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Matheprüfung an der Uni Saarbrücken: 94 Prozent fallen durch
DPA

Es war womöglich die härteste Klausur im ganzen Land: An der Uni in Saarbrücken haben nur zwölf Studenten "Mathematik für Informatiker I" bestanden. Jetzt wird über "zu faul" oder "zu schwer" gestritten.

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menschsagmal 21.04.2016, 10:59
40. Mathe war schon

immer das Siebfach an den Unis. War schon vor 20 Jahren so und ist es heute immer noch. Ich sage nur, A.... zu, hinsetzen und pauken um disen Schein zu kriegen. Es sind ja gegenwärtig immer die Lehrer oder Dozenten schuld, wenn ich viele Eltern von den betüttelten Kindern höre.

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meineidbauer 21.04.2016, 11:00
41.

Die Durchfallquote bei Physik 1 (Mechanik) während meiner Studienzeit war durchweg ähnlich hoch. Vorwiegend deshalb, weil auch z.B. Mediziner diesen Schein brauchten und reihenweise, z.T. mehrmals hintereinander durchgefallen sind. Physikstudenten konnten die Aufgaben natürlich mit Leichtigkeit lösen.

Interventionen beim Lehrstuhlinhaber blieben damals erfolglos. Die Quote änderte sich erst als ein neuer Dozent übernahm, der mehr "Bodenhaftung" als der alte besaß.

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MattiMatiker 21.04.2016, 11:00
42. So what ...

Das Abitur ist heute zu leicht. Sieht man daran dass ein immer größerer Anteil der Jugendlichen mit Abi abschließt. Da müssen die ersten richtigen Hürden dann eben im Studium folgen. Schwierige Fächer wo sich die Spreu vom Weizen trennt gab es auch früher schon, nur dass heute eben mehr Spreu dabei ist ;) Auch zu meiner Studienzeit gab es Fächer mit regelmäßig >80% Durchfallquote, bei Freiversuchen (und das ist hier im Artikel ja auch der Fall) gerne mal >90%. Alles normal ... von daher: nicht weinen sondern LERNE, LERNE, NOCHMALS LERNE!

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prisma-4d 21.04.2016, 11:03
43. ...Gauß hat es bewiesen...

...das die Studenten durchfallen müssen.

Nun, überlegen wir mit wem verglichen wird. Mit Studenten die vor 10 oder 20 Jahren studiert haben. Vor 15 Jahren hatten wir ca. 33% der jungen Leute die ein Studium angefangen haben. Nehmen wir an ein drittel war in der Lage ein Fach wie Ingenieurmathematik zu bestehen.... also 10% aller jungen Leute.
Und heute: über 60% fangen ein Studium an. Die jungen Menschen sind aber weder klüger noch dümmer geworden. Beim gleichen Anteil von fähigen Leuten fallen logischerweise auch doppelt so viele durch die Prüfungen.

Die Studenten sind weder dumm noch faul, sie sind statistisch gesehen nur nicht für eine Ingenieurkarriere geeignet....
Und die Gegenmaßnahme: die Ingenieurskunst so weit einzudampfen, bis wir wieder die alten Abschlußquoten haben... bei entsprechend niedrigeren Niveau.
Hochschulpolitik eben... weil wir es so wollen!

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frankfreifrank 21.04.2016, 11:05
44. Nach Frege: viel Unsinn in mathematicis

Mathematiker waren schon immer eitle Spezis, die sich hinter Zahlenakrobatik verstecken möchten: eitle Gedankengänge, kaum nachvollziehbar. Und wenn sie in lehrenden oder prüfenden Gruppen auftreten, summieren sich ihre Spezialitäten - und geben sich unangreifbar. Dass solch Gehabe Wissenschaftsfortschritt darstellen soll, ist wohl schon seit Gottlob Frege bestritten.

