Forum: Leben und Lernen
Mathe und Naturwissenschaften: Leistungsgefälle zwischen Schülern in Ost und West ist

Der Osten hat die Musterschüler: Sachsen und Thüringen führen beim bundesweiten Schulvergleich in Mathematik und Naturwissenschaften. Schlusslichter sind die Stadtstaaten und NRW. Dort liegen Schüler bis zu zwei Jahren zurück.

Seite 44 von 45
ManBearPig 12.10.2013, 03:40
430.

Zitat von teenriot81
Herzlichen Dank für diese Zahlen. Ich gehe mal davon aus diese richtig sind. Es brauchte 422 Kommentare bis endlich jemand mal bezüglich des Migrationseinflusses Fakten gebracht hat, nachdem der Stammtisch sich schon dusselig geredet hat. Aber bevor jetzt Jubelstürme bei denen Ausbrechen die ihre ansatzlosen Vourteile bestätigt sehen, muss ich leider die Zahlen aufgeschlüsselt nach sozialem Status erfragen. Merke: Migrationsanteil - Sozialem Einflüssen, ergibt das was für die Bestätigung der Vorurteile gegenüber nicht Blutsdeutschen hinhält.
Vielleicht hätte ich noch schreiben sollen, dass es mir bei der Nennung dieser Zahlen weniger um die Migranten ging, sondern viel mehr darum die allseits in den Medien kolportierte Schlussfolgerung, der Osten hat die besseren Schulen in richtige Licht zu rücken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dhzhamburg 12.10.2013, 08:46
431. zur Info

gestern in der heute-Sendung (11.10.) gesehen: rechnet man die Schüler mit Migrationshintergrund raus, so ergibt sich folgendes Ranking auf den ersten vier Plätzen:
1. Sachsen: 2.Bayern: 3. Bremen: 4. Hamburg

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Erda 12.10.2013, 10:11
432.

Zitat von enni3
Och ich habe dieses mal zum ersten Mal mein Kreuz bei Dunkelrot gemacht, hab sogar schon CDU auf kommunaler Ebene gewählt. Nö ich differenziere da sehr schön und bilde mir immer noch meine eigenen Meinung. Mal ein Link für Sie: Dieser Fall ist übrigens unter allen Lehrantsstudenten keine Urban Legend, sondern ein Synonym, nur nicht mit Idealismus vorzugehen. Beim Pisa-Test 2000, mit Sieger Bayern, müssen Sie nur in die erhobenen Daten schauen, um festzustellen, dass gerade mal 2 Hauptschulen bewertet wurden, wegen der Altersvorgabe. Und da sagt doch Bayern die Hauptschüler hätten keine Nachteile. Deswegen werden die in den Studien auch immer so unterrepräsentiert bezüglich der tatsächlichen Bildungsverteilung. Und ich kenne inzwischen zwei ehemalige bayrische Lehrer, die bezeugten, dass zu den Studien gewisse Schüler zwangsbeurlaubt wurden.
In Bayern gibt es keine Hauptschulen, nur Mittelschulen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Erda 12.10.2013, 10:21
433.

Zitat von zerberus und co.
Haben Sie so mit diesen Erkenntnissen auch Frau Beers Wahlkampfpropaganda kommentiert, mit der sie bis hart an die Grenze der Peinlichkeit gerade behauptet hat, habe solche Wunder vollbracht und an hessischen Schulen zeigten die Schüler dank ihrer und der FDP Schulpolitik so überragende Leistungen? Haben Sie vergessen, dass das Kultusresort bereits seit Jahren in der Hand der FDP liegt und von dem Krebsgeschwür der Pfründewirtschaft zugunsten schwarz-gelber Sympathisanten und Parteimitglieder durchzogen ist? Was da vonstatten geht, bedeutet nicht nur Erosion des Prinzips der Bestenauslese, sondern - unter der Hand und um so wirksamer und zerstörerischer - in deren Folge auch Verlust von pädagogischem Engagement zu Lasten der Schülerinnen und Schüler. Die KMK sollte einmal ein Untersuchung durchführen, wie sich die Lähmung der Motivation des Lehrkörpers durch auf die Bildungsergebnisse auswirkt. Wird sie aber nicht, da es - fast - alle so machen.
Muss sich jetzt die Tempos aus der Tasche ziehen? Der Hessiche Ableger der GEW, Vorsitzender Jochen Nagel, Die Linke wird doch nicht unter der Last von Nicola Beer zusammengebrochen sein?

