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Maschinenbau: Professor will Klausuren abschaffen - 50.000 Euro Förderung
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Die Prüfung angehender Maschinenbau-Ingenieure geht an der Arbeitsrealität vorbei, kritisiert ein Professor der Hochschule Niederrhein. Nun bekommt er 50.000 Euro, um die Klausuren abzuschaffen.

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koem 06.01.2017, 08:52
1. Endlich

endlich mal ein gelungener Ansatz um diese Marionettenprüfungen, wie Sie auch in Schulen praktiziert werden abzuschaffen. Entscheidend ist vor allem das Argument, dass es fernab der Arbeitsrealität ist! Das gilt im Übrigen auch für den fehlenden Einsatz der digitalen Tools, welche im Arbeitsleben gang und gäbe sind, in der Schule oder Ausbildung aber nur stiefmütterlich eingesetzt werden.
Herr Gennat erkennt den Teufel im Detail sehr treffend:
"Für Professoren ist das sehr angenehm, einfach eine ausgedachte Aufgabe zu stellen und hinterher eine Ja-Nein-Entscheidung über die Leistungen zu treffen. Aber für die Studierenden ist das in Bezug auf die Arbeitsmarktfähigkeit nicht die beste Prüfungsform. In den Klausuren wird nur festgestellt, ob sie vorgegebene Rechenschritte durchführen können"

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crestwood 06.01.2017, 08:59
2. Zum Titelbild.

Automatisierungstechnik ist eine Vertiefungsrichtung des Studiums der Elektrotechnik, nicht des Maschinenbaus.

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zweiter 06.01.2017, 09:09
3. Ein guter Beweis, dass es nicht nur den

Viel Erfolg bei dem Projekt, das mit der Überschrift "Klausuren abschaffen" eher falsch charakterisiert wird.

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huckzuck 06.01.2017, 09:10
4. Nicht komplett verzichten

Vergleichende Leistungstests sollten weiterhin Bestandteil der Lehre bleiben. Grundlagenwissen ist häufig reines Lernwissen. Doch je breiter und vertiefter das erlernte Wissen, desto umfassender kann im Arbeitsalltag die tatsächliche Lösung erfasst und angegangen werden.

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varesino 06.01.2017, 09:14
5. Eine gute Idee, aber ist die Idee auch neu?

Diese Idee ist im Ausland, UK, USA schon seit langen eingeführt. Warum müssen wir so etwas jetzt "nach erfinden"?
Mein Maschinenbau-Studium liegt schon etwas zurück, aber es gab benotete Übungsaufgaben, Labore und Studienarbeiten. Einige auch als Gruppen-Arbeiten.
In Gruppen gibt es immer Trittbrettfahrer, die nichts tun und Dank der Gruppe bestehen.

Wichtiger wäre der Professor verbringt soviel Zeit mit seinen Studenten, dass es sie wirklich kennt und ihre Fähigkeiten beurteilen und benoten kann. Heißt der Professor arbeitet an diesen Projekten mit den Studenten.
Dazu braucht man einen neuen Typ Professor und auch noch eine grössere Anzahl. Aus meinem Studium kann ich das nur von zwei Professoren behaupten.

P.S.: Ja, Entwicklung mit "HW-In-The-Loop" gehört auf den Lehrplan.

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bochowmi 06.01.2017, 09:31
6.

@crestwood
Als Maschinenbaustudent muss ihn da widersprechen. Die Steuerungs- und Regelungstechnik ist heutzutage ein fester Bestandteil des Maschinenbaus an vielen Hochschulen.

Zum Beitrag, die Idee ist natürlich wunderbar. Mehr Praxis vorallem in MINT-Fächer ist immer gut. Allerdings ist der Titel ein wenig irreführend. So halte ich es für unwahrscheinlich, dass Fächer wie Mathematik und Physik/Mechanik durch Projektaufgaben ersetzt werden können.

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sasranitz 06.01.2017, 09:45
7. Uni != Praxisorientierung..und das ist gut so

Ein sehr interessanter Beitrag. Etwas kurz vielleicht mit zu wenig Hintergrundrecherche.
Z.B. um welches Semester handelt es sich? Welches Fach?
Es ist sicher gut die Art der Aufgabenstellung in einer Universitätsklausur den Entwicklungen der Arbeitswelt anzupassen. Ich selbst als frührerer Student der Elektrotechnik und nun in der Branche beruflich tätig möchte zwei Dinge angerken:
1. Ja, in zwei Stunden lässt sich kaum ein komplexeres Thema bearbeiten. Darum sind zwei Stunden auch zu wenig. An meiner Fakultät waren für Klausuren üblicherweise fünf Stunden angesetzt. Das entstrpicht etwa einem guten normalen Arbeitstag. Warum also nur zwei Stunden bei Herrn Gennat?
2. Die Aufgabe der Uni ist es NICHT PRIMÄR Praxistauglichkeit zu vermitteln. Dafür sind die Fachhochschulen, Technischen Hochschulen und ggfs. Praktika im Rahmen des Studiums da.
Es ist die ureigene Aufgabe der Universitäten, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu generieren und zu fördern. Nicht dem Studierenden den Umgang mit Excel beizubringen.
Aber vielleicht ändert sich das mit der Zeit und die Universitäten werden noch weiter verschult.

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cto74 06.01.2017, 09:49
8.

Im Artikel wird der (falsche) Eindruck erweckt, a) Prüfungen im Studium seien ausschließlich Klausuren und b) Klausuren als Prüfungsform seien nicht sinnvoll. Beides ist falsch.
Die Idee, praxisrelevante Aufgaben zu stellen, ist nicht neu und sie ist auch längst verwirklicht, z.B. in Form von Projekten, Hausarbeiten, Spezialisierungssequenzen, Bachelor- und Master-Arbeiten, später Forschungsprojekten.
Klausuren als Prüfungsform wiederum sind sinnvoll als _eines_ von vielen Prüfungsinstrumenten. Sie können feststellen, ob der Prüfling in einem begrenzten Zeitraum mit vorgegebenen Hilfsmitteln Standardprobleme seines Fachgebietes lösen kann. Wenn er das nicht einmal kann, wie will er dann in der beruflichen Praxis komplexere Probleme lösen?
Übrigens wird das Fellowship für digitale Innovation vergeben, nicht (primär) für fachdidaktische. Mir wird aus dem Artikel nicht ganz deutlich, wieso erst der Einsatz von digitalen Instrumenten den Schritt zu den anwendungsorientierten Prüfungen ermöglichen sollte, d.h. mir fehlt etwas das Alleinstellungsmerkmal. Darauf hätte das Interview mal eingehen sollen.

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scxy 06.01.2017, 09:54
9. Der Professor übersieht,

dass es in modularisierten Studiengängen nicht (im Schwerpunkt) darauf ankommt, wer eine Aufgabe am schnellsten löst, sondern darauf, mit einer Prüfung den vorgesehenen Kompetenzerwerb zu bestätigen. Dass sich dafür in Maschinenbau- oder Elektrotechnik-Studiengängen Klausuren nicht immer optimal eignen, ist keine ganz neue Erkenntnis. Klausuren ganz abzuschaffen, ist hingegen auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Warum sollen sie nicht in Grundlagen-Modulen weiterhin eingesetzt werden, um schlichte Wissensanhäufung zu überprüfen? Die Prüfung der Anwendbarkeit erlangten Wissens kann in fortgeschrittenen Modulen in den Vordergrund gerückt werden.

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