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Medizin-Promotionen: Akademische Ramschware
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Mediziner-Dissertationen stehen in einem schlechten Ruf, nicht erst seit den Plagiatsvorwürfen gegen Ursula von der Leyen. Wissenschaftsverbände fordern seit Jahren ein Ende der Schmalspurpromotion - bisher vergebens.

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grübelitis 28.09.2015, 13:32
10. Wie schön einfach

geht doch Verallgemeinern. Da häufen sich die pejorativen Attribute wie schlecht und uninspiriert, auffällig leidenschaftslos, zu kurz, Plagiat oder eben nur Zusammenfassungen bzw. Aufguss anderer Arbeiten usw. Und das Ganze immer schön verallgemeinernd, das Maximum von Relativierung ist dann ein "die Mehrheit" - wohl aber nur einmal im Text.
Kommt jetzt nach dem Lehrerbashing als nächstes Beschimpfung der promovierten Ärzte? Ich selbst weder promoviert noch Mediziner. einfacher examinierter Geisteswissenschaftler traue mir weder in die eine oder andere Richtung ein generalisierendes Urteil zu. Aber ich weiß, wie persönlich bitter für eine ganze Reihe von Medizinern, diese Vorverurteilung und dieser Generalverdacht ist.
Geht so sauberer Journalismus, oder ist das billigste Schublade von Sensationspresse?

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firefly 28.09.2015, 13:33
11. Unterschied Geisteswissenschaft vs Naturwissenschaft

Ich habe mir die Vorwürfe an Frau von der Leyen mal angeschaut. VroniPlag hat einfach keine Ahnung. Anders als in den Geisteswissenschaften beste die Leistung in den Naturwissenschaften nicht darin sich für irgendwelche Sachverhalte neu Formulierungen auszudenken. Die Wissenschaftliche Leistung besteht im wesentlichen im Ergebnisteil der Arbeit. Der in keinster Weise beanstandet wird. Hier geht es nur darum, ob sie in der Diskussion die richtige Formatierung für Zitate gewählt hat. Es ist eben in den Naturwissenschaften nicht üblich, dass man Sätze mit " verunstalltet. Es interessiert auch niemand in den Naturwissenschaften, wer wie und wo sich bestimmte Formulierungen für bestimmte Sachverhalte ausgedacht hat. Sätze wie "Die PCR ist eine Methode zur Amplifikation von DNA" wird man 1.000 mal im Netz finden und keiner weiß wer sich diesen Satz ausgedacht hat. In der Naturwissenschaft geht es um ECHTES Wissen! Wenn jetzt gerade diese Pseudowissenschaftler sich darüber aufregen, dass irgendwo " fehlen, dann ist das schon ziemlich....

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gurkine 28.09.2015, 13:34
12. Muss das sein?

Auch wenn ich die Kritik inhaltlich durchaus verstehen kann, sind der Ton des Artikels und vor allem der Titel geradezu eine Beleidigung für Träger eines medizinischen Doktortitels.

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srj 28.09.2015, 13:42
13. Ein reines Freizeitvergnügen...

Es ist sicher richtig, dass viele medizinische Promotionen nicht denselben wissenschaftlichen Impetus erfahren wie in anderen Disziplinen. Deshalb aber die medizinische Promotion als solche als Rammschware zu bezeichnen, schießt etwas über das Ziel hinaus. Natürlich promovieren viele Mediziner nur für das Praxisschild, und nicht aus rein wissenschaftlichem Interesse heraus. Dafür tun sie das aber, anders als in fast (?) allen anderen Disziplinen, in der Freizeit. Neben einem Studium mit in der Regel 35 Semesterwochenstunden und einem nicht unerheblichen Lernaufwand gehen die angehenden Doktores also abends, nachts oder morgens vor der Vorlesung ins Labor oder, und auch das sind oft wertvolle Daten, ins Archiv zum Aktenstudium. Ein großer Teil der medizinschen Forschung wäre ohne diese Arbeiten nicht denkbar.
Übrigens gilt dasselbe dann später auch für eine etwaige Habilitation. Die dafür nötigen Arbeiten werden auch meistens abends, nach Versorgung der Patienten, erledigt - nicht wenige Kollegenehen sind daran gescheitert, oder haben zumindest tiefe Krisen erlebt.
Nur zur Erinnerung: Röntgens Vortrag vor der Würzburger Fakultät zu der nicht ganz unwichtigen Entdeckung der Möglichkeiten von Gammastrahlung dauerte nicht ganz 10 Minuten...

