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Lexikon der Jugendsünden: Steinzeithandys für traurige Jungs

Heute lässt sich kaum erklären, wozu sie gut waren: Pager, kleine Kästen, die ab und zu piepten und*Nummern übermittelten. Die Besitzer fühlten sich trotzdem ziemlich cool. Lisa Seelig und Elena Senft sammelten diese und andere Jugendsünden. Diesmal: S wie Scall.

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barlog 01.11.2011, 17:27
1.

Zitat von sysop
Heute lässt sich kaum erklären, wozu sie gut waren: Pager, kleine Kästen, die ab und zu piepten und*Nummern übermittelten. Die Besitzer fühlten sich trotzdem ziemlich cool. Lisa Seelig und Elena Senft sammelten diese und andere Jugendsünden. Diesmal: S wie Scall.
Ist mir neu, daß die Pager damals angeblich alle "Scall" genannt wurden. Für professionellen Einsatz (Servicedienste, Ärzte) waren diese Dinger ganz nützlich, bis sie von Mobiltelefonen abgelöst wurden.

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Falsche Küste 01.11.2011, 17:50
2. Was fuer ein Schmarrn

Ich war damals Student und mit Scall ausgestattet. Als meine Frau schwanger war gab es Komplikationen. Ohne den Scall haette meine Frau mich nicht erreichen koennen.

Ausserdem gab es Moeglichkeiten, das Abdeckungsgebiet auf weit mehr als 25 km Umkreis zu erweitern. Man musste nur fuer die eingebuchte Postleitzahl einen Grenzbereich zwischen zwei oder drei Scall-Zonen waehlen.

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GyrosPita 01.11.2011, 17:54
3.

Ah, wurde auch noch mal Zeit das für dieses Schwachsinns-Buch noch mal Werbung gemacht wird, ich hatte schon befürchtet man hätte die nicht verkauften Exemplare (sicher sehr viele) der Altpapierverwertung zugeführt.

"Scall" hieß nur der Pager-Dienst der Telekom, und zumindest in der zweiten Generation (ob das Dann immer noch Scall hieß weiß ich nicht mehr) konnten die Dinger auch alphanumerische Nachrichten (also mit Zahlen und Buchstaben, wie ne SMS, ne) darstellen. Zu diesem Zweck konnte man zum Festpreis ein Callcenter der Telekom anrufen und dem freundlichen Mitarbeiter die Nachricht diktieren, die dann kurze Zeit später auf dem Gerät des Empfängers erschien.

Aus heutiger Sicht natürlich nicht der Bringer, aber was wollte man machen, Mobiltelefone waren noch nicht annähernd so verbreitet wie heute. Und das von den Autoren ein derartiger Kokolores als "Jugendsünde" propagiert wird läßt befürchten das diese talentfreien Kritzler im ganzen Leben noch nie gesündigt haben...

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No_Name 01.11.2011, 19:28
4. -

Wir hatten zwei Leute mit Pieper in der Jahrgangsstufe. Obe es eine "Jugendsünde" ist, in der freiw. Feuerwehr resp. dem THW engagiert zu sein? Ich glaube nicht. Ob die Autoren nur die geringste Ahnung haben, wie das dt. Rettungs- und Katastrophenschutzwesen in der Vor-Mobiltelefon-Zeit seine Leute zusammen trommelte? Ich glaube nicht.

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PhysikerTeilchen 01.11.2011, 22:01
5. nutzlos?!? von wegen!

Ich bin auch eine ganze Weile mit zwei von diesen Dingern rumgelaufen (ausser, dass sie in den USA nicht "scall" hiessen), wegen Rufbereitschaft im Beruf. Gegenueber Mobiltelefonen haben diese Dinger auch heute noch einen gewaltigen Vorteil: Wenn man mitten in der Nacht davon aus dem Schlaf gerissen wird, kann man sich erst mal ein paar Minuten sammeln, bevor man zurueckruft. Das faellt gar nicht auf, denn die Latenz zwischen Abschicken des Rufs und dem Piepen des Geraetes ist durchaus manchmal ein paar Minuten. Wer dagegen auf einem Telefon angerufen wird, muss entweder innerhalb von Sekunden gespraechsbereit sein, oder den Anruf ignorieren, spaeter zurueckrufen und den Eindruck mangelnder Einsatzbereitschaft riskieren.
Im Prinzip waere eine SMS ein Mittelweg, der Vorteile beider Konzepte vereint. Allerdings kenne ich kein Telefon, bei dem eine SMS auch nur annaehernd so eindringlich vermeldet wird wie ein Pager-Ruf - und letzteren habe ich im Gegensatz zu ersteren noch nie verschlafen!

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Phallus_Dei 01.11.2011, 22:59
6. .

Die Dinger hießen nicht Scall sondern Pager und waren sehr sinnvoll für Menschen, die wirklich erreichbar sein mussten (Ärzte, Geschäftsleute, Drogendealer, Prostituierte etc.) oder wollten.

Und weil mir der Autor in seiner Unkenntnis historischer Telekommunikation irgendwie leid tut, hier ein Tipp: Deutlich sinnloser war das Birdie (http://de.wikipedia.org/wiki/Funkrufnetz#Birdie), das nur ein paar hundert Meter rund um speziell gekennzeichnete Telefonzellen funktionierte.

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Narn 01.11.2011, 23:25
7. .

Zitat von No_Name
Wir hatten zwei Leute mit Pieper in der Jahrgangsstufe. Obe es eine "Jugendsünde" ist, in der freiw. Feuerwehr resp. dem THW engagiert zu sein? Ich glaube nicht. Ob die Autoren nur die geringste Ahnung haben, wie das dt. Rettungs- und Katastrophenschutzwesen in der Vor-Mobiltelefon-Zeit seine Leute zusammen trommelte? Ich glaube nicht.
Was heißt hier Vor-Mobiltelephon-Zeit?!
Die Alarmierung bei der Feuerwehr läuft immernoch fast ausschließlich über Funkalarmempfägner bzw. Sirene. Es gibt inzwischen zwar auch SMS-Alarmierung, aber die ist bestenfalls ein Zusatz da absolut nicht zuverlässig. Taugt höchstens zur Ergänzung bei älteren FAE-Modellen, damit man gleich n paar Details mitbekommt.

So ne SMS schlägt abgesehen davon nicht halb soviel Alarm wie n Pieper der über den Nachttisch wandert und das Handy trag ich im Gegensatz zum Pieper grade zu Hause nicht mit mir herum (der Pieper hängt am Gürtel, das Handy liegt in der Küche wenn ich im Wohnzimmer bin, oder grad den Müll rausbringe).

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DerDeer 02.11.2011, 07:36
8. Hhhmmmm....

....das ist nicht der erste Artikel zu diesem Buch (?), bei dem ich mich frage, was dieses Buch (?) eigentlich soll. Kann man Papier nit einer besseren - und sinnvolleren - Verwertung zu fuehren?

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ogs 02.11.2011, 09:12
9. Titel:

Zitat von DerDeer
....das ist nicht der erste Artikel zu diesem Buch (?), bei dem ich mich frage, was dieses Buch (?) eigentlich soll. Kann man Papier nit einer besseren - und sinnvolleren - Verwertung zu fuehren?
Man könnte es auf eine Rolle drucken ... mit perforierten Seiten :-)

Unser Chef hat uns damals übrigens auch mit einem Pager beglücken wollen. Leider, leider haben wir das Ding grundsätzlich in der Werkstatt vergessen. Uns war das zu sehr "elektronisches Halsband".

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