Forum: Leben und Lernen
Lehrergeständnisse: Kollegen, hört auf zu meckern!
Daniel Schmitt

Manche Lehrer fürchten sich vor Schülern, die den Unterricht stören, die alles besser wissen, die immer widersprechen. Arne Ulbricht gesteht: Er hat in der Schule auch manchmal Angst - allerdings eher vor seinen nörgelnden Kollegen.

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hman2 01.12.2014, 11:58
70.

Zitat von
Über Schule und insbesondere Lehrer_innen (in der Folge gendere ich nicht mehr korrekt, Verzeihung!) zu schreiben
Bitte entschuldigen Sie sich nicht. Dieser Quatsch, die eigene Muttersprache politisch-korrekt zu vergewaltigen wird nie aufhören, wenn er zu lange aus falsch verstandener Rücksichtnahme hingenommen wird, und die Faust nur in der Tasche geballt wird.

Es sind nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund, die unsere Sprache nicht beherrschen. Manche -auch studierte- Leute wollen unsere Sprache nicht korrekt sprechen, aus ideologischen Motiven heraus - und das muss aufhören. Auch und vor allem an Schulen, aber eben nicht nur da.

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beuerlein 01.12.2014, 12:23
71. Stichwort Berufswahl

Als meine Kinder ihr Abi gemacht haben, habe ich die Diskussionen über die Auswahl der Studiengänge auch aus deren Freundeskreis mitbekommen. Allgemeine Tendenz: Wer nicht weiß was er will beginnt erstmal mit Lehramt. Mir tun heute schon die Kinder leid, die von von diesen unmotivierten Lehrern mal unterrichtet werden. Dann braucht man sich über schlechte PISA-Ergebnisse nicht mehr wundern.

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Bahnix 01.12.2014, 12:29
72. Auslese?

Vielleicht sollte man, anhand der Erfahrungen, eine Zutrittskontrolle für Lehrer schaffen: Nicht jeder der fähig ist, kann auch Pilot werden. Da werden psychologische Faktoren, wie Belastbarkeit Teamfähigkeit etc. geprüft. Diese psychologischen Tests solle bwirken, dass wirklich nur geeignete Leute ein Flugzeug führen. Warum sollte das bei Lehrern nicht auch klappen? Es wäre volkswirtschaftlich sicher besser, man prüft Anwärter von Anfang an, ob sie dem Lehrerberuf überhaupt gewachsen sind, und spart sich bei nicht geeigneten Personen die teure Ausbildung.

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antonio.b 01.12.2014, 13:02
73. Acht Schulen in 4 Bundesländern

und das mit 41 Jahren. Damit ist doch wohl alles gesagt.

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SnapStall 01.12.2014, 13:06
74. 1804 Stunden

@jambon1: Ich verstehe die Rechnung nicht ganz - nach meinem Wissen entsprechen1804 Stunden den für Beamten vorgeschriebenen 41 Wochenstunden bei 6 Wochen Urlaubsanspruch - also alles ganz ok, aber durchaus nicht wenig. Und wie gesagt: Viele Lehrer sind da am Ende locker drüber - leider aber auch sicher einige deutlich drunter.
Anyway - mir geht diese ganze Diskussion inzwischen richtig auf den Keks. Weil ich den Vergleich habe (habe selbst vor dem Studium eine Berufausbildung in der Industrie gemacht, meine Frau arbeitet in der IT-Branche), traue ich mir ein Urteil zu: Die Unterschiede sind gar nicht so gravierend. In anderen Branchen sind die Verteilungen vergleichbar: Der Anteil der Nörgler, der High-Performer, auch der Low-Performer und der Ordentlich-Arbeiter, auch die Arbeitszeit und die Belastung - all das ist woanders durchaus ähnlich, mehr oder weniger.
Der Hauptunterschied: Beim Lehrerberuf machen sich viele Leute falsche Vorstellungen, weil sie von ihrer Erfahrung aus Schülerperspektive auf den Berufsalltag schließen. Da bleiben die 'faulen Säcke' leider besser in Erinnerung als die Vorbilder, von denen man sehr profitiert hat. Jammern von Lehrern ist unterm Strich nicht mehr (aber auch nicht weniger) berechtigt als woanders auch. Aber Jammern ÜBER Lehrer genauso wenig, IMHO.
Und noch ein Gedanke zur 'Weltfremdheit': Zumindest im Gymnasium sind wir keine Berufsausbilder, wir bilden sehr viel weiter und breiter. Ich finde, ein Lateinlehrer darf gern vom Typ 'weltfremder Professor' sein, wenn er es schafft, seine Schüler für die Schönheit antiker Lyrik zu begeistern.

