ausführungen lese, denke ich, dass wir froh sein können, dass in diesem Land die Kinder nicht von ihren Eltern unterrichtet werden.

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Oberlausitzerin 25.09.2014, 09:59
73. Keine Alternative?

So ein Quatsch. Auch Leute mit "mittleren" Noten können eine gute Zukunft haben. Es muss ja auch noch Leute geben, die "arbeiten". So richtig, mit Händen oder Maschinen. Und es gibt Spätstarter. die haben keine guten oder sehr guten Noten, sind aber intelligent und machen eben später was draus.

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mescal1 25.09.2014, 10:04
74. keine Urban-Legends

Zitat von marthaimschnee
... denn inzwischen könnte er mit seinen schulischen Leistungen selbst dafür zu schlecht sein!
Einstein war kein schlechter Schüler! Schaut man sein "MATURITÄTSZEUGNIS" an (Abi), dann hat er zwar lauter 6en (Mathe und Naturwissenschaften) drin - nur, die 6 ist da die beste Note!
Einstein hat nur nicht eingesehen, dass er was lernen sollte was ihn nicht interessiert.
Also, jetzt würde Einstein mit seinen Noten einen guten Job bekommen.
Einsteins Problem war anscheinend mehr, dass er mit "Zucht und Ordnung" in Konflikt geriet. Genauso war es am Polytechnikum. Das war für seine Hochschulkarriere nicht förderlich.

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_SethGecko_ 25.09.2014, 10:06
75.

Das Hauptproblem bei der Notengebung ist, dass diese bei den meisten Lehrern immer subjektiv ist. Mündliche Noten gehören abgeschafft, schriftliche Klausuren sollten immer anonym geschrieben werden (Nummern ziehen), so kann es auch nicht zu Diskussionen kommen: "Wieso geben sie mir diese Note/Punktzahl?" etc.

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philip2412 25.09.2014, 10:10
76.

Also,wir haben zu meiner Schulzeit auch nur für die Noten gelernt und hatten kein Problem damit und die,die hier behaupten,Noten sagen nichts über die wahre Leistungsfähigkeit aus,müssen sich fragen lassen,warum diese verkappten Genies sich in Schweigen hüllen.Welcher Lehrer kann schon ins Gehirn schauen.Wir haben kein Problem mit Noten,wir haben ein Problem damit,daß heute,im Gegensatz zu früher die Vollidioten auch gute Noten haben wollen .Irgendwann wird sich der Einser-Schüler fragen,warum er sich anstrengen soll,wenn der Idiot neben ihm auch eine Eins bekommt.

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nixkapital 25.09.2014, 10:12
77. Ähem...

...ist es nicht eher so, dass die Unternehmen / Unis in den Rattenrennen-Castings um die besten Jobs / Plätze Noten sehen wollen? Ist Bildung wirklich gefragt oder nicht eher doch Wohlverhalten, Anpassung und Wille, sich auch unnütze Inhalte kritiklos anzueignen? Passt doch in unsere Zeit.

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Avantime2000 25.09.2014, 10:16
78.

Zitat von parsimony
Berufskolleg, Geschichte und Französisch... Ich könnte mir leider vorstellen, dass die Geschichts- und Französischkenntnisse der Schüler_innen nur im Ausnahmefall für den weiteren Lebensweg (um nicht Karriere zu sagen) von Interesse sind. Läge es nicht vielleicht auch am Lehrer die Bedeutung aufzuzeigen? Dass jemand in seinem Bewerbungsgespräch nach seinen Geschichtskenntnissen gefragt worden wäre, habe ich zumindest noch nie gehört. Ob jemand wirklich etwas kann, tritt leider auch in vielen Fällen hinter die Noten zurück. Dass dieser Trend nicht unbedingt zu begrüßen ist, ist hingegen wohl unstrittig. Wenn ein Schüler sich ungerecht behandelt fühlt, könnte es auch sein, dass er ungerecht behandelt wurde oder dass ihm die gut begründete Notenvergabe nicht ausreichend vermittelt werden konnte.
Nach Geschichte fragt niemand. Allerdings wird es für meine Kinder später vielleicht doch ein Pluspunkt sein, dass sie fliessend 4 Sprachen sprechen.

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geode 25.09.2014, 10:17
79. Noten

Zitat von HalfPastNein
Nun, dass Schüler mit allen Mitteln gute Noten wollen ist verständlich, immerhin hängt ihre komplette Zukunft, über die sie sich sowieso noch unsicher sind, von diesen Noten ab. Und dann nörgelt da noch jemand.
Um bessere Noten zu bekommen, könnten sich die SchülerInnen ja auch zur Abwechselung auf den Hosenboden setzen und sich autodidaktisch betätigen. Dann klappt es auch in der Schule.

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