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"Lunch shaming" in den USA: Wenn Eltern nicht zahlen, bezahlen die Kinder
DPA

Manche US-Schulen demütigen Kinder, deren Eltern das Essensgeld nicht bezahlt haben. Die Angestellte einer Schulkantine wehrte sich gegen das "lunch shaming" - der erste US-Bundesstaat hat die Praxis nun verboten.

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pegasus2012 08.05.2017, 14:19
130. @supergrobi123

Die Schule verhält sich also korrekt , wenn sie Kindern im wahrsten Sinne des Wortes einen Stempel aufdrückt und/oder das hungrige Kind noch als Strafe die Essensreste der anderen zusammenkehren muss?

Wer so etwas widerliches gegenüber Kindern zu verantworten hat, der gehört vor den Richter und sollte nichts auch nicht mehr Kindern arbeiten dürfen!

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Yves Martin 08.05.2017, 14:21
131.

Zitat von markus_wienken
Wie MÜSSEN gar nichts, aber wir können. Und die Finanzierung des Bildungswesens (welches ich nicht kenne und nicht bewerte) hat mit dem Quälen von Kindern (nichts aderes ist es) nun rein gar nichts tu tun. Und es war wohl mehr als nur eine einzelne Person wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, wenn wohl auch nicht symptomatisch für die ganze USA. Und wohl nicht nur meiner Meinung nach darf man sich darüber zu Recht aufregen, sollten Sie hier anderer Meinung sein...bitte.
Vielleicht sollten auch Sie sich mit realen (statt "alternativen") Fakten befassen, bevor Sie sich hier vom gekachelten Couchtisch aus mal eben zum Rächer und Retter des US-amerikanischen Bildungs- und Ernährungssystems aufschwingen und das bei SPON so beliebte "USA-Bashing" spielen.

HIER zum Beispiel finden Sie jede Menge Informationen zum Thema "School Lunch" und seiner Förderung. Kein Kind in den USA muss hungern. Ja, man muss sich tatsächlich ein bisschen kümmern - hier wie dort. Ich denke aber nicht, dass wir in Deutschland etwas Vergleichbares haben, an dem 95 Prozent aller Schulen und Universitäten beteiligt sind.

Man kann jedes Thema mit einseitiger Berichterstattung hochjazzen, indem man Einzelfälle so aussehen lässt, als stünden sie für ein gesamtes System. Hohe Klickzahlen scheinen manchmal jedes Mittel zu rechtfertigen. Und die Berufsempörten von SPON fallen ja auch erkennbar darauf herein.

Fakt ist: Die allermeisten Kinder in den USA bekommen (im Gegensatz zu Deutschland) täglich Schulessen; viele sogar mehrere Mahlzeiten. Daran ändern die Verfehlungen einzelner Behörden- oder Kantinen-Mitarbeiter oder ihrer Vorgesetzten in den USA genauso wenig wie die der Eltern, die es regelmässig versäumen, ihren kleinen Eigenanteil zum Schulessen ihrer Kinder zu leisten. Schlümpfe gibt es auf beiden Seiten.

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markus_wienken 08.05.2017, 14:22
132.

Zitat von markus_wienken
Natürlich sind die Menschen in den USA sehr stark sozial engagiert, bei einer Gesellschaft, die das nicht staatlich geregelt wissen möchte leider auch zwingend notwendig.
Ergänzen möchte ich mein Post noch mit einem Zitat von Johann Heinrich Pestalozzi:
"Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade."

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Leser161 08.05.2017, 14:24
133. Wie immer

Entfernte Stellen denken sich ein System aus, was auf irgendwelchen Gründen nicht funktioniert und ausbaden müssen es die, die am wenigstens Einflussmöglichkeiten haben, die schlechtbezahlten Kantinenkräfte, die die Drecksarbeit machen müssen und die Kinder die quasi offiziell gemobbt werden.

Dysfunktional.

PS: Essensmarken, Vorkasse, Gerichtsvollzieher, bring-you-own-lunch, staatliche Finanzierung eines günstigen Basisessens, es gäbe soviele Lösungsmöglichkeiten, bei denen man nicht mittelalterlicher Pranger mit Kindern spielen müsste.

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schoenfeldo 08.05.2017, 14:25
134. Imageschaden par excellence

und dann haben die Amerikaner noch einen Milliardär als ihren Häuptling gewählt. Dieses Land bewegt sich inzwischen jenseits aller Wertegemeinschaften. Wer soll ihre Rolle als würdiges Vorzeigeland anerkennen? Letztlich beschädigen diese Schulen sogar den Tourismus, denn kaum jemand dürfte sich in einem Land wohl fühlen, das auf den Schwächsten herum "trumpelt"?

