Forum: Leben und Lernen
Lernen mit Behinderung: "Jedes Kind darf auf eine Regelschule"

Bisher wurden Kinder mit einer Behinderung auf Sonderschulen wegsortiert - auch gegen den Willen der Eltern. Dies soll sich in den nächsten Jahren ändern. Völkerrechtsexperte Eibe Riedel erklärt im Interview, wie sich Eltern schon jetzt für einen Platz an einer Regelschule einsetzen können.

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sonobox 31.01.2010, 15:15
20.

Zitat von simie
Ihr Informationsstand ist vom aktuellen Stand der Forschung im Bereich Bildung Lichtjahre entfernt. Alle Studien belegen, dass stärkere Schüler nicht unter der Anwesenheit von Schwächeren leiden. Im Gegenteil. Ihr Spruch vom schwächsten Glied der Kette ist in diesem Fall komplett falsch und auch menschenverachtend.
Also selbst auf normalen Schulen ist das doch zu sehen, dass die Mittelmässigkeit Einzug hält.
Fragen sie mal einen Gymnasiallehrer der seit 20-30 Jahren unterrichten, was sie früher noch an Stoff geschafft haben, und was Schüler heute noch lernen. Der Grund ist, dass die Hälfte der Schüler einfach nicht auf das Gymnasium gehörte...
Gerade in Mathematik ist es eine Farce mit welchem minimalen Wissen Schüler auf die Universitäten gelassen werden.

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Tineup 01.02.2010, 22:53
21. nicht auf dem heutigen stand

Zitat von Hardliner 1
Bei der ganzen Integrationseuphorie wird häufig unterschlagen, dass behinderte Kinder den Unterrichtsfortschritt erheblich bremsen können. Dies geht zu Lasten der Nicht-Behinderten. Schwer behinderte Kinder können überdies in Sonderschulen wesentlich besser gefördert werden als in einer Regelschule.
Dieses Vorurteil ist nun wirklich schon gaaanz lange in unzähligen Studien widerlegt worden und wird nur noch von jenen geäußert, die nicht auf dem heutigen Stand sind, oder die es einfach nicht besser wissen wollen.

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Tineup 02.02.2010, 23:03
22. "Wegsortiert" ist genau richtig ausgedrückt!

[QUOTE=andrea herrig;4916626]"Wegsortiert" klingt wie weggesperrt und weckt noch schlimmere Assoziationen! Hilfe! Diejenigen die davon sprechen sind herzlich eingeladen, sich eine Förderschule für geistig Behinderte mal von Innen anzuschauen! Für diese spreche ich.

Ja, so eine Schule durfte ich mir viele Jahre von innen anschauen. Alles, was in der integrativen Schule gelernt wurde, ging wieder den Bach runter. Dass mein Sohn gute Umgangsformen hatte, fanden manche Lehrer kurios. "Lesen und Schreiben lehren ist nicht unsere Aufgabe." Und alle geistig behinderten Sonderschulabgänger leben wahrscheinlich den Rest Ihres Lebens von Obstsalat, Quarkspeise, Pizza, Pfannekuchen und Rührei, das wird echt geübt....

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hjm 02.02.2010, 00:48
23. einen Titel

Zitat von klein-ida
Was sagt Herr Riedel eigentlich Kindern, die in der Grundschule trotz engagierter Lehrer nicht mitkommen und möglicherweise zum zweiten Mal sitzen bleiben? Die so überfordert sind, dass sie deswegen bitterlich weinen und vielleicht sogar Schulangst bekommen?
Die Lehrer, die eine solche Situation herbeigeführt haben, sollten sich lieber mal an die eigene Nase fassen. Bei richtiger Förderung im binnendifferenziert-konstruktivistischen Unterrichts kann jedes Kind zum Abitur geführt werden. Wie urbansonnet bereits schlüssig dargelegt hat, beweisen das alle Studien. Zum Beispiel diese.

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hjm 02.02.2010, 00:51
24. ....

'Tschuldigung, kleiner Copy-Paste-Fehler: simie war's mit den Studien.

