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Matheprüfung an der Uni Saarbrücken: 94 Prozent fallen durch
DPA

Es war womöglich die härteste Klausur im ganzen Land: An der Uni in Saarbrücken haben nur zwölf Studenten "Mathematik für Informatiker I" bestanden. Jetzt wird über "zu faul" oder "zu schwer" gestritten.

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peter_kraus 21.04.2016, 12:42
140.

von den 94% haben es eine Menge erst gar nicht versucht, siehe Aussage der Professorin. Vielleicht ist die "wahre" Rate 75%. Richtig so ! Aber anscheinend gefaellt das heutzutage ein paar Leuten nicht mehr, dass aufgrund eher objektiven Test ausgesiebt wird. Total normal. In TheoMech in Physik sind mind. ebenso viele durchgefallen. Damals haben selbst die Durchgefallenen es eingesehen, dass sie vielleicht das falsch studieren. Heute regt sich "Spiegel Online" darueber auf. Wie soll man denn sonst "auswaehlen", nach Art und Beistand irgendwelcher dubioser "transatlantischer Verbindungen" ? Zeig dem Autor, dass nicht alles so ist, wie er es gerne haette..

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Zambi 21.04.2016, 12:43
141. Du schaffst es erzeugt Schockwelle

Was der Schüler unter dem Begriff Mathematik lernt,
hat mit Mathematik im wissenschaftlichem Sinne nichts zu tun.
Da dem Schüler in der Schule vermittelt wurde, dass er der größte ist, alles eine Sache der Sprache ist,
dass nur das System der Hinderungsgrund für sein
mangelndes Talent ist,kommt die Schockwelle an der UNI

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brotfresser 21.04.2016, 12:45
142. Ja, leider hat diese Rechnung

Zitat von stefan1904
Alle Studenten (100%) und die Assistenten haben die Klausur nicht bestanden. Wäre jetzt meine Vermutung. Immerhin dürfte es im nächsten Semester keine Platzprobleme geben, wenn nur die 12 ihr Studium fortsetzen, welche die Klausur bestanden haben.
nichts mit Mathe zu tun. Man kann sein Bezugssystem (hier die 100%) nicht beliebig wechseln - es sei denn man stzudiert BWL.

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Paddel2 21.04.2016, 12:46
143. Korrektur

@dr.joe.66:
Wenn Sie im Studium lediglich eine Berufsvorbereitung sehen, empfehle ich Ihnen, Ihre Kinder in Ausbildungsberufe zu stecken oder auf Berufsakademien zu schicken. HM 3 ist auch nur noch Inhalt des Masterstudiengangs und es spricht nichts dagegen, mit einem Bachelor in den Beruf zu starten. Wenn aber diese "niedrigeren" Abschlüsse völlig ausreichend wären, warum reagiert der Arbeitsmarkt dann nicht entsprechend und sichert sich die günstigeren Absolventen? Ganz einfach: nicht die bescheinigten Inhalte höherer Mathematik sind relevant, sondern die damit dokumentierten Fähigkeiten zur Auseinandersetzung mit komplexer Materie!
Wenn Sie zudem sich einmal die Mühe machen würden, Hochschulklausuren von vor 20 Jahren mit heutigen zu vergleichen, werden Sie sehr wohl einen Unterschied feststellen. Die Jugend ist nicht dümmer, aber mehr dzrchschnittlich Begabte gehen studieren. Im Mittel resultiert daraus ein Leistungseinbruch.

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meierchris1983 21.04.2016, 12:48
144. Mir stellt sich ja mehr die Frage

Wie viele von denen die immer wieder durchfallen am ende gnädig durchgelassen werden? denn so ist es an meiner Hochschule inzwischen, die größten Idioten fallen zu Recht zwei mal durch und OH WUNDER im dritten Anlauf schaffen sie es dann mit einer drei und ich spreche hier von Informatikern die zu doof sind eine DIN A 4 Seite ab zu tippen, hatte so einen leider im Praktikum und als er dann einen Bachelor hatte konnte kein Prof verstehen wie er das geschafft hat.

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muttisbester 21.04.2016, 12:48
145.

Zitat von querollo
Ich unterrichte an einer englischen Hochschule und ich darf Ihnen versichern, dass Sie da falsch informiert sind. Bei uns wird von jeder Klausur eine Stichprobe zur Kontrolle genommen - unabhängig von der Durchfallquote - und die wird dann mit dem Klausurniveau anderer Hochschulen verglichen. Ich selbst hatte schon einmal einen ganzen Kurs, der durchgefallen war, weil er schon an den ....
Sie bestätigen ja meine Vermutung:
In den Angelsächsischen Ländern gibt es "Qualitätsmanagement". Man überprüft, warum entsprechende Ergebnisse zustande kommen. Es kann und darf einfach nicht sein, dass mehr als 50% an einer Prüfung scheitern. Die Normalverteilung spricht einfach dagegen - und obwohl Mathematiker die Logik als gesetzt annehmen, wird bei Prüfungen diese Logik schlicht ignoriert. Wenn ein Student immer anwesend ist, alle Hausaufgaben und Tutorien macht, diese auch zeitlich zu bewerkstelligen sind, dann sollte die Wahrscheinlichkeit bei 1/2 liegen - er sollte die Prüfung also mindestens beim zweiten Mal bestehen. Ansonsten muss man am Lehrer zweifeln.

