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Mathe-Prüfung 2019: Diese Aufgaben fanden Abiturienten zu schwer
Felix Kästle / DPA

War die schriftliche Abi-Prüfung in Mathe zu kompliziert? Das behaupten Zehntausende Schüler aus mehreren Bundesländern. Hier geht es zu ausgewählten Aufgaben und Lösungen.

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kpdsu 07.05.2019, 13:25
60.

Mit welcher Begründung kommst du zum Schluss, Stochastik wäre kein Kernbereich der Mathematik?Mit welcher Begründung kommst du zum Schluss, Stochastik wäre kein Kernbereich der Mathematik? Auf ordentlichem Niveau betrieben ist das ein großer Teil der Mathematik, über die Maßtheorie kommt auch schnell die Analysis hinzu.

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emil_erpel8 07.05.2019, 13:26
61.

Wer denkt sich solche Aufgaben aus? EIn begeisterter Leser der Spon-Rätselkolumne?

1. Die erste Aufgabe hat absolut *nichts* mit Stochastik zu tun. Es ist ein lineares Gleichungssystem aufzustellen und zu lösen.

2. Die Lösung der zweiten Aufgabe ist kompletter Murks, und es ist eine Schande, im Abi von Schülern zu verlangen, die Denkfehler ihrer Lehrer zu wiederholen. Der Versuch, einen Passanten vom Loskauf zu überzeugen ist *kein* Zufallsexperiment. Die Annahme, es gäbe eine konstante Wahrscheinlichkeit p, mit der jeder Passant erfolgreich zum Loskauf animiert werden kann, ist komplett aus der Luft gegriffen. Sowas kommt dabei raus, wenn man meint, mathematische Aufgabenstellungen mit hippen Alltagsformulierungen umschreiben zu können. Ein Passant ist kein Würfel.

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three-horses 07.05.2019, 13:28
62. 2019 ist nicht vor 20 Jahren.

Zitat von chense90
Ich habe 2008 in Bayern Mathe-LK maturiert und bin dort mit lieber not durchgekommen ... 2018 habe ich in Österreich nochmal die HTL-Matura gemacht (vergleichbar mit der FOS in Deutschland vom Maturaniveau) dort wären Computergestützte Hilfsmittel erlaubt gewesen ich hab das ganz in ca. 90 Minuten mit dem Taschenrechner fehlerfrei gelöst. Wenn ich mir die diesjährigen bayrischen Abituraufgaben so ansehe sind diese deutlich leichter als 2008 aber noch schwerer als an der HTL also sollte ein mittelmässig begabter Schüler diese innerhalb der Zeit zumindest befriedigend lösen können. Die Aufgabenstellung an sich ist überall mehr oder weniger gleich blöd formuliert aber sooo unverständlich auch wieder nicht ... da muss man ja dann ums Sprachverständnis der heutigen Jugend fürchten, wenn die das nicht mit 2 mal überlegen verstehen.
Auch wenn die Aufgaben eher leicht als schwer zu bezeichnen sind.
Man muss es lernen. Und Logik kann nicht jeder. Ist wie die unter "IQ"
laufenden Rätsel. Wenn man einmal weiß, wie der Schaffer des Blödsinns tickt, kann man leicht auf die 150 Punkte von eigentlich 80 kommen. Ich tippe hier eher an die Lehrer und die so überall fehlende Unterricht Stunden. Die Schule ist öfters nur ein vergammelte Laden.
Es gibt kein Internet Portal wo man "Unterricht" abrufen kann um sich der Stoff einzutrichten. Es gibt eigentlich nichts, der Lehrer an der Tafel ist zu wenig.

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ancoats 07.05.2019, 13:29
63.

Zitat von Hirschkuh 48
auch 33 Jahre nach Abi noch machbar. Würde von mir aber weniger mathematisch als mit Bauernschläue gelöst ;-) - ich hatte 1 Punkt in Mathe. Integralrechnung hat mir den Rest gegeben.
Willkommen im Club! Ich hatte noch das "Privileg", Mathe in der 12. abwählen zu dürfen - was zünftig mit dem Verbrennen der Mathebücher gefeiert wurde. Dann habe ich absichtlich nach einem Studienfach Ausschau gehalten, in dem meiner Ansicht nach garantiert "keine Zahlen" vorkommen würden - und fand mich in Panik in der Einführungsverlesung wieder, die 2 Scheine in Statistik/Wahrscheinlichkeitstheorie zur Pflicht erklärte. Ich hatte nämlich auch noch nichts von Integral o.ä. gehört, und dementsprechend gingen dann Wochen mit einem schweißtreibenden Crashkurs drauf, um diesbezüglich einigermaßen studierfähig zu werden. Was soll ich sagen: es machte wider Erwarten Spaß, und ich habe mehr als 25 Jahre in diesem Feld (u.a. als Lehrender) mein Geld verdient. So kann's kommen ;-)

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r-bolter 07.05.2019, 13:31
64. Zeit und Regeln beachten!