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vogtnuernberg 28.09.2015, 13:42
14. Eine gute Dissertation braucht nur wenige Seiten

Siehe Kurt Gödel, zwei Seiten. Mathematische Dissertationen sind - wenn 's gut läuft - nur wenige Seiten lang, weil dann ein neuer Beweis erbracht ;-)

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Wunderfalk 28.09.2015, 13:42
15. Gründe

Der Grund dafür ist einfach. Die Patienten möchten gerne den Arzt als Herr/Frau Dr. ansprechen. Viele Menschen wissen nichtmal dass es auch Ärzte ohne Dr. gibt. Der Dr. ist im Allgemeinen klar mit der Medizin verbunden für die meisten Menschen. Ich muss stets dazu sagen dass ich meinen Dr. in einem anderen Fach mache. Ärzte ohne Titel haben es daher schwer. Für die Studierenden ist die Promotion daher mehr ein Teil des normalen Studiums. Man sollte den Studierenden mit der Approbation zusammen eine Art Dr. Med. verleihen. Dieser wäre dann aber eher sowas wie nen Arbeitstitel a la Dipl. Ing. und kein akademischer Grad den man zB in den Pass eintragen lassen darf. Und die, die wirklich in Medizin forschen und promovieren wollen könnten dann einen normalen Dr. bekommen.

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ambergris 28.09.2015, 13:43
16.

Naja, der Mediziner gilt halt im Volksmund immer noch als "Herr/Frau Doktor". Da gibt wohl einen besonderen Druck, den Titel noch dran zu hängen, den es bei anderen Fächern nicht gibt. Eine gewisse Abstufung, wäre vielleicht richtig. Allerdings bräuchte man dann eine Unterteilung für die "Karrieristen" im medizinischen Bereich, und die "Wissenschaftler" die tatsächlich die Medizinwissenschaft voranbringen wollen.

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elcattivo6 28.09.2015, 13:43
17. Dr. Dünkel

Es ist doch bezeichnend, dass gerade Mediziner den Titel wie ein Statussymbol vor sich her tragen, aber in keinster Weise an die jahrelange Arbeit von Absolventen anderer Fakultäten heranreichen. Ein ehemaliger Mitbewohner hatte nach seinem Einzug nichts eiligeres zu tun, als seinen Titel ans Klingelschild zu schrauben.

Kommt ein Mann zum Arzt. Nach dem Blick auf die Visitenkarte und den Doktortitel sagt dieser: "Oh, Sie sind Kollege?"
Antwort: "Nein, ich habe wirklich promoviert".

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guiwa 28.09.2015, 13:44
18. Ich stelle fest

dass Politiker früher oft keine Akademiker waren, aber trotzdem für den Job qualifizierter.
Abgesehen davon - eine Doktorarbeit macht noch lange keinen guten Arzt, warum auch

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Robin06 28.09.2015, 13:45
19. Also das ist wirklich eine Frechheit

Wie hier eine ganze Berufsgruppe medial systematisch denunziert wird ist eine Frechheit. Wo bleibt die Recherche? Alles nur vom Hören/Sagen übernommen.
Ich kenne viele Mediziner mit Promotion, welche lange Zeit im Labor gearbeitet haben und schwer für ihre Promotion geschuftet haben. Die Ergbnisse waren zum Teil so wichtig, dass diese sehr hoch in den angesehensten Fachblättern publiziert werden konnten.

Sie alle, die hier die Mediziner so schlecht machen werden die Quittung bezahlen in dem weniger geforscht wird. Der medizinische Fortschritt wird langsamer. Menschen sterben früher.

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