Forum: Leben und Lernen
Lehrerschicksale: Diese Eltern sind die Pest
Corbis

"Mein Sohn hat Geburtstag, verschieben Sie die Deutscharbeit": Wenn es in der Schule nicht rund läuft, drehen Eltern schnell mal durch. Hier erzählen Lehrer von absurden Situationen mit extrem aufgeregten Vätern und Müttern.

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UM Pieper 07.10.2015, 00:33
220. Zweck

Zitat von widower+2
In dem genannten Beispiel bat ein Elternteil um Verständnis für nachlassende Leistungen. Von einer Bitte, das kranke Pony bei der Benotung zu berücksichtigen, steht da nichts.
Und warum geht man wohl in die Sprechstunde und trägt, um Verständnis werbend, das Ponyschicksal vor?

"Verständnis" ist übrigens in diesem Zusammenhang auch merkwürdig.

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UM Pieper 07.10.2015, 01:01
221. Letzter Satz

Zitat von ludwig49
[...] Wie wäre es damit: Einfach nur noch Schule und dabei den Rest an Disziplin aufrecht erhalten. Mehr wird doch gar nicht mehr erwartet !
Es wird im Gegenteil immer mehr und mehr von den Lehrern erwartet:
Jugendliches Komasaufen, steigender Cannabiskonsum, Teenager-Schwangerschaften? Gab´s in der Schule keine Aufklärung? Kostenfalle Handy, Konsumterror, Markenklamotten-Zwang? Warum wirkt die Schule dem nicht entgegen? Cyber-Mobbing, Amokläufe - was tut die Schule zur Vorbeugung? Fast jedes zweite Kind aus einkommensschwachen Familien geht ohne Frühstück zur Schule? - Dann wird da gefrühstückt? Medien-, Lebensmittelkunde, Verkehrserziehung? Gehört in die Schule!

Und hier ein Originalzitat aus dem Forum zum spiegel.de-Artikel "Männer machen Karriere", es geht um die Auswirkungen des Kapitalismus auf postmoderne Partnerschaften: "Warum wird uns als Kind/Jugendlicher in der Schule nichts von dieser unbequemen Wahrheit erzählt? Hat das System?"

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UM Pieper 07.10.2015, 02:02
222. Akzeptiert

Zitat von querollo
Was wäre denn die Alternative gewesen? Die Fehlzeiten lagen ja in der Vergangenheit. Ob Sie das anerkannt hätten oder nicht, macht doch da gar keinen Unterschied, oder gibt es da noch eine Verhaltensalternative? Was mich viel mehr beunruhigt ist, dass ein Kind im Grundschulalter bei einer Geburt dabei sein soll. Das finde ich persönlich ja ziemlich krass. [...]
Hatte den gleichen Gedanken wie Sie. Die Foristin spricht aber von "akzeptieren", was so zu verstehen ist, daß sie die Entschuldigungen angenommen hat, ohne die Entschuldigungsgründe den Eltern gegenüber zu thematisieren oder gar zu hinterfragen.
Anerkannt hat sie sie offensichtlich nicht.

Zur Schulpflicht gehört nicht nur, daß Kinder angemeldet werden, sie müssen auch hin. Wenn Kinder mitkriegen, für was ihre Eltern sie freistellen, werden sie später auch die Einstellung haben, daß sie sich wegen irgendeines Pillepalles Sonderregeln ausbedingen dürfen. Kommt nicht gut an. Wer sagt im übrigen, daß es Kinder nicht wesentlich besser vom Tod ihres Haustiers ablenkt, wenn sie in der Schule sind und die Routine weiter geht??

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UM Pieper 07.10.2015, 02:17
223. Klar Kreißsaal

Zitat von Tastendruecker
Da steht doch nicht dass das Kind im Kreissaal dabei sein sollte, aber mit im Krankenhaus. Das ist ein einmaliger Tag im Leben und das Kind soll da in der Schule sitzen? Ganz abgesehen von der Logistik?
Von Krankenhaus steht da auch nichts.

Wenn ein Vater sagt: Mein Kind kam letzten Do zur Welt und ich war dabei - gehe ich, wie querollo, davon aus, daß er die Geburt miterlebt hat.
Logistische Probleme wären hier verständlich, werden aber nicht angeführt, sondern das Geburtserlebnis.

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Zeitwesen 07.10.2015, 02:18
224.