Das Problem bei vielen Mathe-Abituren ist nicht die Schwierigkeit einzelner herausgegriffener Aufgaben - da liegen die meisten Kommentatoren weit daneben! 1. ZEIT: Während die SuS im Deutschabitur 6 Stunden Zeit haben, um über ein halbverstandenes Gedicht NACHZUDENKEN und dann 12 Seiten rumzulabern (-> Note 3,5), haben sie im Matheabitur mit vielen zig Aufgabenteilen nur 4 Stunden! Selbst gute SuS benötigen meist diese gesamte Zeit, um bei gutem Vorwissen alles zu erfassen, zu strukturieren und dann , SCHNELL+FEHLERFREI AUSZUKOTZEN ... Wenn - ich meine, zu recht - plötzlich mehr Aufgaben-Text, logisches Denken und daher mehr Nachdenken im Mathe/Phsyik-Abi erwartet wird, MUSS man dann auch mehr Denk-Zeit geben, also auch 6 Std. - die meisten SuS würden diese Aufgaben dann auch lösen können! 2. PRÜFUNGSZIEL: Als grobe Regel für naturwiss. Prüfungen gilt: 50 % reine Reproduktion, 35 % Vertiefung (mit bekanntem Themenhintergrund), und NUR 15 % TRANSFER (also Texte/Unerwartetes selbst zu erarbeiten). Dies ist logisch, denn Mathe-Abitur ist kein IQ-Test, sondern soll auf die benötigten math. Fähigkeiten im Studium vorbereiten. Und in fast KEINEM Studium wird erwartet, Mathematik selbst zu entwickeln, sondern z.T. komplexe Algorithmen/Formeln auswendig zu lernen und anzuwenden! 3. Für Laien: Während die Analysis für die zuküftigen Naturwiss./Ingenieure wichtig ist, braucht jeder Student im Wirtschaftswiss, Soziologie, Psycholgie die Themen Statistik und Wahrscheinlichkeit - viele dortige wiss. (Vergleichs-)Studien basieren auf "Wahrscheinlichkeiten" (z.B. Aktienkurse !).

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Cascara LF 07.05.2019, 13:36
65. Undifferenzierter gehts wohl kaum noch

Zitat von e-matt
Ohne das Hintergrundwissen, wie die Schüler unterrichtet wurden, kann sich doch nicht einfach so hinstellen und behaupten, dass das alles ganz einfache Kopfrechenaufgaben sind und früher ja alles viel schwerer war. Wie wird denn in der Schule gelernt? Es gibt einen Aufgabentyp, einen Rechenweg und Testaufgaben. Das wird schön auswendig gelernt und das war es. Gibt es dann einen abweichenden Aufgabentyp, fängt das grosse Raten an. Es gibt zwar den Anspruch die universellen Gesetzmässigkeiten des Lösungswegs zu verstehen, jedoch bedingt dieses mehr Zeit und allgemeingültigere Herangehensweise, sowie die entsprechenden Aufgabentypen. Spätestens im Studium wird das alles vorrausgesetzt. In der Schule lernt man aber anders. Daher auch die Aufregung bezüglich der Aufgabentypen. Und für Foristen die der Meinung sind, dass sich die Jugend mal nicht so anstellen soll, eine Frage: Warum haben Sie es eigentlich noch nicht zum Multimillionär gebracht? Das haben schon sehr viele andere geschaft und ist ganz einfach. Aber wahrscheinlich sind sie einfach nur dumm, faul oder beides.
Mathematik ist universell, das zu Ihrer Info. Wer die Aufgabenstellung nicht verstanden hat, hat ein ganz anderes Problem als die Mathematik. Wenn diese Aufgabenstellung anderslautend als bisherig gelernte oder erfahrene Aufgabenstellung ist oder sich nur anders liest, liegt das Problem dennoch nicht in der Aufgabe. Wer nicht begreift was man von ihm will, nur weil es anders beschrieben ist, sollte das so zum Ausdruck bringen.
Und die Sache mit dem Multimillionär ist ein armseliger Versuch von Ihnen, zwei Sachen gleichzusetzen, die nichts aber auch gar nichts miteinander zu tun haben. Oder darf ich daraus schliessen, dass Sie weder die Aufgaben lösen konnten noch Multimillionär sind?