Machen Sie sich mit Ihrem Kommentar nicht lächerlich. Wenn diesen ganze grüne-linke Lehrersippschaft Gegenwind spürt in Hessen ist das wunderbar. Die indoktrinieren sowie so die KInder und JUgendlichen in unverantwortlicher Srt und Weise.
Siehe Annahme des dubiosen Aachener Friedenspreises durch die Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach.

Und dann stellt sich der Linke Nagel hin und schwafelt hinsichtlich der schlechten Ergebnisse von zu wenig Zeit der Schüler.

Was sollen dann die ganzen anderen Länder sagen, wo Schüler problemlos das G8 Abitur bestehen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alasiaperle 12.10.2013, 10:24
434. 6, hinsetzen

Einige haben Migranten als einen möglichen Grund für diese Ergebnisse genannt.

In irgendeine ländliche Klasse, 30+ Schüler, landesweiter Mathetest "sauschwer", lediglich zwei einser aus Südeuropa.

Your arguments are invalid.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ManBearPig 12.10.2013, 10:45
435.

Zitat von Miere
Ich bin in NRW zur Schule gegangen, und schon damals war der Unterricht in Naturwissenschaften eine Farce. Von Niveau, Inhalt und völlig fehlendem Praxisbezug mal abgesehen war er extrem schlecht organisiert. Die Physiklehrer mussten uns regelmäßig Mathematik beibringen, die in Mathe erst ein Jahr später dran kam. Das größte Problem damals war aber, dass jeder in der Klasse, der es wagte, mehr als eine Drei in Mathe, Physik oder Chemie zu haben, als Streber galt und bei seinen Mitschülern unten durch war, außer wenn sie Hilfe bei Klassenarbeiten brauchten. Auf eine Fünf in Mathe konnte man stolz sein; eine Vier war normal. Für eine Eins wurde man gehänselt. Wer auch in Physik noch eine Eins oder Zwei hatte, war völlig unten durch und konnte den Versuch, Freundschaften zu knüpfen, vergessen. Es würde mich nicht besonders wundern wenn das immer noch so wäre.
Ich bin auch in NRW zur Schule gegangen und bei mir war es genauso, allerdings weniger von den Schülern, als vielmehr von den Lehrern.

Schüler, die insbesondere in Mathematik und Naturwissenschaften gut waren, wurden von den Lehrern anderer Fächer besonders kritisch beäugt und hatten in Geschichte, Erdkunde, Englisch, Deutsch, Religion, Sowi usw. einen schweren Stand.

Das ist allerdings auch schon 20 Jahre her und damals waren wirtschaftliche Aspekte unwichtig oder so ein Schlagwort wie MINT gänzlich unbekannt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ManBearPig 12.10.2013, 10:49
436.

Zitat von alasiaperle
Einige haben Migranten als einen möglichen Grund für diese Ergebnisse genannt. In irgendeine ländliche Klasse, 30+ Schüler, landesweiter Mathetest "sauschwer", lediglich zwei einser aus Südeuropa. Your arguments are invalid.
Naja, die Studie zeigt, und ich würde sogar sagen eindrucksvoll, dass die Migranten der wesentliche Faktor sind.

Wie soll man denn ein Problem lösen, wenn man nicht mal bereit ist, dessen Ursachen zu ergründen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tüttel 13.10.2013, 09:52
437. Wesentlich Mentalitätsfrage

Bildungsstreben ist ja auch eine Mentalitätsfrage. Ich habe die Sachsen und die benachbarten, quasi verwandten Thüringer schon immer als besonders aufgeweckte, fleißige, agile, ehrgeizige und zudem überdurchschnittlich freundliche deutsche Landsmannschaften empfunden. Das schlägt sich dann offensichtlich auch in staatlichen Bildungsstrukturen nieder.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
th.enz 15.10.2013, 23:05
438. Hintergrundinformation

Die Tradition der ostdeutschen Einheitsschule, d.h. Mathematik, Naturwissenschaften und Technik nicht wie in Westdeutschland systematisch zu vernachlässigen, existiert scheinbar noch. Sachsen hat z.B. die ältesten Lehrer, die Mehrheit noch in der DDR ausgebildet.

Vergleiche von Stundentafeln, Lehrplönen und Prüfungen zeigen es eindeutig: In der DDR herrschte insgesamt und besonders in den MNT-Fächern ein signifikant höheres Niveau. Es wurde in 12 Klassen mehr Stoff gelernt als im Westen in 13 Klassen.

Polytechnische Oberschule

Folgende im Internet auffindbare Beiträge empfehle ich allen, die sich tiefer mit der DDR-Schule und dem wahren DDR-Schulalltag auseinandersetzen wollen, und wieso die untergangene DDR noch soviel Einfluß ausübt.

