Forum: Leben und Lernen
Letzte Langzeitstundenten: Endspurt der Dinosaurier

16, 18, 26 Semester, aber nicht mehr lange: Durch den Bachelor stirbt eine Spezies aus -*die Langzeitstudenten. Kurvige Lebensläufe sind nicht mehr vorgesehen. Im UniSPIEGEL erzählen vier Campus-Dinosaurier, warum ein Skateboard sie ablenkte und*jüngere Kommilitonen sie für Klugscheißer halten.

Seite 7 von 10
La-Dolce-Vita 07.06.2011, 11:54
60. ...

Zitat von donnaleone
Naja, nach 6 Semestern kann man wohl kaum genauso viel Wissen erworben haben, wie früher ein Magister oder Diplom-Sonstwas nach 12 Semestern. Was früher Magister war, ist heute eben Master. Der B.A. ist nicht mehr als ein abgeschlossenes Grundstudium - noch dazu heute völlig verschult und ohne wissenschaftliche Ansprüche. Die Anforderungen sind eher gesunken, der zeitliche Druck ist gestiegen. Mehr nicht.
Und genau das ist die Verallgemeinerung die ich meinte. Nicht jedes Diplom-Studium ging über 12 Semester. Es gab massenweise Diplome nach 8 Semestern - hier wieder Stichwort Fachhochschulen, aber auch an Universitäten. Da ist der Bachelor dann ganz sicher kein Grundstudium! Verschult ja, das mag in den meisten Fällen zutreffen, finde ich auch ganz und gar nicht gut. Aber ohne wissenschaftliche Ansprüche stimmt genauso wenig - wieder die Verallgemeinerung. U
nd genau mit der tun viele Leute vielen Bachelor-Studenten Unrecht und zwar gewaltig. Alle über einen Kamm zu scheren ist einfach falsch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
La-Dolce-Vita 07.06.2011, 11:57
61. ...

Zitat von donnaleone
Ich habe einen schönen alten M.A. und gehöre damit zu einer aussterbenden Rasse. Wenn ich heute sehe, was Studenten im Bachelorstudiengang alles nicht wissen und nicht können sollen/müssen, fange ich schon an zu staunen. Ich finde es auch höchst eigenartig, dass Seminare von Mitstudenten gehalten werden. Was machen eigentlich die Profs und Dozenten noch?
Und weil Sie das an einer Hochschule gesehen haben, wird das verallgemeinert? So etwas hätte und hat es bei uns niemals gegeben!

Ich behaupte ja gar nicht, dass es keine Studiengänge gibt, denen der Bachelor massiv geschadet hat. Mir geht es nur darum, dass das lange nicht überall so ist und man den einzelnen Studiengang/die einzelne Hochschule betrachten muss statt in Schubladen zu denken. Mag daran denken, dass ich diese Einstellung/Denkweise in allen Lebensbereichen vorziehe...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
donnaleone 07.06.2011, 11:57
62. Darum geht es ja nicht

Zitat von LasseStehnken
Ich muss sagen, ich halte nicht viel von der Kritik am Bachelor System. Ich bin selbst Bechelorstudent im 5. Semester und kann nicht nachvollziehen, weshalb man während des Bachelorstudiums keine Zeit zum "erweitern des Horizontes" sein soll.
es geht ja nicht um die mangelnde Zeit zur Erweiterung des Horizontes, sondern um den Unsinn des Studienganges.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
La-Dolce-Vita 07.06.2011, 12:02
63. Ach und...

