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Mathe-Prüfung 2019: Diese Aufgaben fanden Abiturienten zu schwer
Felix Kästle / DPA

War die schriftliche Abi-Prüfung in Mathe zu kompliziert? Das behaupten Zehntausende Schüler aus mehreren Bundesländern. Hier geht es zu ausgewählten Aufgaben und Lösungen.

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panterohneh 12.05.2019, 14:26
200.

Zitat von Prof. Dr. Dirk Heithecker
Jetzt hat Bayern leider ein rechtliches Problem. Die Stochastik -1-Aufgabe ist leider mit Hilfe eines Gleichungssystems zu lösen und gehört somit zur Algebra, es ist mit Nichten Stochastik. Wie peinlich. Also, falls betroffene Eltern aus Bayern dies lesen, nutzen Sie diese Information gerne. Ich selbst unterrichte Mathematik an einer Fachhochschule in Niedersachsen, habe aber nicht Mathematik studiert. Darauf weise ich gerne hin. Nun weiss ich aber, dass die bayrische Ausbildung nichts wert ist. Die Lehrer sind offenbar schlecht ausgebildet.
Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich Sie falsch verstanden habe:
zur Lösung einer Stochastikaufgabe darf kein lineares Gleichungssystem benötigt werden? Es ist durchaus üblich - in Stochastik- wie in Geometrieaufgaben - selbst Extremwertprobleme abarbeiten zu müssen. Ein lineares Gleichungssystem gehört zur mathematischen Grundausbildung.

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hisch88 12.05.2019, 16:53
201.

Zitat von bernie_witzbold
Dann entschuldige ich mich für die Fehlinterpretation der "88" in Ihrem Nick. Das konnte ich ja nicht wissen. Ich weiß aber, warum nie ein Chinese beim Helpdesk (Tel.: 4444) angerufen hat. Dass sich Leute (ich meine jetzt nicht Sie persönlich), die tatsächlich "dass" und "das" nicht auseinanderhalten oder auch nur die einfachsten Satzzeichen setzen können, immer aufblasen müssen, wenn es einen Artikel zu MINT-Themen gibt, das ärgert mich schon gewaltig. Es gibt Regeln für die Zeichensetzung im Deutschen, so wie es Regeln für die Kurvendiskussion gibt. Und wer erstere nicht anwenden kann und das in seinen Posts auch deutlich zeigt, der soll sich bitte nicht mit seinen sonstigen Kenntnissen brüsten! Auch dieses "Früher war alles besser. Wir, und vor allem ich, haben so viel mehr gewusst, so viel genauer nachgedacht, 24 Stunden am Tag nur gelernt (und nachts nochmal 24), mimimi, etc. pp.", das geht mir fürchterlich auf die Nerven. Ich habe das ach so schwere Abitur in Baden-Württemberg von 1974 (vor der Oberstufenreform) gemacht und hatte die letzten drei Jahre trotzdem Zeit für Sex and Alk and Rock'n'Roll. Aber jedes Mal, wenn ich heute ein Schule von innen sehe (Elternabende etc.), bin ich froh, dass ich das Abi nicht noch einmal machen muss, egal wie viel einfacher es den ganzen Spon-Kommentatoren heutzutage vorkommen mag!
Entschuldigung angenommen. Auch von mir die leichten Gegen-Angriffe im Text, nehme ich gerne zurück.

Sie haben Recht mit der "4" im chinesischen. Mit der Interpunktion stehe ich aber voll auf Kriegsfuß. Da können sie mich immer wieder erwischen. Schule möchte ich ungern wiederholen müssen. Mit ABI '74 liegen wir altersbedingt sehr dicht bei einander.

Tippfehler passieren öfters als man denkt, Ärger mich dann selbst darüber.

PS: Übrigens, letzter Absatz erste Zeile bei Ihnen ;-).

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pirx64 12.05.2019, 19:10
202.