FreiStaat Sachsen bei Pisa vorn?! | Unterricht & Erziehung |

FreiStaat Sachsen bei Pisa vorn?! | Unterricht & Erziehung |

Zehnjährige Grundschule? | Studium & Schule |

Sehr interessant:
Schule in der DDR | Unterricht & Erziehung |

Schule in der DDR | Unterricht & Erziehung |

Schule in der DDR | Unterricht & Erziehung |

Berufe in der DDR:
Schule in der DDR | Unterricht & Erziehung |

Soziale Herkunft in der DDR-Schule:
FreiStaat Sachsen bei Pisa vorn?! | Unterricht & Erziehung |

Preußische Disziplin bei den Ossis:
Begrüßungsrituale in der Schule | Unterricht & Erziehung |

Mathematik in Ostdeutschland, 2. Schuljahr, Ende der 80er Jahre
Uhr lernen im 2. Schuljahr | Unterricht & Erziehung |

Ost-West-Unterschiede/hohe Anforderungen im Osten schon seit den 50ern! (Lehrplanauszüge, bei denen westdeutschen Gymnasiasten im MNT-Klassenzug der Hintern auf Grundeis geht)

Zehnjährige Grundschule? | Studium & Schule |

Sarkastisch auf den Punkt gebracht (zum Lachen)
Medizin studieren ohne Abi? | Studium & Schule |

Timss-Studie in Deutschland | Unterricht & Erziehung |

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ijf 27.10.2013, 12:43
439. ich kann mich noch erinnern

Wie geschockt ich war, als ich vor 35 Jahren nach acht Klassen POS in Leipzig an eine Realschule in Nuernberg wechselte. Es begann mit der frustrierenden Erfahrung, wie arrogant die bayrischen Schulverantwortlichen waren/sind: eine "Ostzonen-Schulbildung" kann niemals so "gut" sein wie eine bayrische. Ergo wurde ich gezwungen, die 8.Klasse zu "wiederholen", um Stoff "aufzuholen". Ich kam aus einem Schulsystem, in welchem ich ab der 5.Klasse in Arithmetik mathematische Beweise schrieb, in dem ich schon drei Jahre Bio und Physik hatte, in letzterem Fach zuletzt fazsziniert alles ueber Optik und Akustik gelernt hatte und mit dem Realschullehrer fuer Mathe und Physik locker uebers Ohmsche Gesetz plauderte, in Geschichte hatte ich bereits den ersten Weltkrieg und das Scheitern des Schlieffen-Plans durchgenommen, in Deutsch hatte ich das letzte Diktat in der 4. Klasse geschrieben...ich erlebte geschockt den Bildungsstand der 8.Klasse Realschule Bayern: Bruchrechnen in Mathe, naturwissentliche Faecher auf Grundschulniveau, in Deutsch wurden allen Ernstes Diktate geschrieben, in Geschichte wurde etwas ueber Karl den Grossen erzaehlt - und ich musste an Hauswirtschaft teilnehmen... Eine Lachnummer, die man dann schulseitig verschaemt nach Abschluss der 8.Klasse zu korrigieren versuchte, indem ich direkt in die 10.Klasse "sprang" und nach Realschulpruefung aufs Gym wechselte - allerdings eines, dessen Rektor stolz coram publico im Schulauditorium von seinen Erlebnissen und Abenteuern im Kriegsgefangenenlager erzaehlte. Als ich mich deshalb beschwerte und die einseite Darstellung deutscher Vergangenheit im Geschichtsunterricht offen bemaengelte (der zweite Weltkrieg fand schlichtweg nicht statt - der Lehrer handelte den 2. WK in wenigen Stunden ab, nachdem er revanchistisch ein halbes Schuljahr ueber die Zeit zwischen den Kriegen "gelehrt" hatte, sprang es schnellstens zur Nachkriegszeit und Gruendung der Bundesrepublik), wurde ich zum Rektor gerufen und abgemahnt - dass ich zwischenzeitlich eine eigene Whg bezogen hatte, setzte nach Meinung diese Rektors dem Fass die Krone auf und wurde als ungehorig betrachtet. Meine Trotzreaktion: ich verliess das bayrische Schulsystem fluchtartig... Aus mir ist "trotzdem was geworden" - aber mit dem westdeutschen Schulsystem hadere ich bis heute, insbesondere, da ich das Elend in den Neunzigern nochmals durchleben musste, als mein armer Sohn da durch musste... Fazit: ich wundere mich gar nicht ueber das Leistungsgefaelle Ost/West - ich bin da selber runtergerutscht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 44 von 45