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Lehrergeständnisse: Ist Facebook eine Sekte?
DPA

Wer mit Schülern oder Eltern zu tun hat, kommt an Facebook eigentlich nicht vorbei. Lehrer Arne Ulbricht schon - obwohl ihn mancher deswegen für sozial tot hält.

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stern1961 11.01.2017, 08:39
1. So einen Lehrer

Wünsche ich meinem Kind! Wie wunderbar die Gedanke: "die Schüler sind Experte... und sharmantesten Nachhilfelehrer..." und nicht die schäbige Gedanke - Störer und Nichtwissende. Vielleicht könnte man vielen Lehrer(einen) mit einem Kurs beibringen - wie respektiere ich meine Schüler, dass ich das Respekt zurückbekomme! Danke für ihre Worte, Herr Ulbricht!

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g_bec 11.01.2017, 08:40
2. 28 Mio Nutzer.

Soso. 28 Mio von 81 sind also die Mehrheit. Und unter diesen 28 Mio sind sicherlich noch ein Haufen Firmenauftritte und Scheinaccounts. Aber gefühlt sind 99,9% der Schüler dabei. So'n Quatsch. Im persönlichen Umfeld sind von 20 Kollegen vielleicht 2 bei fb. Und eher werden DIE komisch angeguckt;-)
Hätte er WhatsApp geschrieben, könnte man es verstehen. Aber so riecht es doch danach, dass hier jemand mit seiner Digitalabstinenz (auf dieser Plattform!) kokettiert. Um sein Buch anzupreisen?

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Phil2302 11.01.2017, 09:00
3. Bin als Lehrer auch als Facebook

Dabei gibt es natürlich keine Freundschaften mit Schülern. Ich poste selten mal ein Foto aus dem Urlaub und kommentiere abseits von Fotos von Freunden auch gar nichts. Heutzutage grenzt es ja auch an gesellschaftlichem Selbstmord, wenn man seine eigene politische Meinung zu gewissen Dingen online unter echtem Namen postet. Der eigentliche Grund, warum ich da bin: Ich werde über Feiern informiert. Silvesterfeiern, Karneval, Geburtstagen, was auch immer: Man wird zu Gruppen eingeladen und hat daher eine Ahnung, was wo los ist. Das geschieht zwar auch häufig über WhatsApp, aber eben - speziell bei größeren Veranstaltungen - nicht nur. Davon ab habe ich nicht das Gefühl, dass Facebook bei Schülern noch sehr beliebt ist. Snapchat und Instagram sind da viel wichtiger. Und zum Punkt, dass Schüler alles auf Facebook glauben: Naja, die meisten in dem Alter glauben schlicht ALLES, was im Internet steht.

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Luke1973 11.01.2017, 09:07
4. Facebook

Mir kommt es auch ein bißchen seltsam vor. Denn Kind Nummer 1 und Klassenkameraden sind zu 99 Prozent NICHT bei FB. Für sie ist das "was für Erwachsene" und eher uncool / out.
Die Erwachsenen sind nämlich tatsächlich, in MEINEM Umfeld, zu 99 Prozent bei FB.

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sikasuu 11.01.2017, 09:08
5. Ohne FB sozial TOT? Das real life ganz vergessen?

Bei der Unmenge von zur Verfügung stehenden Kommunikationskanälen ist es mMn. gut möglich auf FB zu verzichten. Wer mit mir was zu tun haben will erreicht mich. Das klappt komischerweise öfter als mir lieb ist & ich bin wirklich kein Eremit.
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Meine Telefonnummern, Adressen usw. kennen genügend Leute, die melden sich wenn es notwendig ist, sie das möchten, umgekehrt dito.
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Ohne FB lässt sich mMn. sehr gut leben.
Habe mehrfach "fake Accounts" angelegt, aber nach einigen Tagen kam immer der Moment "Er wendete sich mit Grauen"!
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Gegen FB sind/waren Usnet, Foren usw. ja fast hoch intellektuelle Gesprächskreise.
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Gut der Mann, kann ich verstehen.
@stern1961: In einer Lern-/Lehrsituation profitieren IMMER beide Seiten. Beide lernen voneinander, von der Kita bis zum Doc- Kolloquium, die meisten reden nur nicht darüber, weil "falsches Verständnis der Rolle!"