Zitat von argonaut-10
ich bin jetzt beinahe 40 Jahre raus aus der Schule und nach Durchsicht der Aufgaben muss ich sagen... das hätte ich nach etwas Auffrischung meines Schulwissens auch noch hinbekommen. Das kann doch nicht sein, dass Mathematik sich vom Stoff her kaum verändert hat. Was macht denn die Jugend heute?
Das habe ich mir (Abi 82) auch gedacht, das ist ja fast lächerlich. Aber vielleicht der übliche Reflex (erst mal reklamieren, bekommt man ja an jeder Ecke vorgelebt). Dann halt mal weniger Party und weniger Latte am morgen. Weia

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kaiosid 12.05.2019, 19:45
203. schwer ist das nicht, nur das Lesen kostet wohl Zeit

Dafür kann man die erste Aufgabe dann im Kopf rechnen.
Gut, aber den genauen Hintergrund der "Beschwerde" kennt man halt nicht; tippe, dass die etwas kalt erwischt wurden mit der Leserei, da das dann nicht nach Schema geht...

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egonv 13.05.2019, 02:46
204.

Weil die Frage aufkam: Solche Aufgabengruppen oder bei uns Aufgabenvorschläge sind normal. Das Ziel ist es, dass entweder die Schüler oder, wie in Bayern offenbar, die Lehrer Schwerpunkte wählen können. Das hat schlicht den Grund der Fairness. Egal wie zentralisiert man das alles regeln will, ist jeder Unterricht und jede Unterrichtsstunde individuell und so gibt es Aufgaben, die zu meinen Schülern besser passen als andere. Wahlfreiheiten gibt es aber in vielen Prüfungen, auch an Unis. Die gibt es nur dann nicht, wenn die Instanz, die die Aufgabe stellt zu faul ist einen zweiten Vorschlag zu machen.

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hksm 13.05.2019, 08:30
205. @93: eine merkwürdige Sache fällt auf

Zitat von mulomakeimer
Gewinn + Kosten = Erlös (5D+L) 35/100 + 16D+L/5 = 5D+L.
Ihre Rechnung nutzt effektiv "Verkaufspreis - Einkaufspreis = Gesamtloszahl*0.35". Somit kommen Sie auf 3% Donau (ich auch).
Nun hatte ich am Anfang zunächst die Idee "Verkaufspreis / Einkaufspreis = 1.35" (bzw. >= 1.35), und damit bekomme ich (

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Tz87 13.05.2019, 09:46
206. Worum es doch geht,

Zitat von themistokles
VIelen Dank, so ähnlich sehe ich das auch. Toll auch die ganzen Forumsteilnehmer hier, die Mathematik und Physik studiert haben und sich damit brüsten, Abi -Aufgaben lösen zu können. Wäre wirklich extrem peinlich, wenn dies nicht so wäre. Ich selbst habe die Aufgaben jetzt nur überflogen aber was mir spontan aufgefallen ist, ist die Menge an Text sowie das furchtbare Layout der Prüfungsbögen. Da wird einfach mal eine Kurve mitsamt Koordinatensystem zwischen zwei Sätze gequetscht oder kaum Platz zwischen den Zeilen gelassen. Auch das Formeln mitten im Fließtext stehen, halte ich nicht für sehr geschickt. Ich mag mich irren, aber meine Mathematik- Aufgaben (BaWü 1997) behinhalteten noch weit weniger Text und vor allem ein besseres Layout der Aufgabenblätter.
ist, die Schüler auf das Leben und die Anforderungen im Berufsleben vorzubereiten. Und die Aufgaben sind dort weder Standard vom Typ her noch vom Layout.
Ich gestehe Abiturienten zu, dass die schnelle Abfolge von langen Prüfungen eine Herausforderung ist. Ich erinnere mich, dass ich auch innerhalb einer Woche 3 Prüfungen hatte mit 4 und 5 Stunden jeweils. War an der Uni dann ähnlich, auch wenn die Prüfungen nicht ganz so lang waren. Die Frage ist doch dann aber, woran liegt es, dass es nicht zur eins oder zwei gereicht hat (oder was auch immer der eigene Anspruch war). Und wenn man eine Aufgabe nicht kann, weil man eine Formel vergessen hat oder sich verrechnet hat oder bei dem vielen Stoff, den man für die anderen Prüfungen wissen muss, eine Lücke hat, kann das auch passieren. Das ist kein Drama. Ich sollte mich nur dann nicht hinstellen und sagen, das wäre ja alles viel zu schwer und die Aufgabe ist ja blöd gestellt gewesen etc.
Und ich glaube auch, dass viele Schüler, die jetzt die Lösung sehen, denken werden, dass das nicht unmöglich war. Letztlich müssen wir doch verantwortungsvolle Menschen aus der Schule entlassen, die auch dafür einstehen, was sie tun oder nicht getan haben. Wenn einer zu wenig gelernt hat und das Ergebnis entsprechend ausfällt, muss er oder sie das akzeptieren.
Und wenn ich immer höre "Ach Mathe konnte ich nie" oder "Der Lehrer konnte nicht gut erklären", dann ist das eine schlimme Botschaft an die Kinder/Jugendlichen.
Ich kann keinem vorwerfen, wenn er sich für Mathe nicht interessiert, aber dass er nicht genug investiert um das zu erlernen, was von ihm verlangt wird, ist dann schon was Anderes.