Zitat von donnaleone
Naja, nach 6 Semestern kann man wohl kaum genauso viel Wissen erworben haben, wie früher ein Magister oder Diplom-Sonstwas nach 12 Semestern. Was früher Magister war, ist heute eben Master. Der B.A. ist nicht mehr als ein abgeschlossenes Grundstudium - noch dazu heute völlig verschult und ohne wissenschaftliche Ansprüche. Die Anforderungen sind eher gesunken, der zeitliche Druck ist gestiegen. Mehr nicht.
Ach und...es sind eher weniger Bachelor-Studiengänge (lassen wir die duale Hochschule mal außen vor) die wirklich nur 6 Semester gehen. In der Regel sind es 7, bei einigen sogar 8.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
donnaleone 07.06.2011, 13:17
64. Bleiben wir doch bei den Fakten

Zitat von La-Dolce-Vita
Und genau das ist die Verallgemeinerung die ich meinte. Nicht jedes Diplom-Studium ging über 12 Semester. Es gab massenweise Diplome nach 8 Semestern - hier wieder Stichwort Fachhochschulen, aber auch an Universitäten. Da ist der Bachelor dann ganz sicher kein Grundstudium! Verschult ja, das mag in den meisten Fällen zutreffen, finde ich auch ganz und gar nicht gut. Aber ohne wissenschaftliche Ansprüche stimmt genauso wenig - wieder die Verallgemeinerung. U nd genau mit der tun viele Leute vielen Bachelor-Studenten Unrecht und zwar gewaltig. Alle über einen Kamm zu scheren ist einfach falsch.
Ja, es gab Fachhochschulabschlüsse, die nicht den universitären Abschlüssen entsprachen.
Prinzipiell geht es nicht um die Studiendauer, sondern die Studieninhalte und da ist der B.A. nun mal dem M.A. nicht ebenbürtig. Das ist keine Verallgemeinerung, sondern Fakt.
Der B.A. entspricht (wenn überhaupt) einem Fachhochschulabschluss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vonhelden 07.06.2011, 13:36
65. +++

Zitat von donnaleone
Ja, es gab Fachhochschulabschlüsse, die nicht den universitären Abschlüssen entsprachen. Prinzipiell geht es nicht um die Studiendauer, sondern die Studieninhalte und da ist der B.A. nun mal dem M.A. nicht ebenbürtig. Das ist keine Verallgemeinerung, sondern Fakt. Der B.A. entspricht (wenn überhaupt) einem Fachhochschulabschluss.
Dem Magister oder Diplom steht auch nicht der Bachelor gegenüber sondern der Master. Davon mal abgesehen, dass das Hauptfach bei einem Magister in der Regel die inhaltliche Tiefe eines Bachelors hat, da sollte man sich nichts einreden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k4l 07.06.2011, 13:38
66. nt

ich wuerd mir gern auch mit manchen sachen mehr zeit lassen, aber wenn ich seh wie gnadenlos absolventen aussortiert werden bei firmen, die zu lange gebraucht werden(egal welche note...), dann sollt man leiber gas geben oder ne ausbildung machen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr.r 07.06.2011, 13:43
67. Faszinierend

Zitat von vonhelden
Nur leider kostet ein Student im Jahr mehr als er in einem Fall der Arbeitslosigkeit nachdem Studium kosten würde. Im Schnitt kostet ein Student 8-16k im Jahr (plus weitere Förderungen, die man jedoch schlecht auf die Schnelle bestimmen kann). Der Regelsatz für Hartz IV (mehr würde ein Student nicht bekommen) liegt bei 364€ dann kommt nocheinmal die selbe 400€ für die Wohnung (Grostadt). Das sind ~9200€ die ein Hartz IV Empfänger im Jahr erhält. Davon herrscht in Deutschland bei den Akademikern quasi Vollbeschäftigung, daher ist der Einwand nicht nachvollziehbar. Und in Spanien wird es ähnlich sein, wenn sich die wirtschaftliche Lage stabilisiert.
Uiuijuijuijui:

8-16K im Jahr?! Verzeihung, haben Sie da die Heizkosten und den Hausmeister, nebst Rektor mit Gehalt eingerechnet, oder wie setzt sich Ihre Rechnung zusammen? Haben Sie Chemiestudenten, die jedes Semester Chemikalien im Wert von x EUR verbrennen zugrundegelegt, oder Mathematikstudenten, denen in der Regel ein Buch, ein Blatt Papier und ein Stift reicht?

