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Lehrergeständnisse: Warum ich nach Sympathie benote
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Noten sind oft ungerecht, wissen Schüler und Eltern. Nur selten geben Lehrer zu, dass sie Zensuren nach Gusto verteilen. Ich tu's, gesteht hier eine Lehrerin.

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Thorkoch 03.06.2014, 12:32
1. Pflichtverletzung

Es ist erschütternd, mit welcher Selbstverständlichkeit hier eine Beamtin private Meinungen über ihre Dienstpflichten stellt und diese damit verletzt. Eine Benotung ist gegenwärtig vorgesehen und muss so neutral wie möglich erfolgen. Ob eine Note privat als überflüssig oder gar schädlich angesehen wird, ändert daran nichts. Auch kommt es allein auf die erbrachte Leistung, nicht aber das Umfeld des Schülers, Lernschwierigkeiten oder Sympathie an. Dies auszublenden, soll und muss ein Lehrer leisten können.

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qsecofr 03.06.2014, 12:34
2. Das kene ich auch...

Ich habe 2 ältere Geschwister, und diese waren im Gegensatz zu mir, meistens Lehrers Liebling. Meine Schwester hat Hausaufsätze zu erst geschrieben. Alles mit 1 benotet. Mein Bruder schreiben den gleichen Aufsatz und alles 1 bekommen. Und ich habe den auch geschrieben, und habe abgesehen von der Rechschreibung (1) selten eine bessere Note wie eine 2 bekommen. Meistens 3 oder schlechter.
Bei dem 10jährigen Klassentreffen hatte ich sie mal darauf angesprochen, das meine Schwester (Als Autor) schon beleidigt war, das sie den Aufsatz so schlecht bewertet hat. Darauf lief sie nur rot an, und sagte gar nichts mehr.
Wenn es nicht gerade um 1+1=2 geht, geht es schon nach Nase. Dazu gab es doch hier mal einen Artikel: "Kevin ist kein Name, Kevin ist eine Diagnose!"

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ludwig49 03.06.2014, 12:36
3. Was die Lehrerin zugesteht...

...ist mit Sicherheit kein Ausnahmefall. Es gibt eben in jeder Klasse Lieblinge und Bösewichte. Bei Aufsätzen oder Präsentationen hat die Benotung dementsprechend Spielräume; bei Mathematik mache ich mir eher Gedanken, wenn die Punktzahl der einzelnen Aufgaben letztlich falsch zusammen gezählt wurden, was sich negativ auf die Note auswirkte.

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wrobel2 03.06.2014, 12:36
4. @Thorloch

Offensichtlich geht es halt wohl nicht! Lehrer sind eben auch nur Menschen .. Auch wenn ich mir früher nicht so sicher damit war ;) ..

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Danares 03.06.2014, 12:39
5. Deutschstudium

Auf welcher Hochschule lernt man, Sätze wie "Selbst in Mathematik wird bei manchen Schülern eine Ziffer eher erkannt als bei anderen." zu formulieren? Geht's darin um die Lesbarkeit oder die Geschwindigkeit?

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thrawn86 03.06.2014, 12:40
6. Nichts Neues

Das Lehrer teilweise nach Sympathie bewertet ist nichts Neues und auch teilweise mit psychologischen Faktoren zu erklären und nicht nur mit reiner Willkür.

Viel bedeutender und weiter verbreiter als Sympathie als Notengrundlage ist aber doch, dass in vielen Fächern, sei es jetzt Deutsch, Kunst, Fremdsprachen, etc. bei Tests und Arbeiten die inhaltliche Bewertung einer Textanalyse, Gedichtsinterpretation, eines Bildes/Kunstwerkes, etc. dem Verständnis und der argumentativen Präferenz des Lehrer unterliegt. Das heisst wenn ich bei der Analyse eines Kafka-Textes bestimmte Argumente vorbringe, seien sie noch so "gut", dann kann es sein, dass der Lehrer die Argumente nicht versteht und/oder sie ihm nicht gefallen und deshalb eine schlechtere Note vergeben wird. Es gibt zwar Maßstäbe nach denen bewertet werden soll und auch inhaltliche Vorgaben (z.B. Bücher mit Interpretationshilfen) aber ein Großteil der Bewertung obliegt nicht unbedingt sachlichen, sondern subjektiven Kriterien. Anders als bei einem "multiple choice"-Test bei dem man antworten einfach nur auswendig lernt und deren "Richtigkeit" klar messbar ist, ist vieles was man in der Schule in Tests schreibt nicht so eindeutig.

Von daher sind Schulnoten meiner Meinung nach auch nicht das A und O, wenn es darum geht die Qualifikation eines Menschen zu bewerten bestimmte Studiengänge, Berufe, etc. auszuüben.

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martinom 03.06.2014, 12:41
7. soso..

Dass Sie "selten eine bessere Note wie eine 2 bekommen" haben liegt daran, dass Sie überhaupt keine Orthografie beherrschen und nicht daran, dass Ihre Nase Ihren Lehrern nicht gefiel. Oder wollten Sie uns alle zum Narren halten?

Zitat von qsecofr
Ich habe 2 ältere Geschwister, und diese waren im Gegensatz zu mir, meistens Lehrers Liebling. Meine Schwester hat Hausaufsätze zu erst geschrieben. Alles mit 1 benotet. Mein Bruder schreiben den gleichen Aufsatz und alles 1 bekommen. Und ich habe den auch geschrieben, und habe abgesehen von der Rechschreibung (1) selten eine bessere Note wie eine 2 bekommen. Meistens 3 oder schlechter. Bei dem 10jährigen Klassentreffen hatte ich sie mal darauf angesprochen, das meine Schwester (Als Autor) schon beleidigt war, das sie den Aufsatz so schlecht bewertet hat. Darauf lief sie nur rot an, und sagte gar nichts mehr. Wenn es nicht gerade um 1+1=2 geht, geht es schon nach Nase. Dazu gab es doch hier mal einen Artikel: "Kevin ist kein Name, Kevin ist eine Diagnose!"

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cto74 03.06.2014, 12:43
8.

Zitat von sysop
Noten sind oft ungerecht, wissen Schüler und Eltern. Nur selten geben Lehrer zu, dass sie Zensuren nach Gusto verteilen. Ich tu's, gesteht hier eine Lehrerin.
Noten dienen der Aussonderung, das ist kein Geheimnis.

Wenn Sie dies vorschnell ablehnen, so denken Sie beim Überfahren der nächsten Brücke bitte einmal darüber nach, ob Sie sich vielleicht doch wünschen, dass der Statiker seine Prüfung mit einer guten Note bestanden hat; wenn Sie das nächste Mal im Flieger bei unruhigem Wetter im Landeanflug sitzen, prüfen Sie sich, ob Sie damit leben können, dass der Pilot seine Prüfung bestanden hat, weil jemand "ein Auge zugedrückt hat". Wenn Sie sich das nächste Mal einer OP unterziehen müssen, verschwenden Sie, noch bevor Sie in die Bewusstlosigkeit fallen, einen Gedanken an die positiven Seiten der Aussonderung von Medizinern.

Und wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass Noten in mancherlei Situationen sinnvoll sind, dann arbeiten Sie bitte an einem Verfahren, das die Vergabe von treffenden, mögichst objektiven, an Lernzielen und Kompetenzen orientierten Noten erlaubt.

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Danares 03.06.2014, 12:44
9. Prüfungen

Sind auch nicht dazu gedacht, durch sie zu lernen, sondern für sie, damit anhand des Resultats eventuelle Defizite aufgezeigt werden.

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