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hinz.und.kunz 13.05.2019, 10:14
207.

Zitat von argonaut-10
[...]Das kann doch nicht sein, dass Mathematik sich vom Stoff her kaum verändert hat. [...]
Richtig. Es kann doch nicht sein, daß 2+2 nach wie vor 4 ergibt.

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frietz 13.05.2019, 12:20
208.

Zitat von hinz.und.kunz
Richtig. Es kann doch nicht sein, daß 2+2 nach wie vor 4 ergibt.
Man kann doch auch schreiben, wie man hört oder spricht. Warum soll das für Mathe nicht auch gelten? Da ist für einen 2+2 eben 5, für den nächsten 24, etc.

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rosengregor 13.05.2019, 13:15
209. einfache Mathematik, schwierige Aufgaben

Die Mathematik der hier vorgestellten Aufgaben ist nicht schwierig, das abgerufene Können im Bereich Rechnen ist sogar richtig einfach. Das werden auch die betroffenen Abiturientinnen und Abiturienten zugestehen, wenn sie sich einmal die Lösungen ansehen.

Was hier schwierig ist, ist überhaupt vom Text zur Mathematik zu kommen. Dafür muss man nämlich die Mathematik wirklich verstanden haben. Dieser Praxisbezug fällt begabten Mathematikern extrem leicht. Oft können sie sich gar nicht vorstellen, wie schwierig es für Menschen sein kann, von einer Textaufgabe zur Formel zu gelangen.

Schwächere Schülerinnen und Schüler benötigen aber die Chance, Formeln auswendig lernen zu können und sich das Rechnen einzuüben, um damit Punkte machen zu können. Wenn stattdessen soviel Verständnis vorausgesetzt wird, dass man eine Nullhypothese formulieren kann und weiß, dass man einen Signifikanzwert in der Tabelle nachschauen und nicht ausrechnen muss, dann fallen Viererschüler schnell auf Fünf oder Sechs.

Umgekehrt können Schülerinnen und Schüler, die den Stoff zwar nicht beherrschen, aber doch solide begriffen haben, bei solchen Aufgaben locker in den Einserbereich hineinschreiben, weil sie mathematisch nur Basiswissen und Basiskönnen benötigen.

Die Durchschnittsnoten bei dieser Art der Aufgabenstellung wird am Ende in Ordnung sein. Aber so erreicht man keine Gaußverteilung der Noten (mit einem Maximum im Dreierbereich). So erreicht man eine zu große Anzahl von Einsen und eine ebenfalls zu große Anzahl von Fünfen.

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