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Leistungswahn: Jeder siebte Schüler bekommt Nachhilfe - trotz guter Noten
DPA

Eltern schicken ihre Kinder wegen schlechter Noten zur Nachhilfe? Nicht nur. Heute pauken auch Einser- und Zweierschüler, zeigt eine Studie. Fast 900 Millionen Euro geben deutsche Familien für den Zusatzunterricht aus.

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mik.a 27.01.2016, 10:50
1.

Und dann wundern sich die Eltern wieso die Kindern einen "Blackout" haben

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nordschaf 27.01.2016, 11:09
2. optimierte Kindheit

Als unsere große Tochter zur Schule kam, hatten wir uns an die Anweisung des Kindergartens gehalten, ihr nicht schon vor der ersten Klasse das Lesen beizubringen. Wenn sie fragte, erklärten wir zwar, aber verwiesen darauf, dass sie das noch in der Schule lernen würde. In der ersten Klasse stellte sich dann heraus, dass zwei Drittel der Kinder bereits zuhause das Lesen gelernt hatten und in der Folge hat sich das Lerntempo dann doch an der Mehrheit der Klasse orientiert und unsere Tochter musste schon in der ersten Klasse ein Aufholrennen absolvieren. Toller Anfang.

In der zweiten Klasse brach bei vielen Eltern die Panik aus, als in einem Projekt jahrgangsübergreifender Unterricht stattfand, bei dem die eine Gruppe "das Eichhörnchen" bearbeitete, die andere "den Igel". Die helikopternden Eltern waren ernsthaft in Sorge, wie ihr Kind denn die Schule schaffen solle, wenn es gar nichts über das jeweils andere Tier gelernt habe.

Besser wurde es, als unsere Tochter wegen gesundheitlicher Probleme auf eine private Ganztagsschule wechselte, wo individuell gefördert wurde. Allerdings hat man dort mit anderen Problemen der Klientel-Eltern zu tun, z.B. (leider insbesondere) Jungs, die wenig Erfahrung mit Grenzsetzung haben oder Geburtstagsfeiern, die wegen beruflicher Abwesenheit der Eltern vom au pair ausgerichtet und beaufsichtigt werden. Verblüffende Erfahrung, sowas.

Unsere jüngere Tochter haben wir dann mit 4 1/2 Jahren in die Vorschulklasse der neuen Schule geschickt, wodurch wir ihr dann wenigstens eine frühe Aufholjagd zu Beginn der Grundschule ersparen konnten. Allerdings mussten wir da die Erfahrung machen, dass auch an Privatschulen hochbegabte Kinder möglicherweise unentdeckt bleiben und verhaltensauffällig werden, weshalb wir jetzt ärgerlicherweise in eine Lerntherapeutin investieren müssen. Man hat das Gefühl, das müsste eigentlich alles nicht sein, wenn das staatliche deutsche Schulsystem etwas besser aufgestellt wäre und den Lehrern mehr Raum zu vernünftiger Arbeit bliebe.

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zaunreith 27.01.2016, 11:10
3. Einser und Zweierschüler

Eigentlich ganz einfach: "Einser und Zweierschüler" sind deshalb "Einser und Zweierschüler", WEIL sie Nachhilfe bekommen und pauken.

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Hamid A. 27.01.2016, 11:10
4. Andere Formulierung wäre passender

Ich würde den Titel anders formulieren, dann würde man auch verstehen wieso es so ist, und zwar "Jeder siebte Schüler bekommt gute Noten WEGEN Nachhilfe". Da sieht die Welt dann doch viel logischer und verständlicher aus, oder?!

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colephelps1247 27.01.2016, 11:16
5. Ich bin

ziemlich froh darüber, dass ich in meiner Kindheit nicht so einen Leistungsdruck hatte, wie die Kinder heutzutage. Es muss schlimm sein für die Kinder. Oder sie haben sich dran gewöhnt.

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sag-geschwind 27.01.2016, 11:20
6. Privatisierung der Bildung

durch die Hintertür mittels existentiellem "Wettbewerb" um Zukunftschancen und Schrumpfsparen der Schulen.

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elizar 27.01.2016, 11:23
7.

Zitat von mik.a
Und dann wundern sich die Eltern wieso die Kindern einen "Blackout" haben
... oder später einen Burnout.

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annunciataalmaut 27.01.2016, 11:24
8. Schnarch

Vielleicht sollten wir einmal erkennen, dass diese Form der Leistungsertüchtigung nichts mit Leistung zu tun hat, sondern mit dem Zugang zu leistungsfernen Privilegien.

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nojoe 27.01.2016, 11:30
9. versagen der Politik

vielleicht hat sich einfach die Benotung verbessert und es ist noch immer die gleiche Klientel, die Nachhilfe bekommt.

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