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ellenlripley 07.05.2019, 13:37
66. Jugend Bashing?

...ziemlich geil, was sich hier so einige anmaßen, wie toll sie waren und sind und wie wenig die Jugend heute taugt. Klar jeder hier über 40 würde das heutige Abi ein einem Nachmittag ohne Vorbereitung schaffen. Selten so gelacht. Die Regel ist wohl eher, dass alles, was über die Summen-Funktion von Excel hinausgeht, Teufelswerk ist, das selbst einfachste Abschätzungen (ich sag nur Lungenfacharzt) nicht vorgenommen werden können und simple finanzmathematische Rechnungen nicht nachvollzogen werden können. Mit wem machen den AWD Maschmeyer und Konsorten ihre Geschäfte? Genau mit den Leuten hier im Forum, die gerade auf der Jugend rumhackt. Und was das beliebte Thema Studierfähigkeit angeht, für nahezu alle Unis in Deutschland ist der Notenschnitt das alleinige Kriterium, alle weiteren Möglichkeiten die Studenten sich nach Fachlichkeit und Neigung auszusuchen, werden nicht genutzt. Und wenn alles auf den Notendurchschnitt reduziert wird, dann haben die jetzigen Abiturienten auch ein Anrecht auf eine exakt reproduzierbare einheitliche Bewertung. Was genau die Schreiber hier, die gerade bashing betreiben, eben nicht hinbekommen, da kommen dann so dümmliche Sprüche wie "Gelassenheit"....

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aggro_aggro 07.05.2019, 13:39
67. ein Prozent

Ich meinte, dass von 80 Mio Deutschen weniger als 800.000 heute diese Prüfung bestehen würden. Die beiden Stochastikaufgaben sind natürlich leicht, die PDF zeigen die wahre Prüfung. Ich kann da auch nicht beurteilen ob das zu schwer ist, was ich (Mathe-LK 2000) damit gemacht hätte kann man nur spekulieren. Heute kann ich mit Kurvenscharen und Ebenen die Kugeln schneiden aus dem Stegreif nichts anfangen.

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D_v_T 07.05.2019, 14:13
68.

Zitat von emil_erpel8
Wer denkt sich solche Aufgaben aus? EIn begeisterter Leser der Spon-Rätselkolumne? 1. Die erste Aufgabe hat absolut *nichts* mit Stochastik zu tun. Es ist ein lineares Gleichungssystem aufzustellen und zu lösen. 2. Die Lösung der zweiten Aufgabe ist kompletter Murks, und es ist eine Schande, im Abi von Schülern zu verlangen, die Denkfehler ihrer Lehrer zu wiederholen. Der Versuch, einen Passanten vom Loskauf zu überzeugen ist *kein* Zufallsexperiment. Die Annahme, es gäbe eine konstante Wahrscheinlichkeit p, mit der jeder Passant erfolgreich zum Loskauf animiert werden kann, ist komplett aus der Luft gegriffen. Sowas kommt dabei raus, wenn man meint, mathematische Aufgabenstellungen mit hippen Alltagsformulierungen umschreiben zu können. Ein Passant ist kein Würfel.
Es wird auch nicht behauptet, dass der Passant ein Würfel ist. Es soll die Fähigkeit messen, mit welcher der Angstellte Kunden zum Loskauf überzeugen kann, welche jedoch nicht direkt beobachtbar ist.
Natürlich ist die Bereitschaft zum Loskauf unter den Passanten ungleich verteilt, ebenso die Anfälligkeit für die Überredungskünste des Angestellten. Auch diese sind nicht direkt beobachtbar.
Daher ja auch die Stichprobengröße von 100 - je größer diese ist, desto mehr verschwimmen diese Unterschiede (Gesetz der großen Zahlen) und die "wahre" Fähigkeit des Angestellten kristallisiert sich heraus.
Solche statistischen Untersuchungen sind in der Forschung (z.B. psychologische Studien) oder Wirtschaft (Marktforschung etc.) Gang und Gäbe.

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Fatima M 07.05.2019, 14:20
69. Malen nach Zahlen..

....sollte zukünftig für alle als Abinachweis langen. Analog für Medizinstudenten: Pflaster korrekt aufkleben und für Informatiker: PC ein/ausschalten - das müsste als Eignungsnachweis langen, achja und die zukünftigen Architekten: das Korrekte Sprechmalen des "Nikolaus-Hauses" nicht zu vergesssen!
Ansonsten schlage ich vor: Mo-Fr anstatt Unterricht, demonstrierten, dann klappt das mit der Bildung!

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