Forum: Leben und Lernen
Letzte Langzeitstundenten: Endspurt der Dinosaurier

16, 18, 26 Semester, aber nicht mehr lange: Durch den Bachelor stirbt eine Spezies aus -*die Langzeitstudenten. Kurvige Lebensläufe sind nicht mehr vorgesehen. Im UniSPIEGEL erzählen vier Campus-Dinosaurier, warum ein Skateboard sie ablenkte und*jüngere Kommilitonen sie für Klugscheißer halten.

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joebeule 06.06.2011, 14:27
1. Überflüssige Menschen

Wir brauchen Roboter und Automaten. Was nützt der alternative Lebenslauf. Kindergarten, Schule, Studium, Arbeiten, Sterben. Bitte nicht Krankschreiben oder Urlaub. Und wer noch eine Motivation braucht: Mach es doch für Deutschland. Die Zukunft wird nicht nur am Hindukusch verteidigt.

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loncaros 06.06.2011, 14:51
2. t

16 Semester Skateboard fahren ist jetzt nicht gerade "seinen Horizont erweitern", oder?

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shokaku 06.06.2011, 15:04
3. Vertrauen sie mir, ich weiss was ich schreibe!

Zitat von loncaros
16 Semester Skateboard fahren ist jetzt nicht gerade "seinen Horizont erweitern", oder?
Vermutlich nicht, eher das drumherum. Aber schauen wir mal: "Kulturanthropologie, Sportwissenschaften und Philosophie" - viel orchideenhafter geht es kaum. Kein Fehler da ein alternatives Standbein rund ums skaten aufzubauen.

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leobronstein 06.06.2011, 15:06
4. Gut so!

Es gibt sowieso schon genug stromlinienförmige Lebensläufe. Gerade während dem Studium braucht man auch einmal Zeit, um das zu lesen und zu diskutieren, was nicht unbedingt für Scheine oder Prüfungen erforgerlich ist. Ich jedenfalls habe so sehr viel mehr gelernt als in den offiziellen Seminaren. Das mag bei jedem etwas anders sein, aber die Möglichkeit sollte doch allen offenstehen. Ich befürchte - und beobachte - allerdings schon, dass diese oberflächliche Fixierung auf schnelle Abschlüsse und gute Noten mit dem Bologna-Prozess schon deutlich zugenommen hat. Leider. Gerade in den Geisteswissenschaften funktioniert so eine rein quantitative Bewertung nur sehr bedingt.

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klaus_rederer 06.06.2011, 15:09
5. Bitte durchhalten ...

Liebe Langzeitstudenten,
bitte haltet durch, bitte findet immer wieder neue Wege wie Ihr an den Unis bleiben könnt. Überlasst bitte das Feld nicht vollständig den armen bedauernswerten Turbostudentchen, die nach ihrem G8 und ihren drei Jährchen im Bachelor-Hamsterrad schon wieder von der Uni ausgeschieden werden wie Dünnpfiff. Persönlichkeit braucht Zeit zu wachsen, braucht viele verschiedene Eindrücke und Erfahrungen. Studentchen die mit 21 schon wieder mit der Uni fertig sind, haben noch nicht einmal angefangen richtig zu leben, haben wahrscheinlich nie in einer Kneipe gejobbt, nie gegen irgend etwas demonstriert, haben keinen Rucksackurlaub in Griechenland gemacht und wohnen im schlimmsten Fall noch bei der Mama. Mit so jemandem gibt es keine Kampuskultur, keinen Einfluss der Uni auf ihre Stadt, keinen internationalen Austausch, nix gibt’s. Das ist schrecklich armselig und der Universität unwürdig.

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canUCme 06.06.2011, 15:15
6. damals ...

Denen geht aber so einiges durch die Lappen: Die Abende in den gemütlichen Kneipen, gute Gespräche beim Roten, gemeinsame Trips nach Südfrankreich in den Semesterferien. Aber auch im Studium selbst: Mal links und rechts in den Nachbarfächern stöbern, evtl. auch mal nen Schritt zurück und neuorientieren... Was ist mit Hochschulpolitik, gibts die überhaupt noch?
Aus den Langzeitstudenten der 70er/80er Jahre ist ja nun doch meistens was geworden. Heute muss alles straff organisiert, schnell, zielstrebig sein. Tja, die sind im wahrsten Sinne des Wortes schneller fertig!

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rgh1974 06.06.2011, 15:25
7. Killefit

Zitat von joebeule
Wir brauchen Roboter und Automaten. Was nützt der alternative Lebenslauf. Kindergarten, Schule, Studium, Arbeiten, Sterben. Bitte nicht Krankschreiben oder Urlaub. Und wer noch eine Motivation braucht: Mach es doch für Deutschland. Die Zukunft wird nicht nur am Hindukusch verteidigt.
Lesen manche Leute überhaupt, was sie hier schreiben!?


