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Maschinenbau: Professor will Klausuren abschaffen - 50.000 Euro Förderung
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Die Prüfung angehender Maschinenbau-Ingenieure geht an der Arbeitsrealität vorbei, kritisiert ein Professor der Hochschule Niederrhein. Nun bekommt er 50.000 Euro, um die Klausuren abzuschaffen.

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crestwood 06.01.2017, 10:50
20.

Zitat von bochowmi
@crestwood Als Maschinenbaustudent muss ihn da widersprechen. Die Steuerungs- und Regelungstechnik ist heutzutage ein fester Bestandteil des Maschinenbaus an vielen Hochschulen.
Dann dürfen sie sich ja mit Mathematik, Physik oder auch BWL beschäftigen. Wenn sie aber behaupten BWL-Student zu sein stimmt das nicht weil man sich schon auf sein Hauptfach, bzw. die Vertiefungsrichtung bezieht.

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ulmer_optimist 06.01.2017, 10:56
21. Kalter Kaffee

Mag sein, dass in Regelungetechnik bisher ´nicht so gearbeitet wird. In anderen Fächern, z. b. Konstruktionslehre, ist es durchaus üblich, praxisnahe Konstruktionsaufgaben zu stellen, die dann von den Studenten praxisnah gelöst werden.

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DresdenSchnorchler 06.01.2017, 10:57
22. Viel zu wenig Geld

für eine wirklich modellhafte und verallgemeinerungsfähige Entwicklung ist das! Abgesehen davon, ist die Idee schon recht verbraucht. da fast alle Unis inzwischen Projekt- und Studienarbeiten etc. mit hohen Anteilen schöpferischer und selbstständiger Arbeit zur Leistungsbewertung heranziehen.
Die Kehrseite dieser "neuen Idee" ist, dass solche Art Leistungsbewertung einen immens höheren Betreuungs- und Korrekturaufwand bedeutet, der i.d.R. mit dem haushaltfinazierten Personal nicht zu leisten ist. Gleichzeit werden von den Mitarbeitern nämlich auch hohe Forschungsleistungen, Veröffentlichungen und die Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung verlangt. Wie soll das funktionieren???
Außerdem halte ich Prüfungen, die auf individuellen Einzelleistungen beruhen, als unbedingt erhaltenswert in einem System der Leistungsbewertungen, um rechtzeitig leistungsschwächere Studierende zu erkennen und ggf. ihnen den Wechsel oder die Aufgabe des Studium nahezulegen. Wenn die wirkliche Leistungsfähigkeit von Studierenden erst in den Graduierungsarbeiten erkannt wird, so verspielt man ggf. wertvolle Lebenszeit der Studierenden, die sonst zur leistungsgerechten Neuorientierung genutzt werden könnte. Und das ist eine hohe Verantwortung!

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DresdenSchnorchler 06.01.2017, 11:00
23. Viel zu wenig Geld

für eine wirklich modellhafte und verallgemeinerungsfähige Entwicklung ist das! Abgesehen davon, ist die Idee schon recht verbraucht. da fast alle Unis inzwischen Projekt- und Studienarbeiten etc. mit hohen Anteilen schöpferischer und selbstständiger Arbeit zur Leistungsbewertung heranziehen.
Die Kehrseite dieser "neuen Idee" ist, dass solche Art Leistungsbewertung einen immens höheren Betreuungs- und Korrekturaufwand bedeutet, der i.d.R. mit dem haushaltfinazierten Personal nicht zu leisten ist. Gleichzeit werden von den Mitarbeitern nämlich auch hohe Forschungsleistungen, Veröffentlichungen und die Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung verlangt. Wie soll das funktionieren???
Außerdem halte ich Prüfungen, die auf individuellen Einzelleistungen beruhen, als unbedingt erhaltenswert in einem System der Leistungsbewertungen, um rechtzeitig leistungsschwächere Studierende zu erkennen und ggf. ihnen den Wechsel oder die Aufgabe des Studium nahezulegen. Wenn die wirkliche Leistungsfähigkeit von Studierenden erst in den Graduierungsarbeiten erkannt wird, so verspielt man ggf. wertvolle Lebenszeit der Studierenden, die sonst zur leistungsgerechten Neuorientierung genutzt werden könnte. Und das ist eine hohe Verantwortung!

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purple 06.01.2017, 11:08
24. Das geht in die falsche Richtung

Jede Art von sinnbefreiter Gruppenarbeit und das auch noch in Form einer Prüfung ist ein Witz. Dadurch kommen Hohlschwätzer am weitesten. Das ist das Gegenteil von einem Maschinenbauingenieur. Außerdem tendiert das durch din beschränkte Zeit von ein paar Stunden zu irgend welchem Trivialmist.
Man sollte zum klassischen Ingenieurstudium von Bologna zurückkehren. Da hat man noch was gelernt. Eigenverantwortung und Kreativität waren da noch keine Schimpfworte. Heute wird das durch Gruppenarbeit ausradiert

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_gimli_ 06.01.2017, 11:10
25.

