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Lehrermangel: Vier Ost-Bundesländer zahlen Provinz-Zulage
Bernd Wüstneck/ DPA

Mit finanziellen Anreizen wollen vier ostdeutsche Bundesländer Lehrkräfte für Schulen in ländlichen Gebieten ködern. Zwei Länder im Westen planen einen ähnlichen Schritt, wie eine SPIEGEL-Umfrage ergab.

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at.engel 23.08.2019, 19:45
10.

Ein "Golden Hello" vielleicht noch... Das ist doch alles für Leute, die schon so mehr als gut verdienen.
Für alle anderen zählt nur das Gehalt und der Status - weil es eben auch um die Rente bzw. die Pension geht. Wenn die ihre Lehrer verbeamten und sie vernünftig bezahlen, bekommen sie auch welche. Was helfen am Anfzng ein paar tausend Euro, wenn ich mich dann von Jahr zu Jahr duchwurschteln muss, und ich dann ab Schuljahresende jedes Mal wieder beim Arbeitsamt lande. Die nehmen doch die Bewerber irgendwie auf den Arm?!

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Berufsschullehrer 23.08.2019, 19:53
11. In NRW...

...gibt es für bestimmte Schulformen inzwischen fast flächendeckend einen Einstellungsstopp. In unserem Regierungsbezierk werden in diesem Schuljahr weder Gymnasial- noch Berufsschullehrer eingestellt. Nur Grundschule und Sek. I wird noch ausgeschrieben (da, wo es halt wirklich mangelt).
Über den Einstellungsstopp in der Sek II soll den Lehrern aus den drei begehrten Regierungsbezierken Detmold, Münster und Arnsberg die weniger beliebten Bezierke Düsseldorf und Köln schmackhaft gemacht werden. Hier gibt es Stellen, aber eben vorallem in den Großstädten. Und dort möchte in NRW anscheinend kaum noch ein Lehrer hin. Zurzeit sind hier Schulen in mittleren und kleineren Städten deutlich beliebter als in Großstädten.

Der Plan, nur noch dort Stellen auszuschreiben, wo tatsächlicher Mangel herrscht, geht aber natrülich auch total nach hinten los... Viele gehen lieber nach Niedersachsen. Wer z.B. in der Nähe von Bielefeld wohnt ist in teilweise in weniger als einer halben Stunde im benachbarten Bundesland angekommen, irgendwo schön aufm Dorf.
Bei den gerade fertig werdenden Berufsschullehrern, von denen der überwiegende Teil ja vorher eine Ausbildung gemacht hat, gehen viele so lange in ihren alten Beruf zurück, bis wieder Stellen in der Region frei werden. Ich kenne Gymnasiallehrer, die freiwillig an Grundschulen gehen (ob das sinnvoll ist, möchte ich offen lassen), damit sie nicht aus der Region weg müssen.

Lehrer - auch die weltoffensten - sind halt doch sehr häufig regional stark verwurzelt. Der Drang, nahe der Heimat zu bleiben, häufig stärker als die Sehnsucht doch bitte endlich eine Verbeamtung auf Lebenszeit zu bekommen. Auch Gehaltszulagen werden hier wenig bringen...

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RichardHörner 23.08.2019, 19:54
12. Das ist ja schön...

..., dass die Bundesländer so viel Geld haben, um solche „Sonderlöhne“ zahlen zu können. Noch schöner, dass dieses Geld ja von uns allen stammt.

Wer zahlt den allermeisten Arbeitnehmern, die nicht wohlbehütet beim Staat arbeiten, solche Lehrertraumgehälter, wer diese Superextrazulagen?

Irgendwann wird die Kuh, die man zu Tode melkt, umfallen und keine Milch mehr geben können.

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ChristophST 23.08.2019, 20:06
13.

Als Lehrer wäre ich froh auf dem Land unterrichten zu können. Und zwar da, wo die Eltern den Kindern noch deutsch lernen, Mädchen keine Kopftücher tragen müssen, zum Schwimmunterricht dürfen und Security Unternehmen keinen Schul-Wachdienst schieben müssen.

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ossimann 23.08.2019, 21:21
14. Ja das Beamtendarsein ....