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Heinzi Heinz 21.04.2016, 12:51
146. Mathe-Klausur

Zitat von stefan1904
Aber für die Matheklausuren in Informatik braucht es zwingend Talent neben dem Fleiß. Könnte man die Klausuren unbegrenzt wiederholen, würde dies den psychischen Druck von den Studenten nehmen. Allerdings würden dann wohl weniger Studenten in der Regelstudienzeit fertig werden, was auch nicht gewünscht ist. Jemanden zu exmatrikulieren, nur weil er eine Klausur dreimal nicht bestanden hat, halte ich für falsch. ...
Aus meiner Studienzeit kann ich sagen, dass auch bei uns an der Uni Mathe ein Siebfach war. Aber gerade für technische Studiengänge wie Informatik ist logisches Denken und Lösen von "unbekannten" Problemen Teil des Berufsbilds, was in den allen Programmiervorlesungen in den Prüfungen gar nicht so getestet werden kann. Daher finde ich es eigentlich in Ordnung, dass in Mathe gesiebt wird.

Allerdings halte ich es auch für falsch, Freischeine zu verteilen und die Leute auf gut Glück mitmachen zu lassen. Ich plädiere eher dafür, zu sagen, wenn außer einem Fache maximal eine Klausur einmal wiederholt wurde, dann hat man einen fleißigen Studenten vorliegen und dem erlaubt man eine vierte Wiederholung. Aber dann ist Schluss. Unendliche Reihen von Wiederholungen nehmen nur anderen Leuten Studienplätze weg.

Ich kenne jemanden, der es durch Studiengangwechsel verschiedener Bindestrich-Informatikgängen geschafft hat, ein und die selbe Prüfung neunmal durchzufallen und daher jetzt in Österreich Informatik studiert. Sorry, da kann ich nur sagen: Man sollte sich überlegen ob das Studienfach die richtige Wahl ist.

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Willi Wacker 21.04.2016, 12:53
147.

Zitat von RudiRastlos2
Der Grund ist vermutlich weniger in der Schwierigkeit der Aufgaben zu sehen, sondern viel mehr darin, dass einfach jeder "Depp" heutzutage die Studierfähigkeit bescheinigt bekommt. Und das traurige dabei ist, dass als Folge davon, über kurz oder lang, die Anforderungen gesenkt werden, weil nicht sein kann was nicht sein darf.
Das gilt auch für das Textverständnis... :)
Lesen Sie den Artikel doch noch einmal. Dort steht klar, dass bereits jetzt für die Wiederholung die Prüfungszeit um ein Drittel erhöht worden ist und auch die Fragen redaktionell überarbeitet wurden.

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sh294335 21.04.2016, 12:53
148.

Ich muss hier die Professorin in Schutz nehmen. Ich habe bei Professer Markwig die Vorlesungen zur Analysis I, Lineare Algebra I und Einführung in Algebra und Zahlentheorie gehört. Letztere bin ich durchgefallen und habe sie erst im zweiten Anlauf bei einem anderen Professor bestanden.

Dennoch kann ich nicht sagen, dass die Klausuren zu schwer war. Obwohl ich nie mit wirklich guten Noten durch diese großen Mathe-Klausuren durchgekommen bin. Aber wenn jeder die Klausuren mit 1er Schnitt bestehen würde, wie das in anderen Fachrichtungen scheinbar der Fall ist, wie sollte man dann die wirklichen Talente erkennen? Es wird einfach zu viel Wert auf gute Noten gelegt.