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lorena-leron 08.05.2017, 14:27
135. Eine Frechheit ?

Das es solche Menschen gibt die das durchziehen das ist eine Frechheit Herzlos. Meiner Meinung nach sollte Essen und Bildung überall kostenlos sein .

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warum? 08.05.2017, 14:27
136. shaming

scheint in den USA eine Erziehungsmethode zu sein. Da werden Leute für kleine Vergehen mit Schildern um den Hals vor shopping-mals und Strassen gestellt damit diese verhöhnt werden können. An manchen Schulen werden die Noten für Tests mit vollen Namen ausgehängt so das jeder weiß wer versagt hat. Es scheint also nichts besonderes zu sein arme Kinder zu shamen. Von diesen Kindern geht ja kaum die Gefahr aus verklagt zu werden, sie werden ja wohl kaum das Geld für einen Rechtsbeistand haben.

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mcmercy 08.05.2017, 14:28
137.

Zitat von Beinlausi
Ohne Bezahlung und ohne Gewinn machen zu müssen ist eine Mahlzeit deutlich unter einem Euro herstellbar.
Prinzipiell haben Sie recht. 500g Nudeln kosten 40 Cent. Eine Dose Tomaten und ein paar Gewürze eine Zwiebel eine Möhre, nochmal ca. 1€. Für 2 Euro bekomme ich 4 Personen satt. Aber das ist ja nicht das Thema. Kinder sind eine gesellschaftliche Aufgabe und kein Privatvergnügen, es ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen, warum Eltern dafür zahlen müssen. Eigentlich müsste im Gegenteil der Staat die Eltern für die Erziehung und Betreuung der Kinder entlohnen. Aber das ist ja in D nicht anders. Mit 150€ Kindergeld kann man kein Kind durchbringen, die Eltern zahlen immer drauf. Kein Wunder, dass immer weniger Menschen Kinder haben wollen, aber zum Glück gibt es ja genug Flüchtlinge, die die Reihen wieder auffüllen.

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roithamer 08.05.2017, 14:29
138. Ach so ist das

Wie will man denn da noch gegen das Mobbing vorgehen, wenn dieses schon von den Ämtern verordnet wird?

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Atheist_Crusader 08.05.2017, 14:35
139.

Zitat von markus_wienken
Natürlich sind die Menschen in den USA sehr stark sozial engagiert, bei einer Gesellschaft, die das nicht staatlich geregelt wissen möchte leider auch zwingend notwendig.
Ja, das ist es eben. In den USA wird auch mehr für Wohltätigkeit gespendet... aber auch das muss sein, weil es eben an Sozialprogrammen fehlt.

Mit anderen Worten: Spenden oder auf andere Art einen Beitrag leisten ist okay... es will nur Niemand Steuern zahlen. Wohltätigkeit durch Kirchen, NGOs, etc. sieht man lieber als einen Staat der ein bisschen Einkommen umverteilt und aufpasst, dass Niemand zu sehr unter die Räder kommt.
Das könnte man als zwei gegensätzliche Philosophien sehen, wenn denn beide funktionieren würden. Tun sie aber nicht, wie sich z.B. auf dem Feld der Gesundheit zeigt. Mit den Kosten die der US-Gesundheitsmarkt einem Patienten aufbürdet kann man ganze Familien in den Bankrott treiben - da kommt keine Wohlfahrt mit. Klar, es gibt Medicaid, aber das ist so unterfinanziert, dass es ein echtes Glücksspiel wird.
Im Grunde genommen läuft es also darauf hinaus: habe Erfolg, habe Geld (egal wie faktisch unmöglich das System es macht) - dann wirst Du mit Steuererleichterungen, etc. belohnt. Wenn nicht, dann hoffe auf die freiwillige Hilfe deiner Mitmenschen. Aber nicht auf den Staat.

Da ist mir das europäische System dann doch lieber. Perfekt ist es nicht, aber besser definitiv. Höhere Steuern sind für mich ein akzeptabler Preis dafür, nicht in einer Gesellschaft leben zu müssen in der Unfallopfer die Helfer bitten müssen NICHT den Krankenwagen zu rufen, weil die Krankenhausrechnung sie ruinieren würde.

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