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Leistungsvergleich: Schüler dreier Ostländer sind die großen Verlierer
Ingo Wagner/ dpa

2012 gehörten sie noch zur Spitzengruppe - jetzt sind vor allem in Brandenburg die Schülerleistungen beim zweiten IQB-Leistungsvergleich dramatisch gesunken. Vor allem Mathe bereitet den Neuntklässlern Probleme.

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masc74 18.10.2019, 11:30
20.

Zitat von zweifelturm
Ja, über Bayern macht man gerne Witze. Insbesondere, da Bayern bei der politischen Bildung im bundesweiten Ranking das absolute Schlusslicht darstellt. Was durchaus den Erfolg der CSU erklären könnte.
Stimmt, darum schaut´s bei uns in Bayern auch so duster aus!

Haben Sie da irgendeinen Beleg das die bayerischen Schüler politisch schlechter orientiert sind als in den übrigen Bundesländern ? Und Sie meinen hoffentlich nicht die lustige Hedtke-Studie, wo nur Stunden zusammenaddiert wurden .... Die Anzahl an Stunden korrespondiert jetzt nicht unbedingt mit der Leistung ... wie man an den Rankings sieht.

Aber im Grunde gebe ich Ihnen als ehemaliger politischer Bildner recht, dass da mehr wünschenswert wäre.

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kayakclc 18.10.2019, 11:40
21. Schulexperiment sind zum Teil gescheitert

Der Abfall der Mathe-Kenntnisse war vorherzusehen. Es gibt sein viele Jahre einen Trend in Schulen, das Pädagogen und Bildungsforscher junge Leute für ihre Menschenexperimente zu missbrauchen. Da entscheiden Leute, die oft selbst geringe Fachkompetenzen haben, über Lehrinhalte und behauptet, dass Wissen keine Kompetenz mehr sei, weil man ja alles im Internet finden können, bzw ein Taschenrechner die Antwort liefert. Die Fachdidaktien sind teilweise zu Sozialwissenschaften mutiert, propagieren den Irrsinn des "Forschenden Lernens", was of übersetzt bedeutet: ich muss nichts wissen und erfinde das Rad neu. Ineffektiver Unterricht mit mangelnder Informationsdichte und immer wenige Fachkompetenzen, weil die Protagonisten das selbst nicht mehr beherrschen - sie "forschen" lieber als ein Buch mit der Antwort zu lesen! Die Rechtfertigung: die Schüler brauchen weniger Wissen und jetzt messen wir das "Weninger Wissen" auch.
Es wird vergessen, dass Leute den Rechner programmiern: Menschen wird die Komptenzen geraubt, sie gar entscheiden zu können, ob das richtig oder falsch ist, was da aus dem "Medien" and Infos kommt. Sie sind auch nicht mehr in der Lage, ein Studium in den MINT Fächern aufzunehmen, well da selbstverständlich das Beherrschen des Mathekanons der Grundrechenarten vorausgesetzt wird. Während man in der Schule beliebt Wissen abbauen kann, braucht eine Ingeneurin ein Mindestrüstzeug: eine Brücke orientiert sich nur an den physikalischen Gesetzen und nicht an den Definitionen von benötigtem Wissen von Bildungsforschern. Sie stürzt einfach ein, wenn da die Berechnung falsch war.

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klimaterium 18.10.2019, 11:40
22. Keine Überraschung

Das alles überrascht ja nicht wirklich. Meine Frau macht in einer Grundschule Nachmittagsbetreuung. Insbesondere bei den Hausaufgaben. Was sie über mathematische Fähigkeiten berichtet ist wirklich erschreckend. Nicht nur die Fähigkeiten der Schüler, sonder besonders auch die der Lehrer, gemessen an der Art der Stoffvermittlung und gemessen an der Korrektheit vorgeschlagener Lösungen, lässt deutlich zu wünschen übrig. Alle Kombinationen kommen hier vor: Korrekt gestellte Aufgabe + korrekter Lösungsweg+korrekte Lösung (eher die Ausnahme), Ungenaue Aufgabenstellung+richtiger Lösungsweg (einer)+richtige Lösung (häufig, offensichtlich ist die Fähigkeit zu klarer Formulierung auf dem Rückgang),...., bis zu unkorrekter Aufgabenstellung+falschem Lösungsweg+richtiger(sic!)Lösung. Ich bin jedes mal wieder entsetzt, wenn sie eine neue Anekdote berichtet. Offensichtlich ist die Kompetenz der Lehrerschaft zumindest in Mathematik genauso auf dem Weg in das Tal der Tränen, wie die der Schüler. Und ja, ich kann das beurteilen.

