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Medizin-Promotionen: Akademische Ramschware
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Mediziner-Dissertationen stehen in einem schlechten Ruf, nicht erst seit den Plagiatsvorwürfen gegen Ursula von der Leyen. Wissenschaftsverbände fordern seit Jahren ein Ende der Schmalspurpromotion - bisher vergebens.

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Sonia 28.09.2015, 13:21
1. Na, dann recherchiert mal richtig

Die Mehrheit der Mediziner, die ja so super leicht u. einfach Promotionen schreiben, hat aber eben den ersehnten Dr. med. überhaupt nicht; rückläufig die Tendenz seit Jahren. Und was soll das werden: Entschuldigung für Frau v.d.L.? Es ist noch gar nichts bewiesen u. solange sollte man auch medial einfach mal die Füße stillhalten. Und, die Zeiten, wo es auf die Anzahl von Seiten bei welchen Arbeiten auch immer ankommt, gehören wohl der Vergangenheit an. "Ich habe keine Zeit, deshalb wird mein Brief so lang ...", der berühmte Ausspruch eines berühmten Mannes. Wer in der Lage ist, Relevantes in wenigen Worten rüber zu bringen, der hat was in der Birne.

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wittchen2000 28.09.2015, 13:24
2.

Hm... ich finde es interessant dass bei diesen Plagiats-Dissertationen immer von Politikern die rede ist.
Das wirkt ein wenig so als wollte ein politischer Gegner versuchen jemanden mittels der Doktorarbeit zu diskreditieren.

Natürlich sollte bei Dissertationen alles in Ordnung sein und "Plagiate" erkannt werden – aber das ist doch Aufgabe der Uni und der Doktoreltern, und nicht in erster Linie ein Mittel um unliebsame Politiker zum Rücktritt zu zwingen?

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Sonia 28.09.2015, 13:25
3. Oder, der Neid der Besitzlosen

geklaut wird heute überall, ob bei Autoren, Literaten, Autoherstellern ...aus Medien. Der Ritterschlag für Mediziner ist die Qualifikation zum Facharzt oder, wie es heute nach der neuen Prüfungsordnung heißt, der Facharzt mit Schwerpunkt. Und dass wir auch immer mehr Ärzte haben, die diesen Schwerpunkt nicht erreichen (neben der beruflichen Tätigkeit noch mal so ca. 6 Jahre Weiterbildung), sollte uns mehr den Kopf zerbrechen. Vielleicht erhält einfach jeder nach der Approbation den Dr. med.; angesprochen wird jeder Weißkittel ohnehin mit Doktor; und derjenige, der dann noch eine wissenschaftliche Arbeit verfasst ist eben Dr. (x?) u. als solcher erkennbar.

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rgw_ch 28.09.2015, 13:27
4. Sättigung

Vermutlich gibt es einfach nicht so viele bahnbrechende Themen, um zigtausenden von Jungmedizinern jedes Jahr originelle, umfangreiche und zu hundert Prozent selbst erforschte Arbeiten zu ermöglichen.

Im Grunde könnte man den Doktor-Titel einfach fallen lassen. Er wertet ja ohnehin nicht die fachliche Qualifikation eines Arztes, auf die es ja in erster Linie ankommen sollte.

Für akademisch Forschende soll es natürlich auch akademische Titel geben, dort gilt "publish or perish", und die Zahl und Qualität der Publikationen darf sich auch in einem verlängerten Namensschild niederschlagen.

Also: Nur rein fachliche Titel ("Facharzt für Lungenkrankheiten") für praktisch tätige Ärzte und blumige akademische Titel für Theoretiker, Forscher, Politiker, usw. Dann nimmt die Zahl der Dissertationen so weit ab, dass die Universität sie auch wieder kritisch prüfen kann.

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tomxxx 28.09.2015, 13:27
5. Witz!

Pfui Vroniplag! Natürlich geht es Euch nicht um Parteipolitik, sondern nur um wissenschaftliche Standards... darum seht Ihr Euch eine Medizinarbeit an.... Und wenn da falsch zitiert wurde, dann taugt sie nichts??? Lachhaft, die Arbeit ist wie fast alle Medizinarbeiten nicht promotionswürdig! Übrigens liebe Geisteswissenschaftler: Wenn die Qualität nur noch ums Zitieren sich dreht, dann sollta man auch mal das Thema Inhalt und Promotionswürdigkeit angehen! neben den Zitaten ist z.B. ein Riesenskandal bei zu Guttenberg, dass er aus Arbeiten mit den unterschiedlichsten Themen abschreiben konnte und niemand merkt es!!!

Und noch was: Wer Frau vdL kritisieren will, soll sich mal um die halbe Milliarde Euro kümmern, die sie gerade an Airbus ohne Gegenleistung verschieben will (Spiegel berichtete)

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sir_stevie 28.09.2015, 13:29
6. Treffender

kann man es nicht ausdrücken! Während sich Absolventen anderer Falkultäten wie z.B. Naturwissenschaftler, Ingenieure etc. jahrelang NACH Erlangung eines akademischen Grades abmühen müssen und zumindest in der Vergangenheit Arbeiten abliefern mussten, die zumindest einen wesentlichen Neuigkeitsgrad beinhalteten, wurde und wird hier mit der Giesskanne ausgeteilt. Als Absolvent einer Universität habe ich mich schon immer damit schwer getan, eine Ärztin oder einen Arzt mit Frau oder Herr Dr. anzusprechen - das wird sich auch nicht mehr ändern.

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MFKBoulder 28.09.2015, 13:29
7. Recycling

" [...] hatte demnach seine ganze Arbeit von einem Vorjahres-Promovenden abgeschrieben. Und auch die Vorlage war schon zusammengeschustert: Bei dem Doktoranden wiederum fand die Internetplattform auf 94,44 Prozent der Seiten Plagiate."

So etwas nenne ich pferfektes Recycling - und gelcihzeitig Papierverschwendung.

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Röntgen 28.09.2015, 13:30
8. Size matters?

Auch auf 40 Seiten können eine Menge neuer Erkenntnisse präsentiert werden. Übrigens hatte die Dissertation von A.Einstein ganze 12 Seiten und war doch genügend gehaltvoll. Leider hat sich eingebürgert, dass die Doktoranden ihr Heil im Zitieren von bereits Bekanntem suchen und weniger im Auffinden von Neuem. Das ist reine Zeitverschwendung bei Schreibern und Lesern.
Dr. Röntgen

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Maulwürfin 28.09.2015, 13:32
9.

Schön, dass das Thema mal auf den Tisch kommt. Ne Dissertation von 24 Seiten (mal unabhängig vom Inhalt) ist eine Beleidigung sowohl für die Mediziner, die eine "richtige" Diss schreiben, als auch für all diejenigen anderer Fächer, die Jahre ihres Lebens da hinein investieren.

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