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racsan 06.02.2010, 10:58
25. Pro Förderschule

Mein Sohn geht mit Begeisterung in die G-Schule und wird dort im Rahmen seiner Möglichkeiten gefördert. Er, Down-Syndrom, hat wie jeder andere Mensch auch ein persönliches Limit. Mehr passt einfach nicht rein. Gleichaltrige Schüler an einer Mittelschule rechnen jetzt wahrscheinlich schon Gleichungen mit 2 Unbekannten. Er scheitert bereits an der Adition von 2+4. Was sollte er, nach Meinung der Gutmenschen, bitteschön im Matheunterricht machen? Letztlich geht es bei der verordneten Inklusion ums Sparen und nicht um die Menschen. Mein Sohn jedenfalls wäre ohne die geschützte Umgebung gefährdet. An seiner Schule hat er Erfolgserlebnisse, die an der Regelschule utopisch wären. Er lernt lebenspraktische Dinge, die an der Regelschule überhaupt nicht vorkommen. Er ist halt anders als die Normalos, damit habe ich kein Problem. Ein Problem habe ich, wenn manche meinen, er könnte zu einem Schulabschluss geführt werden, wie andere auch. Kontakt zu nichtbehinderten Kindern hat er in der Schule und vor allem in der Freizeit. Er ist weder weggesperrt noch isoliert, sondern glücklich. Und das werde ich mir von einem Schulkombinat, geschweige mit staatlicher Verordnung nicht kaputt machen lassen.
Einer Inklusion körperlich behinderter Kinder halte ich für sehr sinnvoll. Kinder, die eine geschützte Umgebung ohne Leistungsdruck brauchen, gehören nicht an die Regelschule.

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AndersSehend 07.02.2010, 19:32
26. Keine Frage der Ideologie, sic!

Zitat von klugmensch
[...] Wenn hier überhaupt von Ideologie gesprochen werden kann, ist dies m.E. das Festhalten am Förderschul-System. Dieses stellt eine willkürliche Ausgrenzung und zudem Separierung von Menschen dar und führt zu deren Benachteiligung in der Gesellschaft. Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker sagte einmal: Dem ist wenig hinzuzufügen. Noch eine letzte Bemerkung: Die Politik befördert derzeit nicht etwa die integrative oder gar inklusive Beschulung, sondern verteidigt die Förderschulen - offenbar völlig unabhängig von finanziellen Erwägungen.
Ja, seltsam, nicht wahr? In diesem Zusammenhang ist mir noch dieser Artikel "Jüdische Neger in Alabama" aus der letzten brandeins im Gedächtnis, der die Separation von Menschen aufgrund eines Merkmals (Schwerbehinderung und berufliche Selbständigkeit) und ihre Folgen nett beleuchtet...

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hjm 07.02.2010, 21:19
27. für d

Zitat von AndersSehend
Ja, seltsam, nicht wahr? In diesem Zusammenhang ist mir noch dieser Artikel "" aus der letzten brandeins im Gedächtnis, der die Separation von Menschen aufgrund eines Merkmals (Schwerbehinderung und berufliche Selbständigkeit) und ihre Folgen nett beleuchtet...
Ich verstehe nicht ganz, was Sie mit dem "Merkmal" "Schwerbehinderung und Selbständigkeit" meinen. Mit fällt nur folgendes auf.

Vorher (ohne Behinderung):
Zitat von
[Herr K.] ... hat früher als Buchhändler gearbeitet, als Immobilienmakler, Lkw-Fahrer, Rohrleger, in der Solartechnik und im eigenen Imbiss. Zuletzt als Pharmareferent, vor dem Schlangenbiss.
Nachher (mit Behinderung):
Zitat von
Er bewarb sich bei Biotechnologiefirmen, zweimal sei er eingestellt worden. Die Arbeitgeber hätten die Förderung mitgenommen und ihn nach sechs Monaten wieder gefeuert.
Ich kann irgendwie keinen Unterschied erkennen. Herr K. hält es in keinem Beruf länger als ein bis zwei Jahre aus, und offenbar hält es kein Arbeitgeber mit ihm länger als ein halbes Jahr aus. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass jemand wegen seiner Behinderung in keiner Weise benachteiligt wird.

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