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Linguist zur Uni Leipzig: "Wir benachteiligen Frauen"
DPA

Guten Tag, Herr Professorin: Mit ihrer Sprachreform eckt die Uni Leipzig extrem an. Dem Linguistikprofessor Anatol Stefanowitsch, 43, gefällt die Debatte. Im Interview plädiert er für mehr geschlechtsneutrale Ausdrücke - gegen den Sammelbegriff "Professorinnen" hat er aber auch nichts einzuwenden.

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jandokar 10.06.2013, 13:59
1. Zum Henkerin

mit den Sprachverbrecherinnen!

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b4u3r 10.06.2013, 14:07
2. Wer?

Was ist der Auslöser dafür, dass im generischen Maskulinum ein Problem gesehen wird? Gibt es tatsächlich Frauen, die sich dadurch diskriminiert fühlen? Oder gibt es lediglich Stimmen, die eine Diskriminierung stellvertretend herbeireden?
Ich kenne jedenfalls (noch!) keinen Mann, der sich je über das generische Maskulinum beschwert hätte, wenn von Vergewaltiger, Verbrecher, Gaffer, Falschfahrer, Geisterfahrer, Mörder, etc. die Rede ist.
Von daher wirkt diese Diskussion auf mich irgendwie befremdlich...

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rainer_daeschler 10.06.2013, 14:09
3. Blick über den Tellerrand

Wenn manche Linguisten über ihren indogermanischen Tellerrand blicken könnten, wüssten sie, wie lächerlich diese Diskussion ist.

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Dr. Ahnreb 10.06.2013, 14:09
4. Falsch!

Wie der Interviewte ja auch gleich klarstellt, geht es eben nicht um die Ansprache von Individuen. Was hat also der hier zum hundertsten Mal wiederholte absurde Satz "Guten Tag, Herr Professorin" in der Einleitung mit dem Thema zu tun?

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shizzobi 10.06.2013, 14:10
5.

Bei der Uni Leipzig gehts allein um Die Personenbezeichnung
innerhalb der Grundordnung, und nicht um die Anreden der
Angestellten. Niemand muss als Hr. Professorin oder sich als Studentin
anreden lassen. Darum ging es nie. Wielange müssen wir
uns noch mit dieser Art Journalismus rumschlagen. Das dieses Thema
immer noch ausgeschlachtet wird, obwohl der Sachverhalt längst geklärt
sein müsste, macht mich sprachlos. Sind wir hier jetzt endgültig
beim Boulevard angekommen auf Spiegel.de

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peter_30201 10.06.2013, 14:12
6. Ich hoffe, das ist nicht sein Fachgebiet

Zuerst also die Begründung, warum man die Sprachregeln reformieren muss: "Es wird traditionell erwartet, dass weibliche Leser die fraglichen Begriffe interpretieren und jedes Mal überlegen: Bin ich gemeint? Männer wollen und brauchen das nicht zu leisten." Die Sprache soll also für den Leser intuitiver werden. Dann aber zu der vorgeschlagenen Alternative: "Wir wissen nur aufgrund einer Konvention, dass derjenige gemeint ist, der den Bus lenkt." Die vorgeschlagene Alternative löst also das Problem nicht, sondern ersetzt eine Problematik für Frauen durch eine Problematik für alle.
Nebenbei sind auch "Studierende" nicht geschlechtsneutral, der Plural ist lediglich deckungsgleich.

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despr3z 10.06.2013, 14:13
7. inkonsequent?

Wieso spricht er zuerst von Busfahrenden, und später von Sprechern und Sprecherinnen an statt von Sprechenden?

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überfragt von allem 10.06.2013, 14:28
8. interessant...

...dass diese Diskussion bereits kabarettistisch im Abendprogramm einfloss.
im Zuge der Änderung der Straßenverkehrsordnung wurde vorgetragen, dass die StVo fortan für "Fahrzeugfahrende" gilt und nicht für Fahrer.
Der Kommentar des Kabarettisten war: "ins Gehirn gesch***ene" wegen der kostpieligen Änderungen :-)

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thomasschöffel 10.06.2013, 14:29
9. Wer Rotwein bevorzugt, diskrimiert nicht Weißwein.

Meine liebe Frau GesangsvereinIn,
wie dämlich ist das denn ? Liebe Frauen (MännerInnen ?), man bekämpft doch eine gefühlte Benachteiligung nicht damit, daß man nun einfach einen anderen diskriminiert. Ist ja als Rachegedanke gefühlt sogar leicht nachvollziehbar, aber in Bezug auf intelligentes Verhalten doch eher leicht ungenügend. Ofrauofrau. Weiter: Diese Rosinenpickerei, sich nur die die toll klingenden Professorinnen, Doktorinnen und Wissenschaftlerinnen rauszusuchen, zeigt natürlich auch, wo die Reise hingehen soll. Ich habe bisher von keiner (weiblichen) Anfrage gehört, auch Dusselinnen, Schwachmatinnen und Versagerinnen als solche zu benennen und weder Radio noch Fernsehen sprechen von Schlägerinnen, Terroristinnen oder mutmaßlichen Möderinnen. Ist das nicht eigenartig ? Daß wir Männer das nicht fordern, zeigt möglicherweise, daß wir auch geistig minderbemittelten Damen als Gentlemen nicht nur die Stange halten. Weiter: Haben unsere verehrten Damen und Daminnen vielleicht mal bemerkt, daß sich noch kein Mann jemals darüber beschwert hat, daß er als „die“ Geschäftsführung bezeichnet wird. Mit einem weiblichen Artikel. (Fast) alle Substantive mit –ung am ende sind weiblich. Liebe Blodmännerinnen, ein grammatisches Geschlecht hat nichts zu tun mit dem menschlichen Geschlecht. Was bei uns mit „der“ Mond und „die“ Sonne bezeichnet wird, ist im französischen genau umgekehrt: „La“ lune, „il“ soleil. Und überhaupt. Sie können sich den größten Haufen blödester Männer vorstellen und: Wie werden sie bezeichnet ? Genau: „Die“ Männer. Alle Pluralbildungen tragen den weiblichen Artikel. Männer mit weiblichem Artikel ! Haben wir Macker uns je darüber beschwert ? Nein, weil wir blöden Männer wissen, daß ein Artikel nur ein Artikel ist und eine Dame eine Dame.

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