Zitat von alpstein
können sie wenigstens einen Grund angeben wozu man das alles wissen sollte und vor allem ! im Leben brauchen kann ? Falls es Ironie war - gut gemacht
Wenn Sie oder ihr/ein Kind keinen Grund darin sehen dieses Wissen zu erlangen, gibt es für das Kind keinen Grund eine entsprechende Schule zu besuchen in der dieses Wissen vermittelt wird. Das Kind kann ja dann auch mit weniger "unnützem" Wissen nach neun Schuljahren eine Ausbildung beginnen.

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liwe 07.10.2015, 03:05
225. Ontologix II und Schaluppe

Ich als Lehrerin schäme mich ehrlichgesagt für Sie beide. Wie kann man derart empathielos sein, dass man nicht nachvollziehen kann, dass es ein Kind sehr mitnimmt, wenn sein Tier krank oder verstorben ist?! Vielleicht sollten Sie Ihre Berufswahl noch einmal überdenken und eventuell in einen Beruf wechseln, bei dem Sie es nicht mit lebendigen, fühlenden Wesen zu tun haben... Sie wünsche ich keinem Kind als Lehrer!

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UM Pieper 07.10.2015, 04:02
226.

Zitat von wasnulos
[...] Das lustigste war eine halbprivate Schule in der Stoppschilder auf dem Weg zum Klassenzimmer aufgestellt waren, "noch 25m bis Sie ihr Kind loslassen müssen"...."noch 10m bis zum loslassen"...."spätestens hier ihr Kind loslassen"... Ich war total entsetzt, später amüsiert und wir sind mittlerweile aus Mitte an den Rand gezogen und haben eine Schule gefunden die zum Glück nicht "Schreiben nach Hören unterrichtet". [...]
Ähnliches fiel mir letztes Jahr an einer Grundschule auf: An der Pforte zum Schulhof stand ein Schild, auf dem ein Kind- und Elternsymbol zu sehen waren, letzteres durchgestrichen, dazu der Text "Ab hier gehe ich allein".

Ließ tief blicken, in die Mentalität einer offenbar nicht unerheblichen Anzahl von Eltern, ihre Erziehung und Einstellung den - ihren - Kindern gegenüber, in die Probleme, mit denen sich Lehrer heutzutage zusätzlich herumschlagen.

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UM Pieper 07.10.2015, 04:16
227. Doch, Ihre Worte.

Zitat von xvxxx
Ich sage überhaupt nichts über eventuell erfolgte oder auch nicht erfolgte Konsequenzen. Weniger interpretation und mehr genaues lesen täten dem ein oder anderen wahrlich ganz gut.
"- Ein Teil dieser Vorfälle hatte Konsequenzen bis zur Entlassung.
- Ein Teil wurde, wie hier andere auch beschreiben, einfach ignoriert."

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McIntyre 07.10.2015, 06:02
228. Lehrer...

Dass Lehrer gerne übertreiben (insbesondere, was ihren Arbeitsaufwand angeht), ist ja bekannt. Ich hätte nun aber doch deutlich mehr von diesem Artikel erwartet. Die Bitte, eine Klassenarbeit zu verschieben ist sicherlich nicht abwägig und auch kein Weltuntergang. Dann schreibt man diese eben einen Tag später?!
Auch sich zu ärgern wenn man das Eigentum seines Kindes gestohlen wähnt, ist doch nur mehr als verständlich. Und bezüglich der Geschichtsnote macht sich der entsprechende Lehrer hier selbst unglaubwürdig, denn offensichtlich ist die Erhebung einer Mitarbeitsnote ja an keinerlei Regeln gebunden, wenn man sich einfach so am Telefon zum Feilschen hinreißen lassen kann.
Aber es ist halt wie sonst auch: Ständiges Klagen über den ach so schweren Job und die anstrengenden Eltern/Kinder. Ich muss immer an meine Abiturzeit denken. Da sind nur diejenigen Lehrer geworden, die keinen besseren Notendurchschnitt für das eigentliche Traumstudium hatten...

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Tastendruecker 07.10.2015, 06:27
229. seufz

Zitat von Tiananmen
Glaub ich auch, dass das ein einmaliger Tag für das Kind wird: es darf nirgendwo mit hinein, hängt im Flur der Entbindungsstation herum und der besorgte Vater erwartet womöglich, dass das Krankenhauspersonal sich um das liebe Kleine kümmert. Wenn der Papa sich nicht um die Betreuung seiner Tochter kümmern kann und um die "Logistik", dann stehen ihm schwere Zeiten bevor. Das ist in meinen Augen hochgradig gaga.
Ja, man kann alles zerreden und schlecht machen.

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