Um nochmal zum Thema zurück zu kommen. Frau Markwig ist eine hochmotivierte, noch recht junge Professorin, der das gute Abschneiden der Studenten sehr am Herzen liegt. Dass manche die didaktischen Methoden infrage stellen ohne die Klausur oder Vorlesung gesehen zu haben stimmt mich traurig. Denn im Laufe der Vorlesungen, die ich bei ihr gehört habe, hat sie stets versucht diese zu verbessern und anzupassen, um den Studenten zu helfen. Ihr ist es zu verdanken, dass im Übungsbetrieb der Fakultät mehr und mehr vom Punktesystem Abstand genommen wird. Üblich war 50% der Punkte in Übungen zu erreichen, um überhaupt zur Klausur zugelassen zu werden. Das hat unter Studenten dazu geführt, dass Aufgaben einfach umhergereicht wurden und abgeschrieben wurden, nur um die Punktegrenze zu erreichen. Keine nützliche Einstellung, wenn man die Klausur bestehen will. Im Gegensatz zur Schule sollte man sich hier wirklich selbstständig mit dem Stoff auseinandergesetzt haben. Dumpfes Abschreiben und sich dabei denken 'Ja, das macht Sinn, das versteh ich' führt dazu, dass man in der Klausur letztlich nichts hinbekommt. Ich habe das selbst allzu oft erlebt. Stattdessen wird versucht die Studenten zur Eigeninitiative anzutreiben. Statt 50% der Punkte sollen die Studenten 75% der Aufgaben sinnvoll bearbeiten. Hört sich strenger an, ist es vielleicht auch. Aber das heißt nicht, dass die Aufgaben zwingend richtig sein muss. Führt jedoch dazu, dass man sich hinsetzt und einfach mal hinschreibt, was einem zu einer Aufgabe einfällt. Mag völlig falsch sein, ist aber der erste Schritt in die Richtung das Zeug auch mal wirklich zu verstehen.

Das Problem, vor allem im Saarland, ist die sinkende Qualität der Schulausbildung und ungenügende Vorbereitung auf den Hochschulalltag, nicht die Schwere der Prüfungen an der Universität. Mathematik ist schwer, aber Grundlage im Informatikstudium. Wer damit nicht klar kommt muss sich entweder ein anderes Studium suchen oder sich durchbeißen und rausfinden wo seine Stärken liegen und das Studium in diese Richtung vorantreiben.

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NatanielPusch 21.04.2016, 12:54
149. Das Problem ist das geschenkte Studium

In den USA habe ich so etwas nie erlebt. Ich selber habe in Deutschland auch an einer privaten Hochschule studiert (nebenberuflich) und mein Studium selbstfinanziert, was mir lieber war, als ein drittklassiges Kostenlosstudium an einer staatlichen Massenhochschule. Was nichts kostet ist eben nichts.

Mir war klar, daß ich jeden Monat 500 Euro für mein Studium hinblättere. Das hat richtig weh getan, wenn andere Ausgaben dazu kamen, habe ich das vom Essen abgespart. Ich habe keine einzige Sekunde verloren und mein Ganzes gegeben - jedes Semester zu viel hätte mich ein Vermögen gekostet. Und mir war klar, daß sich das Studium amortisieren muss. Also habe ich sofort danach einen Jobwechsel angestrebt, der nun auch geklappt hat.

Wenn aber ein Studium kostenlos ist, dann gehen die Leute auch mit der entsprechenden Einstellung hin. Kostet ja nichts, und ob man da oder dort ein Semester verbummelt, wen interessierts?

Aber ich kann beruhigen. Bei meiner Matheklausur lag die Durchfallquote bei 80%. Bei der Wiederholungsklausur war es deutlich besser. In Anbetracht der Kosten haben einige das Studium gleich komplett aufgegeben, weil ihnen klar war, daß sie sich nicht anstrengen können oder wollen.

Ein Studium sollte immer Geld kosten, und zwar so viel, daß Leute, die nicht wirklich zur Anstrengung bereit sind, sich schnell von selbst wieder abmelden. Ich könnte mir eine Studiengebühr in prozentualer Höhe des Einkommens bzw. Vermögens der Eltern vorstellen, damit die Studiengebühr einem Millionärskind genauso wehtut, wie einem Arbeiterkind.

Es ist ja wie im Fitness-Studio. Bei uns in der Stadt ist eins für 19 Euro im Monat. Da gehen die Leute mal hin, meist aber nicht, weil kostet ja nicht so viel. Das Ding ist meistens leer, hat aber hunderte zahlender Mitglieder. Ein anderes Studio kassiert 80 Euro im Monat - da ist es immer proppenvoll darin, weil diejenigen, die 80 Öcken löhnen dann auch wirklich hingehen und trainieren. Genauso ist es beim Studium. Bei den kostenlosen Massenhochschulen des Staates sind spätestens ab dem zweiten Semester die Hörsäle leer. An einer Privatuni, die richtig Kohle kostet sind die Hörsäle immer voll und die Leute sind sehr eifrig dabei. Sie warten schon lange vor der Vorlesung auf den Dozenten und verfolgen den Dozenten mit ihren eifrigen und gut vorbereiteten Fragen, bis er anfängt die Leute abzuwimmeln, weil er in die nächste Veranstaltung muss. Ich hatte eine regelrechte Brieffreundschaft mit einen Dozenten. Einige unterrichteten auch an einer staatlichen Hochschule. Die bestätigten, daß die Studierenden dort meist teilnahmslos bis desinteressiert sind.

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