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Leistungsdruck und Kostensenkung: Was im Job am meisten stresst
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Seit zwei Stunden Feierabend und noch immer im Büro: Der Druck auf deutsche Angestellte steigt, und damit auch die Zahl psychischer Erkrankungen. Eine Studie zeigt, worunter Arbeitnehmer besonders leiden.

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dike.thallo 06.05.2017, 12:12
1. Leistung

Ich habe mal gelesen, dass ein psychisch gesunder Mensch mit einer durchschnittlichen Leistungsfähigkeit von 85% arbeitet. Alles andere macht auf Dauer krank.

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uban1 06.05.2017, 12:30
2. Eine Frage der Perspektive

Bei solchen Berichten braucht sich niemand wundern wenn Personaler keine 40/50 jährigen mehr einstellen wollen, die pochen auf ihre sog Rechte, sind nicht 50+ Stunden pro Woche belastbar, allein vom Alter haben sie bereits die ein oder andere gesundheitliche Einschränkung.

Da sind die jungen Arbeitnehmer doch die bessere Wahl, körperlich im Saft, voll belastbar, sehen die Mehrarbeit als Herausforderung endlich man was zeigen zu dürfen (natürlich ohne Bezahlung der Überstunden, hehehe) und manglens Berufserfahrung auch deutlich günstiger. PErfekt für das Hamsterrad, immer schneller im globalen Wettbewerb und wer rausfällt hat halt nicht hart genug trainiert. So, oder so ähnlich ist es in Deutschland und anderswo.

Glücklich die vielen Beamten und anderen mit Arbeitsplatzgarantie, oder die Erbengeneration, aber irgendjemand muss ja den Exportweltmeistertitel ja erleiden, billigst einkaufen, teuer verkaufen. Menschliche Verluste werden sozialisiert.

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schwebefliege 06.05.2017, 12:38
3.

Das heutige Management wird u.a. prozentual an Einsparungen finanziell beteiligt. Nur so ist es zu erklären, dass eine Managerin im Telekom Umfeld ernsthaft der Meinung ist, mit weniger Budget mehr Leistung zu erhalten. Dabei setzt Sie natürlich nicht auf Ihre schwachsinnige Devise sondern auf die dumme Angewohnheit der Mitarbeiter, den Kunden nicht für die Weltfremdheit des Managements bluten zu lassen. Das Resultat sind u.a. Überstunden ( unbezahlte !!! ) und Stress ( nicht für den Manager !!! ). Und siehe da - die heile Managerwelt stimmt wieder. Mit weniger Budget den gleichen Ertrag. Geht doch. Nächstes Jahr machen wir es wieder so.
Stimmt nicht ? Ich erlebe es täglich .....

Frage: Wer ist der Idiot ? der Idiot oder der, welcher ihm folgt ....

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Gerixxx 06.05.2017, 12:39
4. Wer bezahlt für den Schaden ??

Abgesehen davon, dass die körperlichen und psychischen Schäden bei den Mitarbeitern, natürlich nicht ungeschehen zu machen sind, so bleibt doch eine Frage:

Wer bezahlt für die entstandenen Kosten ? Ein mieses Management, inkl. unangreifbare, nie für etwas verantwortliche und nie haftende Eigentümer, Aktionäre und Investoren richten in ihrer Gier den Schaden an - aber gezahlt wird von den Beitragszahlern der Krankenversicherungen und den Steuerzahlern.... (und den betroffenen Arbeitnehmern mit ihrer Würde und körperlichen Unversehrtheit)

Die Ursache ist von den Folgen völlig entkoppelt. Ein Beispiel für das Nichtfunktionieren des Marktes und unserer Wirtschaft. Denn die Kosten gehören dahin, wo sie entstehen. Es darf sich nicht lohnen, Mitarbeiter so zu behandeln und andere dafür zahlen zu lassen, während die Verursacher profitieren (steigende Unternehmensgewinne und Aktienkurse...)

Auch dem Fortschritt und dem Wettbewerb wäre gedient: schlechte Unternehmen gingen schneller bankrott und schieden aus......

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allessuper 06.05.2017, 12:48
5. Das Mantra zum goldenen Kalb Kostensenkung

kostet genau Eure Versenkung und landet in die Taschen der Aktionäre. Wenn ihr mitmacht seid ihr ...

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Profdoc1 06.05.2017, 13:34
6. Na, ja,....