Zitat von burlei
Lehre ist Ländersache, Länder sind sind klamm, müssen ihr Geld für andere Sachen ausgeben. Lehrer sind diejenigen, bei denen man sparen kann. Man kann sie verbeamten, diese sind billiger als Angestellte, man hat sie dann aber ständig an der Backe. Also nimmt man junge Lehrer, Referendare, zahlt ihnen ein Hungerlohn. Ein Referendar z.B. in SH bekommt 1294,79 €, dafür übernimmt er dann ein paar Klassen. Ein Referendar in Sachsen bekommt 1495,10 €, für einen Aufschlag von 1000 Euro geht er sogar in die sächsische Provinz (Wäre man jetzt gehässig, könnte man sagen, diese 1000 Euro sind eine "Gefahrenzulage" für den Dienst in "National befreiten Zonen".) Damit erledigt er die Aufgaben eines fertigen Lehrers, ist aber - auch mit Zulagen - billiger. Die GEW hat Recht. Ein Referendar, ein Lehrer, der in die Provinz gegangen ist, bevor das Kopfgeld bezahlt wurde, geht leer aus, hat sein "normales" Gehalt. Ein Referendar, ein Lehrer, der heute da hin geht, kassiert zusätzlich. Dient das dem "Betriebsfrieden"? Eher nicht, als "alter" Lehrer würde ich mich betrogen vor kommen. Eine Lösung gäbe es: Verbeamten, Sicherheit bieten, dann klappt das auch mit der Versetzung. Nach ein paar Jahren, den Beförderungen ist der Lehrer dann in der Provinz "überbewertet beschäftigt" und wird versetzt. Raus aus der Provinz, rein ins Leben. @Hardisch: Ja, es ist bedauerlich, dass es Gewerkschaften gibt. Gäbe es sie nicht, könnte neoliberale Gier die Leute so richtig ausbeuten. Aber leider.... Mist aber auch :-D
.... das kann aber auch verdammt teuer werden . Die Pensionsansprüche sind ja jetzt schon gewaltig , von Rücklagen dafür ist wenig zu sehen . Erstaunlich das das niemanden juckt , wogegen man die "Rentensau" in aller Regelmäßigkeit durch die Presse jagdt , nach dem Motto "wer soll das bezahlen ?" . Des weiteren war schon das Thema hoher Krankenstand bei Lehrer an der Tagesordnung . Logisch , bei der Benimmse , Unruhigkeit und mitunter Sprachstörungen bzw. -beherrschung , da kommt die Lehrkräft schnell an das Ende des Lateins . Vor allem in bestimmte "Brennpunkte" dürfte der Gang zur Schule ein täglicher Alptraum sein . Rabiate Schüler , aufbrausende Eltern , keine Handhabe um Durchzugreifen , schnell hat man irgend einen Anwalt am Haxen und dreht sich im Hamsterrad . Folge , Depressionen , Burnout , Dienstunfähigkeit . Dann fehlt die Lehrkraft wieder , also den nächsten "Beamten" einstellen , oder mal das Gesamtgeschehen in der Padagogik auf die Füsse stellen und das in die Hand des Bundes zu legen , diese Kleinstaaterei ist Anakronismus erster Güte und dient nur den Parteien als Aushängeschild ihrer "Guten Taten" und für bestimmte Padagogen als Experimentierfeld der "Modernen Wissensvermittlung" von Schreiben nach Gehör bis Notenfreiheit in den ersten Klassen ..... wie war das mal "Was Haenschen nicht lernt, lernt Hans immermehr" .... da war man früher schon mal weiter , ganz ohne Zulagen .

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grotefend 23.08.2019, 22:08
15. Naja

Zitat von RichardHörner
..., dass die Bundesländer so viel Geld haben, um solche „Sonderlöhne“ zahlen zu können. Noch schöner, dass dieses Geld ja von uns allen stammt. Wer zahlt den allermeisten Arbeitnehmern, die nicht wohlbehütet beim Staat arbeiten, solche Lehrertraumgehälter, wer diese Superextrazulagen? Irgendwann wird die Kuh, die man zu Tode melkt, umfallen und keine Milch mehr geben können.
Mit der entsprechenden Ausbildung können Sie auch außerhalb des Schuldienstes vermeintliche Traumgehälter bekommen. Wenn Sie allerdings minderqualifiziert sind, dann eben nicht.
Aber anscheinend sind die Bedingungen an der Schule nicht so rosig, wie Sie sie sich vorstellen, sonst wäre der Artikel hier nie geschrieben worden.

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andre_36 23.08.2019, 22:30
16.

Zitat von ChristophST
Als Lehrer wäre ich froh auf dem Land unterrichten zu können. Und zwar da, wo die Eltern den Kindern noch deutsch lernen, Mädchen keine Kopftücher tragen müssen, zum Schwimmunterricht dürfen und Security Unternehmen keinen Schul-Wachdienst schieben müssen.
Entschuldigung: Wo die Eltern die Kinder noch Deutsch "lehren". Drei Rechtschreibfehler in einem Satz, in dem die mangelnden Deutsch-Kenntnisse der Jugend beklagt werden. Respekt!

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sandnetzwerk 23.08.2019, 22:31
17. Die Zulagen

sind ein ganz mieser Witz. 150€ netto mehr. Wie lachhaft ist das denn?

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dickebank 24.08.2019, 09:11
18. Buschzulage

Wie blöd ist das denn? Da sollen in Sachsen und sonst wo in der nord- und mitteldeutschen Provinz, Rferendare und Lehramtsanwärter an Schulen am AdW mit einer "Buschzulage" gelockt werden, die dann vermuzlich dafür benötigt wird, um dreimal die Woche nach Schulschluss zum Seminar in ein regionales Oberzentrum zu fahren.

Ehrlich, ich lache mir bei diesen Possen immer einen Ast ab.

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damianschnelle 24.08.2019, 09:46
19. @dodgerone

Und schon wieder diese unsäglichen Pauschalisierungen. Es gibt auch Regionen in Brandenburg, die haben ein tolles Dorfleben mit vielen engagierten Menschen, da gibt es seit Jahren Zuzug von jungen Familien ... Beispiele habe ich hier schon mehrfach gepostet.

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