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allesamt 18.10.2019, 11:42
23.

Auch wenn die Schulpolitik (Ideologien) eine wichtige Rolle bei den Schülerleistungen spielt, so darf man nicht unterschätzen, dass auch die soziologischen Strukturen (Bildungshintergrund, Armut - Reichtum, Migrationshintergrund - auch wenn die Schüler inzwischen Deutsche sind) signifikant die Leistungsunterschiede ausmachen. Diesbezügliche Vergleiche, z. B. zwischen Bremen und Berlin auf der einen Seite und z. B. Bayern und Sachsen auf der anderen Seite, sind da hilfreich.

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spon-facebook-10000034826 18.10.2019, 11:53
24. peinlich

Ich bin Lehrer seit über 20 Jahren und sage als ehemals deutlich im linken Spektrum verorteter politischer Mensch: Das ist in erster Linie ein peinliches Ergebnis für die gesamte linke Bildungspolitik. Such wenn SPON es m. E. nach auch hier wieder verschleiern möchte ("... man müsse vorsichtig mit den Zahlen umgehen..." usw) ist es einfach signifikant. Zudem deckt es sich mit Erfahrungen aller aus der Praxis (und nicht denen aus der Administration, die versuchen, wie Politik und Medien zu relativieren oder verschleiern). Irgendwann wird es auf die gesamte Gesellschaft durchschlagen, das ist dann ebenso schwer umzukehren, wie bspw. der Klimawandel. Man kann sich dann nur noch in Sicherheit bringen...

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Galder77 18.10.2019, 11:54
25.

Zitat von vatimamo
Ach liebe Politik und Gesellschaft, eines der unwichtigen Fächer war für mich Mahe und Chemie obwohl ich dummerweise mich damit in Leistungskursen geplagt habe. Sollte der Schwerpunkt nicht viel eher in lebenspraktischen Fächern erfolgen? Steuererklärung, Kochen, Politik, Internet, Zwischenmensches, Umwelt, usw.? Immer noch werden junge Menschen für den Kapitalmarkt herangezogen statt sie auf das Leben vorzubereiten. PS lieber weiß ich wie ich den Ölwechsel an meinem Auto mache und warum, als dass ich die Warscheinlichkeitskurve des Motorschaden bei Unterlassung desselben erstellen kann....
Ach wissen Sie, gehen Sie nicht von sich selbst aus. Mathematik brauchen vielleicht Sie nicht, ich aber fast jeden Tag. Und das gilt für sehr viele Berufe, auch für den Handwerker, der zumindest 3 Zahlen im Kopf addieren können sollte. Und ich frage mich welchen Beruf Sie denn ausüben wollen mit ihren "Schwerpunkten"? Youtube Kochvideoblogger, Forstbesetzer? Das wird die deutsche Wirtschaft nach vorne bringen, ganz sicher. Aber die ist ja völlig unwichtig und es sind ehh alles nur Ausbeuter.

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xlabuda 18.10.2019, 11:56
26. kann ich für Niedersachsen bestätigen

ich kenne das KWR und einige andere Gymnasien in Hannover so ziemlich - es gibt 2 Probleme - nach meiner Auffassung:

1. die Lehrer und hier insbesondere die (jungen) Lehrerinnen - meist selbst noch keine fertigen Menschen (Beziehung, Kinder, etc.) werden auf die schwierigste Gruppe (Kinder in der Pubertät) losgelassen
2. die Eltern - mithilfe von unglaublichen Sonderregelungen von Psychiatern/Psychologen etc ausgestellt, werden die Leistungslevel massiv nach unten nivelliert - es gibt Zensuren in Deutsch, Geschichte - quasi in allen weichen Fächern - da werden Arbeiten mit bis zu 100 Rechtschreibfehlern weniger streng bewertet, als solche mit 1 bis 3 Fehlern. Mich interessiert, wie man einen solchen Aufsatz/Analyse überhaupt lesen kann. Desweiteren wird hier in Niedersachsen das sogenannte "Sozialverhalten" (Mitarbeit in der Klasse, Mappenführung, Hausaufgabenerledigung etc.) zu mehr als 50 % in JEDEM Fach zu Ermittlung einer Note berücksichtigt - das geht soweit, daß Schlüler mit guten bis sehr guten Noten bestenfalls auf eine 3 kommen, wenn das SV nicht so ist, wie es ein(e) Lehrer(in) erwartet. Auch hier wieder die Ausnahmen: Schüler, die eine Bescheinigung vorweisen, in denen ihnen Schüchternheit, autismusähnliches Verhalten etc bestätigt wird, werden da fast gar nicht bewertet.
Mich wundert in Niedersachsen nichts mehr - was RG hier in wenigen Jahren versaut hat, ist nicht mehr aufzuholen - grosses Vorbild NRW.

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WoRiDD 18.10.2019, 12:05
27. @5 fördeanwohnerin

"Die Kids sollen selbst entscheiden, was sie und ob sie es überhaupt machen wollen. Immerhin hat die neue Ministerin das bereits erkannt und Maßnahmen ergriffen."
Und genau das ist es, die Kids wissen NICHT, was sie wollen. Oftmals nicht bis zum Abi! Es sollten gerade heute Eltern und Lehrer Fähigkeiten der Kinder herausfinden, diese fördern und somit helfen, den Kindern einen Weg für die Zukunft aufzuzeigen.
Dazu gehört m.E. auch, dass man Kinder, die große Schwierigkeiten in Mathe haben, nicht "vergewaltigt" sondern nur soweit hilft, dass sie das Pensum (mehr schlecht als recht) schaffen. Diese Kinder haben oft in musischen Fächern ihre Stärken.

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kunzebrigitte 18.10.2019, 12:07
28. Wen wundert das eigentlich?

1. Lehrermangel und -fluktuation an den meisten Schulen,
2. daraus resultierend zunehmende Fehlstunden,
3. immer mehr Migrantenkinder, auf deren Bildungsniveau Rücksicht genommen werden muss.
Folgen:
Eine Lehrerin (im Fernsehen):
Da immer mehr Schüler auf Gymnasien gehen, bleibt der Rest auf niedrigem Niveau zurück. Auf dieses muss sich die Schule einstellen, da es sinnlos ist, Wissen zu vermitteln, das die Schüler überhaupt nicht verstehen.
Eine Mutter des Landeselternbeirates Thüringen (Nachrichten am 18.10. auf MDR aktuell):
In einer Schule sah das Ergebnis einer Abschlußprüfung in Mathematik folgendermaßen aus:
Von 18 Schülern erhielten 16 die Note 6, 2 die Note 5.
Allein so ein extremer Fall sollte die Regierungsparteien aufrütteln.
Mir stellt sich jedenfalls die Frage: Wohin driftet unser Land?

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ned divine 18.10.2019, 12:12
29. Das ist die Quittung einer verfehlten Schulpolitik

Man orientiert sich auch bei Bestrebungen zum Zentralabitur an rückständigen Ländern wie in Bremen oder Berlin , statt an fortschrittlichen Ländern wie in Bayern, Sachsen oder Thüringen.
Nur mal so: Die katastrophale Grundschulmethode "Schreiben nach Gehör" war ja auch so eine angeblich total überlegene ganz wunderbare Methode aus der sogenannten "modernen" Pädagogik Im Ergebnis war und ist es ein Desaster, das derzeit überall zurückgefahren wird, wo es geht. Den dadurch angerichteten Schaden wird man noch lange bemerken. Es hat keinem Kind geholfen und heute haben wir mehr Lese Rechtschreibschwächen, denn je zuvor!!!

Jetzt gibts eben die Quittung für diesen ganzen Nonsens!!

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