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mrsa 01.12.2014, 13:10
75.

Zitat von an.emma
Ich schätze Arne Ulbricht als einen Typen mit Ecken und Kanten ein. Und genau solche fehlen an unseren Schulen. Die befinden sich zu 90% in Frauenhand. Der Rest sind dann sozialpädagigisch weichgespülte, männliche, Sissies. Mehr kantige Typen braucht das Land. Speziell mehr kantige Lehrer.
Nee, er hat keine Ecken und Kanten, sondern ist aalglatt und sich nicht zu Schade, seine Kollegen öffentlich für die eigene Vermarktung in die Pfanne zu hauen.

Ich denke, die Gespräche, die seine Kollegen mit ihm geführt haben oder er im Lehrerzimmer belauscht hat, waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
Einen solchen Kollegen möchte ich nicht haben, egal in welchem Beruf. So einer petzt bestimmt auch dem Chef, wenn Kollegen in der Kantine mal Dampf ablassen, es ist ja für den eigenen Vorteil.

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vonlipwig 01.12.2014, 13:16
76.

Zitat von ugt
... Für 10.000 Euro BRUTTO! im Monat muss ich ca. 400 Stunden arbeiten. Wirklich arbeiten! Und nicht bei einem Tässchen Tee die Handschrift meines Chefs entziffern. ...
Wow. Sie arbeiten pro Kalendertag ca. 13 1/2 Stunden?
Schön, dass Sie dennoch die Muße finden, zur besten Arbeitszeit hier zu posten.

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jujo 01.12.2014, 13:22
77. ...

[QUOTE=hman2;21283914][QUOTE]
An Bord eines Schiffes gibt es Wachen. Wenn man keine Wache hat, hat man zwar eine Ruhephase, aber kein frei und hat im Fall der Faelle aufm Posten zu sein!
Zitat von
Rufbereitschaft gibt es in vielen Jobs.Na ja, irgendwie weiß man das doch vorher, oder?
Während der Seewache im freien Seeraum, kuckt die Brückenwache im 3 Wachen System 8 Std/Tag aus dem Fenster, zum Ende der Wache macht er völlig erschöpft
seine Tagebucheintragungen und geht sich erholen, im fitnessraum, Sauna, Pool, oder abends an die Bar im Offz. Salon. Stress ohne Ende. -:) So weit so gut.
Wenn man aber im Winter im Nordatlantik 6 Tage Orkan abgeritten hat, nicht zum Schlafen gekommen ist, froh ist, das alles mit Besatzung und Schiff o.k. ist bis auf Marginale Schäden wie 10m Verschanzung von der See weggeschlagen, der Vormast geknickt, einige Container im Vorschiff Schrott sind. dann weiß man wofür man bezahlt wird! Ich liebte meinen Beruf!

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jajajanenene 01.12.2014, 13:22
78. Billig

Generell ist nur eines billiger, als als Lehrer ständig zu nörgeln: Von Aussen oder "Halbinnen" (53,2%-Lehrauftrag) über Lehrer herziehen. Volkssport!

Manche meinen, mit dem Begriff "Lehrer" sei alles gesagt. So ein Schmarrn:
Es ist ein riesen Unterschied, wo man unterrichtet, welche Fächer, wie das Kollegium und die Schulleitung drauf sind. Irgendwie "wie im richtigen Leben", oder?

Stress gibt es überall? Von mir aus. Aber auch wenn es der eigenen Aussageabsicht widerstrebt: Gemotzt wird auch überall. Man sehe sich mal das Geheule von kassenzugelassenen Ärzten an. (Vorschlag: Wenn's so schlimm ist: K-Zulassung abgeben und nur noch privat behandeln.)

Ich habe im Bekanntenkreis einige Lehrer: Manche super entspannt (volles Deputat in Kunst am Gymnasium), andere weniger entspannt (Vollzeit mit Englisch und Sport an einer Hauptschule). Manche unterschätzen den Psychoterror, der auf Lehrer einwirkt - und wie asozial Schüler sein können (deren Eltern daheim schon nicht mit ihnen zurecht kommen).

Stammtischparolen über Lehrer sind für mich ein internationales Zeichen für "Vollidiot."

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ich.persönlich 01.12.2014, 14:12
79.

Stimmt, ich vergesse immer, wie gerne ich am Sonntag hinter Eltern her telefoniere. Das symbolisiert praktisch das "Lehrergen". Schlimm sind nicht die Schüler, die Kollegen oder die Eltern. Es sind die, die (in der Hoffnung auf ein zweites Standbein) ihr insider-Wissen auch noch an Verlage schicken und Enthüllungsdramen auf den Buchmarkt werfen.

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