Wenn Sie Ihre sogenannte Kosten nicht vernünftig darstellen können, oder man das eben so sehen will, weil man dann sich besser fühlt, so sei es Ihnen gegönnt. Aber man sollte doch absehen, irgendwelche Angaben als Fakten oder Wahrheiten zu verkaufen und das noch in so undifferenzierter Weise. Denn im obigen Beispiel sollte ja spätestens klar sein, dass Studium nicht gleich Studium ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
herr_kleint 07.06.2011, 15:05
68. SIe machen "Gewinn"

Zitat von HSV-Andreas
Glauben Sie ernsthaft, dass ein Student den Staat im Durchschnitt weniger als 800€ kostet? Wenn das so wäre, müssten die niedersächsischen Universitäten dann nicht Gewinn machen?
Die niedersächsischen Universitäten beschwerten sich jüngst, dass sie nicht wüssten, wohin mit dem ganzen Geld. Ja, sie machen Gewinn. Als staatliche einrichtung dürfen sie allerdings nicht wirtschaftlich "geführt" werden, was unter der Hand aber durchaus schon die Regel ist (Sponsoren, Studenten direkt an Firmen leiten, Professoren und Präsidenten in diversen Lobbys). Je schneller der Durchlauf von Jahrgängen, desto mehr Geld - das ist die Devise.

Nehmen Sie doch eine Vorlesung. 20-200 Studenten, ein Professor. Beamer läuft. Vielleicht ist die Beleuchtung an. Sagen wir es sind grade 100 von den 250 eingeschriebenen Studenten im Raum. Diese 100 allein multipliziert mit 803,72 Euro (logischerweise wären es 250 x 803,72 Euro, denn eingeschrieben ist eingeschrieben) könnten Strom, Beamtengehälter und Wikingerschiff samt Trainer finanzieren.

Natürlich kann EIN Student allein das alles mit seinen 800 Euro nicht finanzieren; aber die Masse machts.
Selbstverständlich zahlen diese dann nicht nur den einen Professor. In der Regel dozieren pro Studiengang und Semester 4-8 Professoren.
Alle Studenten der Hochschule x ca. 800 Euro = mehr, als die Hochschule für Gehälter, Energie, Stipendien und Gerät benötigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr.r 07.06.2011, 16:19
69. Plus.......

Zitat von herr_kleint
Die niedersächsischen Universitäten beschwerten sich jüngst, dass sie nicht wüssten, wohin mit dem ganzen Geld. Ja, sie machen Gewinn. Als staatliche einrichtung dürfen sie allerdings nicht wirtschaftlich "geführt" werden, was unter der Hand aber durchaus schon die Regel ist (Sponsoren, Studenten direkt an Firmen leiten, Professoren und Präsidenten in diversen Lobbys). Je schneller der Durchlauf von Jahrgängen, desto mehr Geld - das ist die Devise. Nehmen Sie doch eine Vorlesung. 20-200 Studenten, ein Professor. Beamer läuft. Vielleicht ist die Beleuchtung an. Sagen wir es sind grade 100 von den 250 eingeschriebenen Studenten im Raum. Diese 100 allein multipliziert mit 803,72 Euro (logischerweise wären es 250 x 803,72 Euro, denn eingeschrieben ist eingeschrieben) könnten Strom, Beamtengehälter und Wikingerschiff samt Trainer finanzieren. Natürlich kann EIN Student allein das alles mit seinen 800 Euro nicht finanzieren; aber die Masse machts. Selbstverständlich zahlen diese dann nicht nur den einen Professor. In der Regel dozieren pro Studiengang und Semester 4-8 Professoren. Alle Studenten der Hochschule x ca. 800 Euro = mehr, als die Hochschule für Gehälter, Energie, Stipendien und Gerät benötigt.
Plus den Geldern, die der Staat noch zuschießt. Wohlgemerkt.
In NRW kommen die Studiengebühren noch oben drauf und das Land hat gefordert in einer gewissen Zeit entsprechende Studienplätze zu schaffen. Einige Unis wie Münster und Köln könnten sodann evtl. Gelder zurückzahlen an das Land, da sie die Plätze nicht in der geforderten Anzahl einrichten konnten. Und überall wird gebaut, was das Zeug hält......

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 10