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neuss66 11.01.2017, 09:10
6. Ich habe mich abgemeldet

Ein Leben ohne Facebook ist nicht nur möglich, sondern sogar ganz erheblich angenehmer!
Ich war einige Jahre bei Facebook angemeldet. Es erschien mir damals als eine praktische Plattform um meine z.T. politisch motivierten Ansichten (Nichtraucherschutz, Umweltschutz und anderes) unter die Leute zu bringen. Aber was ich erlebt habe ist ein Schmoren im eigenen Saft und Sucht. Denn man erreicht vor allem Gleichgesindte, mit denen kann man sich dann wirklich umfassend und umfangreich einig sein kann. Mein "Freundeskreis" (das sind, wenn es hoch kommt, Bekannte) betrug zuletzt etwa 140 Leute (was nicht wirklich viel ist). Bei den Leuten, deren "Beiträge" mich besonders nervten (Fotos von derem Essen oder Gutenachtgrüße und esoterischer Schwachsinn, rechtes Gedankengut und Gehetze, ...) hatte ich schon früh eingestellt, dass ich deren Beiträge nicht in meiner "Timeline" zu sehen bekam.
Facebook hat einen seltsamen Suchteffekt: Obwohl man im Grunde nichts wirklich Brauchbares erfährt oder tun kann, hat man das Gefühl nichts verpassen zu wollen und mitreden zu müssen. Es spricht den Gemeinschaftssinn an und verschafft einem dadurch eine subtile Befriedigung und naive Glücklichkeit. Und so verbringt man schnell viele Stunden am Tag vor dem Rechner und mit Facebook.
Weil ich recht reflektiert bin, bin ich mir dessen bald bewusst geworden. Die Entscheidung mich abzumelden (was technisch nicht ganz einfach ist!), habe ich bis heute nicht bereut. In den ersten Tagen nach der Abmeldung empfand ich tatsächlich so etwas wie Entzugserscheinungen. - Was sollte ich mit der ganzen gewonnen Freiheit und vor allem der frei gewordenen Zeit anfangen? Das hat sich natürlich gelegt und ich bin heute überglücklich mit diesem System nichts mehr zu tun zu haben. Ich widme mich wieder mit Intelligenterem und Gesünderem. Bücherlesen und Wandern z.B. und ich führe echte kontroverse Gespräche mit echten Menschen, die man nicht einfach sperren und ignorieren kann.
Und gerade wenn mir heute Bekannte (echte!) begegnen, und mir so manchen Schwachsinn mit dem Brustton der Überzeugung erzählen, erkenne ich oft genau daran, dass sie eben Facebook-User sind. Facebook leert die Köpfe und füllt sie mit Vorurteilen, Unwahrheiten und Müll. Keine Ahnung ob das die Schuld von Facebook ist oder der User. Aber mit Sicherheit begünstigt Facebook genau dies in sehr hohem Maße.
Ich kann nur jedem raten sein Leben nicht in Facebook zu verlagern sondern ein echtes Leben in der Realität zu haben!

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treppat 11.01.2017, 09:15
7. überhaupt nicht sozial tot!

Herzlichen Glückwunsch für jeden Kollegen, der sich facebook und damit auch whatsapp verweigert. Ich vertrete und begründe meine Abstinenz gegenüber der Schülerschaft und habe dadurch öfter die Möglichkeit, das zu thematisieren. Bisher hat JEDER Schüler mich verstanden und meine Reaktion akzeptiert. Ich bin überhaupt nicht sozial tot und werde mit großer Selbstverständlichkeit per sms kontaktieren.
Mein Einfluss reicht leider nicht aus, um die Schüler geschlossen zum Umstieg auf seriöse Alternativen zu bewegen. Die Teilnahme an einzelnen whatsapp-Gruppen scheint zu wichtig zu sein und der Umstieg zu unbequem.

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alex300 11.01.2017, 09:15
8. Also, meine Kinder halten vom Facebook

gar nichts.
Facebook ist für sie nicht existent.
Diejenigen, die bei Facebook einen Account haben, halten sie für Looser und Spinner.
Das geht eigentlich der ganzen Schule so.
Facebook scheint etwas für die älter(nd)e Generation zu sein.
Nicht mehr attraktiv für die heranwachsenden.
Allerdings, kann man dem Zuckerberg kaum entfliehen, da Instagramm, Whatsapp und Co ihm so wie so gehören.
Die Kinder sind froh, dass mindestens Snapchat noch nicht aufgekauft ist.

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SnapStall 11.01.2017, 09:29
9. FB mit Schülern?

Wir dürfen in BW mit Schülern gar nicht mittels sozialen Netzwerke kommunizieren! Ein Riesenanachronismus in meine Augen - es ist ja wohl selbstverständlich, dass ich dort nicht über Noten oder sonstwie Datenschutzrelevantes diskutieren würde. Aber das grundsätzliche Verbot von sozialen Netzwerken geht am Alltag der Schüler vorbei. Mail? Das ist Technik aus dem letzten Jahrtausend.
Und auch FB kennen meine Schüler nur noch vom Hörensagen - ist ja uncool, seit sich darin vor allem Erwachsene rumtreiben. Sie benutzen vor allem Whatsapp.

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