Zitat von sasranitz
2. Die Aufgabe der Uni ist es NICHT PRIMÄR Praxistauglichkeit zu vermitteln. Dafür sind die Fachhochschulen, Technischen Hochschulen und ggfs. Praktika im Rahmen des Studiums da. Es ist die ureigene Aufgabe der Universitäten, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu generieren und zu fördern. Nicht dem Studierenden den Umgang mit Excel beizubringen. Aber vielleicht ändert sich das mit der Zeit und die Universitäten werden noch weiter verschult.
Mehr als 80% der Uni-Abgänger in den MINT-Fächern arbeiten letztendlich in der Wirtschaft. Schon dieser Fakt konterkariert Ihre Aussage, Unis würden für die Wissenschaft ausbilden.
Und die Uni-Absolventen haben überhaupt keinen Bock darauf, am Ende ihrer anspruchsvollen Ausbildung im Wettbewerb um begehrte Arbeitsplätze in der Wirtschaft gegen Fachhochschul-Absolventen zu verlieren (das ist in den vergangenen 5 Interview-Runden, die ich geführt habe, 4 Mal so geschehen), weil ihnen der Praxisbezug fehlt.

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oemmes52 06.01.2017, 11:33
26. Es soll ja auch

Professoren geben, die sich hoher Durchfallquoten rühmen. Klausuren sind m.E. notwendig. Sie dürfen jedoch nicht zum Rausprüfen eines vorher festgesetzten Anteils der Studierenden missbraucht werden.

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parsimony 06.01.2017, 11:42
27. uiuiui

Gleich 50000€ für Sach- und Personalmittel. Da kann ich ja fast dem wissenschaftlichen Mitarbeiter die halbe Stelle um ein Jahr verlängern, also je nachdem was die Hardware kostet...

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hemithea 06.01.2017, 12:04
28.

Zitat von bochowmi
@crestwood Als Maschinenbaustudent muss ihn da widersprechen. Die Steuerungs- und Regelungstechnik ist heutzutage ein fester Bestandteil des Maschinenbaus an vielen Hochschulen. Zum Beitrag, die Idee ist natürlich wunderbar. Mehr Praxis vorallem in MINT-Fächer ist immer gut. Allerdings ist der Titel ein wenig irreführend. So halte ich es für unwahrscheinlich, dass Fächer wie Mathematik und Physik/Mechanik durch Projektaufgaben ersetzt werden können.
Naja zumindest in Physik und z.B. Chemie kann man die Laborarbeit bewerten, was z.B. in der Uni bei uns nicht der Fall ist.

Jeder Student kriegt bestimmte Versuche zugeordnet und muss sich darauf vorbereiten. Zunächst erfolgt ein Antestat, in dem das Grundlagenwissen zu dem Versuch, die konkreten Abläufe während des Experimentierens und sonstige dazugehörende Themen abgefragt werden. Die Assistenten fragen im Schnitt so 0.5 - 1 h die Studenten ab, was ihnen zu den Versuch und drumherum einfällt. Dann folgt der Versuchsaufbau (musste bei uns in der Chemie und Physik erstmal abgenommen werden) und nach dem Experiment erfolgt die Aufarbeitung in einem Protokoll, welches abgegeben wird. Als letzter Schritt erfolgt das Abtestat, d.h. mit dem Assistensten wird noch mal das Protokoll, die Auswertung und die Fehler besprochen. Wenn man z.B. via NMR etwas untersucht hat, dann wird auch zum Thema NMR abgefragt oder wenn man in der Physik was numerisch ermittelt hat, dann eben zu unterschiedlichen numerischen Verfahren.

Alles unbenotet. ^^

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hemithea 06.01.2017, 12:09
29.

Zitat von sasranitz
Ein sehr interessanter Beitrag. Etwas kurz vielleicht mit zu wenig Hintergrundrecherche. Z.B. um welches Semester handelt es sich? Welches Fach? Es ist sicher gut die Art der Aufgabenstellung in einer Universitätsklausur den Entwicklungen der Arbeitswelt anzupassen. Ich selbst als frührerer Student der Elektrotechnik und nun in der Branche beruflich tätig möchte zwei Dinge angerken: 1. Ja, in zwei Stunden lässt sich kaum ein komplexeres Thema bearbeiten. Darum sind zwei Stunden auch zu wenig. An meiner Fakultät waren für Klausuren üblicherweise fünf Stunden angesetzt. Das entstrpicht etwa einem guten normalen Arbeitstag. Warum also nur zwei Stunden bei Herrn Gennat?
Bei uns in der Chemie waren laut Prüfungsordnung Klausuren für 60 bzw. 90 min erlaubt. Länger nicht.

Und das lief dann auch in solchen Fächern wie "Computational Chemistry" so ab:
"Nennen Sie drei mögliche Algorithmen für XY"
"Zeichen Sie ein Fließschema um XYZ zu berechnen"
usw.

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