"Für mindestens ebenso angebracht halte ich die Warnung vor scheinbaren Eigennamen, die keine Bedeutung haben. Die Geschichte der Mathematik weiß von Irrthümern zu erzählen, die daraus entstanden sind. Der demagogische Mißbrauch liegt hierbei ebenso nahe, vielleicht näher als bei vieldeutigen Wörtern." (Frege, Gottlob: Über Sinn und Bedeutung. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik, N. F., Bd. 100/1 (1892).

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watsoning 21.04.2016, 11:05
45. Normal , oder nicht ?

Ich gebe zu , ich studiere "nur" Elektrotechnik aus , aber ich bekomme von anderen Informatik- und Mathestudenten mit, dass ihre Mathematik keine Schulmathematik, sondern richtige Mathematik (Beweise, Logik etc.) ist und das solche Durchfallquoten öfters vorkommen.

Eigentlich müsste man den Mathematikstoff an Schulen (zumindest an Leistungskursen) an die richtige Mathematik anpassen.

Ich habe von älteren Leuten noch mitbekommen, dass induktive Beweise früher Standard in Matheleistungskursen war.
Damit bekommt man wirklich einen Einblick in die richtige Mathematik.
Aber für mein Ingenieursstudium war mein Mathe-LK eine ziemlich gute Vorbereitung. Ich hatte dabei das Glück einer strengen Lehrerin der "alten Schule"

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kenzino 21.04.2016, 11:08
46.

Zitat von stefan1904
Jemanden zu exmatrikulieren, nur weil er eine Klausur dreimal nicht bestanden hat, halte ich für falsch. Da sollte man lieber auf die Gesamtzahl an Credits schauen. Dann sieht man ja, ob der Student generell nicht geeignet ist für den Studiengang oder nur mit ein oder zwei Modulen Probleme hat.
Na ja - soll jemand Arzt werden können, wenn er kein Blut sehen kann? Mathematik ist unbestreitbar die essentielle Grundlage für universitäre Informatik. Vorausgesetzt, Klausuren sind fair gestellt, dann sollte jemand in 3 Versuchen wohl einmal auf 50% kommen können.

Ganz ehrlich: Viele Studenten sind auch einfach im falschen Studiengang und brauchen dann die entsprechende Härte. Ich hatte damals Kommilitonen, die sich entsprechend Richtung FH umorientierten und dann praxisnäher studieren konnten. Im Gesamtergebnis waren sie damit wesentlich zufriedener.

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trubeldubel 21.04.2016, 11:09
47.

Diese Durchfallerquote ist aber auch ein starkes Indiz für schlecht ausgebildete bzw. desinteressierte/abgehobene Professoren und deren wissenschaftlichen Mitarbeiter. Sie sind nicht in der Lage, innerhalb einer geforderten Zeit abrufbares Wissen (und Können) zu vermitteln.
Diese Noten gelten also auch für die Profs.
Matthias (Dipl.-Ing.)

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Geisterkarle 21.04.2016, 11:09
48. Muss mich anschließen...

... und verstehe die Aufregung nicht. Mathe im Informatikstudiengang ist hart und hat hohe Durchfallquoten. Ich hab meine 4,0 geschafft und war durch im ersten Versuch. Großteil meiner Mitstudenten war nicht so glücklich.
Da übrigens hier ein paar "die alten Profs, die alle durchfallen lassen" ansprechen: Die Dame ist relativ neu im Professorengeschäft und zumindest fachlich wohl recht kompetent! Das scheinen auch die "Jungen" zu übernehmen :P

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senfaddierer 21.04.2016, 11:10
49. @keksguru

Bitte berücksichtigen Sie, dass es in einigen Bundesländern keine Leistungskurse mehr gibt. Da gibt es Mathe als Pflichtfach im Abitur für alle, was zwangsläufig dazu führt, dass sich das gesamte Niveau steil abwärts entwickelt und die zukünftigen Studenten der Informatik, Ingenieurwissenschaften o.ä. trotz bester Mathenoten in der Schule an der Uni extrem schwer tun. Die Schüler mit anderen Begabungen quält man dafür mit dem Unsinn, den sie für ihre künftigen Berufe ohnehin nicht brauchen.

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