Wir haben hier verschiedene Gründe für langes Studieren gelesen, die meisten sind selbstverschuldet, wenige den äußeren Umständen geschuldet:

Die Biologin ist ein Paradebeispiel für eine Frau, die eigentlich das Studium nur zur Überbrückung zwischen Schule und Rente nutzt. Klar hat sie Kinder bekommen, aber andere stehen im achten Semester kurz vor der Diplomarbeit, sie hat nicht einmal einen Schein gemacht! Wie kann das sein? Ihr eigentlicher Lebensentwurf war wohl eher heiraten und Kinder kriegen, aber weil Frau das ja heute nicht mehr so sagen darf, wird ein Alibistudium angefangen und das muss jetzt eben fertig gemachen werden. - Sorry, keine Gnade!

Der Skater hatte gute Chancen sich mit seinen Nebenjobs selbständig zu machen, hier hat einfach der Mut gefehlt das Studium abzubrechen.

Der Musiker, seine Motivation über den Tellerrand zu schauen kann ich nachvollziehen, jedoch gehört das, was er hier macht eigentlich in die Zeit einer Doktorarbeit. Er sollte sich einen Betreuer für eine Diplomarbeit suchen, einfach fertig machen, er ist so weit! Wobei es hier wahrscheinlich auch an Mut fehlt etwas neues zu beginnen und die alten Pfade zu verlassen.

Der Georgier ist leider ein typisches Beispiel, für die Probleme, die ausländische Mitbürger speziell aus dem Osten haben, wenn es um die Anerkennung ihrer Abschlüsse aus dem Heimatland geht. Bologna sollte dieses Problem ja durch einheitliche Standards lösen. Hier habe ich volles Verständnis.

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urlaubsabgeltung 06.06.2011, 15:34
8. künftige Leistungsträger

Zitat von klaus_rederer
Liebe Langzeitstudenten, bitte haltet durch, bitte findet immer wieder neue Wege wie Ihr an den Unis bleiben könnt. Überlasst bitte das Feld nicht vollständig den armen bedauernswerten Turbostudentchen, die nach ihrem G8 und ihren drei Jährchen im Bachelor-Hamsterrad schon wieder von der Uni ausgeschieden werden wie Dünnpfiff. Persönlichkeit braucht Zeit zu wachsen, braucht viele verschiedene Eindrücke und Erfahrungen. Studentchen die mit 21 schon wieder mit der Uni fertig sind, haben noch nicht einmal angefangen richtig zu leben, haben wahrscheinlich nie in einer Kneipe gejobbt, nie gegen irgend etwas demonstriert, haben keinen Rucksackurlaub in Griechenland gemacht und wohnen im schlimmsten Fall noch bei der Mama. Mit so jemandem gibt es keine Kampuskultur, keinen Einfluss der Uni auf ihre Stadt, keinen internationalen Austausch, nix gibt’s. Das ist schrecklich armselig und der Universität unwürdig.
genau das ist es dem Steuerzahler allemal wert, dass diese Persönlichkeiten in aller Ruhe reifen können und uns ihre Leistungsfähigkeit und Flexibilität im Berufsleben ab ihrem 45. Lebensjahr zeigen können.

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hatfield 06.06.2011, 15:49
9. nichts verstanden

Zitat von rgh1974
Lesen manche Leute überhaupt, was sie hier schreiben!? Wir haben hier verschiedene Gründe für langes Studieren gelesen, die meisten sind selbstverschuldet, wenige den äußeren Umständen geschuldet: Die Biologin ist ein Paradebeispiel für eine Frau, die eigentlich das Studium nur zur Überbrückung zwischen Schule und Rente nutzt. Klar hat sie Kinder bekommen, aber andere stehen im achten Semester kurz vor der Diplomarbeit, sie hat nicht einmal einen Schein gemacht! Wie kann das sein? Ihr eigentlicher Lebensentwurf war wohl eher heiraten und Kinder kriegen, aber weil Frau das ja heute nicht mehr so sagen darf, wird ein Alibistudium angefangen und das muss jetzt eben fertig gemachen werden. - Sorry, keine Gnade!
Verstehen Sie eigentlich, was Sie hier lesen?

Die Frau war im 8. Semester fast scheinfrei. Das heißt, sie hatte fast alle Scheine, die sie für den Abschluss braucht beisammen. Außerdem steht im Bericht, dass sie die anstehende Prüfung zwischen Mutterpflichten und Job organisiert, also bereits berufstätig ist.

Nichts für ungut, aber um Ihre Meinungen unters Volk zu bringen, stützen Sie sich doch bitte auf belastbarere Ausführungen. Oder schweigen besser.

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