Natürlich macht nicht wertgeschätzte Arbeit unter Termindruck Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der Zeit krank. Wir müssen hier jedoch unterscheiden, um welches Qualifikationsprfil es sich jeweils handelt. Die Belastung st für angelernte Kräfte in kleinen Betrieben deutlich höher (in der Regel), als für Personen aus dem akademischhen Umfeld (in der Regel). Er kommt immer auf den Selbstbedtimmungsgrad an. Der ist entscheidend. Es sind weniger etwaige Überstunden, etc. Wenndie Wertschätzung groß ist und das Gehalt/ der Lohn passt sowie auch mit Incentives gearbeitet wird, funktioniert Arbeiten auch unter Belastungssituationen.

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Zottelbär 06.05.2017, 13:43
7. Wohin die Sparwut führen kann

"Glücklich die vielen Beamten und anderen mit Arbeitsplatzgarantie...", so urban1. Tja, da werden sich unsere Polizistinnen und Polizisten freuen. Dort und in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes ist in den letzten 20 Jahren so viel gekürzt und eingespart worden, dass die öffentlichen Dienstleistungen nicht mehr das sein können, was die Öffentlichkeit weiter erwartet. Ich glaube, dass diese Spar-Entwicklung z. B. zumindest teilweise die Fehlleistungen beim BAMF und woanders erklärt.

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riedlinger 06.05.2017, 13:55
8. Der nette und kluge Herr Mars

Hochinteressant! Einer der erfolgreichsten Unternehmer des 20. Jahrhunderts war Forrest Mars jun. mit Schokoriegeln und Tierfutter. Wenn er um 21 Uhr noch jemanden arbeiten sah, sagte er ihm: "Hey, bitte, gehen Sie jetzt sofort nach Hause zu Ihrer Familie, bitte!" Offenbar haben wir nun den wissenschaftlichen Beweis, dass Herr Mars nicht nur nett, sondern auch sehr klug war, im Interesse sowohl des Mitarbeiters als auch des Unternehmens!

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GeMe 06.05.2017, 14:21
9. Bei mir herrscht immer Termindruck

Ich arbeite in eine Firma mit ca. 450 Mitarbeiter, davon sind ca. 300 in Deutschland tätig. Der Rest in Niederlassungen auf der ganzen Welt.
Mein Arbeitsplatz ist ein Flaschenhals und komplett fremdgesteuert. Ich bin quasi eine 1-Mann-Abteilung. Ein Backup für den Urlaub oder Krankheitsfall gibt es, aber die Vertretung hat ihre eigene Arbeit zu erledigen und damit schon genug zu tun, so dass sie nur Notfälle bearbeiten kann. Alles andere bleibt liegen.
Damit ich meine Arbeit schaffe arbeite ich jeden Tag 9 statt der vertraglich festgelegten 8 Stunden. Immerhin werden Überstunden bezahlt. Es gibt zwar weniger Geld als für normale Arbeitsstunden, aber bei meinem vorherigen Arbeitgeber gab es für Überstunden nur den Hinweis: "Wer Überstunden macht, ist schlecht organisiert." und die Anforderung: "Sie müssen von 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr am Arbeitsplatz erreichbar sein."
Kürlich war ich ein paar Tage krank geschrieben, da habe ich täglich (dank Internet) ca. 3 Stunden von zu hause gearbeitet. Als ich jetzt Urlaub einreichte, fragte mich mein Abteilungsleiter ob ich verreise und wie es mit der Erreichbarkeit aussieht. Auf meinen Hinweis, dass es sich nicht um Krankheit, sondern um Urlaub handelt, erwiederte er, dass ich meinen Urlaub doch nehmen könne, er selbst hätte noch 80 Tage Resturlaub auf seinem Konto. So geht es vielen Kollegen in der Firma.
Auf meinen Urlaub sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn vor und nach dem Urlaub werde ich mit einer Überstunde pro Tag nicht hinkommen, aber vielleicht brauche ich im Urlaub nicht allzu viel zu tun.
Wenn ich mit Bekannten spreche, dann geht es übrigends immer mehr Menschen so. Ausnahmen höre ich nur aus Behörden, von Schichtarbeitern (da kommt die Ablösung) und von Leuten, die in Betrieben arbeiten, wo Gewerkschaften und Betriebsrat ein Mitspracherecht haben.

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